Ich wurde mit 21 Jahren beschnitten und hatte davor schon sexuelle Erfahrungen mit Jungen und Mädchen gemacht. Nach der Beschneidung war ich wohl auch unbewusst unsicher und fühlte mich eher bei Männern sicherer, allerdings geriet ich nie in die Psycho-Falle für bisexuelle Männer, die sich in der Homoszene tummeln, dass sie halt nur schwul wären. Ich führte Beziehungen mit Frauen und Männern, aber niemals gleichzeitig, sondern monogam.
Heute denke ich, dass meine Beschneidung mir auch den Mut genommen hatte, mich auf Frauen richtig einzulassen, und dass ich daher, wohl auch noch eher jugendlich, lieber "im bekannten See umhersegele (Liebe zu Männern), anstatt aufs weite Meer zu schwimmen (Liebe zu Frauen)". So sehe ich das heute, aber das wäre wohl ein eigenes Thema.
Ich denke, die sexuelle Anziehung im Jugendalter kommt ganz automatisch, da muss man nichts groß puschen. Eher einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Energien lehren, wäre angebracht, was durchaus auch Zurückhaltung heißen kann.
Es ist zu kurz gedacht, dass Männer mit wenig sexuellen Erfahrungen im Jugendalter, später weniger Chancen hätten bei Frauen oder Männern- ich denke, der Grund dafür läge dann wohl auch in anderen Aspekten der Persönlichkeit und ihrer Entwicklung.