Wer hätte das gedacht...

  • Zitat

    Huzaemah, ein weiteres Mitglied des Religionsgelehrtenrats, bezeichnete den Brauch in Jakarta Post sogar als "religiöse Verpflichtung".
    Sie sollte seiner Ansicht nach bei allen Frauen vorgenommen werden, um ihren Geschlechtstrieb unter Kontrolle zu halten.....


    .....es gebe lediglich "unzureichende Beweise", dass eine Beschneidung nach "Typ I" (bei der die Klitorisvorhaut und/oder die Klitoris entfernt wird) eine "schädliche Prozedur" ist, wenn sie "von erfahrenem Personal in einer passenden Einrichtung mit Vorrichtungen zur Schmerzkontrolle und zur Narkose durchgeführt wird".


    Kommt einem doch bekannt vor....

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Man fragt sich manchmal, woher alle diese Geschlechtstriebtheorien eigentlich herkommen. Aus der Sicht mancher Beschneidungsbefürworter besteht die Welt der Unbeschnittenen offensichtlich aus einer 24-Stunden-am-Tag-7-Tage-pro-Woche-Orgie. Dass dem nicht so ist, mag man bedauern oder begrüssen; ich werde trotzdem den Verdacht nicht los, dass da irgendwo eigene unterdrückte Phantasien ins Kraut schiessen.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Zitat

    Diese dürfen nun den vorderen Teil der Klitorisvorhaut entfernen, ohne
    eine Bestrafung oder Schadensersatzpflichtigkeit fürchten zu müssen.

    Das sollte bei uns jetzt eigentlich auch machbar sein. Auf die schicken amerikanischen Beschneidungsbretter passen auch Mädchen.

    Am besten startet man gleich parallel mit der Untersuchung möglicher präventiver Effekte im Bezug auf das Auftreten von Vulvainfektionen und -karzinomen. Irgendein medizinischer Vorteil wird sich schon finden lassen!

  • Es könnte gut sein, daß die Kirche (zumindest die katholische) auch bei diesem Thema Religion/Kultur für wichtiger erachtet als körperliche Unversehrtheit:
    Katholische Kirche behindert Kampf gegen FGM
    Ich weiß nicht, wie gut dieser (bereits 2010 erschienene) Artikel recherchiert ist, aber wenn das wirklich so stimmt, dann wäre das schon sehr übel.

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)

  • Ich weiß nicht, wie gut dieser (bereits 2010 erschienene) Artikel recherchiert ist, aber wenn das wirklich so stimmt, dann wäre das schon sehr übel.

    Der HPD- Artikel verweist ("Originalbericht") auf die Facebook-Seite von Ines Laufer, die aber nicht mehr existiert. Die Seite existiert nicht mehr, Frau Laufer aber schon noch. Frau Laufer ist eine ehemalige Mitarbeiterin von Terre des Femmes und hat einen eigenen Verein gegen FGM gegründet, der einen sehr konfrontativen Kurs fährt, und das Vorgehen anderer entsprechender Vereine heftig kritisiert.

    Effektive Prävention von Genitalverstümmelung » TaskForce

    Über den Wahrheitsgehalt der wohl von Frau Laufer verbreiteten Meldung ist damit natürlich nichts gesagt. Da müsste man Frau Laufer selbst fragen.

    Interessant, und auch in unserem Zusammenhang hier gelegentlich diskutiert, ist die Frage, wie man mit den Verursachern von Genitalverstümmelung umgehen sollte: einfühlsame Annäherung oder offene Konfrontation. Da Frau Laufer für letzteres plädiert, ist auch klar, warum ihr das beschriebene Vorgehen der Kirche ganz besonders auf den Geist geht.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!