Meine MGM habe ich weniger einem "Beschneider" oder Arzt zu "verdanken", sondern einem ganzen System, in dem dieser Mythos "Phimose" im Grundschultalter ist gleich "eine kleine Operation" völlig normal war.
Wen sollte ich mir vorknöpfen, vorausgesetzt, die Person ist noch am Leben?
Meine Kinderärztin, die immer auf einer "Phimose-Operation" bestand?
Der mit meinen Eltern befreundete Chirurg, der ebenfalls meinte, es müsse "dringend gemacht" werden, und die MGM dann schließlich vollzog?
Dem Umfeld, in dem ständig über "Phimose-Operationen" gesprochen wurde? Die mit meinen Eltern befreundete Kinderärztin, die ihren Sohn auch wg. Phimose operieren ließ, den Nachbarn, bei denen beide Enkel auf einmal wg. Phimose "dran" waren, der Schulärztin, die die Mutter einer Freundin meines älteren Bruders war, die mir wie allen Jungs bei den Schuluntersuchungen vor den Augen der Klassenlehrerin die Unterhose runterzog und den "Phimose-Check" machte und betonte, wie "dringend" es bei mir sei bzw. dann in der vierten Klasse als erstes fragte, ob denn meine "Phimose jetzt operiert" sei?
Ja, mit all denen müsste man sprechen, sie darauf aufmerksam machen, wie sehr ich mich belogen und betrogen fühle.
Weder war an meinem Penis etwas "nicht in Ordnung", noch war es eine "kleine Operation", noch war danach "alles gut".
Gar nichts ist gut, ich war gesund, und sie haben mich um einen Teils meines Lebens betrogen, denn Sexualität ist ein Teil des Lebens. Und die kann ich nie so erleben, wie sie mir wie jedem normalen vollständigen Mann eigentlich zugedacht war.
Das würde ich ihnen sagen.
Und dass es eine gewisse Genugtuung bedeutet, dass sich die Spitze der Deutschen Kinder- und Jugendärzte heute hinstellt, uns zuhört, und öffentlich zugibt: das war falsch.
Es gibt nichts Überflüssiges an männlichen Geschlechtsorganen.