Beiträge von werner

    Ich stimme Maria Werner absolut zu. Petitionen gegen Beschneidung sollten sich gegen alle Beschneider richten und sich nicht einzelne Institutionen oder Personen herauspicken. Wer ist dann mit der nächsten Petition "dran"?

    Es ist ja wohl kein Zufall, dass die Petition im Vorfeld des am 23. März am BJK stattfindenden Anästhesie-Symposiums lanciert wird. An diesem Symposium werden allerdings ausschliesslich Mediziner teilnehmen, die mit der Kinderbeschneidung nichts am Hut haben. Das Symposium wird durch die Petition zu einem Zeck missbraucht, der mit der Kinderbeschneidung nichts zu tun hat. Auch dadurch gerät die Petition in eine bedenkliche Schieflage.

    Nun, was mich auch fragen kann ist, was mit der Histologie dann passiert, wenn die Bild-Doku abgeschafft würde.
    Denn es muss ja entweder die Doku oder die Histologie vorliegen, als Voraussetzung zur Abrechnung.


    Die Histologie braucht man nur, um einen eventuellen Verdacht auf Lichen auszuschliessen. Besteht ein solcher Verdacht nicht, brauchst Du auch keine Histologie. Die Notwendigkeit der Beschneidung ergibt sich dann aufgrund der Tatsache, dass die Vorhaut nicht bis zum dritten Lebensjahr zum Schuleintritt zurückziehbar ist.


    Ich kannte mal eine Professorin die keinen Doktor hatte. Soll gar nicht schlecht gewesen sein auf ihrem Gebiet.

    Genau das könnte Jacobovici gemeint haben: dass er nämlich keinen akademischen Grad habe, sondern "nur" eine Lehrerlaubnis.

    Zitat

    "Jacobovici earned a B.A. in Philosophy and Political Science (w/honors) from McGill University and an M.A. in International Relations from the University of Toronto. He is an Adjunct Professor of Religious Studies at Huntington University, an affiliate of Laurentian University in Sudbury, Ontario Jacobovici has been a guest lecturer at numerous conferences and on various campuses including Yale, Johns Hopkins, McGill, UCLA and York University."

    http://en.wikipedia.org/wiki/Simcha_Jacobovici

    Interessant wäre ja auch die Frage, aus welcher Ecke dieses Ansinnen überhaupt stammt. Dass es einzig und allein auf dem "Mist" der KV gewachsen ist, halte ich für nicht sehr glaubwürdig. Eher vermute ich, dass die Initiative aus der praktizierenden Ärzteschaft kommt, und dort vor allem aus "Grosspraxen", die solche Eingriffe in erheblicher Anzahl durchführen und sich jetzt in ihrer Existenz bedroht fühlen. Wer das in Schleswig- Holstein ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Jedenfalls zeigt sich hier m.A. einmal mehr, dass das Selbstkontrollprinzip der KVen ein Witz ist!

    Ich kann einfach nicht erkennen, warum die blosse gendertheoretische Dekonstruktion von Geschlechtsrollen quasi automatisch mit der Forderung nach Akzeptanz von Minderheitsvorstellungen einhergehen soll. Selbst, wenn ich - gendertheoretisch - die gesellschaftlichen und historischen Bedingtheiten der Definition dessen, was jeweils als "die" Geschlechtsidentität gilt, herausarbeite, muss das ja nicht bedeuten, dass ich ethisch oder/ und juristisch alles akzeptiere, was da "kreucht und fleucht", z.B. wenn es um die Ungleichbehandlung männlicher und weiblicher Beschneidung geht. Ich kann ja auch die Hexenverbrennung als historisch und gesellschaftlich-religiös "dekonstruieren", und sie trotzdem nicht in den Kanon gesellschaftlich akzeptierter Variationen aufnehmen. Die Thematisierung des Letzteren war ja genau das, was in der Kika-Sendung gefehlt hat.
    Dass sich bei diesem Thema Religionsvertreter und Gendertheoretiker quasi die Hand reichen, halte ich - gelinde gesagt - nicht gerade für naheliegend.

    Ich habe keine Ahnung, was ich davon halten soll:


    Zitat

    "Fusion, not adhesion. The authors have improperly used the term “adhesion” to describe the connection of the childhood foreskin to the glans penis. This is incorrect. The connection is a fusion caused by sharing the balano-preputial lamina between the foreskin and the glans penis. This fusion spontaneously disintegrates over a widely variable period of years and in some cases may persist to as late as age 18.

    In the box, “Guide for parents on preputial hygiene” only the first four words carry any sense: Leave the foreskin alone.


    http://www.bmj.com/content/346/bmj.f3678?tab=responses

    Aus der Doktorarbeit (Die Aussagen sind vom September 2012).

    Zitat

    "Deusel: Ich verwende dafür die einfache Mogen-Klemme. Allerdings ist diese Konstruktion unter Verwendung von EMLA-Salbe® ein wenig ungünstig, weil diese dafür sorgt, dass die Vorhaut aufquillt. Dennoch gibt es sehr gute Resultate. Die Klemme schiebt man von außen über die nach vorne gezogene Vorhaut, um eine Blutleere zu erreichen und gleichzeitig die Glans zu schützen. Dabei muss man die Klemme schräg anlegen, um die Arteria frenularis möglichst weitgehend zu schonen, weil eine Verletzung der A. frenularis zu starken Blutungen führt und mit dem Auftreten von Meatusstenosen in Verbindung gebracht wird. Nach der Abtrennung der Vorhaut distal der Klemme rutscht die äußere Penisschafthaut zurück, daran legt sich dann das anschließend zurückgeschobene, vorher eingekerbte innere Vorhautblatt. Danach wird lediglich ein leichter Druckverband angelegt.
    Wichtig ist, dass die Haut dabei nicht verdreht wird, da sich sonst eine Deviation des Penisschaftes entwickeln kann. Auch eine zu umfangreiche Beschneidung ist nachteilig, weil das Kind noch wächst. Lieber lässt man etwas zuviel Haut stehen. Bei entsprechendem Wunsch kann man die Vorhaut nachträglich dann noch kürzen, falls erforderlich. Aber auch ein Rezidiv (d.h. die Glans weist eine Teilbedeckung durch einen „nachgebildeten“ Vorhautanteil auf) veranlasst nicht unbedingt zu einer Revision. Grundsätzlich gilt hier: Beschnitten ist beschnitten. Ich stelle zum Beispiel entsprechende Bescheinigungen aus, damit in Zweifelsfällen die Beschneidung belegt werden kann.
    Manche machen die Beschneidung freihändig, das sollte aber eigentlich nicht mehr die Regel sein, weil das Vorgehen komplikationsträchtiger ist. In diesem Zusammenhang sind dann zum Beispiel sogar Glansamputationen zu nennen. Aber natürlich geht eine freihändige Beschneidung schneller.
    Die Durchführung nach der Plastibell-Methode ist aus meiner Sicht auf die Neugeborenen beschränkt, weil sonst die Haut für die Apparatur und Durchführung bereits zu fest ist."

    Zitat

    "Altin / Erol: Aufgrund der Risiken einer Vollnarkose, die auch mit dem Tod des Kindes enden kann, wird eine Vollnarkose als Anästhesieform abgelehnt. Eine lokale Anästhesie ist nicht abzulehnen, da die Risiken deutliche geringer sind".

    Zitat

    "Altin / Erol: Die Muslime haben eine schriftliche Stellungnahme abgegeben, die auch auf den Seiten der islamischen Föderation veröffentlicht wurde. Als weitere Gesprächspartner waren die Muslime in Deutschland weniger interessant, da ihr Einfluss auf die deutsche Rechtsprechung zu gering ist. Der Einfluss der jüdischen Gemeinde auf die deutsche Rechtsprechung ist sehr viel größer, so dass die Muslime diesen Einfluss auch für ihre Belange nutzen konnten."

    Was für ein dürftiges wissenschaftliches Niveau. Und dafür bekommt man heutzutage einen Doktortitel?

    Zitat

    "Des Weiteren gilt mein aufrichtiger Dank Herrn Fazli Altin, den Eheleuten Beier, Herrn Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, Rabbinerin und Mohelet Frau Dr. med. Antje Yael Deusel, Herrn Jascha Dopp, Herrn Mehmet Erol und Herrn Prof. Dr. Andreas Feldkeller."

    Hier ein bemerkenswertes Interview mit dem Doktorvater:

    Interview

    Warum schafft man nicht überhaupt diesen ganzen Dokumentationsquatsch in der Medizin ab?! Dokumentation braucht Zeit, kostet Geld und dann wird sie auch noch von Patienten zu Schadensersatzklagen missbraucht - womöglich noch nach Jahren! Dass z.B. bei fast jedem männlichen Kind eine behandlungsbedürftige Phimose vorliegt, sieht doch schon ein Medizinstudent im ersten Semester. Da muss sofort beschnitten werden, bevor der Penis dem Krebs anheimfällt. Was soll bei so klaren efidenzbasierten Verhältnissen eine Dokumentation? :evil: