Andreas Brämer: "Tierschutzrecht und religiöse Schlachtpraxis"

  • Brämer beschäftigt sich als Seitenhieb auch mit der Genitalverstümmelung von Jungen und hat sich seinen Platz in der HOS redlich verdient:


    Zitat

    Dass fromme Handlungen von religiösen Minderheiten in Teilen der deutschen Mehrheitsgesellschaft besonders dann auf Ablehnung stoßen, wenn bei ihrem Vollzug auch Blut vergossen wird, hat die jüngste Debatte um die Beschneidung nicht einwilligungsfähiger Jungen eindrucksvoll bestätigt. Erst mit einer Ergänzung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (§ 1631d BGB) im Dezember 2012, die medizinisch nicht indizierte Zirkumzisionen des männlichen Kinds ausdrücklich gestattet, sofern diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden, ebbte der medial ubiquitäre, zum Teil antisemitisch aufgeladene und mit aggressiven Untertönen vorgetragene Widerspruch ab

    Niemand hat das geringste dagegen, wenn erwachsene Menschen aus religiösen Gründen ihr eigenes Blut vergießen! Wenn derjenige glaubt, dass er dadurch einen "Bund" eingeht, geschenkt! Das wäre ja ähnlich wie bei den "schlagenden Verbindungen".
    Aber es geht hier um wehrlose Kinder. Das macht einen elementaren Unterschied.
    Das mit den "Regeln der ärztlichen Kunst" ist schlicht Bullshit. Die ärztliche Kunst ist die Kunst des Heilens, nicht des Kaputtmachens. Und nicht-ärztliche Kinderverstümmler sind überhaupt nicht in der Lage, nach jenen Regeln zu operieren. Sie können nicht mal eine Anästhesie nach diesen Regeln.

    Und na klar, gebetsmühlenartig die "Untertöne" - der Versuch, Beschneidungsgegner zu diskreditieren.

    Zitat

    Sehen sich bei der Auseinandersetzung um die Beschneidung ebenso wie bei der Empörung über die betäubungslose Schlachtung gegenwärtig vor allem (in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zugewanderte) Muslime mit einer Ablehnung ihrer Traditionen konfrontiert, so wirkt sich diese Gegnerschaft – gleichsam als Kollateralschaden – auch auf das Judentum aus. Die Mehrzahl der in Deutschland beheimateten Jüdinnen und Juden betrachtet diese erodierende Entwicklung der religiösen Toleranz zu Recht mit Sorge

    Preisfrage: Wer hat bei der Genitalverstümmelung den Schaden? Und wem gegenüber mangelt es an Toleranz?


    Zitat

    ..nach dem Ende des Dritten Reichs...

    Oh-oh! Darf man gar nicht mehr sagen! Das ist Nazi-Sprech!

    Zitat

    Tatsächlich hatte es in der Bundesrepublik bis zu diesem Zeitpunkt keine öffentliche Kritik an der Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen gegeben

    Ja Hallo? Ist das jetzt einfach eine dicke, fette Lüge oder ist das schlicht totale Uninformiertheit?

    Kritik an BGM gab es, seit es BGM gibt, auch von jüdischer Seite.

    Tatsächlich gibt es keinen logischen Grund, die Beschneidung bei Mädchen
    und Frauen in religiöser und kultureller Hinsicht anders zu werten als
    bei Jungen.

    Sie schildert dessen Angst vor dem Schmerz, und dass es niemanden gibt, der ihm diese Angst nimmt, nicht einmal die eigene Mutter. Wer Angst hat, ist wehleidig und damit „unmännlich“...
    „Die Beschneidung reproduziert eine autoritäre Gesellschaft, weil durch das Opfer der Vorhaut die Unterwerfung symbolisch wie materiell manifestiert wird.“ ...
    Die Verunsicherung muslimischer Jugendlicher und Männer hänge womöglich auch mit dem „Genitaltrauma“ der Beschneidung zusammen. ...
    Felix Schier, den Leiter der Kinderchirurgie an der Uniklinik in Mainz, machen solche archaischen Rituale wütend. Eingriffe ohne medizinischen Grund und dann auch noch bei nicht einwilligungsfähigen „Patienten“ seien unethisch und kein ärztliches Handeln. Die Vorhaut hält er für „ein weltanschauliches Organ“ und empört sich über die Duldsamkeit gegenüber Gepflogenheiten anderer Kulturen und Religionen auf Kosten der Kinder. ....

    Diese Männer gibt es aber. Der israelische Filmemacher Ari Libarski zeigt in seinem Dokumentarfilm „Circumcision“ etwa einen jungen Mann, der verzweifelt darüber ist, dass er kein normales Geschlechtsleben führen kann, weil ihm als Kind zu viel Haut weggeschnitten wurde. Libarski zeigt auch Eltern, die mit sich hadern, weil sie dem sozialen Druck nachgegeben haben und ihren Neugeborenen haben beschneiden lassen. Urologen und Kinderchirurgen wie Schier können von vielen Fällen berichten, wo der Schnitt schwerwiegende Folgen hatte.....

    Auch wenn gesundheitliche Vorteile nachweisbar wären: dem emeritierten Bochumer Strafrechtler Rolf Dietrich Herzberg ist das einerlei. Er glaubt nicht, dass Eltern das Recht zukomme, eine so weit reichende Entscheidung für ihr Kind zu treffen. Das Verbot der Körperverletzung, so Herzberg, erlaube nämlich keine Ausnahme: „Das Abschneiden der Vorhaut ist eine Körperverletzung, und Paragraph 223 des Strafgesetzbuches macht es grundsätzlich zur Pflicht eines jeden Staatsbürgers, seinem Mitmenschen keine Körperverletzung zuzufügen.“....

    Verstümmelung von Kindern nicht tolerieren


    Im Ausland gab es diese Debatte und die Kritik an BGM natürlich auch schon lange vor dem Kölner Urteil. Der Film "It's a boy!" von Victor Schonfeld" ist von 1995. 2011 wurde in Kalifornien die nötigen Unterschriften für eine Volksbefragung zu BGM erreicht. Lieder hat das Verfassungsgericht die Abstimmung verboten.

    OK, das betäubungslose Schlachten von Wirbeltieren ist hier nicht das Thema. Aber gerade jenes Thema zeigt, dass religiöses Recht nicht über weltlichem Recht steht, dass Religionsfreiheit nicht unbeschränkt ist - vom Europäischen Gerichtshof abgesegnet.
    Seltsam, darauf geht der Artikel (von 2022!) mit keiner Zeile ein.....


    Zitat

    In ihren Beiträgen war es den (ausschließlich männlichen) Autoren

    WTF spielt das für eine Rolle, wenn es um Tierschutz geht? Ob sie alle männlich, weiblich oder sonst was sind? Was zur Hölle soll dieser Hinweis?

    https://www.degruyter.com/document/doi/1…-2023-0002/html

    There is no skin like foreskin

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