Beiträge von Insatiabilis

    Muss wohl heißen »[..] more likely to get infection than [..]«, oder? Sonst ergibt die Gegenüberstellung mit »than their uncircumcised counterparts« keinen Sinn. Grammatisch könnte hier auch “less likely« stehen, ich nehme aber nicht an, dass das gemeint ist.

    Moin @blankspace … puh, harter Tobak, was Du erzählst. Mir fehlen da bissl die Worte.

    Ich möchte nur eines sagen: Du bist nicht allein, und es ist gut, dass Du hier mit uns bist und dass wir immer mehr werden, die aufstehen und gemeinsam dieser Barbarei ein Ende bereiten werden!

    Ach, und bezüglich Sex und Beziehungen etc.: Gut, dass Du so früh schon ein Bewusstsein über Deine Beschneidung hast … dadurch kannst Du Dich z.B. mit Tantra und sowas befassen, was den Sex sicher für Dich erlebbar und schön machen wird. Mach nur immer LANGSAM (wenn ich als alter Sack Dir überhaupt eine Rat geben darf), übereile nichts. Ich wusste damals NICHTS, bin von einem Abenteuer ins Nächste getaumelt und gehetzt auf meiner verzweifelten Suche nach dem Glück. Du hast die Möglichkeit, wenn es mit einer Partnerin »ernst« wird, offen darüber zu sprechen, sie aufzuklären, und wenn sie etwas für Dich empfindet, wird sie gemeinsam mit Dir erforschen wollen, wie Ihr beide zusammen glücklich werden könnt.

    Und denk dran: LANGSAM. Auch beim Sex. Zeit nehmen zum Fühlen. Wenn das Fühlen taub geworden ist, dann hilft ZEIT. Es gibt keinen Grund zur Eile, es geht ja nicht um olympisches Vögeln oder sowas.

    Das ist wie mit dem Kucken im Dunkeln:
    Zuerst siehst Du überhaupt nichts, und wenn Du dann einfach losrennst, kannst Du ganz böse auf die Fresse fallen.
    Wenn Du aber ruhig bleibst und einfach weiter ins Dunkel schaust, mit weit geöffneten Augen, dann werden sich mit der Zeit Konturen und Kontraste aus dem Dunkel herauslösen, und Du siehst …

    Bleib dran!

    LG Tom

    Irgendwie wäre dies doch so ähnlich, wie wenn man im Kino die Vorstellung eines Gruselfilms besucht, sich aber vorsorglich die Augen zuhält, damit man sich nicht so sehr gruselt.

    Ja — wobei ich Leute kennengelernt habe, die sich Gruselfilme genau so anschauen … wobei sie dann immer bissl zwischen den Fingern hindurch plierten (Nds. Pladdütsch für blinzeln).

    Dies zeigt einmal mehr, dass es »den Islam« nicht gibt, hier gibt es anscheinend noch mehr unterschiedliche »Schulen« und Richtungen als bei den anderen abrahamitischen Religionen. Vor allem gibt es hier offenbar keinen Oberheini, der den Anderen sagt, was sie zu glauben haben.

    Deswegen bin ich trotzdem noch kein Freund irgendwelcher Religionen — um Kindern beizubringen, wie man ein guter Mensch wird, braucht es keine unsichtbaren Freunde ;) Andererseits, wenn jemand sich ethisch verhält und die Kinder zu einer menschlichen Ethik erzieht, ist es mir beinahe wumpe, ob er oder sie das mit einem unsichtbaren Freund (sprich: einer Religion) begründet … Und nur »beinahe«, weil es trotzdem mit irgendwelchen vorgeschriebenen Glaubensregeln zu tun hat. MIR wäre viel wichtiger, man brächte Kindern bei, wie man selbst denkt, dass man Dinge, die einem gesagt werden, bezweifeln und selbst überprüfen darf, etc., etc.

    Eine sehr »schöne« Seite zum Thema Beschneidung, die ich gerne immer wieder teile, OBWOHL sie recht religiös aufgebaut und begründet ist, ist diese:

    http://www.quranicpath.com/misconceptions/intact_sex.html

    (Wer dort liest und bissl herumklickt, kann eine ganze Menge lernen, auch zur Beschneidung gibt’s dort noch mehr Info, nicht nur auf der verlinkten Seite!)

    Also, mit dem »gefallen« ist das halt wie beim Fressenbuch: Es gefällt mir nicht notwendigerweise der Inhalt eines Beitrages, aber die Tatsache, dass jemand sie gepostet hat.

    Aber: Ja, »bedanken« würde mir auch besser gefallen (und entsprechend: »danke, aber NEIN danke!« ), oder positives oder negatives »Karma« ☯ Aber das bietet die Forensoftware vermutlich nicht an … und dann isses mir letztlich wumpe, Hauptsache, ich kann ausdrücken, was ich ausdrücken will, diese Feinheiten sind es nicht wert, dass unsere Admins Stunden ihrer Lebenszeit dafür aufwenden.

    Äh, wer macht das denn?

    Och das machen genügend (d.h. zuviele) Leute. Und hier scheint es mir auch durchzuscheinen.


    Zitat

    Es gibt aber auch keinen Grund, Tiere oder Mädchen besser zu schützen als Jungen, oder?

    Hat das hier jemand behauptet?


    Zitat

    Wenn etwas bizarr ist, dann sich über das Quälen und Verstümmeln von Tieren oder Mädchen zu empören, und beim Quälen und Verstümmeln von Jungen mit den Achseln zu zucken.

    Tut z.B. PETA das? Scheint mir eine Unterstellung zu sein.


    Ich halte es für falsch, jede Gruppe oder Einzelperson, die etwas gegen Missstände tut, zu diffamieren, nur weil sie sich nicht gleichzeitig zu bzw. gegen Genitalverstümmelung bei Jungen äußert, das meinte ich.

    Ich halte an meinem Begriff der »genitalen Empathie« fest, hab’ ja recht genau beschrieben, was ich meine.

    UND für mich bedeutet es nicht, dass alle beschnittenen Männer nicht über diese verfügen, sondern (ebenfalls wie oben erklärt), dass diese Männer mehr dafür TUN müssen, dass sie bewusste Geistesarbeit dafür aufbringen mussten, wenn sie diese dennoch entwickeln.

    Das ist in meinen Augen für die hier anwesenden verletzten Männer, denen ich allesamt unterstelle, dass sie sich sowohl mit der Materie befasst haben als auch dass sie über diese Empathie verfügen, doch eher ein Kompliment, würde ich meinen, also: solcherart verletzt worden zu sein und sich dennoch nicht zu einem (vereinfacht gesagt) Arschloch entwickelt zu haben.

    Zitat von dort

    Circumcision is considered a birth right in Judaism, and is one of the most ancient practices of the faith.

    Soso, ein Geburtsrecht ist es also … aargh X(


    <edit>
    Ceterum censeo … dass Tiere natürlich auch geschützt werden sollten, ich halte wenig davon, bei »unserem« Thema dauernd neue Fronten zu eröffnen, und ich halte es für überflüssig, Tierschützer dafür anzugreifen, dass sie sich für ihre Sache einsetzen (ebenso wie ich es für falsch und dumm halte, dass manche aus ihrem Kampf gegen die Beschneidung einen Kampf gegen Frauen machen).
    </edit>

    Für mich liegt es auf der Hand …

    … dass eine Desensibilisierung des männlichen Genitals — zumal in der Kindheit, sodass es keine oder kaum noch Erinnerung an die Zeit davor gibt, also auch kein Wissen, dass man »dort« mal etwas empfunden hat — zu einem Mangel an »genitaler Empathie« führen kann*, d.h. dass man sich nicht einmal vorstellen kann, dass jemand anderes »dort« etwas empfindet.

    * Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass dieser Mangel an »genitaler Empathie« zwangsläufig ist.

    Was sind die Bedingungen für die Entwicklung von Empathie?

    1. die Erfahrung einer eigenen Empfindung, und
    2. die Erfahrung, dass jemand einem bei dieser Empfindung Empathie zeigt

    Keine eigene Empfindung —> keine Empathieentwicklung.
    Wenn dann die zweite Bedingung erfüllt wird, dann wird es als etwas Abstraktes wahrgenommen, was nicht intuitiv, nicht »natürlich« und direkt körperlich verständlich ist (wir sind ja Tiere, die auf Berührung reagieren), sondern allenfalls über den Verstand.

    Ich kann mir vorstellen, dass einige hier werden widersprechen wollen, weil wir uns natürlich für empathiefähig halten, aber … ist es nicht so, dass die »genitale Empathie«, die wir dann möglicherweise doch entwickelt haben, d.h. unser Verständnis von der Sensitivität des anderen Geschlechts oder auch der von intakten Männern erst später, mit bewusster Geistesarbeit, mit bewusster Auseinandersetzung entwickelt wurde?

    Für mich trifft dies definitiv zu — ich habe erst kurz vor meinem 20. Lebensjahr von einer klugen und liebevollen Frau erklärt bekommen, wie vorsichtig mit ihr umzugehen sei, nachdem ich versucht hatte, an ihr ebenso brutal herumzurubbeln, wie ich es von mir selbst gewohnt war. Ihr verdanke ich, dass »meine Frauen« mich laut ihrem Bekunden als zärtlichen Liebhaber kennenlernten — es half mir aber nicht, selbst etwas zu empfinden, was wiederum vermutlich der Hauptgrund für das wiederholte Scheitern meiner Beziehungen war … »trockener Sex«, meine Anorgasmie trotz aller Anstrengungen (ja, anstrengend!), Frustration, Zweifel und Selbstzweifel auf beiden Seiten.

    Manchmal wüsste ich gerne, wie sich mein Leben und meine Beziehungen entwickelt hätten, wenn ich nicht beschnitten worden wäre und von Anfang an »gleichberechtigt«, d.h. mit gleichem Empfindungsvermögen ausgestattet in die Beziehungen gegangen wäre. Oder — FUCK! — wenigstens mit dem Wissen über meine Desensibilisierung, mit dem Bewusstsein meiner »Blindheit«, was sexuelles Empfinden angeht.