Beiträge von B.O.Bachter
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hallo Benni,
natürlich muss die Krankenkasse dafür aufkommen. Voraussetzung ist (wie immer), dass eine Behandlungsmöglichkeit besteht bzw. als therapeutisch zweckmässig erachtet wird. Evtl. sind dafür Gutachten erforderlich.
LG,
BoB -
Die Verschiebung der Diskussionsinhalte auf sekundäre Belange beobachte ich seit längerer Zeit mit steigendem Widerwillen.
So werden immer wieder charismatische Begriffe wie "Toleranz" und "Vielfalt" in den Ring geworfen, die Diskussion über den Sachverhalt - d. h. was denn toleriert werden soll bzw. wovon wir eine Vielfalt wollen - gerät dabei zunehmend in den Hintergrund.
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Interessieren würde mich das auch (auch die Frage der Haftpflicht des Mohels) aber öffentlich argumentieren in die Richtung würde ich nicht. Da macht man ein riesen Fass auf, z. B. was ist mit Folgekosten bei Schönheits-OPs, Freizeitsportarten mit hohem Verletzungungsrisiko usw., usw..
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Ich habe heute von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung eine Klarstellung erhalten.
Herr Hilgers bezieht sich auf eine andere Organisation, nämlich den "Verband der Deutschen Psychotherapeuten". Von deren Stellungnahme distanziert man sich ausdrücklich. Die im oben verlinkten PDF http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/fileadmin/main…eschneidung.pdf wiedergegeben Meinung hat nach wie vor Gültigkeit.
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Das ist genau die Zwickmühle, aus der sie mit ihren Eckpfeilern rauskommen wollen.
"Keine unnötigen Schmerzen", weil es ja "notwendige" gibt, um den Bund mit Gott besser einzugehen...
Jeder weiß, dass man für eine Narkose nüchtern sein muss, hier berichten Mamas über ihre diesbezüglichen Erfahrungen. Vergnügen ist es auf jeden Fall keines. -
Eine Woche benötigt das Neugeborene,um den Geburtsvorgang abzuschließen
und sich auf die Bedingungen außerhalb des Mutterleibes einzustellen.
Dann erst beginnt im eigentlichen Sinn sein Leben in dieser Welt.
Der Urfehler ist, dass Sätze wie der letzte das Lektorat einer Redaktion passieren, ohne dass jemand dem Autor diesen Schwachsinn um die Ohren schlägt. -
Das ist ja wohl die Höhe. Ich habe an Herrn Hilgers geschrieben:
Sehr geehrter Herr Hilgers,
in einem Interview mit dem Deutschlandbund zum Thema "Beschneidung" sagen Sie zum Punkt "Traumatisierung":"Dafür gibt es keinen Beleg. Dazu hat sich auch geäußert der Verband der Deutschen Psychotherapeuten, und der sagt ganz klar, dass es keinen Beleg für eine solche Traumatisierung gebe."
In einer ans Bundesjustizministerium gerichteten Stellungnahme der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung heißt es hingegen:
"Eine vorläufige Übersicht über die Forschungsergebnisse (s. Anlage) zeigt uns, dass es deutliche Hinweise auf langfristig ne-gative psychische Auswirkungen der aus religiösen Gründen durchgeführten Beschneidung gibt. Auch finden sich in der Literatur Belege für langfristige sexuelle Funktionsstörungen und reduzierte sexuelle Zufriedenheit bei Männern, die als Kinder beschnitten wurden."
Wie erklären SIe diesen Widerspruch?
Mit freundlichen Grüßen
...Und an den DPTV:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Herr Hilgers vom Deutschen Kinderschutzbund bezieht sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zum Thema Beschneidung auf Sie:
Stichwort Traumatisierung:
Hilgers: Dafür gibt es keinen Beleg. Dazu hat sich auch geäußert der Verband der Deutschen Psychotherapeuten, und der sagt ganz klar, dass es keinen Beleg für eine solche Traumatisierung gebe.Demgegenüber liegt mir folgende Stellungnahme von Ihnen vor:
http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/fileadmin/main…eschneidung.pdf
"Eine vorläufige Übersicht über die Forschungsergebnisse (s. Anlage) zeigt uns, dass es deutliche Hinweise auf langfristig ne-gative psychische Auswirkungen der aus religiösen Gründen durchgeführten Beschneidung gibt..."
Meine Frage wäre, haben Sie Ihre Meinung geändert oder irrt sich Herr Hilgers?
Mit freundlichen Grüßen
... -
Vermutlich dass jeder Mohel, der schon hundert Verbindungen oder so zu Gott hergestellt hat, automatisch den Persilschein bekommt.
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Man braucht nicht über den großen Teich zu sehen, der Hartmannbund hat sich auch gegen das Beschneidungsverbot ausgesprochen.
Unterstützung erhielten die Rabbiner am Donnerstag vom niedersächsischen Hartmannbund der Ärzte. Der Verband setzt sich dafür ein, Beschneidungen an jüdischen und muslimischen Jungen weiterhin zuzulassen. Er forderte die Ärztekammer Niedersachsen auf, bis zu einer höchstrichterlichen Entscheidung klarzustellen, dass Ärzte nicht berufsunwürdig handeln, wenn sie Beschneidungen aus religiösen Gründen vornehmen, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet.
"Eine bisher allgemein akzeptierte religiöse Handlung von Minderheiten unter Strafe zu stellen, stellt das Maximum an Ausgrenzung dar, das denkbar ist", sagte der Chef des Hartmannbundes Niedersachsen, Bernd Lücke. Deshalb müsse die Ärztekammer den Gesetzgeber auffordern, hier schnellstmöglich Klarheit zu schaffen. Der Hartmannbund vertritt etwa 9.000 Ärzte in Niedersachsen – ein Viertel der Ärzteschaft in dem Bundesland. -
Ein erneuer Beweis, dass das Niveau des Feuilleton-Geschwafels nach unten offen ist.
"Das kann all denen, die im Namen des Kindeswohls oder der Aufklärung
einen Keil zwischen Eltern und Söhne treiben wollten, nicht gefallen."Ja sicher nicht, nur sind "all diese" ein reines Hirngespinst (oder sollte ich sagen: eine Phobie) von Frau Lau.
"Längst ist aber auch die Taufe des Neugeborenen in Verdacht geraten, eine Übergriffigkeit zu sein."
Ja längst. Wie lang genau? Die gute Frau lebt auf einem anderen Stern. Meiner Erfahrung nach ist es "längst" so, dass an sich zur Konfessionslosigkeit tendierende Paare nur deshalb nicht aus der Kirche austreten, um ihre Kinder taufen zu können, weil das eben ein schönes Fest ist.
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Was soll das?
Ganz einfach, Verschleierung. Eine explizit religiöse Extrawurst wäre mit Sicherheit verfassungswidrig, allein schon weil es die, die ihr Kind aus "ästhetischen" Gründen beschneiden wollen, diskriminiert.
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Hallo R(h)einwein,
hier muss ich dir widersprechen, d. h. ich finde dass weglassen der "religösen gründe" überhaupt nicht grotesk. andernfalls wäre nämlich zu offensichtlich, dass es sich hier um religöses sonderrecht, d. h. eine extrawurst handelt und das würde wohl jeden auf die palme bringen, egal ob pro oder kontra beschneidung. hinzu kommt natürlich die schwierigkeit, die religionszugehörigkeit zu kontrollieren, bekanntlich ist jeder moslem, der das glaubensbekenntnis vor zeugen zwei mal spricht (anna möge mich korrigieren, wenn das nicht stimmt).
grüsse,
BOB -
So wie es aussieht, ist das Gesetz genauso zusammengeschludert wie das meiste andere, was aus Berlin kommt. Da bekommt Karlsruhe wieder Arbeit.
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" ... wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wird."
Ärztliche Kunst bedeutet Heilkunde. Was genau wird durch die Beschneidung geheilt?
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Na das ging doch flott. Soll noch ein Mensch behaupten, unsere Politiker täten nichts für ihr Geld (zumindestens, wenn die richtigen Leute Zunder geben).
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Egal, ob man nun die Beschneidung von Jungen befürwortet oder nicht, es gibt auch ohne Verabschiedung eines derart fatalen Gesetzes praktikable Mittel und Wege, dass in Zukunft in Deutschland die jüdische Beschneidung an Minderjährigen straffrei vorgenommen werden kann – wohl in Form einer die Praxis de facto duldenden Ausnahmeregelung. Für die muslimische Beschneidung, die eben keine strikte Altersgrenze kennt, käme etwa ein Optionsmodell in Betracht, das es, eventuell nach einem Beratungsgespräch, einem Jungen ab 14 oder 16 Jahren ermöglichen würde, sich für oder gegen die Beschneidung zu entscheiden.
Bedeutet diese "praktikable Ausnahmeregelung" nicht, dass Juden einen "Judennachweis" bringen müssen, wenn sie die Beschneidung straffrei am 8. Lebenstag vornehmen wollen?
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Man kann religiös sein und dennoch gegen Beschneidung.
Gut, dann muß mn das nur noch Frau Özoguz erklären. Es ist ja bekannt, dass Politiker manchmal rückwärts rudern (sh. Ausstieg aus dem Wiedereinstieg in der Frage der Atomenergie), aber ob das auch hier der Fall sein wird?
Özoguz: Jüdische und muslimische Eltern brauchen Rechtssicherheit
(BPP) Am 7. Mai 2012 hat das Kölner Landgericht festgestellt, dass auch eine fachgerecht durchgeführte Beschneidung eines Jungen den Tatbestand der Körperverletzung erfülle. Hierzu erklärt die stellvertretende SPD-Vorsitzende Aydan Özoguz:
Das Urteil des Kölner Landgerichtes hat in der jüdischen und islamischen Gemeinde in Deutschland große Verunsicherung hervorgerufen. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut unserer Demokratie und die derzeitige Verunsicherung muss ausgeräumt werden. Deshalb ist eine Klärung der Rechtslage unbedingt nötig und wird von der SPD unterstützt. Dazu gehört auch, über eine gesetzliche Regelung zur Rechtfertigung der religionsbedingten Beschneidung bei Jungen nachzudenken.
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist klar, dass jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland möglich sein muss. Das Ritual der männlichen Beschneidung ist für Judentum und Islam ein wesentliches Element ihrer religiösen Lehre und ihrer Glaubenspraxis. Insbesondere für Juden ist die Beschneidung ein Zeichen für die Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft.
Der Staat darf einem jüdischen oder muslimischen Kind seine religiöse Identität, zu der wesentlich die Zugehörigkeit zur jeweiligen Glaubensgemeinschaft gehört, nicht verweigern.Das Urteil des Kölner Landgerichts darf auch nicht zum Anlass für abwertende Urteile gegenüber der jüdischen und der islamischen Religion werden. Die Stellungnahme der laizistischen Sozialdemokraten zum Urteil des Kölner Landgerichtes weise ich deshalb entschieden zurück. Sie ist inakzeptabel und stellt keine offizielle Position der SPD dar.
Zum Grundrecht auf Religionsfreiheit gehört das Recht des Einzelnen, sein gesamtes Verhalten an den Lehren seines Glaubens auszurichten und seiner inneren Glaubensüberzeugung gemäß zu handeln. Ein Verbot der
Beschneidung bei Jungen zöge massive Konsequenzen nach sich.Es kann nicht im Sinne unserer Verfassungsväter und –mütter sein, dass Juden und Muslime das Ritual im Ausland durchführen lassen müssen, um nach den Lehren ihrer Religion leben zu können.
Wohlgemerkt, "sein gesamtes Verhalten". Von einer Vision von "Religion light", wie sie hier wohl einigen vorschwebt, kann ich da beim besten Willen nichts entdecken. -
Das ist nun wirklich schon ganz EXTREMER Unfug.
Alles anzeigenAtheismus in dieser Form unterscheidet sich in keiner Weise von irgendeiner Religion oder einer dogmatischen Ansicht. Dahinter steht, wie überall, der Gedanke: "Die Welt ist genau so, wie ich sie sehe und verstehe, und nicht anders. Ich habe recht, die anderen haben unrecht. Ich kenne die Wahrheit, die anderen tappen im Dunkeln. Wenn alle so denken wie ich, und wenn alle dasselbe Weltbild haben wie ich, dann erst ist alles gut."
Diese Form von Atheismus ist quasi ein Negativ-Abziehbildchen von religiösem Fundamentalismus. Hüben wie drüben glauben die Menschen, im Alleinbesitz der Wahrheit zu sein, hüben wie drüben hält man den jeweils anderen für dumm und borniert und jeder sucht den jeweils anderen von seiner jeweils als ultima ratio aufgefassten Weltanschauung zu bekehren.
Dabei ist es ganz einfach: jeder darf tun, was er will, und jeder darf glauben, was er will, solange er niemand anderem damit schadet. Natürlich haben wir nicht vor dem Geschrei irgendwelcher Fundamentalisten einzuknicken, was für eine Frage! Natürlich haben wir uns nicht erpressen zu lassen. Die Meinungsfreiheit ist so, wie sie ist, fertig. Das hat nicht instrumentalisiert zu werden.
Wir haben über Jahrhunderte humanistische Werte errungen und die sind nicht durch ein paar politische Hosenscheisser preiszugeben. Weder im Hinblick auf einen Film noch im Hinblick auf Körperverletzung von Kindern.
Was darüber hinaus Menschen für Glaubensvorstellungen und Weltanschauungen haben, ist deren Angelegenheit. Ein jeder möge nach seiner Façon glücklich werden.
Das ist nun wirklich schon ganz EXTREMER Unfug. Was fundamentalistisch-dogmatischen Atheisten auch völlig abgeht, ist die Erkenntnis, dass die Aufklärung keineswegs nur ein Produkt von Atheisten war, nicht einmal überwiegend. Ich respektiere Atheisten, solange sie sich nicht selber wie der Papst aufführen (Atheismus als die allein seligmachende Wahrheit) und nicht selber ständig genau das tun, was sie an den Religiösen kritisieren ("alles Böse in der Welt geht von den Religionen aus, darum sind Religionen zu bekämpfen").
Dann ließ dir mal das durch:
Von den Juden und ihren Luegen
Die Vorschläge des großen Reformators, was man mit den Juden machen solle, sind nichts anderes als eine Blaupause für die Pogrome im 3. Reich.