Beiträge von Götz

    Ich finde es sehr mutig und bewundernswert, was Rrralph hier schreibt. Männer sind diesbezüglich sehr zurückhaltend. Auch ich musste erst 52 (!) werden, bevor ich anlässlich eines Tantra-Seminars erstmalig mit einem anderen Mann ernsthaft über meine Sexualität gesprochen habe!

    Bisher liegt nur ein Entwurf des Bundesjustizministeriums vor, diesen will das Bundeskabinett, also die Bundesminister und Frau Merkel, am Mittwoch nächster Woche verabschieden. Dann soll er dem Bundestag zugeleitet werden. In der heutigen Printausgabe der Süddeutschen Zeiten wird der Wortlaut des Entwurfs wie folgt angegeben:

    Gesetzentwurf für einen neuen § 1631 d BGB

    Abs. 1
    Die Personensorge umfasst auch das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird. Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.

    Abs. 2
    In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgemeinschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Abs. 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet sind und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

    Ich habe vor rund einer Woche mal an die Aids - Kampagne geschrieben:


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    In sämtlichen Medien wird derzeit das Thema:"Beschneidung von Jungen" behandelt. In diesem Zusammenhang wird immer wieder erwähnt, dass die männliche Beschneidung vor Aids schützen soll. Es gibt ein großes Programm der WHO zur Beschneidung von Männern in Afrika. WHO | World Health Organization

    Die amerikanische Regierung hat dieses Programm vor kurzem mit $ 40 Millionen gesponsert. Bill Gates scheint enorme Geldmittel in dieses Programm zu investieren.

    Nach dem gesunden Menschenverstand erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass durch die Beschneidung eine Prävention von Aids erreicht werden kann. Es dürfte im Gegenteil eher wahrscheinlich sein, dass diese Krankheit hierdurch gefördert wird.

    Auch Fachleute haben sehr ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit einer solchen Methode:

    Beschneidung = Impfung gegen AIDS/HIV - Beschneidung von Jungen

    Die Untersuchungen, auf denen das Programm der WHO basiert, sind ethisch zweifelhaft und wurden im Übrigen nicht zu Ende geführt.

    Auf der nachfolgenden Website werden die Autoren der entsprechenden Studien scharf angegriffen.

    Main Page - CircLeaks

    Mich würde interessieren, wie Ihre Organisation diese Frage beurteilt:

    Mit freundlichen Grüßen


    Bis heute keine Antwort.

    Ich meine, dass durch klare Gesetze die Wertvorstellungen der Menschen beeinflusst werden kann. Wenn der Staat in diesem Fall festlegt, dass Unrecht geschieht, wird die Mehrzahl der Angehörigen des muslimischen oder jüdischen Glaubens das akzeptieren.

    Die Argumente gegen die Beschneidung liegen ja inzwischen ziemlich vollständig auf dem Tisch. Ich habe daher mal einen Prosatext gemacht, um die Politiker mal emotional zu packen. Was haltet Ihr davon?


    Der Körper eines Kindes


    Stell Dir den wundervollen Körper eines Säuglings, eines 8 – jährigen Jungen vor, voller Energie und Lebensfreude, mit dem ganzen Potenzial, das ihm die Natur mitgegeben hat.


    Stell Dir vor, die Eltern würden mit diesem Kind zu einem Mann gehen.


    Stell Dir vor, dieser Mann würde mit einem scharfen Schnitt das letzte Glied des kleinen Fingers der linken Hand entfernen – weil die Eltern es so wollen. Das Kind würde schreien, es würde etwas bluten, aber die Wunde würde bald verheilen. Nur, wenn man genau hinschaut, würde man es sehen.


    Andere Eltern würden zu diesem Mann gehen und dieser würde mit einer Zange nur den Nagel des kleinen Fingers entfernen. Das Kind würde schreien, es würde etwas bluten, die Wunde würde verheilen und das Kind sähe aus wie der Vater, der seinen Fingernagel bei der Arbeit verloren hätte.


    Darf der Staat zulassen, dass das geschieht?


    Nun stelle Dir einmal vor, dieser Mann würde ein scharfes Messer nehmen, die Eichel dieses Jungen freilegen, die Haut nehmen und mit einem Schnitt Haut abschneiden, so dass die Eichel dieses Jungen nie mehr in seinem ganzen Leben von Haut bedeckt werden kann. Das Kind würde schreien, es würde bluten…


    und nie mehr würde das Kind, wie es einmal war


    nur weil die Eltern es einmal so wollten.


    Darf der Staat zulassen, dass das geschieht?

    Die Stellungnahme findet Ihr unter folgendem Link: Gemeinsame Stellungnahme zum Regelungsvorschlag des BMJ vom 25.09.2012 zur Knabenbeschneidung
    Ich habe diese Stellungnahme mit Emails an die Herren Professoren Fegert und Schulte-Körne wie folgt kommentiert:


    Über ihre Stellungnahme bin ich entsetzt. Wie können sich Gesellschaften, die sich für das Wohl der Kinder einsetzen sollen, so leichtfertig über den Anspruch jedes Menschen auf körperliche Unversehrtheit hinwegsetzen. Sind diesen Gesellschaften nicht die Spätfolgen der Beschneidung bekannt, die nunmehr in zahlreichen Foren im Internet an die Öffentlichkeit dringen? Kein Wort zu den Leiden der Säuglinge und der achtjährigen Knaben, deren Sexualität unumkehrbar wegen archaischer Überzeugungen der Eltern beeinflusst wird.

    Ihre Stellungnahme hat offenbar unter Zeitdruck Ihr Verbandsjurist zusammengeschustert, ohne auch nur annähernd den psychologischen Implikationen dieses gravierenden Eingriffs gerecht zu werden.

    Sie ist ein Zeugnis peinlicher Anbiederung an die Religionsführer der etablierten Religionsgemeinschaften. Um ihrer Stellungnahme noch den Hauch eines Eintretens für das Kindeswohl zu geben, prägen Sie den Begriff des "Assent". Dieses Wort gibt es allerdings weder in der deutschen Sprache noch im deutschen Recht. Was wird wohl ein achtjähriger muslimischer Junge sagen, wenn er unter dem Druck der Eltern, älteren Geschwister und seiner Umgebung gefragt wird, ob er der Beschneidung zustimmt? Er wird ein angstvolles "Ja" stammeln und die Formalitäten sind eingehalten.

    Nach meiner Überzeugung ist die Beschneidung von Kindern zu verbieten. Dies müssen und werden auch die Religionsgemeinschaften einsehen.

    Mit freundlichen Grüßen