Schliesslich wandten sich die Grosseltern an mehrere Rabbiner, die das Paar umstimmen sollten. Einer dieser Rabbiner, so erinnerte sich Hadar, versprach den werdenden Eltern sogar eine Playstation im Gegenzug für ihre Einwilligung zur Beschneidung.
Die "bestechende" Taktik ist auch von Chabad Lubawitsch bekannt. Erst wird bestochen, dann geschnitten.
Der Furor der im Täter-Opfer-Kreislauf verhafteten legt die Macht und Stärke des Traumas offen. Auch vor Drohungen wird nicht zurückgeschreckt:
QuoteViele Eltern berichten von groben Einmischungen, von emotionalem Druck bis hin zu offenen Drohungen.
Der Druck auf Eltern die einfach nur ihre Söhne ganz lassen wollen ist enorm.
QuoteDie Entscheidung gegen die Beschneidung ist alles andere als leicht. Sie ist mit grossen emotionalen Herausforderungen und weitreichenden sozialen Konsequenzen verbunden.
Es braucht überhaupt keine Entscheidung. Von selbst ist noch keine Vorhaut abgefallen, sondern sie wächst und gedeiht wie der gesamte Körper.
Eltern unter Druck zu setzen ihre Kinder genital zu verstümmeln ist das allerletzte. ![]()
QuoteDie Antwort der meisten Eltern ist eindeutig: nicht ohne Einwilligung meines Kindes. Sie beschreiben die Beschneidung als schmerzhaften, medizinisch unnötigen und dauerhaften Eingriff am Körper des Sohnes, für den es keine Dringlichkeit gibt. Diesen Eingriff wollen sie nur mit der Einwilligung des Sohnes vornehmen.
«Mein Körper gehört mir»
«Mein Körper gehört mir», sagt Galia, eine Mutter zweier Söhne aus Haifa, und fasst damit ihre Haltung in einem Satz zusammen. Ihr Sohn, so sagt sie, könne sich später immer noch beschneiden lassen – oder sich ein Tattoo stechen lassen; sie selbst sieht sich nicht berechtigt, diese Entscheidung für ihn zu treffen.
Bravo, Bravo, Bravo! ![]()
QuoteEin Adoptivsohn eines interviewten Paares, dessen biologische Mutter keine Jüdin ist, wird in Israel beispielsweise nicht heiraten können, weil seine Eltern die Beschneidung verweigert haben.
Doppelte Diskriminierung. Eine vorhautloser Mann darf heiraten - und eine Frau unabhängig vom Vorhandensein einer Vorhaut.
Ist ja fast wie bei den Xhosa, wo nach Nelson Mandela ein intakter Mann weder heiraten noch Land erwerben darf.
QuoteOhne Beschneidung keine Konversion, ohne Konversion kein «Recht auf Rückkehr» und keine israelische Staatsbürgerschaft.
Und eine Frau braucht nur in ein Tauchbad zu steigen, darf heil und ganz bleiben. Da sieht man, was der Staat Israel von "Gleichberechtigung der Geschlechter" hält.
QuoteEs geht um Identität, Macht und die Deutungshoheit darüber, wie Jüdischsein zu definieren ist.
Es geht vor allem um Macht. Und um die Angst der Eltern vor Ohnmacht.
Ohnmächtig zusehen zu müssen, dass der Sohn seinen Penis, so wie er von der Evolution nun mal aus sinnvollen Gründen entwickelt wurde belassen möchte und das auch durchsetzt. Sie haben Angst, dass sich das Zeitfenster der möglichen Fremdbestimmung schließt. Der vorhautlose Vater fasst den Gedanken als Kritik an seinem gefühlt supertollen Penis auf und als Verurteilung seiner geliebten Eltern, die ihm seine Vorhaut geraubt haben auf.
Ich drücke allen israelischen Eltern, die das Recht ihres Sohnes auf deren genitale Autonomie achten wollen sämtliche Daumen, dass sie jeglichem Druck widerstehen! ![]()
![]()
![]()