Wie du schon schreibst, nicht alle wollen ihn vermeiden. Es gibt durchaus Meinungen, dass die Beschneidung weh tun muss, um ihrer Bedeutung als Bund mit Gott gerecht zu werden. Und auch diese Evangelikalen wollen den Schmerz nicht als treibender Faktor ihres Handelns. Ihnen geht es um Erziehung und religiöses Gebot. Es ist nicht ihr Primärziel Schmerz zu erzeugen, sondern Mittel zum Zweck. Insofern nehmen Sie den Schmerz auch nur in Kauf und verharmlosen ihn, um die für sie wichtigen Ziele zu erreichen. Dasselbe kann man für die Beschneidung sagen.
Beiträge von R2D2
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Die Motivation ist in beiden Fällen Kindeswohl und durch Religion gerechtfertigtes Handeln. Worin siehts du da den qualifizierten Unterschied?
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Guy, das BVerfG hat bereits mehrfach festgestellt, dass die Quantität des Vorkommens eines Verhaltens überhaupt kein Argument für dessen Legitimität ist und umgekehrt, das Ansinnen noch der kleinsten Gruppierung genauso zu bewerten ist, wie das der großen Religionen. Es spielt insofern überhaupt keine Rolle, ob dieses Ansinnen ein Extrembeispiel ist und auch unter Evangelikalen nur selten anzutreffen ist. Und, Werner, "eine Lektion zu erteilen" in einem erniedrigendem Sinne, genau darum geht es diesen Evangelikalen nach meinem Verständnis eben gerade nicht. Aus deren Bewußtsein heraus, ist das Schlagen der Kinder eben gerade keine Demütigung.
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Warum schwer herzustellen? Die Parallele liegt doch klar auf der Hand. Diese Eltern meinen ebenso wie die Eltern, die beschneiden lassen, auch ausschließlich zum Wohle der Kinder zu handeln. Sie tun es ja nicht, um ihre Kinder zu erniedrigen oder aus anderen niederen Bewegründen heraus. Die Argumente sind genau dieselben. Es ist gut für die Kinder. Es hilft ihnen. Es schadet ihnen nicht. Und jetzt verrate mir, warum ich einem Kind unter massiven Schmerzen einen Körperteil amputieren, sie aber nicht mit einem Stock verhauen darf, zumal wenn er extra so gewählt wird, keine bleibenden physischen Schäden zu hinterlassen. Ich bin mir sicher, dass wenn die Eltern nur ausreichend auf das Kind eingewirkt haben, es ein Kind selber auch als gerecht und hilfreich empfinden wird, durch gelegentliche Schläge auf den rechten Pfad gebracht zu werden. Wenn ich die Beschneidung als Erziehungsrecht deklariere, dann ist das schon lange Erziehung. Schon rein von der Wortbedeutung "Erziehung" (=Bewirken eines gewünschten Verhaltens) würde man Schläge viel eher als Erziehungsmaßnahme ansehen als eine Beschneidung.
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Schmerz hilft dem Kind. Rechtlich müssen die entsprechenden Schutzparaphen des BGB nun fallen. Lt. unserer Politiker sind Eltern die vorrangigen Interpreten des Kindeswohls und dürfen es soweit interpretieren, dass sie ihrem Kind Schmerzen zufügen und Körperteile entfernen dürfen.Was ist dazu im Vergleich ein klein wenig wohlmeinende Haue?
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Da werden ja beide Augen fest zugehalten, um ja nichts entdecken zu müssen, was evtl. nicht von §1631d gedeckt wäre.
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Zitat
Dazu soll die Genitalverstümmelung zum Verbrechen hochgestuft werden und als Auslandstat gegen sogenannte inländische Rechtsgüter gelten, heißt es in einem heute im Bundestag eingereichten Gesetzentwurf. Damit könnten im Ausland begangene Genitalverstümmelungen, die in Deutschland lebende Frauen und Mädchen betreffen, strafrechtlich verfolgt werden.
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Ah, ok, alles klar: Verwechselung. Peinlich für Fox News.
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Nein, HIV ist schon richig: HIV. Über die Ursache kann aber derzeit wohl nur spekuliert werden.
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Nett.
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Der hier ist durchgekommen und gut:
ZitatVielen vielen Dank für dieses Statement!
Nein, ein Junge hat nicht wirklich eine Wahl, wenn er (wie in der muslimischen Herkunftsgesellschaft meines Mannes) von klein auf erzählt bekommt, dass seine Vorhaut ihm im Todesfall das Schloss zum Paradies verschließen würde und alle unbeschnittenen Männer unrein sind.
Dieser massive (wenn auch durch die Eltern zweifellos liebevoll motivierte) Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung darf in einer freiheitlichen, demokratischen und multikulturellen und -religiösen Gesellschaft nicht, wie geschehen, voll legalisiert, sondern höchstens rechtlich geduldet sein.
Außerdem sollten alle beschneidungsfordernden Gruppen zu einem Entschädigungsfond beitragen, für alle Männer, die sich durch diese Operation aus der Zeit ihrer Minderjährigkeit in der einen oder anderen Wese beschädigt fühlen.
Das sollte doch kein Problem sein, denn nach Angaben dieser Gruppen sind doch angeblich alle Männer wunschlos glücklich mit ihrem aufgezwungenen Zustand. -
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Der hier wurde als Kommentar auf Frau Adam nicht veröffentlicht:
ZitatPersönliche Frage an Frau Adam: Wären Sie bereit auf nur drei Millimeter Haut in der entsprechenden Körperregion zu verzichten und sich diese abschneiden zu lassen? Übrigens, das Gewebe, das bei der weiblichen Beschneidung entfernt wird, ist deutlich kleiner, bei den leichten Formen wird es gar nur eingeritzt. Man stelle sich vor jemand würde dies mit den Worten “nur ein Millimeter Haut” relativieren. Der Aufschrei von Frau Adam wäre gewiss. Wäre Frau Adam mit Ziernarben einverstanden, die gar an weniger delikaten Stellen angebracht werden? Nein? Sexismus pur eben. Widerlich.
Vermutlich hätte ich das "Widerlich" so in Fremdworte kleiden müssen, dass man es zweimal lesen muss. Da scheint man drauf abzufahren. Und dann war da noch dieser Beitrag auf den Beitrag von Voß/Cetin:
Zitat"Dieser von Schwarz-Weiß-Denken durchzogenen Argumentation kann in keiner Weise zugestimmt werden. Bereits im ersten Absatz wird der Leser mit der Behauptung, es gäbe keine Selbstorganisationen von vorhautbeschnittenen Männern, die die Praxis problematisierten, aufs Glatteis geführt. Man stelle sich nur einmal vor, die Autoren würden dieses Argument auf die weibliche Beschneidung anwenden, wo sich, zumindest bevor es in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs problematisiert wurde, sicherlich auch keine Selbsthilfegruppen gebildet hatten. Aus der Nichtexistenz solcher Gruppen auf eine Nichtexistenz eines Problems zu schließen ist nicht nur grob fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil es klar von einer Absicht geleitet ist, existierende Probleme nicht anzuerkennen und klein zu reden. Die Autoren mögen einmal recherchieren, wie lange es keine Selbsthilfegruppen von Missbrauchsopfern katholischer Priester gab und ob es vor deren Existenz keinen derartigen Missbrauch gab.
Auch die Behauptung, dass die Diskussion seinen Ursprung in dem Urteil des LG Köln gefunden hat, übersieht, dass die rechtliche und medizinische Diskussion nicht nur in Deutschland sondern international bereits seit vielen Jahren köchelt. Sie wurde durch das Urteil lediglich auf die Titelseiten der Medien gebracht. Völlig außen vor lassen die Autoren auch die Tatsache, dass das Urteil und der dem zugrundeliegende Gerichtsprozess ja nicht völlig grundlos oder, um die Sprache der Autoren zu benutzen, aus "weißen" Gründen erfolgt, sondern weil ein Junge massive Folgen einer Beschneidung zu erleiden hatte, die, wie das Gericht gutachterlich festgestellt hat, eintraten, obwohl der ausführende Arzt nach den vielzitierten Regeln der ärztlichen Kunst gearbeitet hat.
Die Autoren fordern einseitig, dass sich "Weiß" mit "Schwarz" zu beschäftigen habe, um deren Standpunkte zu verstehen und somit Verständnis und einhergehend eine Legitimation für die Beschneidung zu schaffen. Aber dies ist keine Einbahnstraße. Auf dem Weg in eine bunte Republik braucht es neben dem Verständnis von "Weiß" für "Schwarz" auch Verständnis von "Schwarz" für "Weiß" und auch ein Erkennen von Farbe. In diesem Sinne haben die jüdischen und muslimischen Verfechter der Beschneidung noch überhaupt nicht verstanden, was der §1631d für die "Weißen" für eine Zumutung darstellt. Hier wurde der Rechststaat mehr als gedehnt und in Widersprüchlichkeiten verstrickt als es normalerweise aus irgendeinem Grunde akzeptiert würde. Meiner Überzeugung nach wurde dafür klar das Grundgesetz gebrochen. Was der "Schwarze" da von seinem "weißen" Freund verlangt, stellte eine jede Freundschaft auf eine harte Zerreißprobe. Im Grunde ist das etwas, was ein guter Freund von einem anderen niemals verlangen würde. Das Verständnis von "Schwarz" für "Weiß" und dessen Probleme dem Ansinnen von Schwarz nachzukommen, bestand im Vorwurf von Antisemitismus und Islamophobie. Das bitte, ist auch ein Teil der erwähnt werden muss, wenn man sich mit der Entwicklung und Dynamik dieser Diskussion beschäftigt. Auch die Autoren erheben diesen Vorwurf erneut, wenn Sie postulieren, dass "Rassismus und Antisemitismus vorangelegt" seien.
Aber als wäre das alles noch nicht genug, wird dann im Postskriptum die medizinische Seite der Jungenbeschneidung auch noch komplett verharmlost. Europäische Kinderärzte haben erst vorgestern in einem Aufsehen erregenden Beitrag in der Zeitschrift Pediatrics darauf hingewiesen, dass die Ansicht der AAP völlig isoliert ist (Cultural Bias in the AAP’s 2012 Technical Report and Policy Statement on Male Circumcision
). Eine Umfrage unter deutschen Kinderärzten ergab, dass es erschreckend oft zu Komplikationen kommt, die gottseidank nicht oft so gravierend wie bei dem Kölner Fall sind oder gar schlimmere Folgen haben, aber die nicht so einfach wie es die Autoren gerne hätten beiseite zu wischen sind. Es wird der Debattenkultur nicht dienlich sein, wenn man diese Kinderärzte und deren Organisationen als von vorangelegtem Rassismus und Antisemitismus geleitet deklariert."
Dieser wurde unter voller Namensnennung mit dem Hinweis "wegen rassistischer Äußerungen gekürzt" veröffentlicht und danach erst auf Beschwerde hin völlig gelöscht. -
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Na ja, fairerweise muss man ja sagen, dass wir nicht wissen, welche Beiträge der Beschneidungsbefürworter so alles zensiert werden
Der Eindruck, dass die Freischaltung der Kommentare nicht innerhalb dessen, was legal ist, sondern innerhalb dessen, was genehm ist, erfolgt, drängt sich allerdings auf. -
Was für eine ekelhafte, sexistische Verharmlosung und Relativierung:
Viel Lärm um drei Millimeter Haut | Was ist der Streit-Wert?
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Doch, doch, ganz ernst nehmen wir den. Wir sind halt früher ohne Jeanshose auf die Berge geklettert und da brauchte man halt die Vorhaut. Dann hat uns der liebe Gott Fell und Kleidung gegeben. Dabei hat er dann halt dummerweise übersehen, uns die nun völlig überflüssige Vorhaut zu nehmen, so wie er es mit den natürlichen Fell getan hat. Klingt doch völlig plausibel, nicht wahr?
