Beiträge von sause18

    Ich kann mich nur den bisherigen und sachlich kritischen Reaktionen hier im Forum anschließen. Vor allem dieses Argument "wenn wir schon mal dabei sind, was zu operieren...." oder " 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen" mag man langsam nicht mehr hören und lesen. Das erinnert mich an meinen Cousin, der 1967 (!) am Leistenbruch operiert wurde und (....weil man ja gerade dabei war,zu schneiden....) ohne entsprechenden Befund beschnitten wurde. Auf jeden Fall sollte eine zweite Meinung eingeholt werden. Das Frenulum zu spalten oder zu durchtrennen, halte ich für bedenklich, da es es eine wichtige Funktion am Penis Deines Sohnes wahrnimmt. Es soll ein Hin- und Hergleiten der Vorhaut verhindern und die vollständige Bedeckung der Eichel sicherstellen. Nach einer Spaltung könnte diese Funktion arg beinträchtigt oder gar aufgehoben sein. Absolut suspekte Argumentationen !

    Ich wünsche Euch viel Glück, vor allem aber, dass Deinem Sohn ein operativer Eingriff am Penis jedweder Art erspart bleibt.

    Hallo Matthias,

    das ist leider ein Kernproblem der Beschneidung und wurde/wird früher und - gefühlt - noch heute von den Medizinern mit einem milden Lächeln abgetan. Hier im Forum wurden schon zahlreiche Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert, der zunehmenden Unempfindlichkeit der Eichel zu begegnen und durch gezielte Maßnahmen ( ob es spezielle Salben sind oder menhood etc ) eine zunehmende Verhornung zu verhindern. Welche Salben / Cremes wirklich wirken, ist sicher von Fall zu Fall verschieden und kann hier nicht pauschal beantwortet worden. Es gibt eine interessante, eigene Studie eines Mitgliedes in einem Forum in den USA. Er hat seine Eichel über Monate intensivst mit hochwertigen, Urea haltigen Pflegecremes behandelt. Im ersten Schritt wurde die Eicheloberfläche faltig, im zweiten lösten sich Hautschichten und die Eichel wurde immer glänzender. Als er diese Intensivpflege einstellte, setzte der Verhornungsprozess wieder ein. ?( Ich war erstaunt über diese Studie.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur vor dem Einsatz unnötiger, zu stark parfümierter Seifen warnen, weil sie den Prozess begünstigen. Weniger ist hier mehr und eine intensive Pflege der Eichel und Restvorhaut nach dem Duschen macht schon viel aus und sollte zur Selbstverständlichkeit werden, was die Studie des o.g. Leidensgefährten nur bestätigt.

    Die Frage, ob Du eine Wiederherstellung der Vorhaut wagen willst, musst Du letztlich selber treffen. Viele Betroffene starten dabei mit dem DTR Retainer, sofern genügend Resthaut verblieben ist. Grundsätzlich gilt wohl die Devise, dass Erfolg und Dauer einer Wiederherstellung in gewisser Weise von der Zeitspanne zwischen Operation und Dehnungstherapie abhängig sind.

    Viel Erfolg !


    :)

    Servus nigella-sativa aus Norddeutschland,

    ich habe Deinen Bericht gelesen und kann mich nur den Ausführungen bisheriger Kommentare und Antworten anschließen. Die Argumente des von Euch konsultierten Mediziners erinnern mich an die Einstellung zur Beschneidung in den 60er und 70er Jahren in meiner Heimatstadt. Für die Vorhaut eines Jungen waren die typischen Symptome ( aufgeblähte Vorhaut, gekrümmter Urinstrahl, dünner Urinstrahl ) ein Todesurteil schlechthin und dies alles wurde bei uns mit dem Oberbegriff "Phimose" legitimiert. Letztlich bin ich selbst Betroffener dieser Denk- und Operationsweise. Dass diese Kompromisslosigkeit heute noch gelebt und betroffenen Kindern und Eltern verkauft wird, kann ich nicht nachvollziehen. So lange Dein Sohn keine Beschwerden hat, die von Dir aufgezeigten Symptome keine (ggf. auch wiederkehrende ) Balanitis auslösen, kein Blut beim Urinieren austritt, würde ich weiter abwarten und auf den einsetzenden Ablösungsprozess der Vorhaut und einer Rückbildung der Symptome vertrauen.
    Im - hoffentlich ausbleibenden -umgekehrten Fall würde ich weitere Ärzte konsultieren und mich vielleicht auch in Deutschland nach der Möglichkeit des Vorhaut erhaltenden Eingriffs erkundigen.

    Alles Gute; ich wünsche Euch viel Glück und Deinem Sohn, dass ihm eine Beschneidung erspart bleibt.

    Hallo Elocin1707,

    nichts gegen Bepanthen, sie ist sicherlich eine hervorragende Wund- und Heilsalbe. Ich würde es an Deiner Stelle einmal mit einer hochwertigen Propolissalbe ausprobieren, da die entzündungshemmende Wirkung von Propolis enorm ist. Weiterhin gute Besserung für Deinen Sohn und hoffen wir, dass Tim eine OP. erspart bleibt.

    Wie sind keine Ärzte; zudem ist es schwer, nach so kurzer Zeit eine Statement abzugeben. Die OP. ist ja quasi erst wenige Tage her. In diesem Forum wurde die Schwellung nach Beschneidungen häufig beklagt und diskutiert. Auch die Frage nach dem Beschneidungsstil ist m.E. verfrüht.
    Ich habe an mehreren Stellen im Forum auf Erfolge mit den Präparaten Wobenzym und Phlogenzym verwiesen, die den Heilungsprozess beschleunigen und vor allem den Körper unterstützen, Blutergüsse und Schwellungen schneller abzubauen. Wir haben z.B. nach dem Extrahieren von Zähnen beste Erfahrungen damit gemacht. Beide sind rezeptfrei.

    An Deiner Stelle würde ich den Verlauf der kommenden Tage abwarten und dann einen Arzt konsultieren.

    Bei der Bestellung des TLC-X erbittet der Hersteller, Ron Low, Angaben über den erforderlichen / benötigten Durchmesser, anders als beim DTR und dem CAT-II Q. Insofern wäre es für etwaige Interessenten im Forum interessant, welchen Durchmesser Kegel und Pusher haben.

    Über die Frage warum und weshalb der Mann sich zu diesem Schritt entschieden hat, sollte man an dieser Stelle wirklich nicht diskutieren. Schließlich ist er volljährig und kann über seinen Körper selber entscheiden, im Vergleich zu den vielen Mitgliedern dieses Forum, die als Kinder aufgrund medizinischer oder religiöser Gründe beschnitten wurden und sich der Vorhautamputation nicht widersetzen konnten. Ich finde es allerdings erschreckend, mit welchem Tempo sich der Vorhornungsprozess seiner Eichel vollzogen hat. Insofern ist sein Tagebuch nicht uninteressant und bestätigt eigentlich nur den von vielen Ärzten belächelten oder als Bagatelle verworfenen und prinzipiell irreparablen Veränderungsprozess der Eicheloberfläche.

    Ich kann mich den Ausführungen von Urolüge nur anschließen. Ursache und Wirkung dürfen nicht verdreht werden. Sollte Deine Narbenphimose andere Ursachen haben, sollten die im Vorfeld abgeklärt werden. M.E. macht in Deinem Fall der Weg zu einem Hautarzt wirklich Sinn, um eine zweite Meinung aus einem anderen Fachbereich der Medizin zu bekommen.
    In diesem Forum wurde bereits mehrfach über die erstaunliche Wirkung von Weihrauchcreme z.T. in Verbindung mit Schwarzkümmelölsalbe berichtet. Ich selber bin absoluter Fan hochwertiger Propolissalbe, die antibiotische Wirkungen hat. Das sollte einen Versuch wert sein, bevor man sich zu einer Operation entscheiden sollte.

    Gut, dass Du Dich für Phlogenzym entschieden hast; ich bin sicher, dass der Heilungsvorgang dadurch beschleunigt wurde. Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung.
    Deine Frage, ob die Beschneidung zu einer generellen Verkürzung und Verdickung des Penis führt, wie von Dir beschrieben, vermag ich kaum zu beurteilen, da ich den Vergleich "vorher / nachher" nicht kenne; weil bei mir die OP. mit knapp 2 Jahren erfolgte. Wenn ich an meine Kinderzeit zurückdenke, weiß ich wohl, dass mein Penis - im Vergleich zu intakten Freunden und Schulkameraden - auch Jahre später sehr klein und geschwollen aussah und der in der Pubertät eigentlich eintretende Wachstumsschub sehr verhalten ausfiel. Meinem Cousin erging es exakt genau so. Man unterscheidet wohl generell zwischen einem "Fleischpenis" und einem "Blutpenis"; mein Cousin und ich haben beide die letztere Art. Vielleicht sind bei der Beschneidung des Blutpenis die Veränderungen in puncto Länge und Optik besonders krass.Das ist aber nur eine Vermutung.

    Den Beitrag kann ich nur um die Praktiken der 60er und 70er Jahre an unserem hiesigen Spital ergänzen - bleiben wir beim Beispiel "Phimose":

    Die Einlieferung des Patienten erfolgte am Montagnachmittag; die eigentliche Operation wurde am Dienstag durchgeführt und am Sonnabend stand die Entlassung an.
    Bei den sch damals häufenden Diagnosen über die "absolut medizinisch notwendige und alternativlose" Beschneidung wurde die Phimose zur "Gelddruckmaschine" und bescherte dem Herrn Chefarzt gewiss den einen oder anderen Winterurlaub in alpenländischen Metropolen. Ich muss dann unweigerlich an das Zitat von Max Liebermann denken.

    Ich kann Weguer nur zustimmen - vorsichtig mit Kältekompressen und dergleichen. Es wäre fatal, wenn sich dadurch eine Harnwegsinfektion etc. bilden würde.
    Aus eigenen Erfahrungen unterschiedlicher Art schwört unsere Familie auf Wobenzym oder Phlogenzym; das sind rezeptfreie Tabletten gegen Blutergüsse, Schwellungen etc. nach Operationen, z.B. Zahnextraktionen, Unterleibsoperationen usw. Sprich Deinen Hausarzt darauf an.
    Eine entfernte Verwandte ist unlängst von der Treppe gestürzt; ihr Körper war mit Blutergüssen übersät. Die Tabletten haben sofort angeschlagen.

    Viel Erfolg und gute Besserung !

    Ich habe in diesem Forum schon an mehreren Stellen auf die Präparate Wobenzym und Phlogenzym verwiesen. Diese rezeptfreien Mittel fördern den Heilungsprozess und bauen Schwellungen, Blutergüsse etc. schneller ab. Sie unterstützen die Selbstheilungsfunktion des Körpers. Unser ehemaliger Hausarzt (leider im Ruhestand ) hat uns diese Mittel nach Zahnextraktionen, Unterleibsoperationen usw. empfohlen.
    Sprich Deinen Hausarzt oder den Urologen auf diese Mittel an, vielleicht nützen sie.
    Wichtig ist es, die recht hohe Dosierung einzuhalten, um den gewünschten Heilungseffekt auszulösen.

    Von Herzen gute Besserung !

    Hallo,

    schön, dass es mit dem Tugger geklappt hat.

    Zu Deinen Fragen: Stellt sich ein Schmerz ein, ist das für mich ein Warnsignal. 24 Stunden den Tugger zu tragen, ist heftig - m.E. zu viel. Du solltest langsam, für einige Stunden starten und versuchen, die Dauer des Einsatzes langsam und schonend zu steigern. Die Rötung der Haut deutet auf einen zu langen Prozess mit zu hoher Spannung hin.
    Unter Zeitdruck zu arbeiten, ist der falsche Weg - denn Wunder sind nicht zu erwarten. Eine Vorhaut-Restaurierung dauert ihre Zeit.
    Die Eichel kann durch den Tugger anfangs noch unempfindlicher werden, weil sie jetzt dem Druck des Silikonkegels ausgesetzt ist und sich durch eine verstärkte Hornhautbildung schützen wird - zumindest war es bei mir so.

    Zur täglichen Pflege der gedehnten Haut und der Eichel benutze ich eine Propolis-Creme. Es gibt Stimmen, die den Einsatz von Cortisonsalben empfehlen, um den Vorgang zu beschleunigen. Davon würde ich dringend abraten.

    Viel Erfolg und vor allem wünsche ich Dir die notwendige, absolut erforderliche Geduld.

    Wir sind keine Ärzte, ich würde den Verlauf weiter beobachten. Als Laie würde ich die Schwellung als normal und typisch beurteilen. Sprich den Urologen oder den Hausarzt bitte auf Wobenzym oder Phlogenzym an. Die Tabletten tragen zur spürbar schnelleren Rückbildung der Schwellungen und Blutergüsse bei. Sie wirken unterstützend auf den Körper beim Abbau von Schwellungen etc. und sind m.W. ohne Nebenwirkungen. Beide Präparate sind rezeptfrei. Wir haben z.B. nach Zahnextraktionen, Unterleibsoperationen sehr gute Erfahrungen damit gesammelt. Wichtig ist, dass die empfohlene, recht hohe Dosierung auch eingehalten wird.
    Viel Erfolg und vor allem gute Besserung ! Auch ich halte eine Kritik an der Art und Weise der erfolgten Beschneidung noch für verfrüht, weil die zwangsläufige, optische Veränderung durch die OP von der starken Schwellung beeinträchtigt wird.

    Das Problem der gräulich-weißen Eichel kenne ich selber, vor allem an der Eichelspitze. Mit Urea haltigen Produkten habe ich gute Erfahrungen gemacht.
    Für einen stark verhornten Fußnagel hatte ich eine 40 %ige Urea Creme mit Teebaumöl und Aloe Vera gekauft. Die schlug für den vorgesehenen Zweck rasch an. Und aus Neugierde habe ich dann eines Tages nach dem Duschen die Eichel damit eingecremt; das Procedere abends wiederholt und die Eichel mit dem Retainer geschützt. So wurde sie über Nacht mit der Creme "versorgt". Die Reaktion in den ersten Tagen war = 0. Aber als ich nach etwa einer Woche morgens den Retainer abzog, war sie mit Konturen überzogen, die sich rasch als sich ablösende Hornhautpartikel entpuppten und mit dem Duschen abgespült wurden. Ich habe die Creme -wie beschrieben- weiter benutzt und konnte in den Folgetagen ein Schicht nach der anderen von abgelöster Hornhaut durch leichtes Rubbeln entfernen. Die beschriebenen, unschönen weißlich-grauen Flecken und Konturen sind seitdem verschwunden und haben sich nicht neu gebildet. Die Eichel ist seitdem viel weicher als zuvor und hat wieder eine - aus meiner Sicht - gesunde Farbe, wie ich es aus Kindertagen noch in Erinnerung habe.

    Zudem kann ich mit gutem Gewissen zur täglichen Pflege der Eichel und der gedehnten Haut Körperbutter empfehlen. Wir haben uns aus einem Urlaub in Österreich mehrere Dosen einer Körperbutter mit Quitten-Extrakt mitgebracht, die ich - wie oben beschrieben - nach dem Duschen und nachts auftrage. Der Erfolg ist immens. Leider liefert die Drogerie-Kette über ihren Internet-Shop keine Waren nach Deutschland aus.

    Hallo Onka92,

    vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Bericht mit Deinen Erlebnissen. Solche Erfahrungen / Erlebnisse können für das Forum nur hilfreich sein.

    Die eine oder andere Parallele zu meiner Kinder- und Jugendzeit habe ich dabei entdecken können.

    Vor allem haben Deine und meine Mutter offensichtlich das selbe, stark ausgeprägte Mitteilungsbedürfnis ggü. Dritten. Wie an anderer Stelle schon beschrieben, konnte meine Mutter es sich nicht verkneifen, in der Verwandschaft, Bekanntschaft, bei Nachbarn usw. den Leuten zu erzählen, dass mir - O-Ton "der Piepmatz vorne ganz abgeschnitten " worden sei. Ich stand dann wie ein "begossener Pudel" daneben. Selbst in Gegenwart anderer Kinder, z.B. meiner Cousinen, hatte sie keinen Respekt vor diesem Eingriff, den man wirklich nicht jedem, der es wissen will oder nicht, auf die Nase binden muss.

    Anstatt mir zu zeigen, wie man den Penis zu reinigen hat, legte sie lange Zeit, selbst als ich schon 10 oder 11 Jahre alt war, immer noch selber Hand an und klappte die verbliebene kurze Resthaut zurück, um Smegma zu entfernen, was ich als peinlich und zudem äußerst unangenehm empfand.

    Die Beschneidung hat mich Sicherheit das Verhältnis zu meinen Eltern geprägt. Damals wie heute werfe ich ihnen vor, dass sie übereilt gehandelt haben, die Meinung eines 2. Arztes hätten einholen müssen und sich auf die sehr einseitig ausgelegten Argumente eines nicht unumstrittenen Chirurgen verlassen haben.

    Hi Lo101,

    zunächst einmal finde ich es sehr gut, dass Du Dir den Kummer von der Seele geschrieben hast. Du bist in diesem Forum mit dem Problem nicht allein und wirklich gut aufgehoben.

    Deine geschilderte Situation, Deine Gefühle und Eindrücke kann ich vollends verstehen. Auch bei mir hat sich schon in der Kindheit rasch das von Dir geschilderte Minderwertigkeitsgefühl entwickelt, weil ich recht frühzeitig feststellen musste, dass mein Penis durch die Beschneidung völlig anders aussah, als bei intakten Jungen. Bei mir kamen leider verschiedene Aspekte zusammen:

    1. Eine starke Traumatisierung in Bezug auf Ärzte. Meine Mutter erzählte mir, dass ich einige Jahre nach der OP immer noch panische Angst vor Ärzten und dem weißen Kittel hatte. Das lässt vermuten, dass ich mit knapp 2 Jahren mehr von der OP mitbekommen habe, als vielleicht angenommen.

    2. Die ungewollte Übernahme einer Außenseiterrolle; ob Kindergarten, Grundschule oder später Gymnasium: Meistens war ich der einzige in der Gruppe oder Klasse ohne Vorhaut. Ich habe meine Schulfreunde immer beneidet. Und irgendwie stellte sich immer wieder die Frage: "Warum gerade ich ?"

    3. Der Umgang der Gesellschaft mit uns Beschnittenen; die Intoleranz kannte keine Grenzen. Wie an anderer Stelle in dem Forum von mir geschildert, wurde ich wegen der operierten Phimose regelmäßig von sog. "Freunden" im Kindergarten und i.d. Grundschule gehänselt. Die Folge war, dass ich als Kind lieber mit Mädchen spielte (davon gab es reichlich in der Nachbarschaft ) als mit Jungen und bewusst gewisse Sport- und Spielarten unterließ, z.B. den Schwimmsport. Die Neigung meiner Mutter, Verwandten, Freunden und Bekannten zu erzählen, dass ich an einer Phimose operiert worden sei, wenn das Thema Kinderkrankheiten besprochen wurde, empfand ich als psychische Belastung.

    4. Der Faktor Schmerz: Es hat einige Jahre gedauert, bis sich die Eichel an den operierten Zustand gewöhnt hat. Intimpflege- von meinen Eltern mit einer gewissen Pedanterie betrieben - war ein Problem, denn die Seifen der 60er Jahre brannten höllisch.

    5. Physische Probleme mit der verbliebenen Resthaut, die sich wie eine Plastik oder ein Fremdkörper anfühlte, geschwollen und nur schwer zu bewegen war. Ich hatte immer das Gefühl, einen viel zu engen Ring hinter der Eichel zu tragen. Vermutlich ist bei der Beschneidung gepfuscht worden. Diese Enge konnte ich mit Einsatz der Dehnungsgeräte erstaunlicherweise beheben. Physische Probleme durch die stetig nachlassende Sensibilität der Eichel und eine zunehmende Verhornung, wie von vielen hier im Forum beschrieben.

    6. Ganz ehrlich: Höllische Angst wie Du vor dem "sich Outen" ggü. einem Mädchen. Wie reagiert meine Freundin auf einen operierten Penis, der seiner Vorhaut beraubt wurde und der vergessen hatte "hier" zu rufen, als der Wachstumsprozess hätte starten müssen. Ich hatte Glück; denn sie vertrat die damals stark verbreitete Ansicht, dass die Beschneidung des männlichen Gliedes das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, deutlich schmälert.

    Sechs Punkte, die Dir vielleicht mehr oder weniger bekannt vorkommen. Würde mein Cousin sich zu dem Thema äußern, würden wir auf zahlreiche Parallelen stoßen.
    Vielleicht tröstet Dich diese Schilderung.

    Als ich vor Jahren über das Internet überhaupt von der Möglichkeit dieser Wiederherstellung erfuhr, habe ich sofort gehandelt. Da zwischen meiner Beschneidung und dem Beginn der Dehntherapie über 40 Jahre lagen, kann man sich vorstellen, wie mühsam der Prozess verlief.

    Deinen Wunsch über die Abhilfe des geschilderten Zustandes kann ich uneingeschränkt nachvollziehen, ich hätte in dem Alter auch so argumentiert, wenn es 1977 derartige Geräte schon gegeben hätte. Unterstützend eingreifen kann und darf ich aber nicht. Du musst durchhalten und spätestens mit Beginn der Volljährigkeit über den Kauf eines Wiederherstellungsgerätes selbst eine Entscheidung treffen, wenn Du z.Zt. als Minderjähriger bei den Eltern nicht auf das gewünschte Echo stoßen solltest. Meine Eltern hätten einem derartigen Erwerb seinerzeit auch niemals zugestimmt und wissen bis heute nicht, dass ich mit über 50 Jahren quasi wieder intakt bin. Gibt es in Deiner Familie vielleicht jemanden, der Dich bei Deinem Vorhaben unterstützen kann ?

    Du solltest aber die kommenden Jahre nutzen und die verbliebene Haut auf den Dehnungsprozess quasi vorbereiten. Ich persönlich würde zu einer qualitativ wertvollen Propolissalbe tendieren und die Resthaut regelmäßig damit behandeln und auch dehnen. Gewiss ist - je eher Du mit dem Dehnen startest um so zügiger verläuft der Prozess, da Dein Körpergewebe noch jung und elastisch ist. Insofern bin ich sicher, dass die geplante Restaurierung 12 Jahre nach der Beschneidung erfolgreich verlaufen wird.

    Zum Trost bleibt Dir die Option: " Ich bekomme meine Vorhaut zurück". Das sollte Dich über Deine geschilderte, absolut nachvollziehbare Situation hinweg trösten. Versuche, den momentanen Zustand als vorübergehend zu belächeln und über den Dingen zu stehen, die Dich zu Recht belasten. Der Wert eines Menschen steht und fällt nicht mit Frage über die erfolgte Beschneidung seines Genitals.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Energie und vor allem für die geplante Wiederherstellung viel Erfolg

    Das tut mir sehr leid. Die beiden Salben wurden ja als d i e Alternativen zum Cortison schlechthin gefeiert.

    Während der Dehntherapie zur quasi Wiederherstellung der Vorhaut bin ich irgendwann angefangen, die strapazierte Haut und die Eichel mit einer recht hochwertigen Propolissalbe zu behandeln. Das habe ich - auch während der Dehnungspausen - beibehalten. Die Haut hat es mir gedankt. Propolis wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Das wäre vielleicht einen Versuch wert, die offensichtlich arg erkrankte Haut auf natürliche Art zu therapieren und dich vor allem von den Schmerzen zu befreien.

    Alles Gute und vor allem gute Besserung.

    Interessante Diskussion; offensichtlich war der Beschneidungswahn unterschiedlich ausgeprägt. Ich habe unverändert den Eindruck, dass in unserer Stadt (Niedersachsen ) in den 60er und 70er Jahren zu häufig zur Schere gegriffen wurde, anstatt zuerst medikamentös eine Linderung herbeizuführen. In meinem Fall gehe ich davon aus, dass ich keine Phimose hatte, meine Eltern schlicht und ergreifend den falschen Arzt konsultiert haben. Kann man von einem Chirurgen die Verordnung einer Salbentherapie anstelle des Skalpells erwarten ?
    Ähnlich erging es meinem Cousin. Seine Vorhaut wurde Opfer einer Leistenbruch-OP. Bis heute versichert er, keine Probleme mit der Vorhaut erlebt zu haben.