Brian D. Earp: Boys and girls alike

  • Zitat

    As a general rule, I think that healthy children – whatever their sex or gender – should be free from having parts of their most intimate sexual organs removed before they can understand what’s at stake in such a procedure.

    Zitat

    In 2011, for example, nearly a dozen infant boys were treated for life-threatening haemorrhage, shock or sepsis as a result of their non-therapeutic circumcisions at a single children’s hospital in Birmingham, England.

    http://aeon.co/magazine/philo…-equally-wrong/

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Ich finde das ist ein sehr gelungener Text von Earp!

    Zitat

    By contrast, a small and insistent group of (mostly American) scientists have taken it upon themselves to promote infant male circumcision as a form of partial prophylaxis against disease.

    Morgen, um 20:15 kommt auf 3sat eine Sendung "Umweltgifte und Lobbyismus". Es geht um interessengesteuerte Forschung. Wird bestimmt interessant.
    Genau dieses Phänomen ist bei der MGM zu beobachten. Interessengesteuerte Forschung.
    Da sind zum einen die Muslime und die Juden, die ein Interesse daran haben, dass ihre Tradition mit "gelenkter" Forschung gegen ethische Bedenken abgeschirmt wird.
    Und da sind natürlich - vor allem in den USA, wo zeitweilig bis zu 90% der männlichen Kinder verstümmelt wurden viele Ärzte bzw. Wissenschaftler, die selbst ihre Söhne haben verstümmeln lassen, und sich qua eigener Forschung gewissermaßen selbst "die Absolution erteilen" wollen, dass das kein Verbrechen war was sie gemacht haben, sondern eine "Wohltat". Sich selbst auf die Schultern klopfen.
    Vermutlich haben Wissenschaftler, die Väter oder Mütter von intakten Söhnen sind i.A. weniger Motivation, über die Folgen der MGM zu forschen - sie sind ja mit sich selbst im Reinen. Sie brauchen sich nicht "selbst zu entlasten".

    Und dann sind da noch die Ärzte, die so prächtig an der Kindesverstümmelung verdienen. Wer möchte schon weniger Einkommen?

    Und dann ist da noch die Forschung, die ein hohes Interesse an den Zellen der neonatalen Vorhaut hat:

    Zitat

    We used post‐natal, commercially available human foreskin fibroblasts as feeder cells.

    http://humrep.oxfordjournals.org/content/18/7/1404.short

    Zitat

    "Enhanced efficiency of generating induced pluripotent
    stem (iPS) cells from human somatic cells by
    a combination of six transcription factors"

    "Half Million of human newborn foreskin fibroblasts were transduced with the lentivirus carrying GFP (serving as negative control)...

    http://www.sibcb.ac.cn/publications/2008/2008-cr200851a.pdf

    Usw., usw.

    https://scholar.google.de/scholar?q=foreskin+fibroblast

    "commercially available". Babys werden verhökert. Zumindest in Teilen. Babys werden als Materiallieferanten benutzt. Kommerziell. Ungefragt.

    Und dann ist da noch die Pharma-Industrie, und die Kosmetik-Industrie (Schönheitscremes). Und die forschen, und lassen forschen.

    Was soll da schon rauskommen, außer: alles bestens!

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • So einen wie Brian D. Earp, den hätte man sich 2012 in den dt. "Ethikrat" gewünscht - statt jener Ethik-***schen, für die es keinen Flaschenpfand gibt (R. Merkel mal ausgenommen)
    Der hätte den Unterschied zwischen Ethikverrat und Ethikrat gemacht.

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Tauchte gerade bei reddit auf. Der Artikel beahndelt die Vergleichbarkeit von männlicher und weiblicher Beschneidung.

    Mich freut besonders, dass in den Kommentaren auf reddit in den letzen Jahren ein ziemlicher Umschwung passierte.
    Mitlerweile kann man ohne Angst, beschimpft zu werden alle Argumente vorbringen.
    Die Denkverbote fallen und die Diskussion kann losgehen.

  • Das hier scheint die lange Fassung zu sein, eher an Akademiker gerichtet.
    https://www.academia.edu/10197867/Betwee…The_case_of_FGM

    Das ist ein langer (45S.), sehr lesenswerter Artikel, der viele Informationen enthält.

    Bei den Schlussfolgerungen stimme ich aber nicht mit Earp überein.Die Relativierung des Prinzips der körperlichen Unversehrtheit ist für mich nicht nachvollziehbar. Es gibt nur einen Grund, Kinder zu operieren - wenn sie krank sind, und andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Dieser Schluss ist doch Unsinn. Das Glied wird abgetrennt, um die Krankheit zu heilen, und um das Leben des Kindes zu retten, und weil das Glied sowieso nicht mehr zu retten ist - was soll das Geschwurbel "overall well-beeing"?
    Wenn man entsprechendes glaubt, kann es auch einem toten Kind im Himmel besser gehen ("overall well-beeing), als wenn es mit einer Bluttransfusion überlebt hätte - aber irgendwo muss dann doch mal eine Grenze gezogen werden.

    Was mich auch stört, ist das Earp FGM in Anführungszeichen setzt, das ist völlig unangebracht.

    Zitat

    I would like to argue that it should be considered permissible for parents to ‘enhance’ their children in this sense.

    *Kotz*

    Zitat

    ...iit would not be subject to charges of ‘cultural imperialism

    Das ist wohl Earps große Angst: "Kulturimperialist" geschimpft zu werden. Angsthase, Pfeffernase, morgen kommt der Osterhase... :thumbdown:

    Und dann wieder die anscheinend unvermeidlichen "Zahnspangen".... *Brech*

    Zitat

    For instance, the more tissue that is removed, the less likely it is that the intervention could be considered to be in a girl’s overall best interests.

    Nicht ein iota entferntes genitales Gewebe ist im Interesse eines Kindes. Schon gar nicht im besten Interesse. Das wird Kindern nur eingeredet, oder auch eingebläut.

    Earp scheint irgendwie nicht begriffen zu haben, dass die Genitalzone des Kindes nicht "irgendeine" beliebige Zone ist.
    Niemand hat etwas dagegen, wenn ein Erwachsener mit einem Kind Kitzel-Spiele spielt, das Kind von oben bis unten durchkitzelt (manche Kinder lieben das) - aber eine bestimmte Zone, die muss ausgespart bleiben, die ist etwas besonderes.

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

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