Prof. Wolffsohn zum Thema "Beschneidung"

  • Zitat

    Main: Sie sprechen dann von einer "Beschneidung des Herzens". Sie wollen die Beschneidung spiritualisieren. Verstehe ich Sie richtig?
    Wolffsohn: Ja, aber auch das ist ein Zitat von Jeremias. Insofern merken Sie, dass ich hier an Quellen orientiert bin und mich löse von der Halacha, die im Grunde genommen die Frühform der Institutionalisierung von Religion sind.

    Auch das Thema "Mischehe" kommt zur Sprache:

    Zitat

    Main: Herr Wolffsohn, es gibt noch einen weiteren religionspolitischen Punkt, der Sie so richtig aufregt – die "Mischehe" – in Anführungszeichen – bzw. die Befürchtung der Orthodoxie, das Judentum gehe unter, wenn Juden mit Nicht-Juden Familien gründen. Ich halte dagegen: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat. Das muss ich Ihnen nicht sagen. Verwässern Sie also eine Gemeinschaft, die mehr ist als eine Glaubensgemeinschaft, nämlich auch eine Ethnie?


    "Verwässerung einer Ethnie", äh- wie hört sich das denn an? Und was ist das Gegenteil davon?
    Wird nicht immer die "offene Gesellschaft" gefordert, ganz besonders z.B. in der "Jüdischen Allgemeinen"?

    Zitat von Wolffsohn

    Ich habe drei erwachsene Kinder. Ich bin verheiratet mit einer Nicht-Jüdin.

    Vielleicht wird jetzt auch die Motivation klarer, warum Wolffsohn sich 2012 so angenehm differenziert geäußert hat.
    Nehmen wir mal an, unter den drei Kindern wäre mindestens ein Sohn...

    Zitat

    Aber auch das gehörte zur Selbstverständlichkeit der Gemeinsamkeit, dass nicht A über B – Anführungszeichen – "herrscht" oder B über A....

    Aha, für Wolffsohn ist also nicht das Weib dem Manne untertan. Dann muss man sich ggf. über eine "Beschneidung" einigen. Und wenn man sich nicht einigen kann - passiert - nichts?

    http://www.deutschlandfunk.de/weltreligionen…ticle_id=389680

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Was mich vor allem wundert:
    Er argumentiert - ohne Religionswissenschaftler zu sein - ausschließlich die religiöse Betrachtung. Ethische und menschenrechtliche Aspekte - für einen Historiker durchaus relevante Punkte - bleiben aussen vor. Schließlich hat er ja "nichts dagegen", wenn Jungen weniger Rechte haben als Mädchen und zwangsbeschnitten werden.
    Er greift nur die Begründungen von Erwachsenen an.
    Immerhin schon etwas, aber irgendwie auch armselig.
    Das Kind selbst scheint nicht von Interesse zu sein.

  • Er argumentiert - ohne Religionswissenschaftler zu sein - ausschließlich die religiöse Betrachtung. Ethische und menschenrechtliche Aspekte - für einen Historiker durchaus relevante Punkte - bleiben aussen vor

    Das stimmt schon. Das könnte daran liegen - wenn er auf die ethischen Aspekte eingeht, dann kann er letztlich nicht mehr sagen: "Ist schon OK, wenn andere Eltern das machen".
    Und da ist die Crux: Es ist für die allermeisten Juden offenbar unmöglich zu sagen: "das muss verboten werden" (besser gesagt, "das darf nicht erlaubt werden") - weil sie dann das Gefühl haben ihren "Stamm" zu verraten.
    Mir fällt das auch schwer, ein Verbot für etwas zu fordern, was manche Menschen als "göttlich vorgeschrieben" betrachten. Weil das diese Menschen in ein Dilemma stürzt. Aber ich kann das Dilemma nicht auf alle Jungen abwälzen, was andersherum die klare Konsequenz ist - den Zustand, den der 1631d vorgibt.

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
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    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Ich glaube, ich sollte den Link noch nachreichen.

    http://www.deutschlandfunk.de/weltreligionen…ticle_id=389680

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
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    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • »Opferungen der einen oder anderen Art sind dem inneren Frieden der Familie nicht unbedingt förderlich. Der Grund lautet: Dieses Brauchtum war umstritten. Sogar in der Familie Abrahams.«

    Zitat

    Und selbst Moses, der »größte jüdische Prophet«, bemerkt Wolffsohn weiter, habe seinen ältesten Sohn nicht beschnitten

    Zitat

    Eine andere Jüdische Weltgeschichte jedenfalls gehört auf alle Nachttische der Republik, in alle Klassenzimmer und Hörsäle des Landes.

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    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
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    David Gollaher

  • Hier noch eines: Ich zeige, dass weder Beschneidung noch Kopfbedeckung oder gar der Verzicht auf Schweinefleisch von jeher zum Judentum gehörten. Kurzum, ich räume mit vielen Legenden auf, von Juden, über Juden, gegen Juden oder für Juden

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    David Gollaher

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