Beiträge von fsx100

    Frauen genießen eben das Privileg, per Gesetz vor Genitalverstümmelung geschützt zu sein.

    Was es mit der Obsession von Eltern auf die Vorhaut ihres Nachwuchses hat, habe ich auch nie verstanden. In manchen Elternforen meint man manchmal, die Vorhaut wäre das einzige Organ, dass (angeblich) Probleme bereiten kann. Das mutet schon etwas seltsam an. Ich habe wirklich ernste gesundheitliche Probleme, die sich bereits in der Kindheit abgezeichnet haben. Um die hat sich natürlich niemand gekümmert.

    Wir brauchen eben ein Gesetz, dass Gefälligkeitsdiagnosen unter Strafe stellt und Beschneidungen nur noch in ganz klaren Ausnahmefällen gestattet, wie etwa Lichen Sclerosus.

    Weißt du zufällig, ob dieser Betreuerin noch andere Jungen zum Opfer gefallen sind? Im Heim bekommt man sowas normalerweise mit. Ohne Einwilligung des Sorgeberechtigten ist so ein Eingriff ganz klar Körperverletzung. (Mit natürlich genauso)

    Es ist überhaupt nicht unüblich, dass sich Mütter untereinander absprechen. Das war bei uns in den 1970er Jahren schon so gewesen, dass Mütter sich untereinander über die Beschneidung unterhalten haben. Hatte darüber auch schon mit meiner Mutter gesprochen, die mir das auch bestätigt hat. Bei uns gab es eine Kinderärztin aus dem arabischen Raum, der hat die Beschneidungen damals durchgeführt.

    Das ist ja wirklich abartig. Wenigstens kann sowas bei mir damals nicht der Fall gewesen sein, da es in meinem gesamten Umfeld keine Verstümmelten mehr gab. Es soll ja Ortschaften/Gegenden geben, wo Beschneidungen extrem gehäuft vorkommen. Vermutlich kommt sowas durch eine geringe Arztdichte gepaart mit einem beschneidungsgeilen Kinderarzt/Urologen zustande. Was ich in so einem Fall wie dem geschilderten mit meinen Eltern gemacht hätte, darf ich hier glaube ich nicht schreiben. Aktuell habe ich den Kontakt abgebrochen und es herrscht Funkstille ohne Aussicht auf Beendigung.

    Der Junge hatte keine Probleme mit der Vorhaut und der Kinderarzt als auch der Urolge hatten keinerlei Probleme an seiner Vorhaut feststellen können und die Beschneidung verweigert. Beschnitten wurde der Junge dann von dem Arzt den die anderen Mutter empfohlen hat. Der hat sofort eine Phimose festgestellt.

    Ok, und das ist ganz eindeutig ein Fall für den Staatsanwalt. Diese Rabenmutter gehört angezeigt und eingesperrt, da kommt einem ja echt die Kotze hoch. Dem Scharlatan von Arzt gehört die Approbation auf Lebenszeit entzogen. Als ich mir die Geschichten von Anja144, Silke, Sabine usw zu Gemüte geführt habe, habe ich immer gebetet, dass das wirklich nur die Hirngespinste von einer einzigen extrem gestörten Person sind. Mittlerweile habe ich leider die traurige Gewissheit, dass solche Stories leider Teil der Realität sind. Das Netz ist voll davon und die Wahrscheinlichkeit, dass ein einziger Spinner diese Geschichten verbreitet, ist sehr gering. Das ist genau der Grund, weshalb ein knallhartes Beschneidungsverbot her muss und keine Phimosen mehr bei Minderjährigen diagnostiziert werden dürfen. Bitte nimm dir den Mut und zeige diese Unperson an, die grundlos ihren Sohn (für sie nur ein Lustobjekt) hat verstümmeln lassen. Solche "Eltern" leiden in meinen Augen an diversen Persönlichkeitsstörungen und sind absolut unzurechnungsfähig.

    Zitat von Beschnitten93

    By the way kitzelt es schon irgendwie wenn ich sanft rüber fasse - wenn ich fester zupacke ist es langweiliger . Ist das normal ?

    Ja, das ist genau die Funktionsweise von Meissner'schen Tastkörperchen. Du hast sie übrigens auch in den Lippen und an den Fingerspitzen sowie auf den Handinnenflächen. Wenn man da feste zupackt, "kitzelt" es ja auch nicht. Wie gesagt, sei froh, dass du noch so viel innere VH hast. Viele in Deutschland Beschnittene haben so gut wie gar keine innere VH mehr.


    Zitat von Beschnitten93

    man merkt schon dass es ein angenehmes Gefühl ist die Vorhaut anzufassen aber nicht so , dass ich innerhalb von Sekunden abspritze - eher nur durch normales hin und her der Vorhaut

    Ja, das ist absolut normal würde ich sagen. Es gibt tatsächlich Männer, die von diversen Stimuli an der Vorhaut sehr schnell kommen können, sowas ist aber eher selten. Diese Hyperempfindlichkeit kommt vor allem in der Pubertät oder bei Phimosen vor. Vermutlich kommen deine Probleme beim Sex wirklich nur durch Konditionierung zustande. Dabei denke ich an extensiven Pornokonsum oder einen "Death Grip".

    Ja, davon kannst du ausgehen. Das gefurchte Band wird bei jeder Form der Beschneidung amputiert. Es sitzt genau dort, wo die innere und die äußere VH zusammen laufen, also in der Spitze der Vorhaut. Die hat man bei dir offensichtlich abgeschnitten. Ich habe es glaub ich schon mal geschrieben: Die meisten intakten Männer, mit denen ich mich direkt über dieses Thema ausgetauscht habe, nannten mir das Frenulum als ihren empfindsamsten Teil. Mit dem Begriffen "ridged band"/gefurchtes Band konnte keiner was anfangen. Ich glaube, du bist aktuell etwas zu stark auf die Idee fixiert, dass deine Orgasmusprobleme beim Sex daher kommen, dass du kein gefurchtes Band mehr hast. Ja es ist wichtig, es ist empfindlich. Aber ich glaube, du überschätzt es gerade ein wenig :) Du hattest mit deinem Beschneidungsstil wirklich noch Glück im Unglück. Man könnte fast auf dich neidisch sein.

    Na ja, es hat laut histologischen Untersuchungen eine vergleichbare nervale Ausstattung wie die innere Vorhaut und ist vor allem sehr dicht besiedelt mit Meissner'schen Tastkörperchen. Diese sind dazu da, feine Berührungen zu detektieren. Deshalb ist es auch besonders empfindsam für sanfte Berührungen, siehe Sorrels-Studie. Laut den Aussagen anderer fühlt es sich "kitzelig" an, wenn man es sanft berührt. Dazu trägt es einen wichtigen Teil zur Mechanik beim Sex bei. Es zieht sich vor der Eichel wie ein Gummiband zusammen. Wenn die Vorhaut beim Sex zurückgezogen wird, wird das gefurchte Band aufgedehnt, was auch für sehr intensive Gefühle sorgen soll. Meissner'sche Tastkörperchen werden ja auch durch Dehnung und Vibrationen stimuliert.

    Zitat

    The ridged band area is situated just inside the tip of the foreskin. The ridged band area contains Meissner corpusles arranged in rete ridges. The Meissner corpuscles are stimulated by motion and stretching. The foreskin contains a layer of muscle tissue called the dartos fascia.[3] The dartos fascia allows a considerable degree of motion and stretching to stimulate the Meissner corpuscles, which provides significant stimulation during sexual activity.

    Wie stark die sensorischen Wahrnehmungen des gefurchten Bands zum sexuellen Erlebnis beitragen, ist aber laut meinen "Untersuchungen" :) sehr unterschiedlich. Bei Männern mit einer besonders langen Vorhaut scheint es in der Regel deutlich empfindsamer zu sein. Vermutlich ist da durch den "Überhang" das gefurchte Band besonders stark ausgeprägt, womit im Endeffekt mehr hocherogenes Gewebe existiert.

    ch sehe das etwas anders aufgrund meiner Lebenserfahrungen. Ich glaube das es zu mehr Ablehnung kommt wenn man eine Phimose hat als wenn man beschnitten ist.
    Ich glaube auch das die Anzahl der Menschen die einen Sexpartner ablehnen weil er keine oder weniger Vorhaut hat eher gering ist.

    Etwas offtopic:
    Das ist unter Schwulen definitiv anders. Dort werden Beschnittene wirklich sehr oft abgelehnt, besonders von intakten Männern. Das liegt einfach daran, dass man viele Sachen bei einem Beschnittenen einfach nicht machen kann und sie sich mit dem "Handling" eines beschnittenen Penis nicht auskennen. Man hat in diesen Kreisen Beschneidung schon längst als das erkannt, was sie ist: Verstümmelung und nichts anderes. Schwule haben ja den direkten Vergleich und man sucht sich evolutionsbiologisch bedingt möglichst "fitte" Balzpartner :) Um ehrlich zu sein: Ich bin da nicht anders. Beschnitten = Deal breaker.
    Nachtrag: Frauen hingegen kennen den männlichen Körper ja nicht aus eigener Erfahrung und sind deswegen deutlich indifferenter.

    Was du hast, nennt sich relative Phimose. Das sieht man vor allem auf Bild 2, wo die zurückgezogene Vorhaut den Schaft "eindellt" durch ihre Enge. Dass du den Termin abgeblasen hast, finde ich gut. Dein Problem sollte sich durch Salben/Dehnen gut behandeln lassen. Haut kann man dehnen, wenn man sich dazu die Zeit nimmt. Eine Vorhaut bekommt man, Stand der medizintechnischen Möglichkeiten heute, nicht mehr zurück. Das sollte Motivation genug für dich sein. Bis das Problem behoben ist, solltest du eventuell deine sexuellen Aktivitäten etwas drosseln. Risse/Narben wären natürlich extrem kontraproduktiv. Davon abgesehen stelle ich es mir deutlich leichter vor, einer Partnerin bzw. einem Partner zu erklären, dass man eine zu enge Vorhaut hat als dass man Beschnitten ist. Für letzteres haben noch mal deutlich weniger Menschen eine Vorliebe.

    Ich habe mir diesen Blödsinn nicht angehört, dazu ist mir die Zeit zu schade. Immerhin kamen wohl auch negativ Betroffene zu Wort.
    Diesen sogenannten Ärztinnen gehört die Approbation entzogen. Sie kennen offenbar nicht eine einzige Aufgabe der männlichen Vorhaut, geschweige denn ihre Hauptaufgabe als sexualsensorisches Organ. Wenn ich lesen muss, dass sie grundlos die eigenen Kinder verstümmeln haben lassen, wird mir schon wieder schlecht. Ja ja, Frauen, die geborenen Opfer. Sexueller Missbrauch durch das vermeintlich schwache Geschlecht ist real, wie man hier mal wieder sieht. Nichts anderes ist es in diesem Fall.

    Spielt das Kopfkino beim "normalen" Sex auch eine so große Rolle?! Eigentlich lebt man da ja im Moment und verarbeitet die Eindrücke aller Sinne, also ist bei mir zumindest so.

    Bei Beschnittenen definitiv ja. Da der sensorische Input der Vorhaut nicht mehr vorhanden ist, muss dieses Defizit oft durch mentale Anstrengung kompensiert werden. Das war/ist bei mir so und allen Beschnittenen, mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Durch Restoring sind die Empfindungen zwar jetzt besser, ich würde aber nach wie vor behaupten, dass durch reine mechanische Stimulation ohne "Kopfarbeit" nichts passiert. Du musst bedenken, dass Beschnittenen der "Tastsinn" an ihrem Geschlechtsorgan fehlt. Dieser Sinneseindruck ist nicht mehr da, wird aber bei einem intakten Mann dazu gebraucht, um in Fahrt/zum Orgasmus zu kommen. Das muss eben dann kompensiert werden. Übrigens kenne ich nur intakte Männer und keine Beschnittenen, die von einem Foot-Job oder mit einer Taschenmuschi kommen können. Das hat genau den oben beschriebenen Grund.

    Die Diskussion/Annahme, ob alle Beschnittenen automatsch einen schlechteren Orgasmus als Intakte haben...bringt die uns, neg. Betroffene, irgendwie weiter? Kann man Orgasmen messen...geschweige denn beweisen?


    Die Intensität von Orgasmen lässt sich sehr wohl messen: Mittels fMRI könnte man z.B. die Aktivität im Nucleus Accumbens nach dem Orgasmus messen, oder das Erregungsniveau über die Gesamtdauer des sexuellen Akts. Vorgänge im ZNS sind extrem gut messbar. Es macht nur niemand.

    Vermutlich würde so eine Messung die "subjektiven" Aussagen der Probanden 1:1 bestätigen.

    Das ist ein hochinteressantes Thema, welchem sich die Wissenschaft definitiv noch widmen muss. Leider wird die Tatsache, dass sich eine Beschneidung in der Kindheit auf verschiedene Arten auf die psychosexuelle Entwicklung auswirkt, nicht von der breiten Masse anerkannt. Ganz getreu dem Motto "was nicht sein kann, darf nicht sein". Man schaut weg und kehrt die Folgen der Beschneidung auf die Psyche der Betroffenen einfach unter den Teppich.

    Falls man dieser Seite glauben schenken mag, mündet die frühkindliche Beschneidung in einen komplett eigenen Symptomkomplex: http://www.circumcisioncomplex.com/
    Die Hauptursache soll demnach die von vielen Beschnittenen erfahrene verminderte sexuelle Erfüllung sein. Diese versuchen sie anderweitig zu kompensieren:

    Zitat von circumcisioncomplex

    Circumcision subdues the most carnal part of sensuality and sublimates it into other activities. The redirection of sexual impulse inevitably has diverse effects on mentality. The Circumcision complex therefore redirects powerful sexual energy. Its compensatory intellectual mechanisms replace pleasure and are obsessive. For that reason circumcision has tended to facilitate the levels of religious devotion that have proved pivotal for the Abrahamic religions that impose it. By removing significant levels of sexual pleasure from individuals, circumcision serves to fortify the foundations of circumcising churches and societies.
    A cultivated nature is a suppressed nature. The Circumcision complex conceptualizes pleasure. It redirects mighty sexual impulses and creates sexual frustrations. An unsupportive environment can easily reveal their explosive potential.

    Man weiß z.B., dass beschnittene Männer anfälliger für Suchterkrankungen, kompulsives Sexualverhalten sowie Pornokonsum sind.

    Das ist ein hochkomplexes und spannendes Thema, welches mich schon seit vielen Jahren beschäftigt.

    EDIT: Hier eine Tabelle, die die Verhaltensauffälligkeiten von Beschnittenen aufgrund ihres "erogenen Defizits" gut zusammenfasst:

    http://www.circumcisioncomplex.com/erogenous-defi…fects-overview/

    Mir hat mal ein Beschneidungsbetroffener auf Reddit geschrieben, dass intakte Männer für ihn sowas wie eine fremde Spezies sind. Ich empfinde es oft ebenso und meiner Meinung nach trifft es die Sache recht gut.

    Wir wissen alle das es für Jungen keine Frist gibt wann die Vorhaut beweglich sein sollte.
    Kann mir aber vorstellen das da die Frist mit der Einschulung eine Rolle gespielt haben könnte.
    Wäre mal allgemein interessant ob es in der Zeit von Januar bis Juli mehr Beschneidungen gibt als im Rest des Jahres.

    Das war der Schwachsinn, der damals (1987) auch meinen Eltern eingetrichtert wurde. Die Vorhaut müsse zum Schuleintritt beweglich sein. Als hätte eine nicht zurückziehbare Vorhaut Einfluss auf die schulischen Leistungen. Die Verstümmelung erfolgte bei mir im Ferienblock zwischen Kindergarten und Einschulung.
    Risingstar hat aber geschrieben, dass er damals etwa in der zweiten oder dritten Klasse war. Das scheint bei ihm also nicht zuzutreffen. Dass sich die Eltern "abgesprochen" haben, fällt mir schwer zu glauben. Vermutlich waren alle beim selben Kinderarzt und bekamen alle die selbe Gehirnwäsche/Panikmache zu hören und haben sich darüber ausgetauscht.

    Risingstar: Hast du noch das gelbe Untersuchungsheft, in dem die Befunde der U-Untersuchungen stehen?

    Hi,

    das lässt sich nur schwer beantworten. Allgemein gilt, dass jeder (intakte) Mann unterschiedlich ist. Die meisten, die ich direkt befragt habe, haben mir das Frenulum als empfindsamsten Teil ihres Penis bekannt. Ich weiß aber auch von Männern, die Orgasmen triggern können, indem sie nur die Vorhautspitze stimulieren. Laut deren Aussagen sind das aber keine "tiefen" Orgasmen, die einem die Knie zittern lassen. Die Empfindungen des gefurchten Bands sind aber beim penetrativen Sex ein nicht unwichtiger Teil des "Orchester" an angenehmen Gefühlen.
    Das gefurchte Band ist sehr stark mit Meissner'schen Tastkörperchen innerviert. Die sind vor allem dazu da, feine Berührungen sowie die Beschaffenheit von Oberflächen, also etwa dem Vaginalkanal, zu detektieren. Es ist durchaus möglich, dass sich bei dir die Entfernung des gefurchten Bands besonders negativ ausgewirkt hat und du deshalb nun Probleme hast, zum Orgasmus zu kommen.

    Da du noch sehr viel innere VH hast, solltest du deutlich mehr spüren, als jemand, der "komplett" beschnitten ist. Normalerweise wird in Deutschland radikal beschnitten, da ist dann fast alles von der Vorhaut danach weg.

    Für deine Probleme könnten auch noch andere Stellschrauben verantwortlich sein. Hast du mal deine Blutwerte überprüfen lassen? Prolaktin, Testosteron, Schilddrüse? Nimmst du Medikamente gegen Bluthochdruck oder Antidepressiva?

    Ich fände außerdem super komisch einfach meine Eltern darauf anzusprechen. Ich meine im Zweifel kommt sowas wie ... das ist das Beste für dich gewesen und blabla. Sie werden es ja wohl kaum böse gemeint haben! Hat denn von euch jemand das Gespräch mit den Eltern gesucht, vorausgesetzt es wurde für euch entschieden?

    Tja, leider antworten viele Eltern, dass sie nur "das Beste" im Sinn hatten, als sie für die Beschneidung des Sohnes gestimmt hatten. War bei meinen Eltern nicht anders. Ob es wirklich so stimmt und ob es eventuell einfach nur "das Beste" für deine Eltern war, findet man oft nicht mehr raus, gerade wenn der Vorfall schon mehrere Jahrzehnte in der Vergangenheit liegt. Ich weiß bis heute nicht, gegen wen ich meinen Groll richten soll: Den inkompetenten Kinderarzt, der meinen Eltern die Beschneidung "empfohlen" hat oder meine Eltern, die dieser Empfehlung nachgegangen sind. Ich habe es gestern Mittag schon in einem anderen Thread geschrieben: Von einem kompetenten und verantwortungsbewussten Arzt sollte man eigentlich erwarten können, dass er den Wunsch der Eltern ablehnt und sie über die Funktion und Entwicklung der männlichen Vorhaut aufklärt. Was Eltern für gut und richtig halten, zählt dann nicht mehr. Man kann an seinen eigenen Kindern auch nicht einfach irgendwelche nicht indizierten Schönheitsoperationen durchführen lassen.

    Davon abgesehen: Gab es denn bei dir keine Diagnose? War die Vorhaut beweglich oder hattest du dort unten eventuell ein anderes Problem? Falls du damals in der dritten Klasse warst (so um die 10j alt), müsstest du das ja noch recht gut wissen. Falls du eine gesunde Vorhaut hattest, hat sich der Arzt durch sein Handeln strafbar gemacht.

    Du solltest deine Eltern auf jeden Fall zur Rede stellen, gegebenenfalls auch den Arzt, falls du ihn noch findest. Merke: Wo kein Kläger, dort kein Richter. Wenn niemand die Schuld für Gräueltaten tragen muss, werden sie sich ständig wiederholen.

    Dieser Beschneidungsstil ist der in Europa leider übliche, sehr radikale Stil, bei dem von der empfindsamen Vorhaut so gut wie alles amputiert wird. Circumfetishisten nennen sowas "Low & Tight". Das ist aber kein medizinischer Fachausdruck sondern "dirty talk" von ein paar Kinks, wie man sie z.B. bei Eurocirc findet.

    Deine sexuellen Erlebnisse kenne ich leider sehr gut aus eigener Erfahrung. Das was du beobachtet hast und deine Freundin dir gesagt hat, hängt leider wirklich mit der Beschneidung zusammen. Wenn von der inneren Vorhaut, dem Ridged Band und dem Frenulum so gut wie alles fehlt, hat der Penis leider nicht mehr die sensorische Kapazität, um feine/feinste Berührungen zu registrieren. Zudem ist die Eichel von einer dicken Keratinschicht überzogen, so dass sie ebenfalls enorm unempfindlich geworden ist. Das waren erstmal die schlechten Nachrichten.

    Du kannst mit Vorhautrestauration wieder einiges von dem zurück gewinnen. was dir durch den Eingriff bzw. die Abstumpfung über die Jahre abhanden gekommen ist. Die ganzen spezifischen Nervenenden aus der Vorhaut gewinnst du damit zwar nicht mehr zurück, jedoch kannst du damit die mechanische Funktion wieder herstellen und für die Dekeratinisierung von Eichel und restlicher innerer VH sorgen. Dadurch werden die noch vorhandenen Nervenenden wieder deutlich effizienter genutzt, was zu einer drastischen Verbesserung des sexuellen Empfindungsvermögens führen kann. Man kann dann auch wieder das von dir beschriebene Plateau vorm Orgasmus erleben und nach Lust und Laune hinauszögern. Davon abgesehen stellen sich die angenehmen Gefühle bei der Selbstbefriedigung deutlich früher ein. Viele "Restorer" (einschließlich mir) empfinden die Orgasmen auch deutlich intensiver, tiefer und länger. Man sieht das sehr deutlich an der Menge des Ejakulats sowie der Tatsache, dass es wirklich wieder "spritzt" und nicht nur einfach raus tröpfelt.
    Ich will keine falschen Hoffnungen wecken: Was weg ist, ist weg. Du kannst aber trotzdem wieder einiges zurück erobern.

    Ganz allgemein kann man sagen, dass Vorhautrestauration wirklich eine Wissenschaft für sich ist. Man kann dabei auch einiges falsch machen. Hier gilt "knowledge is power". Falls du der englischen Sprache mächtig bist, kann ich dir das subreddit foreskin_restoration empfehlen. Dort sind die einzelnen Methoden sehr gut beschrieben.

    Es wäre zu wünschen, mehr Ärztinnen und Ärzte würden so konsequent denken und handeln und Körperteile nur dann operieren oder gar entfernen, wenn es dafür eine zwingende Indikation gibt und nicht nur den diffusen Wunsch der Erziehungsberechtigten, Patienten mit fragwürdigen Schöngeitsidealen oder längst überkommene medizinische Lehrmeinungen.

    So ist es. Da Hinterhofbeschneidungen zumindest in Deutschland kaum eine Rolle spielen, kann man davon ausgehen, dass die Beschneidungsrate von rund 10% durch ärztliches Eingreifen zustande gekommen ist. Da mittlerweile bekannt ist, dass die Vorhaut einen Sinn und Zweck hat und eine Verengung im Kindesalter noch keine Indikation darstellt, muss man leider davon ausgehen, dass Ärzte dem Prinzip "primum nihil nocere" bewusst zuwider handeln. Der Wunsch der Eltern ist Nebensache. Ein guter Arzt, der den hippokratischen Eid ernst nimmt, sollte Eltern davon abbringen und aufklären. Spätestens seit der Anpassung der Leitlinie zur Behandlung von Phimose/Paraphimose sollten "medizinisch indizierte" Beschneidungen eigentlich gar kein Ding mehr sein.

    Zitat von Dorothea Perkusic

    Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich eine Beschneidung auf das sexuelle Empfinden nicht auswirkt.

    Na ja, seriöse wissenschaftliche Studien (z.B. Sorrels) haben sehr wohl ergeben, dass Beschneidung das sexuelle Empfindungsvermögen massiv reduziert.

    Studien, die das Gegenteil behaupten (Jennifer Bossio) haben einfach nur banale methodische Fehler. Hier wurde z.B. einfach die Empfindlichkeit der Teile des Penis gemessen, die bei einer Beschneidung noch übrig bleiben (Eichel, Schaft) und völlig außer acht gelassen, dass der empfindsamste Teil (Innenseite der Vorhautspitze) bei einer Beschneidung amputiert wird. Das ist ungefähr so, als würde man behaupten, dass die Amputation des Daumens nicht die Empfindsamkeit der restlichen Finger an der Hand beeinträchtigt. Das stimmt zwar, die Hand ist danach aber trotzdem in ihrer sensorischen Kapazität stark eingeschränkt worden. Die Dame, die diesen Artikel verbrochen hat, ist wohl nicht in der Lage, solche einfachen methodischen Fehler zu erkennen. Peinlich.

    Hi,

    Das ist natürlich nicht nur Narbengewebe, ein Rest vom Frenulum ist definitiv noch da. Man sieht aber deutlich, dass es durch Narben verdickt ist und vermutlich mal durchtrennt wurde. Normalerweise schaut ein Frenulum nicht so "wulstig" aus und verläuft mit dem frenularen Delta in eine V-Form, so wie man es hier sieht: https://www.metromaleclinic.com/wp-content/upl…ery-chennai.jpg.

    Die faltigen Bereiche, die auf dem Bild oben V-förmig vom Bändchen weglaufen, sind Teil des gefurchten Bands. Bei allen Beschneidungsstilen wird diese Struktur entfernt oder (teilweise) zerstört.