Beiträge von drogenfahnder

    Ich bin 51 und die Empfindlichkeit der Eichel seit 21, wo ich beschnitten wurde wegen Phimose, ist komplett gegen Null.
    Bändchen wurde auch mit entfernt. Ich würde das nie jemanden empfehlen,gerade im Alter wird es immer schwerer mit der Erektion und auch mit dem Verkehr.

    Hallo Torben,

    weil du gerade geantwortet hast, hab ich mir noch mal deinen früheren Beitrag durchgelesen: Ehrlich gesagt habe ich bislang beschnittene Männer immer, hmmm, ein wenig "beneidet", weil ich gehört hatte, daß es diesen leichter falle, eine Frau zu befriedigen, da sie als Folge der Beschneidung einfach länger durchhielten und nicht ständig mit einer zu frühen Ejakulation kämpfen müssten (ich weiß, man kann eine Frau nicht nur durch Penetration befriedigen, klar, aber trotzdem ...). Wie war das bei dir? Und wird dieser eventuelle Vorteil jetzt, "im Alter", durch Probleme mit der Erektion ausgeglichen?

    Viele Grüße

    Also: Ich bin froh, daß wir am Montag mit unserem Sohn bei meinem Urologen waren und eine Zweitmeinung eingeholt haben. Seine Einschätzung: Es handelt sich um eine relative, keine absolute Phimose. Er hatte den Eindruck, daß die Vorhaut durchaus weiter zurückzuschieben sei als unser Sohn es sich zutraut. Solange die Phimose keine Probleme, etwa beim Wasserlassen oder durch ständige Entzündungen, bereitet, sieht der Arzt aktuell keine Notwendigkeit zur Beschneidung, schließt diese aber für die Zukunft nicht aus. Er hat auf unseren Wunsch hin auch noch mal unter vier Augen mit unserem Sohn geredet. Dabei stellte sich heraus, daß diesem das Ausmaß der OP nicht bewusst war und daß er sie eher nicht möchte.

    Wir haben nun entschieden, die heutige OP abzusagen und gleichzeitig noch einmal zu schauen, ob konservative Maßnahmen eine Verbesserung bringen. Wir salben also wieder für vier Wochen, die Hygienemaßnahmen werden geschärft (regelmäßig wird es ein Sitzbad mit Kamille geben) und unser Sohn soll öfter mal vorsichtig "an sich spielen", um die Beweglichkeit zu vergrößern.

    Der Arzt beriet uns sehr offen und meinte, daß "man" von der OP als einziger und seligmachender Therapieform bei einer Phimose eigentlich weg sei und wir uns dahingehend auf keinen Fall unter Druck setzen lassen sollten. Es sei sicherlich aus medizinischer Sicht eine manchmal nicht zu umgehende Maßnahme, bleibe aber ihrem Wesen nach eine Verstümmelung, die mit dem Verlust erogener Empfindungsfähigkeit einhergehe - und das solle man von daher eben nicht überstürzt entscheiden.

    Danke für deine ausführliche Antwort!

    Meinem Verständnis nach besteht die Gefahr einer Nekrose (absterben) nur dann, wenn eine Paraphimose vorliegt und nicht gehandelt wird.

    Nein, eine Paraphimose liegt nicht vor. Der Arzt meinte aber, da er schon 16 sei und das Problem schon sehr lange bestehe, könne er nicht beurteilen, ob das Vorhautgewebe weiter unten und innen noch intakt/geschädigt sei. Erst während der Operation könne er daher entscheiden, wieviel er wegschneiden müsse.

    Wie weit ist "extrem verengt"? Kann er die Vorhaut in schlaffem Zustand zurückziehen? Wie siehts mit waschen aus?

    Nein, er kann die Vorhaut auch in schlaffem Zustand nicht zurückziehen. Es ist nur eine winzige Öffnung, die für die Eichel offen bleibt. Die Hygiene ist dementsprechend ein Problem, weshalb es auch immer wieder zu Entzündungen kommt. Eine Zeitlang haben wir es mit Kamillebädern versucht, aber setz das mal bei einem 16-Jährigen auf Dauer durch.

    Was sagt dein Sohn zum ganzen Thema?

    Er verdrängt es, spricht nicht darüber. Da spielt rein, daß der Verdacht auf atypischen Autismus vorliegt und wir bei bestimmten Themen und zu bestimmten Zeiten einfach vor eine Wand laufen. Er hat sich abgefunden, daß jetzt operiert wird, weil er seinen Eltern vertraut, aber ich denke nicht, daß er um die Folgen wirklich weiß. Vom Sexualkundeunterricht in der Schule in der 5. Klasse, der ziemlich brachial einsetzte, ohne daß wir vorher Gelegenheit, das Thema anzusprechen, war er regelrecht geschockt, seither ist mehr oder minder Funkstille. Gespräche darüber will er partout nicht, aus Bemerkungen von ihm wissen wir aber, daß er "Bescheid" weiß, es aber für ihn (noch) keine Rolle zu spielen scheint. Insofern ist er ein weißes Blatt, er weiß vermutlich nicht, wie sich Selbstbefriedigung anfühlt.

    Du schreibst auch, dass die OP schon in zwei Tagen stattfinden soll. Welcher Stil wurde besprochen? Vorhauterhaltend? Alles weg?

    Siehe oben. Der Arzt will während der OP entscheiden, was weg muss.

    Ich habe meine Frau heute früh überredet, jetzt in wenigen Minuten eine Zweitmeinung bei meinem Urologen einzuholen. Ich hoffe, das bringt uns neue Erkenntnisse.

    Hallo,

    der Titel sagt eigentlich schon alles über die Situation: In zwei Tagen soll wegen einer Phimose bei meinem 16-jährigen Sohn die Vorhaut entfernt werden - und ich habe Zweifel, ob dies nicht nur medizinisch, sondern auch mit Blick auf sein späteres Sexualleben die richtige Maßnahme ist.

    Mit meiner Frau kann ich schwer darüber sprechen, sie ist vollauf überzeugt, daß die Beschneidung notwendig ist und macht mir Vorwürfe, ich würde Risiken wie eine Nekrose der Vorhaut leichtfertig eingehen und seine sexuelle Entwicklung verhindern. Dazu muss man wissen, daß unser Sohn trotz sichtbarer Pubertät noch sehr "kindlich" verfasst ist und überdies psychische Probleme hat (Verdacht auf atypischen Autismus, Zwänge). Mädchen und Sexualität spielen aus meiner Sicht noch kaum eine Rolle, Gespräche darüber vermeidet er strikt.

    Der Facharzt, bei dem wir zur Behandlung sind, hat uns über die Folgen der diagnostizierten Phimose aufgeklärt. Wir hatten in den letzten Monaten versucht, durch Anwendung einer Kortisonsalbe eine OP zu umgehen. Leider ohne Ergebnis: Die Vorhaut ist extrem verengt, selbst sachtes Zurückziehen verursacht Probleme - auch wenn unser Sohn meint, dies sei leicht besser geworden. An und an hat er auch Entzündungen. Der Arzt meinte, es sei schnelles Handeln angesagt, weil eine Nekrose der betroffenen Hautteile nicht ausgeschlossen werden könne. Das sehe er erst bei der Beschneidung.

    Ich habe mich angesichts dieser medizinischen Expertise breitschlagen lassen - zumal meine Frau, was Ärzte betrifft, sehr "autoritätsgläubig" und ein Gespräch über ärztliche Maßnahmen grundsätzlich eher schwierig ist. In den letzten Tagen habe ich einiges über die Rolle und Bedeutung der Vorhaut beim Sex gelesen und bin in Zweifel, ob wir unserem Sohn nicht im wahrsten Sinne des Wortes etwas "nehmen".

    Was soll ich tun? Schweigen und hoffen, daß die Phimose-OP die erwünschten medizinischen Auswirkungen zeitigt? Oder sie verhindern - und mich damit dem Vorwurf aussetzen, dem Kind zu schaden? Ich würde mich über Erfahrungsberichte von (spät-)beschnittenen Männern freuen.

    Viele Grüße
    P.