Beschneidung und ganz Anderes

  • Die SZ hat Helmut Luther nach Italien geschickt, um dem Verbleib der "heiligen Vorhaut Christi" nachzugehen. Die Reise findet in dem bekannten romantischen Ambiente Italiens statt.

    "Wenn die Sonne hinter den grünen Hügeln des Trejatales versinkt, leuchtet das Häusergebirge goldfarben auf. Wildtauben landen auf dem Schloss über dem Gassengewirr und verkriechen sich gurrend in finsteren Mauerritzen."

    Trotzdem möchte Herr Luther (!) nicht die Realität aus dem Auge verlieren und nutzt die Gelegenheit ("Vorhaut Christi"), um seine Meinung zur Beschneidungsdebatte kund zu tun, wobei ihm ein katholischer Geistlicher zu Hilfe kommt.

    "Die deutsche Debatte um die Beschneidung habe nun auch Italien erreicht, sagt der Geistliche mit einem schiefen Lächeln. "Kürzlich meinte hier eine jüdische Journalistin, die von hässlichen Untertönen begleitete Diskussion mache deutlich, wie unerwünscht Anhänger ihres Glaubens inzwischen in Europa seien."

    Reliquienverehrung in Italien - Die Wunder von Calcata - Reise - Süddeutsche.de

    Im nächsten Auto-Test der SZ erwarten wir nun einen beschnittenen Testfahrer, der uns - ganz nebenbei - von den Segnungen der Beschneidung erzählt. Stichwort: schnittige Karosserie.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • "Und doch lassen die meisten deutschen Parlamentarier in Debatten um Betreuungsgelder und Beschneidungen mehr Leidenschaft erkennen als in dem Ringen darum, wie wir künftig in Europa zusammenleben werden und mit welchem Geld."

    Zettels Raum: Zitat des Tages: "Mehr Leidenschaft bei der Beschneidung als bei der Griechenlandhilfe". Aber bei der FDP sieht es anders aus

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • ... und da sind sie wieder die häßlichen Untertöne der Beschneidungsgegner.

    Wirklich häßlich, was die so von sich geben. Menschenrechte und so. Alles Antisemiten. Ganz gemeine Leute sind das. Wollen Kindern das Recht auf Schmerzen verbieten. Unglaublich.

    Art. 2 GG:
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Geschuldet der deutschen Vergangenheitsbewältigung gilt dieses Grundrecht ausdrücklich nicht, wenn die Person a) ein Kind und b) männlich ist, c) die Eltern entweder jüdischen oder muslimischen Glaubens sind und d) das kindliche Genital das Ziel der Versehrtheit ist.

  • "Und doch lassen die meisten deutschen Parlamentarier in Debatten um Betreuungsgelder und Beschneidungen mehr Leidenschaft erkennen als in dem Ringen darum, wie wir künftig in Europa zusammenleben werden und mit welchem Geld."

    "Und doch lassen die meisten deutschen Parlamentarier in Debatten um Betreuungsgelder und Beschneidungen mehr Leidenschaft erkennen als in dem Ringen darum, wie wir künftig in Europa zusammenleben werden und mit welchem Geld."

    In 500 Jahren weiß keiner mehr, was der Euro war. Wenn es allerdings gelingt, im 21. Jahrhundert die Zwangsbeschneidung von Kindern abzuschaffen, dann wird die Nachwelt das ebenso als Meilenstein in der Menschheitsgeschichte werten wie die Abschaffung der Sklaverei und das Ende der Hexenverfolgungen.

    Die FDP wird man dann allenfalls in einer Fußnote als "Feinde Der Vorhaut" erwähnen.

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