Soll ich morgen in seinem Büro anrufen?
Ja, unbedingt. Du kannst ja darauf hinweisen, dass sich sehr viel bewegt. Gysi muss nur ins Internet schauen.
Soll ich morgen in seinem Büro anrufen?
Ja, unbedingt. Du kannst ja darauf hinweisen, dass sich sehr viel bewegt. Gysi muss nur ins Internet schauen.
Hallo Fred,
auch von mir ein herzliches Willkommen. Dein Bericht ist ein wichtiger Beitrag, um die verbreiteten Legenden über die Harmlosigkeit der frühkindlichen Beschneidung endlich aus der Welt zu schaffen.
Es gibt auch noch eine andere Seite. Wir haben auch Berichte von Müttern, die seit Jahren ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Söhnen haben, seit sie es zuließen, dass diese beschnitten wurden. Sie leben mit dem Gefühl, ihre Kinder in einem wichtigen Moment nicht vor Schmerzen und Misshandlung geschützt zu haben.
Das ist ja fast sensationell. Also alles gar nicht so neu, wie uns manche glauben machen möchten. ![]()
Und er ist Mitglied bei der "Geneva Foundation for Medical Education and Research
WHO Collaborating Centre in Education and Research in Human Reproduction".
Da hat er auch seine Web-Adresse. Ich denke, jetzt sollten alle Bundestagsabgeordneten, die zwar die FGM absolut verurteilen, die Knabenbeschneidung dagegen erlauben, endlich zur Einsicht kommen. Sonst haben wir am Ende auch noch eine Legalisierung der FGM Stufe I.
Staatsanwaltschaft auch schon was sie will
Die Staatsanwaltschaften sind weisungsgebunden. Denen hat die Politik vermutlich bedeutet, dass sie stillhalten sollen, es käme ja ganz schnell ein Gesetz zur Legalisierung der Beschneidung. Da kann man doch nicht vorher noch Strafverfahren einleiten.
Das ist ein super Fake
Ich glaube nicht. Den Professor gibt es wirklich und er ist Gynäkologe.
Mohamed Kandeel - Professor of Obstetrics and Gynecology, Menofyia
University, Egypt
In meinen Augen wird beim Abschuss einer zum Zweck eines Terroranschlags entführten Passagiermaschine nicht die Menschenwürde der Passagiere verletzt,
der Herr Daschner war der leitenden Beamte im Fall Gäfgen - und hat meine volle Sympathie
In beiden Fällen haben wir höchstrichterliche Urteile: Folterandrohung ist rechtswidrig, von Terroristen gekaperte Flugzeuge abschießen ebenfalls. Auch in mir sträubt sich etwas, wenn Herr Gäfgen noch eine Entschädigung bekommt. Aber wir leben in einem Rechtsstaat, nicht in einem Rachestaat und da muss ich das akzeptieren. Mich überzeugen beide Urteile. Nun kann man natürlich jedes Urteil kritisieren. Aber ich denke es wird problematisch, wenn jemand wie wir das Grundrecht auf Wahrung der Menschenwürde/ auf körperliche Unversehrtheit gegen die Knabenbeschneidung reklamiert, auf der anderen Seite aber genau dieses Recht bei zwei höchstrichterliche Entscheidungen nicht gelten lassen will. Das kann sehr schnell die Glaubwürdigkeitsfrage aufwerfen. Wenn ich das mal mit den Augen der Beschneidungsbefürworter lese, dann könnte ich daraus den Vorwurf ableiten: "Die schieben das Grundrechtsargument doch nur vor. In anderen Fällen, in denen es höchstrichterlichen Entscheidungen zugrunde liegt, interessiert die das überhaupt nicht. Ein Beweis dafür, dass da ganz andere Motive dahinterstecken." Von da zum Antisemitismusvorwurf ist es dann nicht mehr weit. Ich empfehle, auch immer mit zu bedenken, wie Außenstehende unsere Argumente deuten könnten.
Die Links auf der rechten Spalte das Originalartikels erinnern mich an die Kurzmeldungen von Der Postillon
Mich nicht. Aber A. Schwarzer sollte sich das mal ansehen, damit sie kapiert, was sie mit ihrem strikten Feminismus contra FGM aber pro MGM anstellt. Die einzig richtige Konsequenz zieht Terre des femmes, die genau wie wir absolut gegen jede Beschneidung von Kindern sind. Natürlich ist das auch ein Lehrstück für alle anderen Befürworter der Beschneidung von Jungen: die Position gegen FGM unter Beibeahltung der MGM funktioniert nicht.
Auf jeden Fall habe ich die meisten User hier bisher sehr differenzierfähig und weltoffen erlebt
Danke Anna. Es ist auch mein Eindruck, dass eigentlich alle von uns sehr aufmerksam lesen und sich um ein faires Urteil bemühen. ![]()
@ werner
Das kann ich gut nachfühlen. A.S.hat zweifellos Verdienste. Da ich sie schon seit wenigstens 30 Jahren "begleite", habe ich mich schon über so manchen ideologischen Kampfbeitrag von ihr geärgert.
@ werner
Ich behaupte nirgendwo, dass Du Ava etwas vorwirfst, was Du auch nicht tust. Du schreibst, dass Dich ihre Erklärung nicht befriedigt. Wahrscheinlich wolltest Du damit zum Ausdruck bringen, dass für Dich die Erklärung nicht ausreichend - oder unwahrscheinlich - ist ?
......Und einen Reim auf A.S. versuchen wir uns alle zu machen.
"Grob gesagt sind die Männer Täter und die Frauen Opfer... Ein Mann oder Junge als Opfer paßt da nicht gut ins Bild.
Es ist die Sorge mit den eigenen Anliegen " zu kurz" zu kommen. "
werner ich verstehe Ava im gleichen Sinn wie Du argumentierst. Sie nimmt A. Schwarzer nicht in Schutz, sondern versucht eine Erklärung dafür, warum diese auf einem Auge blind erscheint. Ich denke auch, dass unter anderem deren ideologisches Weltbild nicht mehr passt.
Hier böse Männer, da gute Frauen folgt einem sehr einfachen Dualismus zur Erklärung der Welt und hat den Vorteil, sich selbst den Guten zurechnen zu können.
Wie wäre es mit einem anderen Deutungsansatz: Der Mensch hatte auf dem Weg von seinen tierischen Vorfahren bis heute eine gewaltige kulturelle Leistung zu vollbringen. Das aggressivere Männchen hat viele Jahrtausende das Weibchen dominiert (ich lass mal die Formen des Matriarchats außen vor). Dies passt schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu unserer kulturellen Entwicklung und fand seinen Ausdruck in den Menschenrechten, dem Grundgesetz. Frauen sind gleichberechtigt und ihre Diskriminierung ist verwerflich. Die früheren Entwicklungsstufen der Menschheit enthalten aber auch andere archaische Elemente - wie z.B. symbolische Menschenopfer, bzw. Kastrationshandlungen oder -androhungen - die nicht mehr in die Zeit passen und abgeschafft gehören. Ab sofort sind sie als "Sünde" oder Vergehen zu betrachten. Schuldzuweisungen an irgendein Geschlecht aufgrund irgendeines gesellschaftstheoretischen Ansatzes (schuldig ist der Sündenfall "Patriarchat") machen keinen anderen Sinn als den, sich selbst die höhere Moralität zu zuschreiben. Eine Denkfigur, die sich auch in einigen Religionen und Ideologien findet und die schon immer hergab, die von der "bösen Seite" auszugrenzen, nicht zu beachten, ungerecht zu behandeln und noch mehr.
Ich gehe lieber ganz pragmatisch davon aus, ob einem Menschen - egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft - körperliches oder seelisches Leid zugefügt wird und ob sich dies nicht vermeiden lässt.
dass diese Foren hier nur mit Widerwillen zur Kenntnis genommen werden
Eine sehr kühne Behauptung. Gerade diese Foren habe ich an einigen Stellen sehr aufschlussreich gefunden.
Hat jemand dafür eine Erklärung?
Sie hat ja selbst in feministische Kreisen starken Widerspruch ausgelöst und will vielleicht ihre Leserinnen nicht verprellen. Ein anderer Grund könnte sein, dass sie wie die übrige Presse das Thema tief hängt und auf eine möglichst geräuschlose Verabschiedung des Gesetzes hofft: ihre größte Angst ist ja, dass jetzt das Totalverbot der FGM anfängt relativiert zu werden: es gibt ja Warnungen von Terre des Femmes beispielsweise, dass mit einer Legalisierung der Knabenbeschneidung leichtere Formen der FGM aus Gleichbehandlungsgründen auch legalisiert werden könnten. Das will sie sicher verhindern. Vielleicht ist sie aber auch ideologisch etwas verwirrt: das Patriarchat tut nicht nur Frauen Gewalt an, sondern auch (kleinen) Männern. Da stürzen ja Theoriegebäude ein. ![]()
Allerdings sehr umstritten.
Danke für den Hinweis. Durch den Artikel fühle ich mich darin bestätigt, dass man für kriegerisches und aggressives Verhalten nicht einen einzigen Grund als Ursache finden kann, sondern dass die Ursachen multifaktoriell sind. Ausgangspunkt war die Bemerkung von picard_72, der Diskussionsäußerungen über einen Zusammenhang zwischen Beschneidung und letztlich aggressivem Verhalten widersprach. Mit meinem Beitrag wollte ich ihn unterstützen.
Liege ich falsch?
Kann ich nicht beantworten. Mir ist als Beispiel, das für die These genannt wird, die Zeit vor dem 1. Weltkrieg in Europa in Erinnerung, als es in einigen der später am Krieg beteiligten Länder eine große Begeisterung für einen Kriegseintritt gab. Ich weiß nicht, wie hoch da die Arbeitslosigkeit war. Ich würde jedoch vermuten, dass Arbeitslosigkeit die Aggressivität steigern könnte.
Ein illusionsloses Dokument über den " harmlosen kleinen Eingriff".
Ich habe schon mit Leuten diskutieren müssen, die die Beschneidung für den angeblich verstärkten Hang von Amerikanern, Muslimen usw zu Krieg und Gewalt, religiösen Fanatismus, Gewalt gegen Frauen, usw usw verantwortlich machten.
Das ist die gemeinte monokausale Erklärung für Gewaltbereitschaft. Es gibt eine andere These, die z.B. Gewaltbereitschaft mit einem hohen Anteil junger Männer in einer Gesellschaft in Zusammenhang bringt. Welche Rolle spielt im religiösen Denken der Alleinvertretungsanspruch des Monotheismus? Welche Rolle spielen Hunger, Machtgier, Angst vor dem Nachbarn?
There's a new Inquisition emerging in Europe. Five hundred years later, a few hundred miles to the north, and with a different ideology fueling it -- but there it is, coming."
Das ist das verkehrte Bild: hinter der Inquisition in Europa steckte ganz massiv die Religion. Hier geht es aber vorwiegend um einen Anspruch des säkularen Rechtsstaates gegen archaische religiöse Rituale. Insofern könnte man eher fragen, ob der "heilige (Wort-)krieg, der von vielen Beschneidungsbefürwortern inzwischen geführt wird, nicht viel eher einem inquisitorischen Beispiel folgt.
Das ist eine Vorlage für unser StGB