Das schien mir eher eine Reaktion auf die Rechtfertigung der MGM zu sein. So herum ist das auch plausibler: Eine Verteidigung der MGM birgt das Risiko, das FGM-Verbot aufzuweichen.
Ich vermute eher, daß einige Feministinnen das Monopol von Frauen auf die Opferrolle in Gefahr sehen (auch beim Thema häusliche Gewalt immer wieder zu sehen) und deshalb MGM verharmlosen. Männer als Opfer? Nein, das darf auf gar keinen Fall sein!
Ich behaupte nach wir vor, dass es ein wesentlicher Beitrag zur Abschaffung der FGM wäre, wenn auch die Beschneidung von Jungen aus den Köpfen deren Befürworter als MGM verbannt würde. Denn beide Erscheinungsformen werden in vielen Ländern gleichzeitig praktiziert. Dann hätte auch jener ägyptische Arzt keinen Vorwand mehr, die "Segnungen" (leichter Formen) der weiblichen Beschneidung zu empfehlen. Die (gleichzeitige) Abschaffung der Jungenbeschneidung wäre also ein Beitrag dazu, die FGM schneller aus der Welt zu schaffen und könnte so zusätzlich helfen, vielen Mädchen und Frauen das Beschneidungsschicksal zu ersparen. Nicht der Versuch, die MGM zu verbannen, würde die Mädchen wieder in den Regen stellen - das Gegenteil wäre der Fall. Die Vermutung, dass Männer das Opferrollenmonopol von Frauen durch die Bannung der MGM gefährden würden - was nicht sein darf - scheint mir sehr nahe liegend zu sein.