Warum Guys Gründe nichts beweisen
Genau, sie beweisen nichts. Es sind Indizien, die jeder bewertet, um sich eine "Meinung" zu bilden. Und damit sind wir weit weg von einer evidenzbasierten Information.
Warum Guys Gründe nichts beweisen
Genau, sie beweisen nichts. Es sind Indizien, die jeder bewertet, um sich eine "Meinung" zu bilden. Und damit sind wir weit weg von einer evidenzbasierten Information.
Was netdoktor.at betrifft, bin ich davon überzeugt, dass da exakt EIN Fetischistenspinner rumturnt, der sich immer wieder unter verschiedenen Frauenprofilen anmeldet und da seinen Fetisch von einer " besonders hohen und straffen Beschneidung zur Masturbationsverhütung " zum Besten gibt. Mal nennt er sich " Heidi", mal " Silke" , mal ist er eine Mutter, mal eine Internatserzieherin, aber Sprache und Stil und Inhalt sind immer mehr oder weniger gleich. Gut möglich, dass es sich um einen traumatisierten männlichen Betroffenen handelt, vielleicht auch um einen Fetischist anderer Sorte.
Es ist sicher richtig, dass in bestimmten Bevölkerungskreisen und bei einigen Frauen die Vorstellung gibt, eine Beschneidung sei " sauberer" und "schütze" vor der angeblich so " schädlichen" Masturbation. Aber was die Beiträge betrifft, um die es hier geht, so ist das mE eindeutig Fetischistensprech. Gerade die Betonung darauf, dass eine Beschneidung " besonders hoch und straff " sein muss, das auch das Frenulum unbedingt mitentfernt werden muss, das ist Terminologie, die man typischerweise auf Fetischistenseiten findet. Da steckt auch " Insiderwissen" dahinter, das im Allgemeinen nur Leute haben, die sich - wie wir hier - sehr intensiv mit dem Thema befasst haben. Die allerwenigsten können zB mit dem Begriff " Frenulum" überhaupt was anfangen, auch die meisten Männer nicht.Und außer uns Beschneidungsgegnern und Betroffenen sind es eben hauptsächlich die Fetischisten, die solches Insiderwissen haben.
Und jetzt mal ehrlich, ein Internat, dass extra eine " Beschneidungsbeauftragte" bestellt , die nicht mal Ärztin ist ? Wenn ich mir allein so ein Gespräch vorstelle.... " bei der Pflichtuntersuchung haben wir festgestellt, dass ihr Sohn gar nicht beschnitten ist. Darf ich Ihnen kurz die großen Vorteile einer Beschneidung erläutern... ? " Sicher, es kommen die unmöglichsten Dinge vor, aber wie wahrscheinlich ist sowas ? Die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein Fetischist seine Fantasien auslebt, ist doch deutlich größer. Und ein Kollegium, dass " besonders stolz" darauf ist, dass 80 % eines Jahrgangs die Schule beschnitten verlässt. Ja klar, da wird dann mit Sekt angestoßen und das voller Stolz ins Zeugnis geschrieben.
Als ob der Genitalzustand der Schüler ein großes Thema im Kollegium wäre. Das ist doch lachhaft.
Und es ist auch etwas ganz anderes, als was Lukas Störmer in " Der Schnitt" beschrieben hat. Da ging es um die voreilige Diagnose einer Phimose, wie das in den 70er und 80er Jahren absolut üblich war. Dennoch kam es nicht zu Reihenbeschneidungen in Internaten.
Sicher, Beweise für ein Fake sind das alles nicht. Aber das ganze ist so überdreht, dass ich nur dringend davor warnen kann, so was ernstzunehmen. Die Gefahr , sich lächerlich zu machen ist, wie Werner ganz richtig gesagt hat, riesengroß. Und wenn mir jemand das Internat nennen kann, in dem " Silke" arbeitet und /oder sich ein Betroffener meldet, der auf ihre Veranlassung beschnitten wurde, so werde ich hier öffentlich Abbitte leisten. So ich denke, mein Punkt ist klargeworden. Ich bin jetzt raus aus dieser Diskussion.
Was mich an der Debatte hier stört: Es ist exakt ein Fetischspinner und das ist natürlich ein Mann. Frauen haben schließlich keine Fetische, die sind asexuell. Und die von mir genannten Fakes sind bekannter weise Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen. Aber weil bei diesen Studien das Ergebnis vorher schon feststand, wurden diese so angelegt, dass das gewünschte Ergebnis auch entsteht. Ein unvoreingenommener Arzt würde nie eine Studie über die Verhinderung von Aids durch eine Beschneidung machen, weil bekannt ist, dass die erste Aids-Epidemie unter Homosexuellen bei einer Beschneidungsrate von über 90% ausbrach.
Und für mich ist ein Fake ganz einfach eine Falschbehauptung, ein Märchen, ganz egal ob zuerst eine Studie gefälscht werden musste, oder ob die Geschichte gleich ohne den Umweg über eine gefälschte Studie erfunden wird. Und anonym kann man viel sagen, was man sonst in der Öffentlichkeit verschweigt. Mir geht es nicht um das einzelne Posting, sondern um die Tatsache, dass Jungen auch zur Masturbationsverhinderung beschnitten werden. Ob das jetzt ein Promille oder 5 % der Beschneidungen ausmacht, kann ich nicht und sonst auch niemand sagen … und ob jetzt da 10 oder 90% der entsprechenden Postings Fakes sind ist dabei egal.
Dass hier jemand seine Vermutungen über die "Fetischspinner" damit begründet hat, dass Frauen asexuell sind und keine Fetische haben, kann ich nicht nachvollziehen.
Für die These, dass manche Frauen/Mütter was gegen männliche Selbstbefriedigung haben, und einige von ihnen dabei auch an Beschneidung denken oder sie sogar durchführen lassen, spricht einiges. Dass diese Frauen/Mütter mit den "Fetischspinnern" identisch sind, wage ich zu bezweifeln.
Gefälschte und Untersuchungen, die eine Absicht verfolgen, sollte man nicht in einen Topf werfen. Auch das wäre extrem unseriös. Diese Untersuchungen sind nicht "gefälscht". Das kommt in der Wissenschaft extrem selten vor. Dass die Untersuchungen auf extrem schwachen Füssen stehen, sehen die meisten Wissenschaftler viel schneller als wir. Dass damit eine Absicht verfolgt wird, weiss inzwischen jeder Dödel. Dabei sind es sehr oft gar nicht mal die Wissenschaftler, sondern die Propagandisten und die Presse, die die Ergebnisse zielgerichtet interpretieren und verbreiten. Weder die Authoren der Studie, die kürzlich die Bakterien unter der Vorhaut ausgezählt haben, konnten sich gegen die in der Presse verbreitete Behauptung wehren, damit sei die Beschneidung als HIV-Prophylaxe "bewiesen", noch wurde Bronselaer gehört, der mehrfach darauf hinwies, dass er keinesfalls sexuelle Befriedigung untersucht habe (sondern nur die Sensitivität am Penis).
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