Posts by schlecht

    bin zwar auch kein Experte, aber wenn ich das richtig verstehe, werden bei solchen sogenannten "geschlechtsangleichenden Operationen" (das von außen sichtbare Geschlecht wird dem Geschlecht vom Gehirn angepasst) die erogenen Gewebe entnommen und an anderer Stelle wieder angenäht. Deshalb können die dann was spüren, weil nämlich im Idealfall die künstliche Vagina (Neovagina) mit dem Gewebe ausgekleidet ist, was man vorher von Eichel, Vorhaut, etc entnommen hat. Und natürlich haben Personen die vorher als Männer beschnitten wurden bei so einer Operation dann auch weniger Gewebe zur Verfügung.

    Falls es nach so einer OP zu keinerlei Sexuellen Problemen führt, verstehe ich nicht wieso es für Beschnittene keine hilfe gibt. Da müsste doch dann auch irgendwas zu machen sein?

    Der Unterschied ist also, dass bei Transfrauen das sensible Gewebe nur von Penis nach Neovagina verlegt wird. Bei uns Genitalverstümmlungsopfern hingegen wurde das sensible Gewebe in die Mülltonne verlegt!!!


    Mentale Blockaden kommen dann noch dazu. Wenn eine Transfrau sich mit ihrem Penis unwohl gefühlt hat, dann wird sie bei Sex, Selbstbefriedigung, Erregung, etc. vermutlich ständig daran erinnert, dass da irgendwas nicht stimmt. Wenn das Geschlechtsorgan angepasst wurde und sie sich damit wohler fühlt, dann geht die mentale Blockade zumindest teilweise weg.
    Wenn ein normaler Cis-mann sich mit einem normalen intakten Penis wohl fühlen würde aber einen verstümmelten hat, dann wird er bei Sex, Selbstbefriedigung, Erregung, etc. natürlich negativ daran erinnert (das bezeugen viele Beiträge Betroffener hier im Forum).

    Der §1631d war von gar nicht so wenigen ("Angesichts der deutschen Geschichte", "Ausgerechnet in Deutschland!") gemeint als eine Art "Wiedergutmachung" für den Holocaust.
    Als ob man man Massenmord mit Genitalverstümmelung "wieder gut machen" könnte! :FP01

    Ganz nebenbei hat man aber alle Jungen, nicht allein die Söhne jüdischer Eltern entrechtet, ihres Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit beraubt.

    Schon irgendwie komisch, diese Argumente "Angesichts der deutschen Geschichte", "Ausgerechnet in Deutschland", die die Befürworter des §1631d bei der Verabschiedung vorgebracht haben. Ich hab das Gefühl, diese Politiker haben anscheinend folgendes aus der Nazizeit gelernt:

    • Menschenrechte für Jungen sind anscheinend unnötig, insbesondere brauchen jüdische männliche Babys keine Menschenrechte
    • Auch wenn es bei der Einführung des §1631d schon viel internationale medizinische Fachliteratur gab, die die Nachteile der Beschneidung aufgeführt haben, so gab es angeblich doch keinen einzigen Deutschen Bürger, der sich nach einer Beschneidung beschwert hatte. Medizinisches Fachwissen kann man anscheinend nicht einfach von Undeutschen auf Deutsche übertragen.

    und dann werfen die Verstümmelungsbefürworter uns Verstümmelungsgegnern vor, wir wären ja alle phöse Nazis und so! Dabei sind doch gerade wir diejenigen, die fordern dass Menschenrechte für alle Menschen gelten, unabhängig von Geschlecht, Abstammung oder Religion - Ja, insbesondere fordern wir auch Menschenrechte für jüdische Babys. Und ich sehe hier im Forum auch oft Links zu Studien; die meisten davon wurden nicht in Deutschland durchgeführt. Für uns Beschneidungsgegner ist es nämlich irgendwie selbstverständlich, dass medizinisches Wissen was man in einem Land gewonnen hat, vermutlich auch in einem anderen gilt, weil wir nämlich keine Rassisten sind.

    Erst einmal: Hast du überhaupt Beschwerden? Eine Phimose die dir keine Probleme bereitet kannst du auch einfach so bleiben lassen. Falls du Probleme mit der Phimose hast, scheinen sie jedenfalls nicht groß genug gewesen zu sein, um dich dazu zu bringen von dir aus einen Urologen aufzusuchen.

    Auf Rückfrage, ob eine Teilbeschneidung möglich ist wurde nicht eingegangen...
    [...]
    ...trippelinzession sei nicht möglich...
    [...]
    3 Ärzte haben gesagt komplett abschneiden...

    Haben sie Gründe genannt? Bieten die einfach nur die Radikalbeschneidung an und können deshalb nichts anderes machen, oder gab es wirklich medizinische Gründe die gegen alle anderen Varianten gesprochen haben? Lass dich nicht täuschen: Ärzte verdienen mit einer Beschneidung mehr Geld als wenn sie dich einfach wieder nach Hause schicken würden mit dem Hinweis "alles prima so, muss nix gemacht werden". Natürlich haben also die Ärzte ein Interesse daran dir eine Beschneidung anzudrehen.

    Was die Beseitigung der Phimose angeht, gibt es andere Möglichkeiten, z.B. kannst du Dehnen versuchen, oder Phimosebehandlung nach Franz Konz oder steroidhaltige salbe, etc.. Informationen zur Phimosebehandlung gibts im Forum hier schon zuhauf. Punkt ist, man sollte nicht sofort zur totalen Amputation als Mittel der Wahl greifen

    Alles aus der gleichen Fabrik...

    Ist ja auch kein Wunder. Juden haben viele der wichtigen Positionen in Hollywood inne. Betrachten wir doch mal, wer an den Filmen die du genannt hast, mitgearbeitet hat: ("unbekannt" bedeutet hier, dass ich die Religion der Person nicht herausfinden konnte)

    • Bad Moms: Regie, Drehbuch, Produktion sind alle nicht jüdisch oder islamisch, aber von der Produktionsfirma STX Entertainment ist zumindest der Besitzer Jahm Najafi ein Iranischer Staatsbürger, kommt also aus einem Islamischen Kulturkreis, und der CEO Noah Fogelson hat zumindest einen jüdischen Nachnamen (ob er auch wirklich gläubiger Jude ist ist mir unbekannt, ist aber zumindest wahrscheinlich)
    • Blood Diamond: Regie: Edward Zwick (jüdisch); Drehbuch: Charles Leavitt (unbekannt); Produktion: Marshall Herskovitz (jüdisch), Graham King (unbekannt), Paula Weinstein (jüdisch), Alexzander Breault-Boucher (unbekannt)
    • Date Movie: Regie und Drehbuch: Aaron Seltzer und Jason Friedberg (beide jüdisch); Produzent: Paul Schiff (jüdisch)

    Bei so vielen Juden ist es ganz logisch, dass in diesen Medien die Beschneidung verharmlost wird.
    Und bevor jetzt jemand ankommt mit "Antisemitismus": Jeder weiß, dass die Beschneidung in Judentum und Islam weit verbreitet ist. Ja, natürlich sind das nicht alle, es gibt auch durchaus Juden und Moslems die sich dagegen stellen, die sind aber die Ausnahme. Letztendlich waren es hauptsächlich jüdische Interessensgruppen, die die Legalisierung der männliche Genitalverstümmelung in Deutschland erkämpft haben.
    Ich persönlich konsumiere schon lange kaum noch Hollywood-Filme. So eine Industrie möchte ich nämlich nicht mitfinanzieren.

    Es gäbe wohl die Möglichkeit die offenen Tunnel anzuritzen und somit die Haut dazu anzuregen die Löcher zu schließen. Allerdings finde ich das schon sehr brutal und möchte es ihm eigentlich nicht antun .... die Löcher sind ja "nur" ein rein optischer Makel.

    Ich frage mich hier, was die Risiken sein können. Kann so ein Anritzen der Tunnel Narben verursachen? Können solche Narben dann z. B. spätere Restoring-Möglichkeiten beeinträchtigen? Andererseits, wenn die Löcher bleiben, ist das nicht auch ein hygienisches Problem? ("wir dachten er hat noch Fäden die sich nicht aufgelöst haben, es hat sich als gesammelter Dreck/Fussel herausgestellt") Wie leicht lassen sich diese Tunnel bei ihm reinigen? Kann es zu Entzündungen kommen, oder würde eine Operation das Risiko für Entzündungen vielleicht sogar noch erhöhen?
    Das sind alles medizinische Fragen, die ich nicht beantworten kann. Solche Fragen kann nur ein fähiger Arzt beantworten. Wenn allerdings "der behandelnde Kinder-Chirurg [...] (wie leider die Meisten Ärzte wie ich jetzt weiß) alle negativen Folgen verschwiegen [hat]", dann wird er wohl über so eine Operation ebenfalls kaum sachlich aufklären können. Ich sehe die Gefahr, dass der Kinder-Chirurg sich nicht eingestehen möchte, dass Beschneidungen eben doch negative Folgen haben können, also dass seine Aufklärung damals falsch war. (Dann könnte er z.B. so etwas sagen wie "Es gibt keine negativen Folgen einer Beschneidung, auch diese Tunnel da sind überhaupt nichts negatives und sollten so bleiben" oder "Es gibt keine negativen Folgen einer Beschneidung, deshalb sind auch alle Folgeoperationen ohne negative Folgen, deshalb wird auch die Entfernung der Tunnel keine negativen Folgen haben")
    Also, wenn du wirklich Gewissheit haben willst, suche dir einen Experten, der auch wirklich gut ist. Erst dann kannst du entscheiden ob eine Operation wirklich notwendig ist. Ich habe selber auch diese Tunnel, und habe erst vor ca. einem halben Jahr erfahren, dass das nicht normal ist. Ich sehe die aber nicht als ein großes Problem an, sondern eher als ein "Teilproblem der Beschneidung". Regelmäßiges Reinigen in der Dusche gehört halt einfach dazu (mit einem einzigen Strahl vom Duschkopf kann ich das gut machen). Genauso wie die Themen "Selbstbefriedigung", "Sex" und "Unterwäsche" bei mir umständlicher sind als bei intakten Männern, ist der Duschgang halt auch umständlicher. Restoren tue ich (noch) nicht, und habe mich auch noch nicht mit den anderen medizinischen Fragen dazu beschäftigt.

    Aber jetzt im Moment kann sich Dein Sohn nicht frei dazu entscheiden, auch, wenn Du ihn natürlich grundsätzlich nicht dazu drängst.

    Dem stimme ich zu. Entscheiden kann er sich erst im Erwachsenenalter. LiLi1316, ich kann dir nur raten alle Dokumente (Krankenakte, Operationsberichte, eventuelle Fotos von vorher und nachher, vielleicht auch relevante Tagebucheinträge) gut aufzubewahren, sodass dein Sohn eines Tages, wenn er selber Entscheidungen treffen kann, Zugriff hat auf alle relevanten Informationen. Ich finde ich es allerdings sehr gut, dass du dich so um die Gesundheit (auch um die psychologische) deines Sohnes sorgst und informierst (besser spät als nie). Ob es besser für seine Psyche wäre, ihm alles zu erklären (z.B. dass er, um seine Eichel zu schützen, sie eigentlich die meiste Zeit in Frischhaltefolie, Senslip oder ähnlichem lagern müsste), oder ob es besser wäre so zu tun als gäbe es keine Probleme, kann ich nicht wissen. Meine Eltern haben letzteren Weg gewählt (vermutlich weil sie wirklich nichts wussten), rausgefunden dass was falsch mit mir war hab ich trotzdem, nur sind jetzt manche Dokumente halt schon weg.

    "Ich habe meine Kinder mit einem neutralen Geschlecht erzogen. Sie werden entscheiden ob sie Männer oder Frauen sein wollen."

    Falls ihr Sohn sich dafür entscheiden würde, ab sofort eine Frau sein zu wollen, würde sie dann aber feststellen, dass für geschlechtsangleichende Operationen, bei welchen aus einem Penis eine Vagina geformt wird eine Vorhaut notwendig ist, welche dann umgeformt werden kann. Also so wird das nichts mit der freien Geschlechtsauswahl.

    Hab auf Wikipedia noch eine gefunden. Die Studie an sich scheint leider nicht kostenfrei einsehbar zu sein.

    Timm Hammond, Menschenrechtsaktivist und Gründer der beschneidungskritischen Organisation NOHARMM, publizierte 1999 im British Journal of Urology die Resultate einer von NOHARMM im Rahmen eines Dokumentationsprojektes zwischen 1993 und 1996 organisierten Befragung von beschnittenen, männlichen US-Amerikanern. 94 % der 546 Teilnehmer wurden in der Kindheit beschnitten. Unter anderem ergab die Befragung bei 50 % der Teilnehmer ein niedriges Selbstwertgefühl beziehungsweise das Gefühl von Minderwertigkeit gegenüber „intakten“ Männern.


    Generell hinterfrage ich allerdings die Aussagekraft solcher Studien. Manche beschnittenen Männer sind religiös verblendet und können deshalb nicht über die Genitalverstümmelung logisch argumentieren. Studien, welche z.B. durch Drucktests die verringerte Sensitivität nach der Amputation objektiv festgestellt haben sind da mMn aussagekräftiger.

    Zeichen und Wunder! Das Urteil ist jetzt tatsächlich abrufbar:

    https://openjur.de/u/2363250.html


    In der Form ist das Urteil eine Schande! (bin kein Anwalt, liefere hier keine Rechtsberatung)

    [Der Kläger] trägt vor, das Landgericht gehe zu Unrecht davon aus, dass ein Behandlungsfehler im Zusammenhang mit der Zirkumzision nicht festzustellen sei. Rechtsirrig sei auch die Annahme des Landgerichts, über die Möglichkeit einer Salbentherapie als Alternative zur Operation habe nicht aufgeklärt werden müssen.
    Im Zentrum der diesbezüglichen Ablehnung stehe die Ansicht des Landgerichts, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass eine konservative Therapie zum Zeitpunkt der streitgegenständlichen Behandlung eine medizinisch gleichwertige Alternative zur Operation gewesen sei.

    Na, dann schauen wir uns mal an, welche "Therapie" der Kläger denn erhalten hat:

    (ich wurde übrigens low and tight Beschnitten - Fenulum scheint mit entfernt worden zu sein oder starkt beschädigt, kennt sich jemand damit aus wie man das feststellen kann?)

    Sieh an, das Landgericht behauptet also, dass die "konservativeren Therapien" nicht gleichwertig sind. Was sind denn ein paar Beispiele für Therapien, die "konservativer" sind als Low-and-Tight? Mir fallen sofort ein: Low-and-Loose, High-and-Tight, High-and-Loose und natürlich, ganz unabhängig von der Vorhaut: die Beibehaltung des Frenulums.
    Also auf Gutdeutsch sagt das Landgericht: Hätte man statt der Low-and-Tight Verstümmelung eine andere Form gewählt, oder hätte man das Frenulum nicht entfernt dann wäre die Heilungswahrscheinlichkeit geringer gewesen.
    Interessant, was das Landgericht da raushaut. Alle mir bekannten Quellen (auch die von damals) die die 4 Standardverstümmelungen beschreiben, stellen diese als gleichwertig dar. Und dass die Amputation des Frenulums irgendwie die Heilungswahrscheinlichkeit erhöhen soll ist mir auch nicht bekannt.


    Außerdem würde mich interessieren, wann die Dokumentation zu dem Urteil auf arte hochgeladen wird, @Yelock gibt es dazu schon irgendwas neues?

    Mein Fall wird der zentrale rote Faden in einer 52 Minütigen Artedoku... Und ich verspreche euch diese Dokumentation wird es in sich haben. Die ganze Welt kann dort den Schindluder betrachten den einige deutsche Urologen und Gerichte treiben.

    Wie viele andere hier, möchte auch ich meine Geschichte teilen. Es ist eine ganz normale Geschichte mit einem fehldiagnostizierenden, beschneidungswütigen Chirurg. Fragen, Tipps, Ratschläge sind erwünscht, sonst würde ich es hier ja nicht teilen.
    Ich wurde im Alter von 5 Jahren beschnitten. Mittlerweile bin ich 18-28, genaueres möchte ich nicht angeben. Ich bin in Deutschland geboren, wie meine Eltern. Eltern sind christlich, ich bin Atheist, aber Religion ist hier egal.

    Über die Beschneidung wurde in den Jahren danach nie mit mir gesprochen. Natürlich habe ich gemerkt, dass das bei mir anders aussieht, als es im Sexualkundeunterricht vorgestellt wurde. Auch sah es bei anderen Jungs in meinem Alter anders aus, oft kam dabei die Frage "Tut das nicht weh, wenn das so ungeschützt in der rauen Unterhose steckt?" Ich hab mir dabei aber immer gedacht, dass meine Eltern damals schon Ahnung gehabt haben werden. Wenn da irgendwas nicht normal sei, hätten sie mich doch sicherlich aufgeklärt.
    Irgendwann kamen mir dann aber doch Zweifel. Nachdem ich also in letzter Zeit etwas nachgeforscht habe, und das Gefühl hatte, dass da etwas nicht stimmt, hab ich doch mal meine Eltern konfrontiert und mir von ihnen alles erklären lassen:

    Im Alter von 4 Jahren ließ sich meine Vorhaut nicht zurückziehen, da sie verklebt war. Außerdem war ich in dem Alter noch Windelpinkler. Irgendwann bekam ich eine Vorhautentzündung (Balanitis) und wurde beim Kinderarzt vorgestellt. Der sagte, dass dies mit gründlicher Hygiene lösbar wäre, aber bei einer wiederholten Vorhautentzündung (rezidive Balanitis) eine Beschneidung angebracht wäre. Ca 1 Jahr später kam aber eine erneute Vorhautentzündung.
    (Mittlerweile weiß ich: Eine Phimose und Verklebung in dem Alter ist normal, beide lösen sich normalerweise in der Pubertät. Nur wenn sich die Vorhaut nach der Pubertät immer noch nicht zurückziehen lässt und dabei noch Probleme auftreten, ist eine Vorhautamputation (Zirkumzision) angebracht. Windelpinkeln kann auch eine Ursache für die Entzündung sein, aber auch das hört natürlich auch mit der Zeit von selber auf. Übermäßige Reinigungen hingegen erhöhen das Risiko für Infektionen, dies wird "Reinlichkeitsbalanitis" genannt. Der Kinderarzt hat durch seinen Rat zur gründlicher Hygiene die erneute Entzündung also provoziert, und hat nicht erkannt, dass die Ursachen (Verklebung, Phimose, Windelpinkeln) sich von selber lösen, obwohl er es besser hätte wissen müssen.)

    Bei der zweiten Vorhautentzündung gingen meine Eltern zu einem Chirurg welcher Beschneidungen vornimmt. Dieser erklärte dass eine Beschneidung die einzige Möglichkeit sei um die Infektion zu lösen.
    (Mittlerweile weiß ich: Es gibt Salbentherapie, diese hatte er aber nicht erwähnt. Auch hatte der Chirurg den Kinderarzt nicht korrigiert, ein einfaches "den Penis einfach in Ruhe lassen" erwähnte er nicht als Lösung.)

    Als Beschneidungsmöglichkeiten stellte er 2 Formen vor: Die Teilbeschneidung und die radikale Totalbeschneidung (low-and-tight)
    (Mittlerweile weiß ich: Es gibt ebenfalls die "Triple Incision"-Beschneidung, bei der kein Gewebe verloren geht. Außerdem gibt es bei der Totalbeschneidung die high-Varianten, bei denen die empfindliche innere Vorhaut erhalten bleibt, sowie die -loose-Varianten, bei denen mehr bewegliche Schafthaut erhalten bleibt)

    Was die Teilbeschneidung angeht, sagte er allerdings dass diese sowieso nur zu Komplikationen führt
    (Mittlerweile weiß ich: Komplikationen treten durchschnittlich in ca. 20% der Fälle auf. Das ist allerdings der Durchschnitt aller Patienten. Bei jungen Patienten ohne Probleme mit Wundheilung treten Komplikationen deutlich seltener auf. Ich war damals jung und hatte keine Wundheilungsprobleme, die Chancen auf Erfolg wären also groß gewesen.)

    Darüber hinaus durchtrennte der Chirurg ebenfalls das Frenulum, dies hatte er vorher nicht abgesprochen.
    (Mittlerweile weiß ich: Selbst wenn eine Vorhautamputation angebracht wesen wäre (was sie mMn nicht war), hätte das Frenulum trotzdem da bleiben können, eine Frenulumeinkerbung ist unnötig.)


    Nachdem ich meinen Eltern dies alles erklärt hatte, hatten sie sich für ihr Verhalten damals entschuldigt. Sie gaben an, von den Ärzten nicht korrekt informiert zu sein, und wollen mich unterstützen. Aber natürlich bringt mir trotzdem all das nicht einen intakten Penis zurück. Ich werde für immer die Konsequenzen dieser Vergewaltigung spüren. (Ja, es war eine Vergewaltigung, weil an meinem Geschlechtsteil ohne mein Einverständnis rumgemacht wurde, wodurch ich permanente körperliche Schäden davongetragen habe, welche mir normalen Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung unmöglich machen. In gewisser Weise ist es sogar schlimmer als eine normale Vergewaltigung, weil bei vielen Vergewaltigungen nur psychische Schäden entstehen, welche durch Psychotherapie geheilt werden können, wohingegen meine körperlichen Schäden nie geheilt werden können.)
    Mittlerweile sind mir durch Nachforschungen (u.a. hier im Forum, im Zirkumpendium, im Intaktiwiki, und auf beschneidung-von-jungen.de) folgende Nachteile meiner Beschneidung bekannt geworden:

    1. Die Sensitivität meines Penises ist dauerhaft verringert, laut Studien haben verstümmelte Männer wie ich, ~80% der Nervenenden die für Erregung verantwortlich sind, verloren. Für einen intakten Mann ist es z. B. schmerzhaft, die Eichel mit einer Zahnbürste zu bürsten, meine Eichel ist aber so abgestumpft, dass ich dies nicht als schmerzhaft empfinde (Selbstexperiment). Darüber hinaus sind die empfindlichsten Teile des Penises (gefurchtes Band, Frenulum, innere Vorhaut) für immer verloren.
    2. Am Penis verstümmelte Männer benutzen häufiger den After für Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung als Männer mit einem intakten Penis. Auch selber kann ich nur bestätigen, dass meine Sensitivität wortwörtlich "im Arsch" ist. Dadurch bin ich einem höheren Risiko für Analkrebs und analer Inkontinenz ausgesetzt, die einzige Möglichkeit dies zu vermeiden wäre sexuelle Bedürfnisse (welche allerdings zu einem normalen Leben dazugehören) zu ignorieren.
    3. Da die Eichel ausgetrocknet ist, sollte ich für Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung immer Gleitgel benutzen, was natürlich dauerhafte Kosten bedeuten würde und außerdem spontane Aktionen unmöglich macht. Persönlich habe ich bisher meistens trockene SB gemacht, dadurch bin ich allerdings einem höheren Risiko für sexuelle Dysfunktion und Verletzungen ausgesetzt. Ich habe also eine Behinderung und werde für ein normales Leben ständig Hilfsmittel benötigen.
    4. Die Vorhaut beugt auch Krankheiten vor. So bin ich durch die Vorhautamputation einem höheren Risiko für Harnwegsverengungen ausgesetzt. Angebliche Vorteile, wie z. B. ein oft behauptetes verringertes Risiko für Peniskrebs oder HIV existieren nur in Entwicklungsländern (und da auch nur minimal), für Industrieländer wurden diese angeblichen Vorteile durch Studien widerlegt.
    5. Vermutlich dürfte es mir auch schwieriger fallen, Kondome zu benutzen. Bei einem intakten Mann kommt die Erregung nämlich hauptsächlich durch die Reibung von innerer Vorhaut und Eichel gegeneinander. Dies funktioniert auch bei Benutzung eines Kondoms. Ohne Vorhaut findet diese Reibung nicht mehr statt. Ich vermute deshalb stark, dass die Benutzung von Kondomen meine Empfindsamkeit stärker verringern würde, als bei einem intakten Mann. Versuche dazu habe ich noch nicht gemacht.

    Wie ich mir all diesen Nachteilen umgehen soll, wie ich damit noch ein vernünftiges Leben führen kann, ist mir nicht klar. Ich hatte noch nie eine romantische oder sexuelle Beziehung und habe aktuell sowieso ein viel zu geringes Selbstwertgefühl, um mir vorstellen zu können, dass irgendjemand an mir interessiert sein könnte. In der Schule wurde ich u.a. wegen meines Penises gemobbt, und ich habe mich noch nie getraut, in einer öffentlichen Männerdusche (z. B. im Schwimmbad) mich komplett auszuziehen. Wenn ich mit Gleichaltrigen über sexuelle Themen diskutiere, erzählen die mir Dinge, z. B. dass sie innerhalb von 2 Minuten zum Orgasmus kommen können, oder mehr als 4 mal an einem Tag masturbieren können. Von sowas kann ich nur träumen. Ich darf froh sein, wenn ich in weniger als 15 Min einen Orgasmus schaffe (geschätzter Durchschnitt: 30 Minuten), und hab noch nie mehr als 2 mal an einem Tag SB gekonnt (geschätzter Durchschnitt: 0,6 bis 1 mal pro Tag). Auch tut's bei mir manchmal hinterher weh, weil die Eichel wund gescheuert ist, was ich so noch nie von einem intakten Mann gehört habe.

    Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass ich bis zur Behinderung vergewaltigt wurde und keinerlei Entschuldigung oder Entschädigung von den Verantwortlichen bekommen habe. Es macht mich wütend, dass die Täter immer noch frei rum laufen, und dass das was mir angetan wurde, immer noch unschuldigen Männern angetan wird.

    Ich habe von den beteiligten Ärzten schon meine Unterlagen (Krankenakte) angefordert. Manche Unterlagen sind schon angekommen, auf andere warte ich noch. Eventuell wurden manche Unterlagen auch schon gelöscht. Sobald ich alle verfügbaren Unterlagen habe, werde ich mal mit einem Urologen sprechen, um mir meine Gedanken soweit nochmal von einem Experten überprüfen zu lassen (Ich werde natürlich den Urologen immer nach Studien fragen, die seine Behauptungen unterstützen. Auf Aussagen, wie z. B. "vertrau mir mal" vertraue ich nämlich garantiert nicht).
    Danach würde ich mir dann einen Anwalt holen um zu besprechen, was die Erfolgschancen auf ein Verfahren sind, was für ein Verfahren überhaupt geführt werden soll (medizinischer Fehler, Vergewaltigung, Körperverletzung?), und ob es ratsam ist zuerst an Therapien wie z. B. Restoring oder Psychotherapie teilzunehmen (damit die Kosten dafür im Verfahren eingeklagt werden können) oder mit Therapien bis nach dem Verfahren zu warten (damit keine Beweise verloren gehen).

    Häufig wird in den Medien geraunt: Wer wird der neue Gesundheitsminister? Fest steht bisher nur: Die SPD darf sich aussuchen wer es wird. Die Person, die wohl am meisten als potenzieller neuer Gesundheitsminister genannt wird, ist Karl Lauterbach. Grund genug, sich einmal anzuschauen, was er denn von der männlichen Genitalverstümmelung hält. Man sollte meinen, jemand der sich als medizinischer Experte ausgibt wird doch wohl selbstverständlich die Amputation von gesunden Organen aus nicht-medizinischen Gründen ablehnen, oder?

    Naja, zu früh gefreut: Lauterbach stimmte am 12.12.2012 (wie übrigens die Mehrheit seiner Parteikollegen) für die Einführung des § 1631d BGB, der die männliche Genitalverstümmelung aus religiösen Gründen legalisierte. Quelle: https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/17/a…bine=Lauterbach

    Achtung, es folgt leichtes ein Bogen über offtopic, allerdings nur um dann wieder zur Beschneidung zurückzukommen: (off topic)
    Wagen wir uns mal an ein weiteres politisches Thema: Die Impfpflicht
    Die Impfpflicht ist ja an sich eine Einschränkung der persönlichen körperlichen Unversehrtheit, um dafür die körperliche Unversehrtheit der Gesamtgesellschaft besser zu schützen. Welche dieser beiden körperlichen Unversehrtheitheiten man als wichtiger empfindet ist dabei die heiß diskutierte Frage, soweit ich weiß hat aber das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die körperliche Unversehrtheit der Gesellschaft wichtiger sein kann als die des einzelnen, und das Bundesverfassungsgericht hat dem noch nicht widersprochen. (Alle Angaben zu Rechtsfragen ohne Gewähr)
    Ganz so einfach ist die Sache dann doch aber nicht, denn Personen, die sich aus religiösen Gründen nicht impfen lassen wollen (z. B. Zeugen Jehovas), sind von der Impfpflicht generell ausgenommen. Daraus folgern wir, dass zwar rechtlich gesehen die körperliche Unversehrtheit der Gesellschaft wichtiger sein kann als die des einzelnen, die Religionsfreiheit des einzelnen allerdings wieder wichtiger als die körperliche Unversehrtheit der Gesellschaft.
    Sollte Lauterbach diese Ausnahmen von der Impfpflicht aus religiösen Gründen beibehalten wollen, dann würde er dadurch zeigen, dass er weiterhin der Religion des einzelnen einen höheren Stellenwert als der körperlichen Unversehrtheit der Gesellschaft einräumt, und damit auch einen höheren Stellenwert als der körperlichen Unversehrtheit des einzelnen. Kurz und gut: Er würde die Genitalverstümmelung weiterhin befürworten.