Deutsche AIDS-Hilfe: HIV-Prävention in Südafrika

  • Ich habe auf der Homepage der Deutschen AIDS-Hilfe den Artikel "HIV-Prävention in Südafrika: Verspätete Vernunft" kommentiert.
    Mein letzter Kommentar wurde nicht freigeschaltet mit der Begründung:

    Zitat

    Die Kommentare zu unseren Magazinbeiträgen sind nicht der Ort für eine Fachdiskussion, magazin.hiv ist kein Fachmagazin. Unser Medizinreferent hat auf Ihre Kritik hin unsere Position und seine fachliche Einschätzung der Studienlage dargelegt und außerdem nochmals darauf hingewiesen, dass wir (das heißt die DAH) nicht von der Beschneidung von Kindern reden und die Beschneidung auch nicht empfehlen. Die Argumente sind damit ausgetauscht, eine Wiederholung bringt den Leser_innen keinen Erkenntnisgewinn.Wenn Sie Kritik an einzelnen Studien haben, wenden Sie sich doch bitte an die Auftraggeber oder die Wissenschaftler_innen.

    http://magazin.hiv/2016/07/15/hiv…#comment-166646

    Ich veröffentliche den Kommentar deshalb in diesem Forum.


  • Zitat

    Ich weiß nicht, wen Sie referenzieren, wenn Sie von „Wir“ sprechen, UNAIDS und andere Protagonisten der sogenannten „VMMC“ Programme haben schon lange auch Jungen im Fokus bis hinunter zu Neugeborenen, weil sie ihre selbstgesteckten Quoten nicht erreichen. Was daran „voluntary“ sein soll, bleibt wohl auf ewig das Geheimnis derjenigen, die ihren Lebensunterhalt und ihre Existenz daran geknüpft haben, dass Beschneidung gegen HIV hilft. Die Ebene rationaler Aufklärung haben all diese Organisationen schon längst verlassen und betreiben massiv Propaganda und üben z.B. auch über die Frauen massiv sozialen Druck auf die Männer aus, sich beschneiden zu lassen. Eine freiwillige und selbstbewusste Entscheidung setzt aber neutrale und umfassende Informationen voraus., die von diesen Organisationen nicht geleistet wird. Das fängt bei den stets zitierten 60% die nur auf das relative Risiko beziehen. Das absolute Risiko sinkt, wenn man den Studien überhaupt folgen mag, um allenfalls 1-2%. All diesen Programmen ist gemein, dass die Beschneidungsziele sich völlig verselbständigt haben und das eigentliche Ziel HIV zu bekämpfen völlig in den Hintergrund gedrängt haben. Erfolg oder Misserfolg wird nicht an echter HIV Reduzierung sondern alleinig am Erreichen der selbstgesteckten Beschneidungszahlen gemessen. Welche Schutzwirkung eine Beschneidung über die sowieso auch weiter mandatorische Kondombenutzung hinaus entfalten soll, bleibt sowieso schleierhaft. Insgesamt ein ethisch außerst fragwürdiges Vorgehen, dass eine NGO Industrie füttert und am Leben erhält. Ein Menschenexperiment auf fragwürdiger Grundlage und mit zweifelhaftem Ausgang.

  • Zitat von Armin Schafberger

    In Westeuropa ist die Zahl der betroffenen Heterosexuellen gering, Aufwand bzw. Risiko der Operation und Nutzen der Beschneidung stehen in keinem Verhältnis....
    In afrikanischen Ländern hingegen ist das Nutzen/Risiko-Verhältnis ein anderes.

    In Afrika gibt es weniger Schwule? Oder die Schwulen dort haben weniger Sex?

    Dass die Ausbreitung von HIV in Afrika im wesentlichen heterosexuell erfolgt ist ein Ammenmärchen aus der MGM-Propagandakiste.

    Der Unterschied zwischen Europa und Afrika ist simpel:
    In Europa kann sich ein Spitzenpolitiker hinstellen und sagen: "Ich bin schwul, und das ist gut so!"
    Und erntet brandenden Applaus.
    Und wird zum Ministerpräsidenten gewählt.
    In den meisten Ländern Afrikas könnte er sich anschließend die Kugel geben.
    In Europa ist Homosexualität heute hip, in Afrika stigmatisiert.

    In Afrika läuft MSM-Sex gezwungenermaßen diskreter. Das heißt aber nicht, dass weniger läuft.
    In vielen Ländern Afrikas ist Homosexualität illegal und mit Gefängnisstrafen bedroht.
    Von daher ist der Anteil von MSM-Sex an der HIV-Verbreitung in Afrika schlicht nicht quantifizierbar.
    Ob und wie oft ein Mann MSM-Sex hatte bis er infiziert war kann man nicht objektiv, z.B. per Blutuntersuchung messen. Und welcher Mann würde das unter afrikanischen Verhältnissen zugeben?

    Zitat

    Research on men who have sex with men (MSM) in Africa has been limited, although this population is particularly vulnerable to HIV infection...
    While data on men who have sex with men (MSM) is very limited for sub-Saharan Africa, HIV prevalence is believed to be very high. ...
    usw, usw...

    Ein besonderes Problem im Sub-Sahara-Afrika scheint zu sein, dass Männer die sich bei MSM Sex infiziert haben häufiger auch Sex mit Frauen haben - die Übertragungswahrscheinlichkeit auf die Frau ist bei infizierten vorhautlosen Männern möglicherweise noch höher als bei intakten, die einzige Studie dazu wurde, nachdem sich das andeutete vorzeitig abgebrochen - man möchte das lieber nicht so genau wissen.
    Plausibel wäre das durch die höhere Friktion.

    Das alles passt aber nicht ins Lügengebäude der NGOs. die mit der ha-ha-ha-"freiwilligen" Verstümmelung (zunehmend von Kindern) ihre Brötchen verdienen.

    There is no skin like foreskin

  • Unseren aktuellen Jahresbericht

    Der hätte mich mal interessiert


    Zitat

    ...können Sie hier downloaden

    Welch garstig denglisch Wort! <X Kann man ihn auch herunterladen?

    Ich kann es (Firefox) anscheinend nicht.
    Kriegt das von euch jemand hin?
    Ich kann da auf "Vorlesen", "drucken", "empfehlen" klicken.
    Ich habe mal auf "drucken" gedrückt, weil lesen kann ich selber und "empfehlen" - weiß ich noch nicht:

    Ganz toll:

    AidsHilfe.pdf

    There is no skin like foreskin

  • Kriegt das von euch jemand hin?

    Danke für eure Mithilfe! ;)

    Entweder hat es also sonst keiner versucht, oder war zu faul für eine Rückmeldung.
    Ich bekomme es mit diversen Browsern und Betriebssystemen nicht hin.

    Aber der "Spenden"-Knopf, der funktioniert wie geschmiert!
    Einfach Kreditkartennummer und Sicherheitscode eingeben - und ab geht die Luzie!

    Und das wirft ein schlechtes Licht auf die deutsche Aids-Hilfe.

    In der heutigen Zeit, wo das Internet längst Standard ist und wo so viel von Transparenz!, Transparenz! geredet wird - da muss man erwarten, dass ein eingetragener Verein, der Spenden einsammelt den aktuellen Jahresbericht (und die älteren) kostenlos für alle online stellt.

    Man möchte doch schon gerne wissen, ob seine Spende von 50 oder 200 oder 1000 oder weiß der Kuckuck was Euro auf verschlungenen Wegen die "freiwillige" Genitalverstümmelung von 12-Jährigen Jungen in Afrika finanziert.

    Da könnte sich Herr Schafberger vielleicht mal drum kümmern, statt öffentlich Vorhaut-Dämonisierung und Amputationsverharmlosung zu betreiben.

    There is no skin like foreskin

  • Soweit ich das sehe, ist dasein Fehler in der Programmierung der Website . Es fehlt ganz einfach der Link zum Jahresbericht . Und was fehlt , kann man auch nicht anklicken .
    Wenn Du im Menü auf Suche gehst, findest Du bei Jahresbericht eine ganze Menge an Einträgen, DER Jahresbericht ist aber nicht dabei , nur sehr viele Einzelberichte.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • selbst eine google-Suche nach
    "site:aidshilfe.de jahresbericht"
    ergibt nichts in diesem Sinne.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Es gibt neue Kommentare, vielen Dank für die Unterstützung:

    Zitat von Rerun

    Ich weiß nicht, wen Sie referenzieren, wenn Sie von „Wir“ sprechen, UNAIDS und andere Protagonisten der sogenannten „VMMC“ Programme haben schon lange auch Jungen im Fokus bis hinunter zu Neugeborenen, weil sie ihre selbstgesteckten Quoten nicht erreichen. Was daran „voluntary“ sein soll, bleibt wohl auf ewig das Geheimnis derjenigen, die ihren Lebensunterhalt und ihre Existenz daran geknüpft haben, dass Beschneidung gegen HIV hilft. Die Ebene rationaler Aufklärung haben all diese Organisationen schon längst verlassen und betreiben massiv Propaganda und üben z.B. auch über die Frauen massiv sozialen Druck auf die Männer aus, sich beschneiden zu lassen. Eine freiwillige und selbstbewusste Entscheidung setzt aber neutrale und umfassende Informationen voraus., die von diesen Organisationen nicht geleistet wird. Das fängt bei den stets zitierten 60% die nur auf das relative Risiko beziehen. Das absolute Risiko sinkt, wenn man den Studien überhaupt folgen mag, um allenfalls 1-2%.
    All diesen Programmen ist gemein, dass die Beschneidungsziele sich völlig verselbständigt haben und das eigentliche Ziel HIV zu bekämpfen völlig in den Hintergrund gedrängt haben. Erfolg oder Misserfolg wird nicht an echter HIV Reduzierung sondern alleinig am Erreichen der selbstgesteckten Beschneidungszahlen gemessen. Welche Schutzwirkung eine Beschneidung über die sowieso auch weiter mandatorische Kondombenutzung hinaus entfalten soll, bleibt sowieso schleierhaft. Insgesamt ein ethisch außerst fragwürdiges Vorgehen, dass eine NGO Industrie füttert und am Leben erhält. Ein Menschenexperiment auf fragwürdiger Grundlage und mit zweifelhaftem Ausgang.

    Zitat von Götz

    Bitte, lieber Herr Schafberger lesen Sie Ihre eigenen Veröffentlichungen: Z.B.
    https://www.aidshilfe.de/meldung/erfolg…-schlaegt-alarm
    Darin heißt es unter anderem: „2014 entfielen 35 Prozent aller Neuinfektionen auf Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, Sexarbeiter_innen und ihre Kund_innen, injizierende Drogengebraucher_innen sowie Häftlinge.“ und „Im östlichen und südlichen Afrika zum Beispiel entfallen drei Viertel aller HIV-Neuinfektionen bei Heranwachsenden zwischen 10 und 19 Jahren auf Mädchen und junge Frauen, während im Mittleren Osten und Nordafrika 96 Prozent aller HIV-Neuinfektionen injizierende Drogengebraucher_innen, Männer, die Sex mit Männern haben, und Sexarbeiterinnen sowie ihre Sexpartner_innen betreffen.“
    Selbst wenn – was nicht der Fall ist – Beschneidung eine wirksame Prophylaxe für Männer bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr wäre, würden dadurch die Hauptrisikogruppen nicht erreicht.
    Aber auch UNAids glaubt ja nicht an die Wirksamkeit der Beschneidung. Sie propagiert, trotz Beschneidung Kondome zu benutzen. Es liegt auf der Hand, dass kein Mann diesen Widersinn begreift. Wieso soll er sich beschneiden lassen, wenn er trotzdem hinterher Kondome benutzen soll? Auch Sie haben in Ihren Kommentaren nicht darauf hingewiesen.
    Warum, lieber Herr Schafberger erwähnen Sie nicht, dass die 3 von Ihnen zitierten Studien in Afrika vorzeitig abgebrochen wurden? Warum übernehmen Sie unkritisch die immer wieder zitierte Zahl „60%“? Was soll sie heißen? 60 % wovon? Sie sind der Fachmann! Der Leser erwartet eine messerscharfe Begründung dafür, dass Millionen Euro – möglicherweise auch aus Mitteln der Deutschen Aidshilfe – für Programme für die Beschneidung von Afrikanern ausgegeben werden und dass diese Mittel nicht besser für andere Maßnahmen eingesetzt werden könnten.

  • Zitat von Holger Wicht - Deutsche AIDS-Hilfe

    Liebe Mitdiskutierende, wir freuen uns immer, wenn hier in den Kommentaren ein reger Austausch ensteht. Leider hat dieser Austausch aber auch Grenzen. magazin.hiv ist kein Fachmagazin und wir können hier nicht ausführlich auf Details von Studien eingehen. Unser Medizinreferent Armin Schafberger hat unsere Position und seine fachliche Einschätzung der Studienlage dargelegt. Bei Kritik an einzelnen Studien bitten wir, an die Wissenschaftler_innen oder ihre Auftraggeber heranzutreten. Die Diskussion zum Thema Beschneidung können wir an dieser Stelle leider nicht fortsetzen. Mit freundlichen Grüßen, Holger Wicht (für die Redaktion)

  • So leid es Herrn Wicht auch tut, doch hier sind ihm die Hände gebunden.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • "Die Diskussion zum Thema Beschneidung können wir an dieser Stelle leider nicht fortsetzen."

    Ja, schade aber auch, dass man das nicht kann. Aber warum eigentlich nicht? Eigentlich nur, weil man zwar eine Meinung aber keine Ahnung hat. Und ohne etwas den Argumenten der "Mitdiskutierenden" entgegensetzen zu können, macht so eine Diskussion auch keinen Spass. Ich denke, man kann froh sein, wenn die Kommentare dort nicht gelöscht werden.

  • Können oder wollen?

    Die können oder wollen noch nicht mal ihren Jahresbericht online stellen.
    Aber wir sollen spenden, spenden, spenden...
    Wofür? Für Verstümmelung von 12-Jährigen in Afrika?
    Erbärmlich

    There is no skin like foreskin

  • Das ist der Unterschied zwischen der "Beschneidung" der Vorhaut und der Beschneidung der Meinungsfreiheit. Die Vorhaut ist dann tot und wächst nicht mehr nach, die freie Meinungsäußerung sucht sich dann andere Kanäle. Und es gibt auch immer "die Abstimmung der Füße", bzw, mit dem Spenden-Überweisungsbeleg.

    There is no skin like foreskin

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