FAZ, 2011: Genitalverstümmelung : Keine Anzeige, keine Ermittlung, kein Urteil

  • Bereits 2011 wurde in der FAZ korrekt befunden, dass BGM gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB ist:

    Zitat

    Keine deutsche Strafvorschrift verbietet ausdrücklich das Abschneiden äußerer Geschlechtsorgane. Dem Kampf gegen das Unrecht der Genitalverstümmelung mangelt es an Konsequenz.

    Zitat

    Gute Eltern schenken ihren Kindern Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Fürsorge. Körperverletzungen aus sozialen oder religiösen Gründen sollten ein Tabu sein. Für Tätowierungen, Piercings, Schönheitsoperationen oder Abschneidungen im Genitalbereich oder andernorts können sich Kinder, sobald sie volljährig geworden sind, selbst entscheiden. Gleichwohl drücken einige Eltern ihren Kindern ihre eigenen Vorstellungen von „Das ist schön!“ oder „Das gehört sich so!“ auf. In der Regel harmlos ist das Durchstechen der Ohrläppchen der nicht selten zweijährigen Töchter zwecks Tragens von Ohrschmuck. Schwerer wiegt das Abschneiden der Penisvorhaut bei Jungen im Alter von wenigen Tagen bis 13 Jahren; Gefäßknoten und Verwachsungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen können die Folge sein. Die männliche Beschneidung an Minderjährigen, eine Körperverletzung im Sinne des Paragraphen 224 des Strafgesetzbuchs, wird von unserer Gesellschaft unbestraft geduldet, weil sie religiös, insbesondere jüdisch, begründet und gesundheitlich unbedenklich sei.


    Zitat

    § 224

    Gefährliche Körperverletzung

    (1) Wer die Körperverletzung
    1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
    2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
    3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
    4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
    5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

    begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

    (2) Der Versuch ist strafbar.

    Aber dann geht es in dem Artikel ausschließlich - um Mädchen.
    Ganz am Ende dann der Satz:


    Zitat

    Unsere Kinder brauchen unsere Fürsorge.

    Mal wieder: Kinder == Mädchen

    http://www.faz.net/aktuell/feuill…l-11290281.html

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

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