Bundestag stimmt über Beschneidungsgesetz ab

  • 54 von 100. Darin ist doch keine Deutlichkeit zu sehen! Ganz im Gegenteil sogar: das ist ziemlich klar 50/50

    Das wäre richtig, wenn im Bundestag auch 50% Frauen vertreten wären. Es gibt 204 weibliche und 416 männliche Abgeordnete im Bundestag, also doppelt so viel Männer. Wäre die Proportion bei den Neinstimmen die gleiche , so müssten wir 33 Stimmen von Frauen und 67 Stimmen von Männern haben. Mit 54 ist es aber ein überproportionaler Anteil von Frauen bei den Neinstimmen.

    Das besagt aber nicht, dass Frauen das "bessere Geschlecht" sind. Mit besser oder schlechter hat das wenig zu tun. Wenn einer langsamer als ein anderer ist, dann ist er kein schlechterer Mensch. Die Männer hinken nur in einigen Dingen hinterher - zu meinem Leidwesen. Leider ist der Mann nicht schon aufgrund der Geschichte emanzipiert - schön wäre es. Die dominante Rolle ist nicht unbedingt ein Zeichen von Emanzipation.

    @ werner

    Völlig einverstanden. Ich will auch keine verkehrte Front aufmachen. Aber nachdenken über die wahrscheinlich hilfreiche Rolle, die Frauen in der Debatte haben können, sind doch nicht verboten, oder? ;)

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Interessante Beobachtung. Ich würde es ebenfalls mit einer durchschnittlich höheren Emphatiefähigkeit des weiblichen Geschlechts deuten.

    Art. 2 GG:
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Geschuldet der deutschen Vergangenheitsbewältigung gilt dieses Grundrecht ausdrücklich nicht, wenn die Person a) ein Kind und b) männlich ist, c) die Eltern entweder jüdischen oder muslimischen Glaubens sind und d) das kindliche Genital das Ziel der Versehrtheit ist.

  • Frauen sind nicht das bessere Geschlecht! Gar nicht. Emanzipation hin oder her.

    Jetzt werden hier einmal die Frauen in höchsten Tönen gelobt, und nun ist's auch wieder nicht recht. :whistling:

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • @ SANDRA

    Zitat

    Hat die Haltung und Einstellung zu irgendeinem Thema auch nur annähermd etwas mit dem Geschlecht zu tun?


    Wer glaubt denn heute noch, daß das Mann oder Frau Sein irgendetwas an der Objektivität verändert?

    Im Sinne eines wissenschaftlichen Ideals ist natürlich eine geschlechtsunabhängige Objektivität anzustreben.

    Faktisch allerdings schleppen wir alle unsere Vorprägungen mit uns herum - vom diffusen Gefühl, daß Schmerzen bei Jungen "nicht so schlimm" sind bis hin zu der Tatsache, daß Hierarchien im allgemeinen und klerikale und politische Hierarchien im besonderen von Männern geprägt sind.

    Ich selbst stelle mir ja auch die Frage, wieso ich bis zum Kölner Urteil dieses Problem ignoriert habe - vielleicht einfach deshalb, weil ich als stark kurzsichtiger, heterosexueller Mann nie einen beschnittenen Penis in natura gesehen habe - noch nicht einmal nach dem Sport unter der Dusche.

  • Wenn ich mir meine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Müttern, die amerikanischen Hygienefanatikerinnen, die ja auch Mütter sind, einige Threads in einschlägigen Foren, die hier schon diskutiert worden sind und einige der Äusserungen von weiblichen Bundestagsabgeordneten anschaue, stelle ich mir schon die Frage, was es mit der weiblichen Einfühlungsfähigkeit so auf sich hat.

    Mit demselben Recht, mit dem man sagen könnte, dass der menschliche " Nesthocker" ohne (in der Regel) mütterliche Einfühlungsfähigkeit nicht überleben würde, könnte man sagen, dass dieser Nesthocker auch schon eine erstaunliche Flexibilität besitzt, mit Störungen eben dieser mütterlichen Einfühlungsfähigkeit "umzugehen". Dass er dafür gelegentlich auch einen hohen Preis bezahlt, ist bedauerlich, gefährdet aber meist nicht sein Überleben.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • bis hin zu der Tatsache, daß Hierarchien im allgemeinen und klerikale und politische Hierarchien im besonderen von Männern geprägt sind.


    Lass eine gleichgroße Anzahl an Frauen in Machtpositionen; du würdest staunen wozu sie fähig sind! Man sieht das auch ganz gut noch in verschiedenen archaischen Strukturen. Dort bestehen die Frauen beharrlich auf denTraditionen .

    Ich persönlich kenne nur sehr wenige Frauen, die dem Klischee entsprechen. Wieso der Mann diese Vorrangstellung erreicht hat, ist mir auch noch nicht ganz klar. Könnte aber tatsächlich biologische Ursachen gehabt haben. Denn als Gebärende trägt man offensichtlich zuerst einmal die Sorge um den Nachwuchs. Doch auf die Idee, sich Jagd und Aufzucht zu teilen, hätten wir natürlich auch kommen können. Ich weiß augenblicklich wirklich nicht weshalb die Frau in diese unterdrückte und unterwürfige Position gekommen ist. Könnte auch biologische Ursachen haben: an Körperkraft ist der Mann der Frau dann meist doch überlegen.

    In der generellen Veranlagung des Menschen in Bezug auf Machtstrukturen, unterscheiden Mann und Frau sich nicht. Frauen verfügen über mehr Raffinesse, doch auch das ist vermutlich eine aus der Evolution entstandene Eigenschaft: wer sich vor körperlichen Übergriffen schützen muß, der entwickelt andere Strategien. Auch die Tatsache wie Mann und Frau miteinander sexuel funktionieren, könnte dazu geführt haben, daß der Mann sich vermeintlicher Überlegenheit sicher war. Doch bei beiden Geschlechtern finden sich alle Anlagen. Daß immer wieder auf die hirnstrukturellen Unterschiede hingewiesen wird, liegt meiner Meinung nach lediglich an den seit jahrtausenden festgelegten Rollen. Man braucht für veschiedene Tätigkeiten unterschiedliche Hirnstimulationen. Lässt man die Frauen nicht mehr nur in die Küche, wird man schnell sehen, wie fähig sie in allen andren Bereichen sind. Genauso ist es wunderschön zu sehen, wie ein Mann sein Baby vor dem Bauch trägt. Für mich hat das Eine wie das Andere nichts zu tun damit wie ich einen Menschen sehe. Männlich und weiblich, das sind für mich rein äußerliche Attribute mit denen man spielen kann, die aber nichts über den Menschen an sich aussagen, ob er gut oder böse ist, talentiert oder ein Stümper. Empathie ist kein frauliches Merkmal. Männer haben sich diese Eigenschaft lediglich aberziehen lassen, so wie den Frauen ihr Gefühl für Eigenständigkeit abhanden gekommen war.

    Männlich hart, weiblich weich. Das sind Attribute die maximal auf die äußeren, physischen Bereiche zugeschrieben werden können. Deshalb verehrt die Moderne unbewusst vielleicht auch die Androgynität. Denn der zukünftige Mensch wird sich immer weiter entfernen von dem klassischen Bild der Geschlechterrollen, weil es sie in der Basis nicht stereotyp gibt.

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