Beiträge von Götz

    Danke für den Hinweis. In Uganda, das eines der Schwerpunkt- Gebiete der WHO für die Beschneidungskampagne ist, scheint gewaltig was schief zu laufen: In Uganda, a Male Circumcision Campaign Goes Horribly Wrong - Global - The Atlantic Wire

    Ich habe jetzt Antwort von dem Aktionsbündnis gegen AIDS bekommen (siehe Anhang) und werde darauf antworten.

    Was heißt "in den Sand gesetzt"? Die vielen Millionen haben wahrscheinlich nicht gegen Aids geholfen, aber vielleicht Aids geholfen. (Makaber!) Sie haben außerdem der Operation Abraham geholfen, dem einen oder anderen afrikanischen Gesundheitsministern, Herstellern von Beschneidungsutensilien.... Zu allem:
    Main Page - CircLeaks

    Wirklich haarsträubend die Behauptungen über die Gilgal Society :Gilgal Society - CircLeaks

    Aber man muss auch nicht alles glauben, was man im Internet sieht.

    Ich finde es unfassbar, wie gedankenlos hier argumentiert wird: Kein Wort über die Zweifel an den Studien, die den berüchtigten 60% zugrundeliegen. 60% wovon? Nicht mal das wird erläutert. Es ist richtig, dass die WHO die Beschneidung nur in Verbindung mit dem Gebrauch von Kondomen empfiehlt. Aber warum dann überhaupt die Beschneidung, die Millionen an öffentlichen und Spendenmitteln verschlingt?

    Es ist sonnenklar, dass ein Mann, dem man erzählt hat, dass die Beschneidung gut gegen Aids ist, sofort das Kondom weglässt, wenn erst mal seine Wunden verheilt sind. Sonst hätte er sich ja die Prozedur sparen können!

    Kein Wort über das verbleibende Risiko der Frau, sich anzustecken. Dass die Frauen offenbar keine Rolle spielen, ergibt sich auch aus dem letzten Halbsatz: Bei Verkehr unter Männern kommt es plötzlich auf die "aufnehmende" Person an.

    Die Geschichte von der Schleimhautoberfläche ist eine unbewiesene These.

    Wenn tatsächlich erwiesen ist, dass die Beschneidung bei Analverkehr von Männern keine Wirkung hat, wieso sollte sie dann bei dem Vaginalverkehr wirksam sein?

    Ich habe soeben an das Urologenportal geschrieben und die Überarbeitung der folgenden Seite angeregt: Urologenportal: Beschneidung beim Mann

    Dem Urologenverband passt das Kölner Urteil allerdings überhaupt nicht: http://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/…hroederedit.pdf

    Die Strafbarkeit wird auch in diesem Verband seit 2009 diskutiert: http://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/…_Schramm_ua.pdf. Es soll bitte niemand mehr sagen, dass das Kölner Urteil völlig überraschend gekommen wäre.

    Herr Montag redet nur Bleich!

    Strafrecht und Familienrecht, wo die Beschneidung geregelt werden könnte, gehören gem Art. 74 I 1 GG zur konkurrierenden Gesetzgebung. Die Länder können hier nur Gesetze erlassen, solange und soweit der Bund von seiner Gesetzgebungszuständigkeit keinen Gebrauch gemacht hat. (Art. 72 I GG). Das dürfte hier aber der Fall sein, da der Bund sowohl die Körperverletzung im Strafrecht als auch das Sorgerecht im Familienrecht umfassend geregelt hat. Die Beschneidung könnte also nur durch ein Bundesgesetz geregelt werden. Auf Bundesebene sieht das GG jedoch eine Volksabstimmung nur für den Fall der Neugliederung des Bundesgebietes (Art.29 GG) und der Abstimmung über eine Verfassung (Art. 146 GG) vor. Um eine Volsabstimmung zum Thema Beschneidung durchführen zu können, müsste also das Grundgesetz geändert werden! Ha,ha!

    Ich habe in diesem Absatz die positive Botschaft gesehen, dass tatsächlich viele Kinderärzte gegen die Brit Mila sind. Andernfalls gäbe es für den Rabbi keinen Anlass, dagegen zu wettern.

    Wir machen in Deutschland den Fehler, immer auf die rückschrittlichen Stimmen zu hören. In der Presse kommt es ja auch gut, wenn man polarisieren kann. Wer weiß, ob nicht die Mehrheit der Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland ganz anders denkt als ihre Scharfmacher - Rabbis. Aber führende Politiker meinen in ihrer Hybris ja auch, sie würden die Ansicht ihrer Wähler repräsentieren, sie unterstellen daher, dass alle Juden so denken wie der Zentralrat. Das Fatale daran ist, dass der Deutsche Bundestag ein Gesetz machen wird, welches genau diesen rückschrittlichen Kräften in den Religionen entgegenkommt und die fortschrittlichen entmutigt.

    Ich habe ihm auch geschrieben:


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich frage mich ernsthaft, ob Herr Prantl auch liest, was er schreibt. Einen so üblen Artikel habe ich in dieser Zeitung lange nicht gelesen:

    Das Urteil sei Jurisdiktion zu Zwecken der Sensation gewesen. Als Jurist muss Herrn Prantl doch bekannt sein, dass ein Richter keine Wahl hat, ob er ein Urteil sprechen will oder nicht. Er kann sich nicht darauf herausreden, dass eine Entscheidung unbequem ist.

    "Prügel sind Herabwürdigung, sie machen das Kind zum Objekt des Zorns des Prüglers“. Was ist mit „gutgemeinten Prügeln“? Kalkulierte Strafaktionen durch Prügel zum „Wohle“ des Kindes: Sollen diese rechtmäßig sein? Hat Herr Prantl nicht den Film "Das weiße Band" gesehen? Und dann: „Beschneidung ist Würdigung“. Die Verstümmelung des Penis eines Säuglings oder Kindes ohne medizinische Notwendigkeit ist Würdigung? Ist Herr Prantl noch bei Trost? Manche Christen mögen darüber schmunzeln, dass andere Religionsgemeinschaften auf diese Art das Kind zum "Subjekt des Glaubens" machen, wie Herr Prantl schreibt. Atheisten schmunzeln darüber nicht , sie sind entsetzt.

    Aber warum schmunzeln manche Christen über die Beschneidung von Kindern von Moslems und Juden, wie Herr Prantl schreibt. Es drängt sich ein furchtbarer Verdacht auf: Sind diese Kinder in den Augen der schmunzelnden Christen vielleicht nicht so wichtig oder nur weniger wichtig als das Wohlwollen von Rabbinern, Mullahs und katholischen Bischöfen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Hier noch ein scheiß Kommentar:

    Beschneidung - Wie ein unnötiges Gesetz notwendig wurde - Politik - sueddeutsche.de

    Ich freu mich schon auf Dein Interview. Danke ! :)

    WG: SZ vom 11.10.2012 Seite vier, Heribert
    Prantl "Warum ein unnötiges Gesetz notwendig wurde"


    Zu Händen von Herrn Kurt Kister


    Sehr geehrter Herr Kister,

    Darf ein Redakteur Ihrer Zeitung, auch wenn es sich um ein Mitglied der Chefredaktion handelt, seine Leser für dumm verkaufen?
    Genau das tut Herr Prantl in seinem Artikel "Warum ein unnötiges Gesetz notwendig wurde".

    Warum versucht Herr Prantl einerseits das Thema klein zu reden, setzt sich aber andererseits zum wiederholten Mal vehement für die Legalisierung der Beschneidung von Kindern ein?

    Ist die Beschneidung von Kindern wirklich selbstverständlich?

    Eltern lassen den Penis ihres Sohnes beschneiden. Sie bringen nicht eine rituelle Narbe oder eine Tätowierung an irgendeiner Stelle des Körpers an, sondern es wird ein wesentlicher Teil seines Sexualorgans entfernt. Die Beschneidung hat 2 Ziele:

    1.
    Am Penis des Jungen wird die niemals umkehrbare Bindung an die Religionsgemeinschaft markiert. (Mädchen bleiben ungeschoren, sie sind für die Weltreligionen uninteressant.)


    2.
    Mit der Beschneidung im Zusammenhang mit der Zufügung von Schmerz soll ein lebenslänglicher Einfluss auf das Sexualleben der nächsten Generation genommen werden.

    Zu 1. Alle Religionen kämpfen um ihre Erhaltung und Verbreitung. Jede Religion weiß, wie schwierig es ist, Meinungen
    und Überzeugungen von erwachsenen Menschen zu ändern. Mit dem Heranwachsen nimmt beim Menschen die Vernunft zu. Es wird damit immer schwieriger aus einem Ungläubigen einen Gläubigen zu machen, da Religion per se mit Vernunft nicht vereinbar ist, was allerdings nicht bedeuten soll, dass alle religiösen Menschen unintelligent sind. Es muss den Religionen daher darum gehen, den Menschen vor Erwachen der Vernunft an die Religion zu binden. Das geschieht im Islam und in der jüdischen Religion unter anderem durch die Beschneidung.

    Zu 2. Jede Religion lebt von der der Setzung religiöser Normen. Die Beschneidung dient dazu den jungen Menschen schon vor Eintritt in die Pubertät daran zu erinnern, dass die Sexualität von der Religionsgemeinschaft diktiert wird. Der Beschnittene soll bei jedem Mal Wasserlassen und bei jeder sexuellen Handlung, sei es bei der Masturbation, bei jedem Hand Job oder beim Geschlechtsverkehr hieran erinnert werden.

    Wenn also jüdische und muslimische Religionsführer bei der Beschneidung der Jungen nachgeben würden, dann würden
    sie nach der inneren Logik ihrer Religion auf 2 elementaren Feldern verlieren. Es ist verständlich, dass sich die Führer der Muslimen und der jüdischen Glaubensgemeinschaft dagegen wehren.


    Was aber treibt den katholischen Herr Prantl und die christlichen Religionsführer, sich reflexartig unmittelbar nach Bekanntwerden des Kölner Urteils für die Legalisierung der Beschneidung einzusetzen? Geht es nur darum überhaupt religiöse Inhalte zu verteidigen, weil gläubigen Menschen Andersgläubige immer noch lieber als Ungläubige sind?
    Verfolgt Herr Prantl ebenfalls das Ziel nur ja keinen Meter Boden auf dem Feld der Beeinflussung von Menschen aufzugeben?

    Herr Prantl weiß die Antworten, er soll sie darlegen und mich nicht mit dem fadenscheinigen Argument abspeisen, die Beschneidung von Kindern sei kein Thema.

    Ich möchte als Leser Ihrer Zeitung nicht für dumm verkauft werden. Bitte sorgen Sie dafür!


    Mit freundlichen Grüßen