Die NZZ legt noch mal nach: das bekannte, immer wieder repetierte, unbelegte Märchen, dass ein Viertel der Mädchen an den Folgen verstürben.
Ein Viertel der Mädchen stirbt
Wäre es so, wären entsprechende Kulturen durch Selektionsdruck längst ausgestorben.
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Die Forderung nach einem Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung sei rassistisch und ungerecht. Das schreibt eine Gruppe von Anthropologen und Soziologen in einer seltsam verhedderten Schrift.
Wie verheddert sind denn die Rechtfertigungsversuche für die Jungenverstümmelung - an der in Afrika zu Hauf verstorben wird?
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Besonders eindrücklich in dem Essay sind zwei Aussagen: Die Forschung von Gynäkologen und anderen habe ergeben, dass verstümmelte Frauen in der Regel keine Einschränkungen ihrer sexuellen Lust erführen. Darüber hinaus seien die medizinischen Berichte über die stark erhöhte Müttersterblichkeit und Komplikationsrate bei Geburt übertrieben und nicht wissenschaftlich erwiesen....
Quellenangabe? Keine.
Haben Judith Blage und Georg Rüschemeyer die Studie überhaupt gelesen?
Da gibt es 65 Quellenangaben! Von Gruenberg bis Earp. Z.B. "‘Female genital mutilation’ in Europe: Public discourse versus empirical evidence." oder "Rethinking the Anti-FGM Zero-Tolerance Policy: from Intellectual Concerns to Empirical Challenges."
Offenbar die selbe Verharmlosungskampage wie bei der Jungenverstümmelung. 
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Experten vermuten sogar hohe Dunkelziffern von Todesfällen und Komplikationsraten, weil es in vielen der betroffenen Länder weder ein Gesundheitssystem noch Bevölkerungsstatistiken gibt.
Tja, wenn es um JUNGEN geht wird dann argumentiert, die Verstümmelung müsse halt nur "medikalisiert" werden.
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Dafür aber liefern sie viele Schlagworte, die aus dem woken Denkuniversum entlehnt sind: Die Verbotskampagne gegen Genitalverstümmelung sei eine Art «racial profiling». Also eine Art Rassenkampagne gegen Migranten und Afrikaner.Dafür aber liefern sie viele Schlagworte, die aus dem woken Denkuniversum entlehnt sind: Die Verbotskampagne gegen Genitalverstümmelung sei eine Art «racial profiling». Also eine Art Rassenkampagne gegen Migranten und Afrikaner.
Ja, oder halt gegen Muslime und Juden. Wenn es um JUNGEN geht.
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Brian Earp, einer der Koautoren, will die Praxis der Genitalverstümmelung nicht verteidigen, er lehne sie sogar ab. «Im Gegenteil. Wir sollten jede Form von Genitalbeschneidung ablehnen, die nicht medizinisch notwendig ist. Egal ob bei Mädchen, Knaben oder im Fall von geschlechtsangleichenden Operationen.»
Da hat er einfach Recht. Allerdings muss man das dann auch verbieten. Denn Kinder haben ein Recht auf staatlichen Schutz vor Verletzungen, insbesonders Verstümmelungen.
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In den meisten sind Operationen an Minderjährigen ohnehin verboten.
Was für ein Quatsch! Das wäre ja verheerend, so manche Operation ist lebensrettend.
Was geboten wäre: Elternwunsch-Operationen an Kindern zu verbieten. Da gibt es leider einen fetten blinden Fleck.
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In einer Sache hat der Essay allerdings recht: Auch die männliche Beschneidung wäre nach der gängigen Definition eine Körperverletzung.
Was soll der Konjunktiv? "Wäre"? Sie ist eine Körperverletzung, das ist auch unter Juristen völlig unstrittig. Jede Operation, auch eine medizinisch notwendige ist eine Körperverletzung. Leider wurde diese Körperverletzung 2012 in Deutschland explizit legalisiert. Jungen wurde entrechtet.
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Doch auch hier lässt die Schrift eine entscheidende Differenzierung aus.
Es herrscht keineswegs moralische Einigkeit darüber.
Ist ja bei der Mädchenverstümmelung auch so. Da gibt es auch keine "moralische Einigkeit".
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Selbst in religiösen Kreisen wird diskutiert, ob man sie abschaffen sollte.
Seit tausenden von Jahren.
Und? Ist sie "abgeschafft"? Keineswegs, jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende Jungen aus religiösen oder Traditionsgründen genitalverstümmelt.
Wie viel Mädchen werden denn in Deutschland jedes Jahr genitalverstümmelt? Ist überhaupt ein einziger Fall bekannt?
Und in den entsprechenden Kulturen wird nicht diskutiert die Mädchenverstümmelung abzuschaffen?
interessant ist doch auch, dass die Mädchenverstümmelung nur in Kulturen gibt, wo es auch die Jungenverstümmelung gibt. Wenn schon, muss man logischerweise beides bekämpfen.
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Betroffenenverbände fordern ein Verbot
Das haben Betroffenenverbände bzgl der Mädchenverstümmelung auch. So what?
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Nur weil diese Form der Gewalt noch geduldet ist, bedeutet es nicht, dass eine andere - die weibliche Genitalverstümmelung - deshalb nachsichtiger betrachtet werden sollte.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Weil die Mädchenverstümmelung in praktisch allen Ländern verboten und hierzulande aufs schärfste bekämpft wird sollte endlich auch geschlechtergerechterweise die Jungenverstümmelung verboten und bekämpft werden!
Was für ein Niveau bei der NZZ!
Man merkt aber, dass die Parallele zwischen Mädchen- und Jungenverstümmeliung die Autoren ganz schön getriggert hat! 
Das musste aber subito "differenziert" werden. Allerdings mit einem Bumerang nach dem anderen.