Beiträge von Sokrates

    bekommst du die vorhaut noch rüber ? Ich ja in jeden Zustand. Bloß es rollt nicht mehr von alleine über die Eichel wenn ich umkrempel nur wenn deumavan drauf ist sieht noch anders aus wie beschnitten schon..

    Hallo Notlage: Du schreibst hier sehr ausführliche Beiträge mit sehr vielen Links zum Thema Entzündung.

    Aber der Threadersteller hat doch offenbar gar keine Entzündung! Auf dem Bild ist auch keine zu erkennen. Sein einziges Problem scheint zu sein, dass seine Vorhaut sich von allein hinter die Eichel zurückrollt.

    Ich möchte dich bitten, beim Thema zu bleiben. Danke.

    Elias_m08 ist mit dem Resultat zumindest optisch unzufrieden. Da sollten wir ihm jetzt die Unterstützung geben.

    Da hast Du grundsätzlich recht. Ich habe auch lange überlegt, ob ich meinen letzten Beitrag schreiben soll.


    Aber glaubst Du nicht, er hat ein Recht zu wissen, ob er eine Beschneidung aufgeschwatzt bekam, seitens des Arztes aus welchen Motiven und Gründen entsprechend dem medizinischen Kenntnisstand auch immer falsch behandelt wurde.
    Ferner sind Ärzte ganz grundsätzlich bei allen Behandlungen in allen medizinischen Bereichen rechtlich verpflichtet, Patienten über etwaige Alternativen aufzuklären, was hier zumindest laut Schilderung von Elias_m08 nicht getan wurde. * Ohne diese Aufklärung ist die Einwilligung unwirksam.


    * Zumindest nicht verbal und in einer verständlichen Form. Ich kann mir aber vorstellen, dass auf dem Einwilligungsbogen, den er unterzeichnet haben, solche Alternativen vermerkt waren.

    Also von mir aus, kann man meinen Beitrag auch löschen.

    Nein das war eigentlich nicht das Thema. Ich hatte mal eine Entzündung das war aber nicht so schlimm und ist wider verheitl. Es war halt nur so dass ich die Vorhaut auch im schlafen zustand nicht über die Eichel schieben konnte. Des war der Grund zum die Beschneidung machen. Dass es nicht normal ist hab ich schon vorher gewusst weil schon früher der Arzt mal gesagt hatt dass ich möglichst oft beim Duschen und Baden versuchen soll zu dehnen im warmen Wasser.
    Das hat aber eig nicht wirklich was gebracht und irgendwie bin ich auch selber dran schuld weil ich ned so fleissig mich an den Rat gehalten habe


    Auf Grundlage dessen, was Du mir berichtet hast, erachte diese Beschneidung für absolut fehlindiziert, d. h. unnötig. Dein behandelnder Arzt, der dich beschnitten hat, hat dich entweder aus Unwissenheit falsch informiert oder gar getäuscht.


    Ich halte es ehrlich gesagt für zweifelhaft, ob bei dir überhaupt irgendeine Behandlung (egal ob konservativ oder chirurgisch) notwendig war, oder ob Du nur etwas mehr Zeit und Geduld benötigt hättest.

    Jeder Junge hat eine bestimmte Zeit seines Lebens eine Vorhaut, die sich nicht (komplett) hinter die Eichel zurückziehen lässt. Bei der Geburt ist bei allen Jungen die Vorhaut noch verengt und mit der Eichel fest verklebt, und folglich nicht-zurückziehbar. Das ist normal. Es ist keine Krankheit. Dieser Zustand wird manchmal auch "physiologische Phimose" genannt und löst sich mit zunehmenden Alter ganz von allein.

    Wie viele wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, besteht eine sehr, sehr große Bandbreite, ab welchem Zeitpunkt diese Lösung abgeschlossen und sich die Vorhaut vollständig zurückschieben lässt.

    Bei einigen Jungen wird die Vorhaut tatsächlich im Verlauf der Pubertät wohl unter Einwirkung der Pubertätshormone voll zurückziehbar. Schau dir z. B. diese Graphik hier an, die einige wissenschaftliche Untersuchungen über die Vorhautentwicklung graphisch darstellt. (Anklicken zum Vergrößern).


    Mit 14 Jahren warst Du sozusagen körperlich noch nicht komplett "fertig entwickelt". Es wäre also durchaus möglich gewesen, dass die Vorhautverengung noch von allein gelöst hätte.

    Gemäß aktuellen Leitlinien sollte eine Behandlung einer Phimose bei Jungen vor Abschluss der Pubertät auch nur aufgrund von Beschwerden (einschließlich narbiger Veränderungen) stattfinden und nicht einfach nur, weil die Vorhaut noch eng ist bzw. nicht zurückziehbar ist.


    Natürlich ist es so, dass wenn z. B. der erste GV bevorsteht, und wenn Du Angst hast, die mangelnde Beweglichkeit der Vorhaut dir Probleme bereiten könnte, eine Behandlung mit dem Ziel, die Vorhaut zurückziehbar zu machen, durchaus angemessen sein könnte. Das muss man im Einzelfall entscheiden. Aber diese Behandlung wäre in diesem speziellen Fall dann eine konservative (nicht-chirurgische), medikamentöse Behandlung mittels kortisonhaltiger Salben und Dehnung.


    Also zusammengefasst: Bei dir war, wenn überhaupt!, eine nicht-chirurgische Salbenhandlung nötig; möglicherweise war auch gar keine Behandlung notwendig.

    Ich sage dir das nicht, um dich fertig zu machen, oder um dir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich sage dir das, weil Ich der Meinung bin, dass Du das Recht hast, zu erfahren, wenn Du falsch behandelt wurdest und jetzt mit den Folgen einer irreversiblen Operation leben musst.

    Die meisten Postbalanitis fälle treten aber nicht nach Durchführung von Untersuchungen und Behandlungen auf. Da reicht eher ausgiebiges Spielen im Sand und das sich ein sandkorn unter die Vorhaut verirrt.

    Laut der im Artikel zitierten Umfrage von INTAKT America, wurden nur 50% der vorzeitigen Retraktionen durch Ärzte durchgeführt.

    Jedenfalls - glaube ich schon - dass eine gewaltsame, vorzeitiges Zurückziehen der Vorhaut und der gewaltsame Aufbruch der natürlichen Verwachsung zwischen Eichel und Vorhaut - ganz gleich ob diese nun durch Ärzte oder andere Personen erfolgt - zu Infektionen führen kann.

    Was die Narben angeht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was du meinst. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, noch mal einen anderen Arzt aufzusuchen und ihn sich das ganze anschauen zu lassen.


    Nein das war eigentlich nicht das Thema.


    Dann hat dich dein Arzt aber nicht pflichtgemäß aufgeklärt! Das muss man ganz klar sagen. Dein Arzt ist verpflichtet, dich über alle Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären.

    Danke erstmal für die Antwort. Bin 15, ich dachte viellecht ist das normal und mit dem Wachstum ändert sich das. Es ist ja nicht so dass die irgendwie im Zickzack oder so verläuft sondrn halt einfach irgendwie schräg. Ich habe das Gefühl dass es eher mit der Zeit so geworden ist und ned von Anfang an so krass war

    Hattest Du irgendwelche Beschwerden mit deiner Vorhaut außer dass sie nicht zurückging? Hat man dich auch über konservative, nicht-chirurgische Behandlungsoptionen informiert?

    Bedeutet dass nun, die hohen Beschneidungsraten liegen ausschließlich an den vielen muslimischen Einwanderern?


    Ja, möglicherweise. Je nach Höhe der Beschneidungszahlen bei den Unter-15-Jährigen und dem Muslimanteil der Jungen in der Alterskohorte, wäre die Rate der nicht-religiösen Beschneidungen an nicht-muslimischen Jungen in Belgien zumindest nicht für europäische Verhältnisse außerordentlich hoch.


    Beträgt der Anteil der muslimischen Kinder allerdings 20% (12.000), käme man auf eine Beschneidungsrate unter nicht-muslimischen Jungen bis 15 Jahren von nur 12.5% (also 6000 Beschneidungen bei 48 000 nicht-muslimischen Jungen). Also niedriger ist die Beschneidungsrate in Deutschland auch nicht! Immer noch hoch, aber weit entfernt von den gigantischen 44%.


    Diese 12.5% wären zwar immer noch relativ hoch - aber auch nicht höher als etwa in Deutschland.

    Damit möchte ich sagen, jedes eingeklagte Geld wäre für Menschen dieses Alters zwecklos. Was will man in dem Alter damit anfangen?

    Das sehe ich jetzt ehrlich gesagt gar kein Problem.

    Man kann eine schöne Reise machen; man sein Domizil altersgerecht ausbauen, oder man kann es auch vererben.

    Ich denke, man ist wohl nie zu alt, um Geld auszugeben.

    Leider habe ich immer noch die Schmerzen seit letztem Jahr. Sie sind weniger geworden und manchmal gar nicht da, aber dann doch wieder... Manchmal muss ich auch 2-3 in einer Stunde auf Klo, was mich irritiert.. Als wenn nicht der ganze Harn ausgeschieden werden kann...

    Ich muss hier vorsichtig sein. Aber was Du hier beschreibst deutet tatsächlich auf eine mögliche Meatusstenose (Verengung der Harnröhrenöffnung) hin. Ich bin mir hier nicht sicher.

    Meatusstenosen treten meines Wissens besonders infolge Beschneidungen bei Babys oder kleinen Jungen auf.

    Aber natürlich ist eine Meatusstenose bei älteren Männern als Komplikation nicht auszuschließen.

    Man muss dazu wissen, dass es verschiedene Schweregrade der Meatusstenose gibt. Einige Meatusstenosen sind so ausgeprägt, dass die Harnröhrenöffnung noch nicht so verengt ist, dass sie das Wasserlassen behindern oder blockieren würden. Diese Meatusstenosen fallen den Ärzten und den Eltern dann häufig auch nicht weiter auf. Diese zunächst asymptomatischen Meatusstenosen können aber im späteren Leben immer noch Probleme bereiten - etwa durch gelegentliche Schmerzen beim Wasserlassen.

    Ich habe vor wenigen Wochen ein Video einer öffentlichen Anhörung zum Thema Beschneidung in den USA gesehen, in dem ein neonatal (als Baby) beschnittener Mann berichtete, eine Meatusstenose zu haben. Die Meatusstenose sei "asymptomatisch" gewesen. Der Harnabfluss sei nicht behindert gewesen. Er hätte aber heute immer wieder Schmerzen beim Wasserlassen. Bedauerlicherweise kann ich das Video auf die Schnelle nicht finden.

    Ich durchstöbere manchmal das Pubmed-Portal nach neuen Studien zum Themenkomplex Beschneidung.

    Ich stieß dabei kürzlich im Journal of Pediatric Urology veröffentlichten Brief zweier türkischer Kinderchirurgen, Değer Devecioğlu und Hüseyin Özbey zum Thema Beschneidung.

    (Hüseyin Özbey arbeitet allerdings zur Zeit laut Angaben des Briefes nicht mehr in der Türkei sondern in Moskau)

    Zwar ist nur der erste Absatz des Briefes frei einsehbar, dieser ist aber bereits mehr als deutlich hinsichtlich der Haltung zur Beschneidung:


    Wenn selbst Ärzte aus einer Gesellschaft, in der die Beschneidung religiös und kulturell derart tief verankert ist wie der türkischen Gesellschaft, die Beschneidung von Jungen kritisch sehen, ist das, denke ich bemerkenswert.

    Das ist umso bemerkenswerter, dass selbst manche Mediziner, die als Teil ihrer Fachrichtung Beschneidungen vornehmen und keine Sozialisierung in einer Kultur haben, in der die Beschneidung von Kindern eine religiöse und traditionelle Norm darstellt, mitunter eine positive bzw. verharmlosende Einstellung zur Beschneidung diesem Eingriff haben können. Aber das ist ein anderes Thema.

    Liebe Freunde, ich bin wirklich am Ende.

    Wir mühen uns hier auf diesem Forum, oder auf Twitter oder Facebook ab, versuchen aufzuklären, und haben kaum Reichweite. Und dann gibt es einen Tiktok-Kanal, verbreitet grobe medizinische Falschinformation, und erhält dafür noch über 1 Million Aufrufe. EINE MILLION!


    Der Tiktok-Kanal Aufgeklärt!?, mittlerweile von FUNK finanziert, verbreitet falsche Informationen zum Thema Phimose.

    Dieses Format besteht aus einem als “„Professor“ verkleideten Mann, der dann Fragen zu sexuellen Themen beantwortet - in einer betont vulgären Sprache. In einer Folge beantwortet er die Frage eines vermeintlich 14-Jährigen Jungen „Ist es schlimm, wenn ich meine Vorhaut nicht nach hinten ziehen kann“? Und was der „Professor“ dann vom Stapel lässt ist übelster Phimose-Alarmismus.

    https://www.tiktok.com/@aufgeklaert/v…226107711130885


    Das Video nicht mal 60 Sekunden lang und enthält nur Desinformation. Hier das Transkript des Beitrag:

    Zitat von Titok "Aufgeklärt"

    Ich krieg meine vorderen nicht so ganz nach unter. Lieber Marcel,
    Diese Frage, haben wir wirklich unzählige mal über Instagram erhalten; ne egal wie man daran zieht man bringt die Vorhaut einfach nicht hinter die Eichel. Das ist eine sogenannte Vorhautverengung oder auch manchmal Phimose genannt. Das Problem dabei ist das 1tens ja man kann sich nicht darunter waschen. Das kann zu Infektionen, und auch zu nem ziemlich miesen Geruch führen. Und wenn sie dann doch mal diese zu enge, Vorhaut hinter die Eichel rutscht, kann sie diese abschnüren, was zu Durchblutungsproblemen und gegebenenfalls zum Absterben der Eichel führen kann. Aber beurteilen, ob die Vorhautverengung wirklich so stark ist, dass die therapiert werden muss, das kann nur der Arzt vor Ort. Also würden wir dir auf jeden Fall empfehlen, sich da mal vorzustellen. Denn auch nur der, kann wirklich die Therapie durchführen, falls diese nötig ist.

    Die Redaktion, die dieses Format verantwortet, scheint zu ignorieren, dass es auch eine entwicklungsbedingte Vorhautverengung ("physiologische Phimose") gibt, die Teil der normalen Entwicklung ist.

    Kleiner Kurzkurs zur Vorhautentwicklung: Bei der Geburt hat zunächst jeder Junge entwicklungsbedingt eine nicht-zurückziehbare Vorhaut: die Vorhaut ist noch recht eng und mit der Eichel fest verklebt. Dieser Zustand wird von manchen medizinischen Autoren auch als „physiologische Phimose bezeichnet. Zahlreiche Studien zur Vorhautentwicklung haben zudem gezeigt, dass dieser Zustand sich mit zunehmender körperlichen Reifung in einem individuell unterschiedlichen Zeitrahmen vom Kleinkindalter bis zum Ende der Pubertät ganz von allein löst.(1-7) Das ist ein normaler, Entwicklungszustand. Er verursacht normalerweise auch keine Infektionen.

    Die Gefahr einer sog. "Paraphimose", also wie im Video behauptet, "dass Vorhaut die Eichel abschnürt... und gegebenenfalls zum Absterben der Eichel führen", ist ein extremer Ausnahmefall, und passiert nur, wenn versucht wird, die Vorhaut im schlaffen Zustand gewaltsam zurückzuziehen, und es anschließend zu einer Erektion kommt.

    Wie die zuvor genannten Studien zeigen, haben bei Beginn bzw. kurz vor Beginn der Pubertät im Alter von 10/11-Jahren ungefähr 50% der Jungen eine wirklich vollständig (bis hinter die Eichel) zurückziehbare Vorhaut; bei den übrigen Jungen besteht noch bis zu einem gewissen Grade eine physiologische Phimose weiter. Bei einem relativ großen Teil der Jungen bildet sich also die „physiologische Phimose“ erst im Verlauf der Pubertät unter dem Einfluss der Hormone zurück.

    Das bedeutet wiederum: Von der männlichen Hauptzielgruppe des Formats (Jugendliche in der Pubertät), werden viele noch eine zumindest partielle physiologische Phimose bzw. noch keine vollständig zurückziehbare Vorhaut haben. Diese Jungen werden jetzt durch solche Videos komplett verunsichert.


    Die Redaktion oder wer auch immer diese Videos inhaltlich betreut, hat sich offenbar nicht mal 5-Minuten mit dem Thema befasst.


    Einzelnachweise:

    1. Øster J. Further fate of the foreskin: incidence of preputial adhesions, phimosis, and smegma among Danish Schoolboys. Arch Dis Child 1968;43:200-3.
    2. Kayaba H, Tamura H, Kitajima S, et al. Analysis of shape and retractability of the prepuce in 603 Japanese boys. J Urol 1996;156(5):1813-5.
    3. Ishikawa E, Kawakita M. [Preputial development in Japanese boys]. Hinyokika Kiyo 2004;50(5):305-8.
    4. Agawal A, Mohta A, Anand RK. Preputial retraction in children. J Indian Assoc Pediatr Surg 2005;10(2):89-91.
    5. Hsieh TF, Chang CH, Chang SS. Foreskin development before adolescence in 2149 schoolboys. Int J Urol. 2006 Jul;13(7):968-70.
    6. Ko MC, Lui CK, Lee WK, et al. Age-specific prevalence rates of phimosis and circumcision in Taiwanese boys. J Formos Med Assoc 2007;106(4):302–7.
    7. Yang C, Liu X, Wei GH.Foreskin development in 10 421 Chinese boys aged 0-18 years. World J Pediatr. 2009 Nov;5(4):312-5.

    Immerhin, ein großer Fortschritt. Davon könnten sich die USA eine Scheibe abschneiden.


    Die Angaben über die Verbreitung nach dem 2. Weltkrieg dürften hinkommen. Möglich, dass in Neuseeland die Rate der "Routine-Beschneidungen" sogar noch etwas höher war in den USA zur gleichen Zeit und weit über 90% lag.

    Ich glaube allerdings, dass diese Rate heutzutage in Neuseeland niedriger ist als 10%.

    Das Problem ist, dass es seit Jahrzehnten keine Daten gibt. Zumindest keine, die mir bekannt werden.

    Das neuseeländische Versicherungsunternehmen Southcross gibt auf seiner Webseite an, dass die Rate der Jungen, die jährlich in Neuseeland beschnitten werden, auf weniger als 10% geschätzt werden. Weniger als 10% kann viel heißen. Darüber hinaus fügt Southcross hinzu, dass diese Beschneidungen "meistens aus sozialen, kulturellen und religiösen Gründen" erfolgen würden. Das bedeutet, religiöse und kulturelle Beschneidungen sind in diesen 10% bereits miteinberechnet.

    Der Anteil der Jungen, die tatsächlich noch als Babys aus pseudo-medizinischen Gründen "routinemäßig" beschnitten werden ähnlich wie in den USA, dürfte daher deutlich geringer sein.

    Ich glaube allerdings nicht, dass es sich hier um besonders "aggressive" Beschneidungen gehandelt hat.

    Es waren vermutlich einfach ganz "normale" Neugeborenenbeschneidungen.

    Die Abtragung des Frenulums ist bei Neugeborenenbeschneidungen eigentlich sehr häufig der Fall. Zumindest bei den Beschneidungen wie sie in den USA durchgeführt wurden. Ich weiß nicht, welche Techniken in Neuseeland angewandt wurden.

    Ich habe mal ein wenig herumgerechnet: Kann es sein, dass die "medizinische"! Beschneidung vielleicht gar nicht so weit verbreitet ist, wie es scheint, sondern spiegeln diese hohe Beschneidungszahlen einfach nur den gewachsenen Anteil muslimischer Menschen wider?!


    Im Artikel von 2019, auf den brokendream aufmerksam machte, ist von 18 000 Beschneidungen bei Unter-15-Jährigen die Rede.


    Every year around 60,000 boys are born in our country, compared to 18,000 circumcisions per year, which is almost one in three. “Incredibly many, therefore.”


    Bezieht sich dieser Wert der 26 000 Beschneidungen möglicherweise auf alle Altersgruppen?! Oder sind die genannten 18 000 aus dem Artikel von 2019 nur schon wieder veraltet?

    Denn bei "nur" 18 000 Beschneidungen bei Jungen unter 15 Jahren sinkt die Beschneidungsrate dann doch deutlich:Diese Zahl eine Beschneidungsrate bei den Unter-15-jährigen Jungen von etwa einem Drittel.

    Wenn man doch den hohen Anteil muslimischer Kinder betrachtet (schätzungsweise 15% oder 9000 von 60 000) kommt man auf eine Beschneidungsrate unter nicht-muslimischen belgischen Jungen von "nur" 17.6% (Also 9000 Beschneidungen von 51 000 Jungen).

    Beträgt der Anteil der muslimischen Kinder allerdings 20% (12.000), käme man auf eine Beschneidungsrate unter nicht-muslimischen Jungen bis 15 Jahren von nur 12.5% (also 6000 Beschneidungen bei 48 000 nicht-muslimischen Jungen). Also niedriger ist die Beschneidungsrate in Deutschland auch nicht! Immer noch hoch, aber weit entfernt von den gigantischen 44%.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass die belgische Statistik auch fast alle religiös-motivierten Beschneidungen enthält, und allein aus diesem Grund höher ausfallen wird als in allen europäischen Ländern. Anders als in den meisten europäischen Ländern, wo diese Eingriffe von keiner offiziellen Statistik erfasst werden. Generell gilt für Belgien: Je höher der Anteil der religiös bzw. rituell motivierten Eingriffe, desto geringer wird die Rate der medizinischen/nicht-religiösen Beschneidungen.

    Ich möchte die Lage nicht herunterspielen: Aber wenn man ein Problem lösen möchte, muss man es zunächst richtig verstehen. Es ist für uns (und für die Inaktivsten in Belgien) wichtig verstehen, ob belgische Ärzte "beschneidungswütig" sind und massenweise Beschneidungen aus (pseudo)-medizinischen Gründen indizieren, ob möglicherweise auch belgische Eltern beschneidungsfreudig sind und es eine Art Trend gibt, oder ob die hohen Beschneidungszahlen einfach nur auf den (gewachsenen) Bevölkerungsanteil von Kindern aus traditionell beschneidenden Religionsgruppen zurückzuführen sind. Und die Beschneidung ist in Belgien wie in allen europäischen Staaten vollkommen legal, also werden Eltern, in deren Religion oder Kultur die Beschneidung fest verankert ist, ihre Söhne größtenteils weiter beschneiden lassen. Das ist halt so.

    26.000 / 133.593 * 100 = 22,8%

    Diese Zahl ist erschreckend hoch. Man muss aber auch sehen, dass man in Belgien durch die (an sich schändliche) Kassenfinanzierung von nicht-indizierten VAs immerhin einigermaßen verlässliche Zahlen hat - im Gegensatz. zu Deutschland.

    Sorry, das ist ein Rechenfehler. Du hast eine winzige Kleinigkeit vergessen: ;) Es werden in Belgien auch Mädchen geboren, deren Genitalien zumindest rechtlich geschützt sind.

    Die echte Rate beträgt also ungefähr das Doppelte!