Historiker: Religionen zusehends in der Defensive - Religionenbashing

  • Ava
    "Man sollte nur nicht den Fehler begehen mit einer Form von Hochmut (die niemandem gut zu Gesicht steht) Gläubige als Unmündige hinzustellen."

    Ich bin der Tat persönlich (!) der Meinung, dass Gläubige "unmündig" sind. Natürlich nicht in Allem, aber in Vielem. Beschneidung ist für mich ein Beispiel dafür. Mag sein, dass das Hochmut ist. Auf alle Fälle halte ich es für eine "Respektlosigkeit", die mir "gut zu Gesicht steht".

    Du hast Recht: die Religionen reden von "Pflichten". Die Verfassungen reden aber von "Rechten". In eben diesen Rechten haben die religiösen Pflichten ihre Grenzen. Genau darum geht es bei der Beschneidung.

    Derselbe von Dir zitierte Rabbi sagt übrigens auch:

    "Der hebräische Text ist unmissverständlich. Der Beischlaf von Männern ist verboten und wird unter schwere Strafe gestellt."

    "Die hier vorgetragene Analyse ist jedoch nicht geeignet, das biblische Verbot zu relativieren."

    Frag den Rabbi: Homosexualität und die Bibel


    Dem würde der Papst uneingeschränkt zustimmen. Das Grundgesetz jedoch nicht...

    Viel Spass beim Kuchenbacken

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • "Mag sein, dass diese Bestimmung heutzutage, besonders unter nicht-religiösen Menschen, auf Unverständnis stößt. Sie passt auch nicht in unsere Zeit."


    Man könnte hoffen, aber... er meint Homosexualität und nicht Beschneidung...
    Vermutlich nehmen auch die eine Abwägung der Rechtsgüter vor...

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Nur mal auf die Schnelle( sonst brennt der Kuchen an):
    Es geht ja gerade um die BEFREIUNG aus der Unmündigkeit in religiösen Dingen.... Uraltes Thema.....Stichwort: Der Großinquisitor....
    Alles andere ist Mittelalter.
    Was hindert mich daran zu sagen : Ich bin Christ und in meiner Verantwortung meinem Nächsten gegenüber lehne ich Beschneidung ab, weil.......? statt:" Ich bin Christ und deshalb bin ich Befehlempfänger?"

  • Ich empfehle:

    Christopher Hitchens, "Der Herr ist kein Hirte, Wie Religion die Welt vergiftet" aus dem Jahr 2007. Ein hervorragend geschriebenes Buch, sehr spannend zu lesen.

    Er äußert sich auf den Seiten 67,68 und 270 bis 273 auch zur Beschneidung. Deutlicher und schärfer kann man die Ablehnung gar nicht formulieren.

  • Natürlich gibt es bei mir auch Pflichten, z.B. "Solidarität". Ich persönlich ziehe sie allerdings nicht aus der Bibel, sondern aus dem Humanismus.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • ( sonst brennt der Kuchen an)

    Ava, ich bewundere, wie Du uns immer wieder mit kleinen Bemerkungen zugleich an Deinem häuslichen Leben teilnehmen lässt. Um so mehr schätze ich Dein zeitintensives Engagement.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Insofern sollten wir uns nicht damit beschäftigen, im Glauben anderer herumzutrampeln, sondern uns bemühen, aufzuzeigen, daß Beschneidung schadet.

    Dreimal ja. :!: :!: :!:

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • WARUM man etwas macht, ist doch wohl egal- WICHTIG ist, daß man es macht.
    Und noch einmal: Selbst wenn ich Hitchens auswendig gelernt hätte, so hat das keinen Einfluß auf die Gläubigen. Ein religiöser Mensch zweifelt an Auslegungen, nicht am Glauben.

    Und zu dem Rabbi Beispiel: damit wollte ich nicht zeigen, wie fortschrittlich dessen Sichtweise ist.
    Es ging mir um Gesundheit und das Leben als hohes Gut.
    Die Schlüsse, die man daraus zieht, sind eben unterschiedlich.

    Und Ihr könnt Euch auf den Kopf stellen, aber die Hölle wird eher zufrieren als daß die Leute sich nun vor die Stirn hauen und rufen: "Oh, ja sicher. Natürlich bin ich ein unmündiger Mensch, der seinen Kindern im Namen eines Märchenbuches schlimmen Schaden zufügt. Gut, daß die Atheisten mir endlich, endlich gesagt haben, wie es wirklich ist!"
    Sollte ich mich irren, lasst es mich wissen....

    Daß ich das noch erleben darf! Ich als Fürsprecher der Gläubigen......

  • Und Ihr könnt Euch auf den Kopf stellen, aber die Hölle wird eher zufrieren als daß die Leute sich nun vor die Stirn hauen und rufen:" Oh, ja sicher. Natürlich bin ich ein unmündiger Mensch, der seinen Kindern im Namen eines Märchenbuches schlimmen Schaden zufügt. Gut, daß die Atheisten mir endlich, endlich gesagt haben, wie es wirklich ist!"


    Okay, und was muss denn dann zufrieren, damit die Leute sich nun vor die Stirn hauen und rufen: "Oh, ja sicher. Natürlich ist die Beschneidung Unrecht an Kindern, wie konnten wir das nur 3500 Jahre lang übersehen. Gut, daß mir BVJ endlich, endlich gesagt hat, wie es wirklich ist!"

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • was muss denn dann zufrieren

    Um einen Lernprozess auszulösen, muss es uns gelingen, Menschen mit heute noch festen Glaubenspositionen zum Nachdenken zu bringen, sie zu verunsichern, Zweifel in ihnen zu wecken. Nur wer sich seiner Position nicht mehr sicher ist, wird einen neuen Standpunkt suchen. Ob nun Christ, Muslim, Jude oder Ungläubiger, es gilt für alle das Gleiche. Allerdings: wer sehr fest auf Dogmen gebaut hat, den kann so leicht nichts erschüttern. Und der ist auch nur noch schwer lernfähig. Wer gewisse Denktraditionen aus der Aufklärung gelernt hat, mit dem kommt man leichter ins Gespräch. Information und Bildung sind wesentliche Motoren für gesellschaftliche Fortschritte. Im Prozess der Säkularisierung sind wir doch schon recht weit gekommen. Wenden wir uns also zuerst an die, die ansprechbar sind und suchen dort Mehrheiten.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Sachargumente.
    BvJ
    Solche Artikel:
    Harald Stücker « Evidenz-basierte Ansichten

    Der absolute Nullpunkt der Ultra-Orthodoxie


    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin FÜR ein Verbot.
    Dennoch versuche ich auch zu überzeugen, denn ausgehend von der Annahme, daß die meisten Menschen am Wohl ihrer Kinder interessiert sind, denke ich, daß man durch Aufklärung eine Menge bewirken kann.

    Auch weibliche Genitalverstümmelung ist durch Aufklärung rückläufig.

  • Wir leben im hier und jetzt. Und nur an dieser Realität können wir das gemeinschaftliche Leben und die dazu notwendigen Regeln & Gesetze festmachen.

    Fantasiewelten haben in der Begründung von Gesetzen absolut gar nichts zu suchen. Alles andere ist Wahnsinn.

    Art. 2 GG:
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Geschuldet der deutschen Vergangenheitsbewältigung gilt dieses Grundrecht ausdrücklich nicht, wenn die Person a) ein Kind und b) männlich ist, c) die Eltern entweder jüdischen oder muslimischen Glaubens sind und d) das kindliche Genital das Ziel der Versehrtheit ist.

  • Da bin ich ganz bei dir- für MICH wäre nichts erstrebenswerter als eine laizistische Staatsform.
    Dennoch kann man- gerade als Humanist!- nicht einfach über die anderen " hinwegpanzern".
    Sie haben- auch wenn SIE sich teilweise wirklich unterirdisch benehmen- das Recht auf respektvollen Umgang und die Bereitschaft zum Dialog.....
    Dieses Verbot WIRD kommen- vielleicht nicht sofort, aber in der Summe ist das kollektive Bewußtsein eine Sache mit positiver Entwicklung.
    Auf Dauer wird sich nämlich niemand der Einsicht entziehen können, daß aus einer Beschneidung erheblicher Schaden für den Betroffenen erwachsen kann und das ist mit nichts zu begründen.

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