http://www.zeit.de/2018/12/religi…komplettansicht
QuoteDas Gesetz, das der Bundestag vor fünf Jahren verabschiedete, stellt religiöse Gebote über das Grundgesetz. Es sollte reformiert werden.
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QuoteDas Gesetz, das der Bundestag vor fünf Jahren verabschiedete, stellt religiöse Gebote über das Grundgesetz. Es sollte reformiert werden.
QuoteAußerdem sollten Beschneidungen vorerst nur noch in einem Alter zulässig sein, in dem die Wahrscheinlichkeit von Traumatisierungen gering ist – etwa bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres. Wer sich später, wenn er zustimmungsfähig ist, mit oder ohne Betäubung beschneiden lassen möchte, soll dies natürlich dürfen
Im ersten Lebensjahr wird die Vorhaut amputiert - und später kann man sich dann überlegen, ob man sich noch mal beschneiden lässt? ![]()
Fing sehr gut an, aber die letzten Sätze machen es alles wieder zu Makulatur. Schade.
Was heißt denn "vorerst"? Entweder GM ist OK, oder ein Verbrechen. Im letzteren Fall macht es keine Sinn Kinder "vorerst" nicht zu schützen. Es wäre verantwortungslos.
"Vorerst" werden Kinder seit x-tausend Jahren genitalverstümmelt.
Bei Mädchen sagen wir auch nicht "vorerst" lassen wir das mal noch einen Weile laufen.
Opjepaas, in der nächsten Ausgabe widerspricht Mohamed Amjahid. Ist klar, so was "Revolutionäres" wie Beschränkung auf das erste Lebensjahr (in Schweden sind es die ersten beiden Monate, aber es hält sich eh keiner dran) - das kann ja in der ZEIT nicht unwidersprochen stehen bleiben. In der ZEIT doch nicht!
Und wer das letzte Wort hat, der hat ja bekanntlich Recht. ![]()
Bei aller Liebe, aber am §1631d kann man nichts "reformieren". Philipp Möller hat da eindeutig Recht:
"ein Gesetz, das umgehend gestrichen werden muss"
Er äußert sich auf Twitter dahingehend, daß er das als rechtspolitisches, temporäres Zugeständnis sieht.
Kommentare veröffentlicht die Zeit bislang auch nur homöopathisch.
Er äußert sich auf Twitter dahingehend,
Gibt es da einen Link?
temporäres Zugeständnis
Das Problem mit dem "vorerst" ist: "vorerst" bedeutet 3775 Jahre, wenn man keinen Zeitraum angibt.
Gibt man aber einen Zeitraum an, sagen wir "fünf Jahre darf noch verstümmelt werden, dann ist aber Schluss!" - dann muss man den zigtausenden Jungen/Männern erklären, warum sie das Pech hatten in diese Schonfrist, besser gesagt Anti-Schonfrist gefallen zu sein. Diese Erklärung dürfte schwierig werden.
Definitionsmacht zurückerobern
Das Problem ist, dass der Diskurs von den Verstümmler-Ärzten manipuliert wird, die stets ihre eigenen "sauberen" Verstümmelungen "mit Betäubung" loben und die katastrophale Wirkung ihrer fake-indizierten, "sauberen" Verstümmelungen unterschlagen. Diese Definitionshoheit müssen wir zurückerobern, um die Beschneidungsindustrie nicht zu reformieren, sondern zu zerschlagen.
Ich nehme an, das ist als dialektische Vorgehensweise gedacht.
Bittner sät Zweifel am 1631d, und Mohamed Amjahid räumt die dann in der nächsten Folge gründlich aus. Antithese und Synthese in einem.
Und dann "schön, dass wir mal drüber gesprochen haben" dürfte es der ZEIT man wieder für fünf Jahre reichen.
Es sei denn, es sei denn, und das ist nicht so unwahrscheinlich - das Gesetz in Island kommt durch. Dann werden sie alle mal wieder etwas dazu schreiben müssen, von der taz bis zu Springer. Nolens volens.
Und ich ahne schon, was sie schreiben werden, nicht mehr "ist doch anderswo auch nirgends verboten", sondern das, was Bittner schon andeutet:
QuoteAuf einer Insel im Atlantik mit etwa 0,2 Prozent muslimischem und 0,1 Prozent jüdischem Bevölkerungsanteil fällt die reine juristische Lehre freilich leicht.
Soll man das jetzt so verstehen, als dass es hier zu viele Muslime und Juden gäbe, als dass man hier noch Geschlechtergerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, die Verfassung und mitteleuropäische Vorstellungen von Menschen- und Kinderrechten durchsetzen könnte? Ist das die endgültige Bankrotterklärung?
Den §218a StGB hat die Parlamentsmehrheit durchgesetzt, obwohl die katholische Kirche strikt dagegen war und rund die Hälfte der Bevölkerung Katholiken war.
Aber OK, die Katholiken haben deshalb keinen Bürgerkrieg angefangen oder mit Kalaschnikovs ein Bataclan zusammengeschossen.
Hat man davor Angst? Ist Appeasement die richtige Antwort auf Menschenrechtsverletzungen? Zurückweichen, Feigheit war immer falsch. Es ist: Probleme unter den Teppich kehren. Aber es gilt "aufgeschoben ist nicht aufgehoben" - sie kommen mit Zinseszinsen wieder unterm Teppich hervor.
Was ist denn die "unreine juristische Lehre"? Mädchen hui, Jungen pfui? Oder "unter einem Jahr ist Verstümmelung gerade noch OK, vorerst, wie lange auch immer das ist"?
Quote from Jochen BittnerTraditionswechsel lassen sich nicht durch Verbote verordnen.
Ja nee, ist klar.
Deswegen auch der §226a StGB, der einen Traditionswechsel per Verbot anordnet.
Aber OK, da geht es ja auch um MÄDCHEN!
Vielleicht nimmt mal jemand zur Kenntnis, dass hier drei Betroffene zu Wort kommen, keinen Unterstellungen Raum geboten wird, sogar Restoring thematisiert wird.
Das ist doch echt was.
Vielleicht nimmt mal jemand zur Kenntnis, dass hier drei Betroffene zu Wort kommen, keinen Unterstellungen Raum geboten wird, sogar Restoring thematisiert wird.
Das ist doch echt was.
Völlig richtig. Das ist für die Zeit sogar geradezu sensationell.
Nun ist Bittner wie ein mächtiger, prächtiger Tiger abgesprungen, bloß wie ist er gelandet?
Am Ende hat er Angst vor der eigenen Courage bekommen. Dann nützt die gute Vorrede wenig.
Am Ende landet er bei dem berüchtigten "Hinterzimmer-Argument". Bzw. bei ihm "Pfuscher" Das hatten wir doch wirklich schon 2012. Das kommt immer wenn den Leuten gar nichts mehr einfällt, warum man Genitalverstümmelung nicht auch bei Jungen (Mädchen dürfen ruhig dem Pfuscher ausgeliefert werden) verbieten muss. Wo ist da die Reflexion?
Jedes Elternteil kann einen Jungen unter sechs Monaten einem Schnäppchen-Discount-verstümmler-pfuscher überlassen. Das interessiert den Staat überhaupt nicht. Der Staat überprüft die Qualifikation von Babyverstümmlern in keinster Weise.
Nur, wenn es total schiefgeht, wenn die Eichel ab ist, und die Angelegenheit nicht gegen viel Bares (für die Eltern, nicht für das Opfer) unter der Hand geregelt werden kann, dann kann schon mal die Frage der Qualifikation aufkommen - aber dann nützt sie dem Opfer nichts mehr, kaputt ist kaputt ist für immer verpfuschte Sexualität, ist vielleicht der vorprogrammierte Suizid.
Quote from Jochen BittnerWie also könnte ein besseres Gesetz aussehen?
Und dann kommt zur Qualifikation des Verstümmlers - nichts. Gar nichts. Warum?
Ist es nicht ein Unding, dass blutige Elternwunsch-Operationen an Kindern von Leuten durchgeführt werden, die noch nicht mal Ärzte sind? Warum lassen wir eigentlich z.B. die Entfernung von Muttermalen nicht durch "Hautbeschneider" machen? Hautärzte, Fachärzte sind teuer, was die Kassen da sparen könnten! Warum überhaupt ein achtsemestriges Medizinstudium + Facharzt? Einfach mehr Spezialisierung und Kurzkurse.
Ja Bittner zitiert Einzelfälle. Warum nicht z.B. diesen:
QuoteRadio aufgedreht um die Schreie nicht zu hören, "Höllenqualen", bleibende Schäden:
Beschneidung daheim: Ermittlungen gegen Arzt - akute Lebensgefahr
Oder diese(n):
Dänemark: Arzt darf keine Jungen mehr verstümmeln
Ach ja, damit würde er ja sein "Hinterzimmer-Argument" konterkarieren.
Unter einem Jahr? Hat Bittner denn nicht mitbekommen, dass der Trend sowieso in diese Richtung geht, weil ist ja BILLIGER? (Ob es wohl schon 14,99€ -Sonderangebote gibt?)
QuoteNachdem im Frühjahr 2017 mehrere unserer muslimischen Neubürger freudig berichteten, dass ein „Beschneider“ nach Blieskastel gekommen sei, um an den männlichen Babys eine „Zirkumzision“ durchzuführen, um den religiösen Forderungen gerecht zu werden...
QuoteWas ist eine vergleichbare Befähigung, wie wird sie kontrolliert, gibt es einen Nachweis für die betreffende Person oder eine Liste der Befähigten?
Antwort des Ministeriums:
Quote...Eine Kontrolle oder einen Nachweis staatlicherseits verlangt der Gesetzgeber nicht. Es ist insbesondere keine behördliche Erlaubnis für die Durchführung des Eingriffs durch die Person erforderlich (BT -Drs.17/11295, S. 19)....
http://fh-blk.de/infos/beschneidung/
Einen gordischen Knoten kann man nicht entwirren. Weder den der Mädchen- noch der Jungenverstümmelung. Da hilft nur klare Kante.
Sonst kommt man, wie in New York an einen Punkt, wo man nicht mal von Eltern erwarten darf, dass sie doch bitte einen Aufklärungsbogen unterschreiben möchten, dass sie über das Risiko von tödlichen oder schwerbehindernden Infektionen informiert sind, wenn ein Verstümmeler mit seinem evtl. herpes-infizierten Mund am blutenden Penis des Babys saugt.
Der ZEIT ist der Artikel offenbar so peinlich, dass sie ihn ganz schnell wieder versenkt haben:
http://www.zeit.de/politik/index
Und suchest du "Beschneidung überdenken" - du findest es nicht mehr.
Wohl möglich wäre sonst auch noch mehr als drei Kommentare aufgelaufen....
(natürlich ist der Artikel noch online - aber kaum noch zu finden)
Irgendwie geht die Diskussion da offenbar jetzt erst so richtig los. Tagelang wurde da fast kein Kommentar veröffenlicht und jetzt kommt man mit dem Lesen plötzlich kaum hinterher.
Tagelang wurde da fast kein Kommentar veröffenlicht und jetzt kommt man mit dem Lesen plötzlich kaum hinterher.
Das Vorzensur-Team war wohl total überlastet. Da waren halt Kommentare, die mussten noch von allen Seiten beleuchtet werden, ob sie es nicht irgendwie doch mehr durch die Blume hätten sagen können.
So was muss doch erst mal durchdiskutiert werden. Und vom Chef abgesegnet.
Also, ich sehe dort sehr viele vernünftige kritische Kommentare veröffentlicht.
Genau der argumentative Rückenwind, den DIE ZEIT dafür verdient, als erste große deutsche Zeitung überhaupt(!) nach fünf Jahren das grauenvolle Gesetz in Frage zu stellen.
Das Tabu, hierüber dürften weder Fakten veröffentlicht noch gar kritisch recherchiert und berichtet werden, weil ja ansonsten augenblicklich die Welt untergeht, gebrochen zu haben.
Im Grunde haben wir das den Isländern zu verdanken. Ohne "Aufhänger"
Quote from Jochen BittnerJetzt ist die Debatte wieder da – wenn bisher auch nur außerhalb Deutschlands. Im Parlament von Island...
wäre kaum etwas zu erwarten gewesen.
Dass die ZEIT einen halbgar-kritischen Artikel mit Kommentarmöglichkeit bringt, ist sicher lobenswert - die ZEIT hat allerdings auch besonders viel wieder gutzumachen.
Die Kommentare sind größtenteils wirklich gut. Und meist konsequenter als der Artikel von Bittner.
Wenn man ständig Artikel über/gegen die Mädchenverstümmelung bringt, und über die Jungenverstümmelung [dieser Ausdruck geht jetzt endlich tatsächlich durch die ZEIT-Zensur, wow!] nichts - dann macht sich Presse eben unglaubwürdig.
Aber warten wir mal ab, was nächste Woche Mohamed Amjahid "widerspricht" er hat ja offenbar das letzte Wort bei der ZEIT.
Immerhin, jetzt schon 300 Kommentare von vielen unterschiedlichen Lesern. Das zeigt doch, dass dieser Satz gar nicht stimmt:
QuoteJetzt ist die Debatte wieder da – wenn bisher auch nur außerhalb Deutschlands.
"Die Debatte" war nie weg, das Thema war nur von den Medien verbannt. Totgeschwiegen.
Lieber hat man sich über die Mädchenverstümmelung ausgelassen - da gibt es keinen Gegenwind.
Inzwischen ist aber wohl die "Traditions-Schutztruppe" zusammengetrommelt worden. Die "internetaffine". ![]()
Schon der Artikel in der Zeit 3 Wochen vorher ...auch ganz anders, auch schon kritisch gegen jede Genitalbeschneidung?
Schon der Artikel in der Zeit 3 Wochen vorher
Man, bin ich eine Dumpfbacke
...der Artikel war ja von vor 2 Jahren und 3 Wochen
.Langsam werde ich glaub senil...
Irgendwie ist es ja gut, wenn sich wie hier die Gegner der Kinderrechte selbst zerlegen... auf der anderen Seite erschreckend, dass wenn man pro MGM ist offensichtlich überhaupt keine Qualitätskontrolle stattfindet. Den Mann hätte jemand aus der Chefredaktion zur Seite nehmen und auf die vielen sachlichen Fehler und die mangelhafte Recherche hinweisen müssen. Ein bisschen Arbeit muss man sich schon machen. Mit so etwas tut sich doch niemand einen Gefallen.
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