Auch nochmal von mir ein Danke Weguer für dies offene und ehrliche Buch. Ich hoffe es erfährt die Aufmerksamkeit die es verdient.
Hab das Buch jetzt schon seit August, bin aber bis heute nicht weiter als bis Seite 94 gekommen. Ich muss oftmals nach wenigen Seiten das lesen unterbrechen oder manchmal auch ganz abbrechen, auch wenn ich das ganze nicht als Kind durch machen
musste, finde ich mich doch in vielem was du beschreibst wieder.
Gerade das Gespräch mit deinem Freund Michael hat mich ziemlich getroffen, denn dies ist einer der Punkte vor denen ich am meisten Angst habe. Mein bester Freund ist auch beschnitten, ich weiss es von ihm, er aber nicht von mir. Ich kann es auch nicht thematisieren, da ich tatsächlich eben Angst habe, dass er kein Verständnis dafür hat, dass er mich nicht versteht, mich nicht für voll nimmt.
Natürlich könnte es auch sein das er Probleme damit hat, aber das Risiko kann ich nicht eingehen. Es würde definitiv der Freundschaft schaden, wenn er es nicht versteht.
Ich hänge gerade eben auf jener Seite 94, auf der du von Tom R. berichtest, der von seinem Vater, einem Arzt, wegen angeblicher Phimose im alter von 6 Jahren beschnitten wurde. Hier gab es ein Gespräch zwischen dem Vater und einem indischen Kollegen, der darauf hin meinte:"Das ist gut, dann geht die ganze Energie in den Kopf!"
Nach dieser Aussage hatte ich Tränen in den Augen und musste das Buch erstmal weg legen.
Ich muss dieser Aussage leider zustimmen, denn es ist auch bei mir so!
Seit meiner Beschneidung, ist meine ganze Energie in meinem Kopf, aber es ist definitiv keine positive Energie die mich da seitdem jeden Tag auf Schritt und Tritt begleitet.
Von daher habe ich gerade auch in der heutigen Zeit überhaupt kein Verständnis für egal welche angeblichen Vorteile sich die Medizin oder Menschen immer wieder einfallen lassen, einen solchen Eingriff an kleinen wehrlosen Kindern durchzuführen. Der Eingriff wird auf jedenfall Narben hinterlassen, ob "nur" in kosmetischer Form, oder seelischer Form ist dabei nie absehbar. Deshalb sollte dieser Eingriff immer das letzte Mittel sein und wenn möglich erst als Erwaschsener nach eingehender Aufklärung über Langzeitfolgen erfolgen.
Danke für dieses Buch
Hoffentlich öffnet es endlich die Augen und Herzen derer, die viel zu lange weggeschaut haben und diese Op als doch "nur kleinen Schnitt" bezeichnet haben.