Beiträge von Tante Jay

    Ein Anhaltspunkt ist der Rabbi-Rat in Israel selbst, der gegründet wurde, um Todesfälle und Klagen nach der Beschneidung zu untersuchen. Der ist zwar nur ein Feigenblatt - die Beschneidungen sind *IMMER* fehlerlos ausgeführt, aber das Kind hatte da leider leider eine Blutungsneigung oder die blöde Mutter hats gestillt, damits nicht so schreit, hättse ja wissen können, dass der Kleine davon sterben kann nach so einer OP....

    Ein weiterer ist die Regel, dass du, wenn 3 Beschneidungen mit dem Tod des Kindes enden, das vierte Kind intakt lassen darfst.

    Das sagt durchaus etwas über die Häufigkeit von Problemfällen aus, wenn man es für nötig befindet, solche Regeln und Institutionen einzurichten, damit die Leute bei der Stange bleiben...

    Ich hab mir das Loblied auf die weibliche Beschneidung angesehen.

    1. fiel auf, dass mit der Playgirl-Kampagne pro female-circ die Preise für die Beschneidung nach oben gegangen sind. Von 50 Dollar auf 100 Dollar in 2 Jahren.

    2. Die Argumente, die die beschnittene Frau dort anführt sind 1:1 die Argumente die alle pro-circ Männer und Frauen anführen. ALLE. Da fehlt auch nicht eins.

    Sie war doch so begeistert von der Entfernung ihrer Klitorisvorhaut. Mich würde mal interessieren ob sie das heute, fast 40 Jahre nach dem "kindest cut of all" immer noch so sieht.

    Denn inzwischen müsste bei ihr eingetreten sein, was bei den Männern voller Wucht eintritt - immerhin ist ihre Klitoris ja noch durch die Labien geschützt: Die Keratinisierung und die Desensibilisierung.

    Ich sehe ja die Äußerungen der US-Mütter, die dem Peerdruck, ihre Söhne zu beschneiden, standgehalten haben. Das sind Äußerungen wie diese hier:

    Doch Mokhtar Alios Unverblümtheit ist manchen Männern ein Dorn im Auge,
    selbst wenn er Vizepräsident seiner Gemeinschaft ist. Ähnliche
    Erfahrungen macht auch Deeqo Ahmed mit ihrem Engagement gegen die
    Beschneidung. Sie wird als Verräterin betrachtet, als jemand, der die
    kulturelle Identität kaputt machen will. «Meine Leute glauben, dass ich
    unsere Kultur gegen Geld verkaufe», sagt sie. Sieht sie aber ihre
    neunjährige Tochter an, die während des Gesprächs keck neben ihr auf dem
    Sofa sitzt und beim Wort «Beschneidung» Grimassen zieht, leuchtet ihr
    Gesicht: «Sie ist intakt.»


    Die Mütter, die gegen alle Konventionen für ihre Söhne gekämpft haben, sind genauso stolz darauf, dass ihr Sohn intakt ist wie diese Mutter es ist, dass ihre Tochter intakt ist.

    *seufz*

    Und die Mütter die das nicht geschafft haben, leben in ihrer persönlichen Hölle.

    Und die Väter? Die sind bei beiden Debatten so seltsam unsichtbar...

    Mal ne saublöde Frage...

    Der Junge ist doch jetzt nicht "ordentlich beschnitten" - was ist in dem Fall eigentlich angesagt? Abwarten, bis das abgeheilt ist und dann wird die Vorhaut "endlich" entfernt?

    Der Pfuscher hat da doch zu tief geschnitten? Die Vorhaut müsste noch dran sein?

    Die Frage kam grad im Bekanntenkreis auf und um eine leicht angeheizte Stimmung etwas zu entschärfen, hab ich versprochen mal nachzufragen. ;)

    Während des 19. Jahrhunderts und bis zu den 1940er und 1960er Jahren wurden in Europa und Nordamerika Klitoridektomien und andere operative Eingriffe wie Kauterisationen und Infibulationen an weiblichen Genitalien durchgeführt. Dies geschah, um vermeintliche weibliche „Leiden“ wie Hysterie, Nervosität, Nymphomanie, Masturbation und andere Formen so genannter weiblicher Devianz zu „heilen“


    Ist also auch im Westen noch gar nicht so lange her. Heute schlägt man darüber die Hände über dem Kopf zusammen - und das wird man irgendwann auch bzgl. MGM tun. Wie war das alles möglich damals?

    Wie es heute auch noch möglich ist: Durch Unwissenheit und durch puren Aberglauben und durch das, was man so schön als "peer pressure" umschreibt.

    Meine Großeltern wollten meinen Vater nicht katholisch taufen lassen. Für meine Großeltern ein Unding. Das geht gar nicht. Und als sie den Kleinen dann mal für 2 Tage hatten, wurde den Eltern danach stolz der Taufschein präsentiert. Schuldbewußtsein? Ah watt.

    Ich habe viele Berichte von amerikanischen Müttern gelesen, wo die Großeltern oder Familienmitglieder massiv Druck ausgeübt haben, den Sohn doch bitte beschneiden zu lassen. Weil, wissenschon. Ist sauberer und er befleckt sich dann nicht selbst. Das ist übrigens definitiv einer der Hauptgründe, warum im Bible belt noch so exzessiv beschnitten wird: Die Masturbationsverhinderung.

    Und das ist dann schlichtweg sexueller Missbrauch - kann man nicht drüber diskutieren.

    Ich warte übrigens auf den ersten Bericht, dass die Großeltern die Beschneidung gegen den Willen der Eltern durchgeführt haben, weil sie es für besser hielten.

    Bei den Frauen war das ja lange Zeit auch so. Die ersten Feministinnen waren dann aber so aggressiv drauf, dass die weibliche Beschneidung sehr schnell in Verruf kam.

    Es wird Zeit, dass allen klar wird, dass man nicht eine gute und eine schlechte Beschneidung haben kann. Jungs gut Mädchen böse - so funktioniert die Rechnung nicht.

    In arabischen Ländern ist die kleine Sunna auf dem Vormarsch, weil erkannt wird, dass bei der Jungenbeschneidung Nachsicht geübt wird. Und bei den Mädchen wird doch auch nicht viel abgeschnitten - nur die Vorhaut. Was bei Jungs nicht schlecht ist, kann doch bei Mädchen nicht böse sein?

    Und genau das ist das Problem in der Argumentationskette der Feministinnen. Wenn man nicht will, dass die FGM durch die Hintertür wieder Einzug hält, dann wirds Zeit, dass man die GM allgemein verbietet. Also die Genital Mutilation - ganz genderfree.

    Es wird soviel von Gender Equality gesprochen. Aber gerade in diesem Fall sehe ich die nicht.

    Dafür aber sehr viel Derailing aus dem Lehrbuch: Die eigenen Privilegien verteidigen indem man die anderen marginalisiert.

    http://journalistenwatch.com/cms/2012/11/17…ere-farce-wird/

    Witzig. Die Quelle ist sogar noch hier:

    offener Brief an Frau Dr. Antje Yael Deusel von MOGIS e.V.

    Frau Deusel führt die Periah durch, das Abschaben des Vorhautinnenblattes. Ich glaub, mit dem Fingernagel, der dafür extra lang gelassen wird?

    ah, habs, danke Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Brit_Mila…rung_der_Periah

    Einführung der Periah

    Dem israelischen Anthropologen und Soziologen Nissan Rubin, Professor an der Bar-Ilan-Universität,
    zufolge enthielt die jüdische Beschneidung in den ersten beiden
    Jahrtausenden nicht die Periah, das (somit restlose) Abschaben der
    inneren Vorhaut von der Eichel. Diese sei erst in der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (132-135 n. Chr.) von den Rabbinern auferlegt worden, um das u. a. im Talmud und bei den Makkabäern (1 Makk 1,11-15 EU) erwähnte, andernfalls nicht erklärbare meshikhat orlah zu verunmöglichen. Dieses Epispasmus genannte Wiederherstellen der Vorhaut
    durch Strecken sei im Zuge des hellenistischen Einflusses häufig
    vorgekommen, da in der griechischen Gesellschaft eine sichtbare Eichel als obszön und lächerlich galt.[54]

    Volker Beck *seufz*

    Wann immer Volker Beck abzuwägen hatte zwischen Kindesrecht und Erwachsenenwille, hatten die Kinder leider verloren.

    Ob das nun sein Einsatz für das Recht von Erwachsenen auf Ausübung ihrer Sexulität auch pädophiler war, oder ob es jetzt sein Einsatz für die Beschneider war... egal. Wenn Kinder Schutz brauchen, brauchen sie auf Volker Beck nicht zu zählen.

    Und hinzu kommt ja noch Antje Vollmer. Die hat die Relativierung doch erfunden. Guckt euch das mal hier an:

    http://antje-vollmer.de/alte%20schlachten.htm


    Geht mir weg mit den Grünen, echt.

    Sieht eher aus wie ein Fall von gewaltsamen zurückziehen - er hatte ja eine "Phimose", also vermute ich, dass der Mann im Haus dem Mann helfen wollte.

    Evtl. hat Papa ihm auch gesagt: "Zieh mal kräftig dran, dann geht das schon." und schwupps hatte der Steppke ein Problem.

    Zur letzteren Version passt ja auch, dass der Kurze so vehement war, dass Papa ihn "da" nicht angefasst hat.

    Danke für den Link, das wird ja spannend. Wenn das durchkommt, dann fließen die Krokodilstränen: "also sooo haben wir das ja nicht gewollt!" Ja aber wenn die "Prämien" so hoch sind, dann wird der Mensch erfinderisch.

    Klasse, dann kommt die Vorhaut-Polizei mit sechs Mann, und wenn du Widerstand leistest gibt es noch den Knüppel auf den Kopf. Dann wirst du festgeschnallt, und wie sehr du auch zappelst, sie schneiden dir was von deinem besten Stück ab. :cursing: (würg)

    Aber seltsam, warum empört der Gedanke viele Menschen, die das bei Babys für zulässig halten?

    Weils hier um Erwachsene geht, die sich dran erinnern können und die man nicht eben auf nem Circumstraint festschnallen kann und dann kann der sich nicht mehr wehren. Hinzu kommt, dass die bei Babies irgendwie glauben, dass das alles schon gutgeht (tote Babies aufgrund von Beschneidungen kommen doch nur in Einzelfällen vor und bei weitem nicht in dem Umfang, wie die Kinder tatsächlich sterben oder fürs Leben verstümmelt werden), bei Erwachsenen, die auch durchaus kastriert werden können und die vor allem eine laute Stimme haben um das Unrecht anzuprangern, dass ihnen geschehen ist.

    Und gerade in Deutschland ist es generell so, dass man die Leiden von Kinder als "da wächst es schon raus" abtut. Kinder leiden - aber sie vergessen auch schnell und wenn man ihnen einen Lutscher (oder bei Babies die Brust) gibt, dann ist bald alles wieder gut.

    Heile Heile Gänschen.

    Das ist auch imho eins der Hauptprobleme, gegen das man ankämpfen muss: Dass endlich anerkannt wird, dass Kinder ganz genauso leiden wie Erwachsene, wenn ihnen so etwas angetan wird.

    Wird Zeit, dass isch das rumspricht.

    Hat einer von euch Owino Quane in der Facebook-Friendslist?

    Es gibt in Kenia jetzt den ersten Landkreis, der die Beschneidung als HIV-Prävention verpflichtend machen will. Danke WHO.

    http://www.standardmedia.co.ke/?articleID=200…288381481237582

    Erzwungene Beschneidung ist in Afrika offenbar auch mehr oder weniger gang und gäbe. Da werden Politiker, die einem Stamm angehören, der nicht beschneidet, von einem anderen Stamm schon mal als "Kind" angesehen, weil sie nicht beschnitten sind. Ein anderer Bericht zeigt, dass ein Luo-Mann zwangsweise beschnitten wurde und noch ein bisschen ausgepeitscht - scheint einen besseren Eindruck zu machen. Auffällig ist, dass es oft Jugendliche sind, die dieses Ritual durchführen.

    Extrem spannend ist diese Begründung, die mir *irgendwie* bekannt vorkommt:

    "According to South African newspapers, the subsequent trial became "a landmark case around forced circumcision."[65]
    In October 2009, the Bhisho Equality Court (High Court) ruled that, in
    South Africa, circumcision is unlawful unless done with the full consent
    of the initiate.[66]
    According to Thembela Kepe, traditional leaders allege that the ban on
    forced circumcision is "a violation of cultural rights enshrined in the
    Constitution."[67]"

    Ich hab auch noch irgendwas im Hinterkopf von Fangprämien für unbeschnittene Jungen, die dann zwangsweise beschnitten werden, weil die Kliniken von der WHO Kopfprämien bekommen, aber ich find den Artikel nicht mehr :(

    Oh und man soll nicht glauben, dass die weibliche Beschneidung da vom Tisch ist:

    http://www.standardmedia.co.ke/lifestyle/arti…ircumcised-wife

    Cheers für den Ehemann. Ich stelle gerne eine Lieferung Meinungsverstärker zusammen.

    Treffer, Dickschiff versenkt. Zumindest das Heck.

    Ich habe mit einer guten Freundin gesprochen, sie kommt aus Nashville, Tennessee. Sie ist im Süden der USA und schwarz.

    Auf die Frage ob die Männer/Jungen in ihrer Familie beschnitten sind, antwortete sie mit "ja".

    Sie WEISS, dass das keine gute Sache ist. Sie weiß sehr genau, dass die Beschneidung ein Problem ist. Aber, um es mit ihren Worten zu sagen:

    "Wir haben nur soviel Kraft für den täglichen Kampf, dass wir uns unsere Kämpfe aussuchen müssen. Die Beschneidung ist furchtbar, ja. Aber unser vordringlichstes Problem gilt der Tatsache, dass zu viele unserer Kinder nicht alt genug werden, um überhaupt Kinder zu bekommen."

    Und sie hat recht. Und an der Stelle vergesst mal Political Correctness.

    Die meisten schwarzen oder Latino Kids dort haben bereits im Grundschulalter Erfahrungen mit dem Tod gemacht. Sei es, dass ein Klassenkamerad erschossen wurde, sei es, dass der Bruder/die Schwester/ein Elternteil verstorben ist - meist in einem Gewaltakt.

    Als ich vergangenes Jahr dort war, war ich auf einer Trauerfeier für einen 12jährigen. Erschossen in seinem Bett. Durch die Holzwand des Hauses. Warum?
    Streit auf dem Schulhof. Ja, es ist tatsächlich so bescheuert gewesen.

    Diese Nachrichten sind so normal inzwischen dort, dass sie es nicht mehr in die Nachrichten schaffen. Ich kenne meine Freundin dort seit fast 20 Jahren. In diesen 20 Jahren hat sie 2 Söhne, einen Enkel und 4 Nichten und Neffen verloren. Alle wurden erschossen oder erschlagen.

    Nein, einer Gang gehörte keiner dieser Menschen an, nur um das Vorurteil mal beiseitezunehmen. Aber Schießereien sind dort alltäglich. Und es ist auch alltäglich, dass Menschen getroffen werden, die damit nichts zu tun haben.

    Nur um mal klarzumachen, wogegen Brother K, Carole Anne Masque und Shelley Wright dort drüben kämpfen.