Ich habe ein paar Info-Links auf psychologieforum.de zur Diskussion reingestellt. Vielleicht mag jemand was kommentieren oder ergänzen?
Die Diskussion findet man hier:
https://www.psychologieforum.de/jungenbeschnei…dung-63970.html
Posts by SebastianKaiser4763
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[Nachtrag von Dr. Mackenthun von heute, 12.05.23]
Sehr geehrter Herr Kaiser,
haben Sie erneut herzlichen Dank.
Vielleicht wäre es Ihnen möglich, "LongRun" folgende Informationen zukommen zu lassen:Die Genitalbeschneidung ist ein Thema, das sowohl Jungen als auch Mädchen betrifft, aber es gibt einige Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern. Bei Jungen wird die Beschneidung meistens aus medizinischen (Vorhautverengung) oder religiösen Gründen durchgeführt. Religiöse Gründe sind vor allem im Judentum und im Islam verbreitet, betrifft also Millionen von menschen. Die psychischen Auswirkungen dürften insgesamt gering und selten sein.
Im Gegensatz dazu ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren Genitalien von Mädchen und Frauen und hat schwerwiegende gesundheitliche und psychische Auswirkungen. Die weibliche Genitalverstümmelung wird international als Menschenrechtsverletzung angesehen und in vielen Ländern gesetzlich verboten. Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine extreme Form der Gewalt gegen Mädchen und Frauen, während die männliche Beschneidung in vielen Fällen aus anderen Gründen durchgeführt wird und nicht als Gewaltakt betrachtet wird.
Siehe https://deref-gmx.net/mail/client/ZH…vergleich-17663Mit besten Empfehlungen
Dr. Gerald Mackenthun -
Antwort von Dr. Gerald Mackenthun am 11.05.23:
Sehr geehrter Herr Kaiser!
Ihre E-Mail zum Thema Beschneidung von Jungen ist bei mir gelandet. Ich weiß nicht, ob schon jemand anderer Ihnen geantwortet hat.
Ich würde zu dem Thema folgendes sagen: Man braucht als Psychologe kein Spezialist zu sein, um mit dem Thema umzugehen. Ich weiß nicht, ob das Thema Beschneidung in Deutschland überhaupt relevant ist. Der eine oder andere Junge oder junge Mann wird vielleicht darunter leiden, aber es scheint sich nicht um ein Massenphänomen zu handeln. Sofern jemand in die Therapie kommt, kann man mit ihm darüber sprechen und versuchen, das eventuell vorhandene Trauma zu vermindern.
Soweit ich weiß, ist das Thema Jungenbeschneidung nicht Gegenstand in der Psychotherapeutenausbildung. Ich wüsste auch niemanden zu nennen, der sich als Therapeut damit speziell befasst hat. Ich glaube auch nicht, dass sich das lohnt, da das Thema Beschneidung ohne weiteres in einer Traumatherapie behandelt werden kann.
Es mag der Eindruck entstanden sein, dass das Thema Jungenbeschneidung gesellschaftlich stark tabuisiert ist, es kann aber auch sein, dass das Problem derart selten auftritt, dass darüber einfach nicht gesprochen werden muss. Es ist nicht nötig, jedes Spezialthema an die große Glocke zu hängen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.
Mit herzlichen Grüßen
Dr Gerald Mackenthun[zweite Antwort von Dr. Gerald Mackenthun am 11.05.23 (auf meine Anfrage, ob ich seine Stellungnahme hier veröffentlichen darf)]
Sehr geehrter Herr Kaiser,
mir wäre es lieb, wenn Sie unter diesen Umständen noch folgende Zeilen ergänzen:
Auch ich bin grundsätzlich gegen medizinisch nicht-indizierte Beschneidungen bei Kindern, egal, ob bei Mädchen oder Jungen. Es gibt jedoch einen Unterschied: Bei Mädchen ist eine Beschneidung eine Genitalverstümmelung. Die Beschneidung der Vorhaut bei Jungen ist traditionell und religiös motiviert. Gelegentlich wird der hygienische Vorteil einer Vorhautentfernung hervorgehoben. Ich denke, dass dies in der heutigen Zeit mit unserem hohen hygienischen Standard nicht mehr nötig ist. Die Beschneidung bei Mädchen scheint mir ein Verbrechen zu sein, bei Jungens schlicht unnötig.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gerald Mackenthun (Berlin)
PS: Sie können vielleicht noch notieren, dass ich niedergelassener Psychotherapeut in Berlin bin und habilitiert in Klinischer Psychologie. -
Hallo zusammen,
ich habe einmal an einigen Stellen nachgefragt, ob über Jungenbeschneidung in der Ausbildung einer Psychotherapeutin / eines Psychotherapeuten gesprochen wird oder ob das Thema dort auch eher ein Tabu ist, wie ich es vermutete.
Tatsächlich gehört die Jungenbeschneidung, so wie man mir oftmals mitteilte, grundsätzlich nicht zur Grundausbildung des Fachpersonals im Bereich der Psychotherapie. Aber allgemeine traumatische Ereignisse seien selbstverständlich Inhalt aller psychotherapeutischen Aus- und Weiterbildungen.Dass also über Jungenbeschneidung und mögliche traumatische Erfahrungen in diesem Zusammenhang nicht explizit gesprochen wird, halte ich für problematisch. Denn wenn eine kindheitliche Beschneidung lebenslängliche seelische Narben hinterlassen kann (wovon ich überzeugt bin), würde das Fachpersonal im Bereich der Psychiatrie diese kaum erkennen können.
Eine etwas "deutlichere" Antwort erhielt ich von Priv. Doz. Dr. Gerald Mackenthun, der mir gestattete, seine Aussagen hier zu veröffentlichen:
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Antwort von Plan vom 29.07.2022
Sehr geehrter Herr Kaiser,
wiederholt möchte ich zum Ausdruck bringen, dass wir als Kinderrechtsorganisation in unserer Programmarbeit den Fokus auf Mädchen legen. Dort liegt unser Schwerpunkt. Wir setzen uns gegen jegliche Form von geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit gegenüber Mädchen ein.
Plan International verurteilt die Ausübung der weiblichen Genitalverstümmelung als schwere Kinder- und Menschenrechtsverletzung, die das sichere und gesunde Aufwachsen von Mädchen verhindert und das Recht auf körperliche Unversehrtheit sträflich missachtet. Weibliche Genitalverstümmelung wird unter anderem in etwa 30 Ländern Afrikas und des mittleren Ostens sowie in Teilen Asiens praktiziert. In unseren Programmländern setzen wir uns dafür ein, die Genitalbeschneidung von Mädchen zu stoppen.
Wie sieht unsere Herangehensweise genau aus?
In den letzten Jahren haben wir Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung in Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Guinea, Guinea-Bissau, Mali und Sierra Leone finanziert – teilweise mit Unterstützung der EU. Alle Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern durchgeführt, die die regionalen Besonderheiten kennen und ihre Methoden daran anpassen. Um nachhaltige Erfolge zu sichern, integrieren wir das Thema weibliche Genitalverstümmelung in umfassende Programme zu Gesundheit, Bildung, Familienplanung und Stärkung der Frauen. Die Projekte führen wir in Partnerschaft mit den Gemeinden durch. Wir setzen in unserer Arbeit auf Aufklärung, Diskussionen und Weiterbildungen der Gemeinden über Menschen-, Frauen- und Kinderrechte. Zusammen mit lokalen Organisationen, Jugendclubs und Journalist:innen informieren wir in den Gemeinden über die schweren Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung.Viel Erfolg für Ihr Engagement!
Mit freundlichen Grüßen
[Name einer Teamleiterin entfernt]
Plan International Deutschland e.V.
Bramfelder Straße 70
D-22305 Hamburg -
Meine Antwort vom 23.07.2022
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Y,herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich rechne es Ihnen immerhin hoch an, dass Sie gewillt sind, über Beschneidungen von Kindern zu sprechen. Ich hätte mir allerdings von Ihnen gewünscht, dass Sie die gemachten Aussagen zur Jungenbeschneidung noch einmal grundlegend überarbeiten.
Ein weiteres Mitglied aus dem Beschneidungsforum (guido4) hat mich ermutigt, Sie erneut zu kontaktieren. Unserem Schriftverkehr entnehme ich, dass mehrere Personen in Ihrer Institution an der Diskussion beteiligt sind. Wir fänden es schade, wenn Sie die lebhafte Diskussion an dieser Stelle abbrechen.
Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang auch auf eine Dokumentation zur Jungenbeschneidung, die heute auf arte ausgestrahlt wird, aufmerksam machen:
https://deref-gmx.net/mail/client/xF…beschneidung%2F
Diese Dokumentation bekräftigt mich in meiner Meinung, dass es keine Beschneidung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind auf Augenhöhe geben kann.
Meiner Einschätzung nach können durch kindheitliche Beschneidung zahlreiche seelische Schäden entstehen wie Angststörungen, Panikattacken oder Depressionen. Aber auch nach außen gekehrte Symptome wie aggressives, gewalttätiges Sozialverhalten halte ich für möglich. Ali Utlu, ein bekannter Beschneidungsgegner, meinte in einem solchen Zusammenhang, dass manche Männer (oder Jungen), die in ihrer Kindheit Gewalt durch Beschneidung erleben mussten, diese Gewalt an andere Menschen weitergeben, z.B. an ihre Partnerin. Oder ein Junge gibt die am eigenen Körper erlebte Gewalt an ein anderes Mädchen weiter. Könnte es in diesem Zusammenhang nicht auch für Sie als Kinderrechtsorganisation mit besonderem Schwerpunkt auf Mädchen von großem Interesse sein, kleine Jungen vor solcher Gewalt zu schützen?
Guido4 hat auch auf die Organisation "TERRE DES FEMMES Menschenrechte für die Frau e.V.", die Vorreiter beim Thema FGM sind, aufmerksam gemacht. Ein Positionspapier zur Jungenbeschneidung findet man hier:
https://deref-gmx.net/mail/client/rI…genbeschneidung
Wie kommt es dazu, dass Plan eine um 180° verschiedene Meinung zur Jungenbeschneidung vertritt?
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Kaiser -
Antwort von Plan vom 18.07.2022:
Sehr geehrter Herr Kaiser,
ich würde gerne abschließend zur Ausgangsfrage zurückkommen, in der es um den Grund für unsere Projektarbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung geht. Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Form von geschlechtsspezifischer Gewalt und ein Verstoß gegen die Menschenrechte von Mädchen und Frauen. Sie ist tief in patriarchalen Normen verwurzelt, die versuchen, die weibliche Sexualität zu kontrollieren.
Weibliche Genitalverstümmelung ist traumatisch und schmerzhaft und führt häufig zu Komplikationen. Unmittelbare Folgen sind etwa Infektionen, Blutungen, psychologische Traumata und sogar der Tod. Zu den langfristigen Folgen gehören chronische Schmerzen, chronische Urinprobleme, Komplikationen bei der Geburt, Fisteln sowie sexuelle Probleme. Weibliche Genitalverstümmelung hat keinen bekannten gesundheitlichen Nutzen.
Es geht uns als Kinderrechtorganisation mit dem besonderen Schwerpunkt auf Mädchen darum, auf eine grausame Praxis hinzuweisen, die Mädchen nur aus einem einzigen Grund angetan wird: weil sie Mädchen sind. Wir legen in unserer Programmarbeit den Fokus deshalb auf Mädchen, weil sie es sind, die unter geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit zu leiden haben.
Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen
[Name einer weiteren Mitarbeiterin entfernt]
Plan International Deutschland e.V.
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Heute habe ich eine weitere Antwort von Plan erhalten, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich rechne es der Organisation immerhin hoch an, dass man gewillt ist, über Beschneidungen von Kindern zu sprechen. Ich hätte mir allerdings von Plan gewünscht, dass man die gemachten Aussagen zur Jungenbeschneidung noch einmal grundlegend überdenkt...
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Auf der Website heißt es:
"Es gibt kein einheitliches Alter für die Durchführung der Beschneidung im Islam. Sie darf zwischen Geburt und Pubertät durchgeführt werden."
Es ist einfach nicht okay, solche Lügen zu verbreiten. Im Islam gibt es überhaupt gar keinen festgelegten Zeitpunkt für eine Beschneidung. Einen Verweis, dass sie zwischen Geburt und Pubertät zu erfolgen habe, gibt es nicht. Man könnte den Zeitpunkt ohne Probleme auf das Erwachsenenalter verlegen, WENN man es wollte.
Aber Kinder und Minderjährige sind einfach besser formbar, können besser überredet werden oder mit Geschenken dazu gebracht werden. Oder schlichtweg, wie in den USA, an einer Kunststoffvorrichtung fixiert werden ohne Widerworte zu leisten. -
Meine Antwort vom 10.07.2022:
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Y,Ihre Stellungnahme hat mich enttäuscht, insbesondere, weil viele Behauptungen aufgestellt wurden, die nicht korrekt sind. Ich versuche einmal bei ein paar Aspekten einen Anfang zu finden:
Es wurde in Ihrer Antwort der Eindruck erweckt, dass eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existiere, wonach man Kinder (bis 13 Jahre) beschneiden solle. Dies ist nicht zutreffend. Die WHO empfiehlt tatsächlich männliche Beschneidungen für schwere Krisenregionen. Das sind Regionen mit katastrophalen Hygienezuständen, in denen ein Trinkwassermangel herrscht, es also auch kaum Möglichkeiten gibt, eine angemessene Körperpflege zu betreiben. Das Vorgehen der WHO ist dabei allerdings alles andere als unumstritten. Die WHO betonte jedenfalls in diesem Zusammenhang, dass sie den Eingriff ausschließlich für Personen anbietet, die diesen Eingriff verstehen und in ihn einwilligen können. Dies kann aller frühestens mit Beginn der Strafmündigkeit / mit Beginn der Jugend der Fall sein, also nicht unter 14 Jahren. Dieser häufig verbreitete Irrtum wurde beispielsweise vor 10 Jahren in einer Anne Will Sendung richtiggestellt, wie man in diesem Auszug sieht:
https://deref-gmx.net/mail/client/B_…Bn60%3Ft%3D1753
Sie geben an, dass mind. 30% der männlichen Weltbevölkerung beschnitten sei. Soll damit angedeutet werden, dass dieser Eingriff bei einer so hohen Anzahl an beschnittenen Männer dann wohl bei Kindern rechtens sein muss? Ich finde es sinnvoll, eine Tradition, die Jahrtausende alt ist und zu einem Zeitpunkt entstanden ist, als es noch keine Menschenrechte gab, kritisch zu hinterfragen. Vor wenigen Jahrzehnten war die Prügelstrafe noch üblich. Es wurden (bis zu 100% der) Mädchen und Jungen in der Schule, zu Hause etc. verprügelt. Falls also so argumentiert werden soll, nämlich dass es ja gar nicht so wenige sind, hätte man die Prügelstrafe niemals abschaffen dürfen. Die Idee, dass ein Kind ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung hat, löste damals bei vielen Menschen Empörung aus. Viele Frauen und vor allem Männer, die dies selbst in ihrer Kindheit am eigenen Körper erleben mussten, machten Aussagen wie: „Ich würde mein Kind am liebsten genauso verprügeln, wie es mit mir gemacht wurde.“ Oder: „Eine gehörige Tracht Prügel ist doch wohl die beste Erziehungsmethode, die es gibt!“ Die betroffenen Frauen und Männer ahmten das in der eigenen Kindheit Erlebte an ihren Kindern häufig nach.
Sie sprachen auch von einem „Ende der männlichen Beschneidung“. Ich habe kein Verbot gefordert, dass ein erwachsener Mann eine selbstbestimmte Entscheidung über seinen eigenen Körper treffen darf und sich für eine Beschneidung entscheidet. Allerdings halte ich es nicht für rechtens, dass ein Erwachsener unnötigerweise über den Körper eines nicht urteils- und einsichtsfähigen Kindes verfügt. Letzteres ist immer mit einem erheblichen Machtgefälle verbunden.
Auch die Behauptung, dass Beschneidungen im Kindesalter unproblematischer seien, halte ich für fraglich. Ich verweise hier nochmals beispielhaft auf die Position des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte:https://deref-gmx.net/mail/client/Ex…rfMgI%3Ft%3D178
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Kaiser -
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Diese Antwort habe ich am 28.06.2022 erhalten:
Sehr geehrter Herr Kaiser,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserer Arbeit.
Es ist schön zu hören, dass Ihnen das Thema Beschneidung von Kindern so am Herzen liegt.
Bezüglich der Beschneidung von Kindern folgen wir den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), einer von von Plan International geschätzten und respektierten Organisation.
Nach Angaben der WHO sind mehr als 30% der Männer über 15 Jahre beschnitten. Bei der männlichen Beschneidung wird die Vorhaut partiell oder komplett entfernt. Dabei ist es wichtig, dass dieser operative Eingriff von speziell geschultem Personal unter Beachtung von strikten Hygienestandards durchgeführt wird.
Generell birgt ein solcher Eingriff keine allzu großen Risiken für die Jungen. Geschieht eine Beschneidung im frühen Kindesalter, verheilt die Wunde relativ schnell. Im Jugend- und Erwachsenenalter besteht eine höhere Gefahr, dass Blutungen, Hämatome oder eine Blutvergiftung eintreten. Diese Begleiterscheinungen sind allerdings leicht behandelbar.
Gemäß der WHO ist es bewiesen, dass beschnittene Männer weniger anfällig sind für u.a. Harnwegsinfektionen, Syphilis, Hodenkrebs oder HIV, da Krankheitserreger sich nicht unter der Vorhaut festsetzen, sich dort vermehren und in den Organismus gelangen können. Des Weiteren ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie den Erreger für Gebärmutterhalskrebs tragen.
Auch wenn männliche Beschneidung, genauso wie die weibliche, ein operativer Eingriff ist, kann diese nicht mit der Genitalverstümmelung von Frauen gleichgesetzt werden. Zwar sind beide Formen traditionell und kulturell fest verankert, dennoch hat weibliche Genitalverstümmelung keinen religiösen Ursprung. Laut der WHO bestehen keine wissenschaftlichen Belege, dass weibliche Beschneidung gesundheitliche Vorteile birgt.
Durch weibliche Genitalverstümmelung wird Mädchen und Frauen eine untergeordnete Rolle in der Gesellschaft zugeteilt. Dieser Eingriff ist verbunden mit der Reduktion sexuellen Verlangens und dem irreversiblen Verlust sexueller Empfindsamkeit. Außerdem können meist lebenslange gesundheitliche Probleme mit dem Eingriff einhergehen.Da die Beschneidung von Jungen keine allzu großen Risiken birgt, setzen wir uns nicht für ein Ende der männlichen Beschneidung ein.
Mit freundlichen Grüßen
[Name einer Mitarbeiterin entfernt]
Plan International Deutschland e.V.
Bramfelder Straße 70
D-22305 Hamburghttps://deref-gmx.net/mail/client/n0…Fwww.plan.de%2F
https://deref-gmx.net/mail/client/F1…PlanDeutschland
https://deref-gmx.net/mail/client/NE…m%2FPlanGermany
https://deref-gmx.net/mail/client/dj…ldeutschland%2F
Vereinsregister: Amtsgericht Hamburg VR 11978 -
Meine Anfrage vom 27.06.2022:
Feedback zur Beschneidung
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor einiger Zeit bin ich durch einen Infostand auf eure Arbeit aufmerksam geworden. Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, sind die Beschneidungen von Kindern. Ich habe mit großem Interesse die Informationen zur weiblichen Genitalverstümmelung auf eurer Website verfolgt. Sehr schade fand ich allerdings, dass die Beschneidung von Jungen überhaupt nicht thematisiert wird. In diesem Artikel wird z.B. kritisiert, dass die weibliche Beschneidung i.d.R. ohne eine Vollnarkose durchgeführt wird:https://deref-gmx.net/mail/client/0g…hter-lernt.html
Leider dürfen die Beschneidungen von Jungen in den ersten 6 Monaten von religiösen Beschneidern aber auch ohne eine Vollnarkose durchgefürt werden, und werden dies z.T. auch. Dies ist laut dem deutschen Beschneidungsgesetz, das dieses Jahr 10 Jahre alt wird, rechtens.
Erst gestern habe ich wieder ein neues Video von einer religiösen Beschneidung gesehen. Meiner Meinung nach ist der seelische Schaden, den die kleinen Jungen davon tragen, immens. Insbesondere, wenn sie in einem Alter beschnitten werden, bei dem sie alles bewusst miterleben müssen:https://deref-gmx.net/mail/client/I3…v%3D8-xKZZy_JFI
Gibt es von euch auch eine Stellungnahme zur Beschneidung von Jungen? Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich freuen.
Viele GrüßeSebastian Kaiser
weitere Infos zur Beschneidung von Jungen:
https://deref-gmx.net/mail/client/Kh…v%3D8mxawCrfMgI
https://deref-gmx.net/mail/client/hV…e%2FydZ-S4GWpWc -
Hallo zusammen,
dieser Tage habe ich beim Kinderhilfswerk Plan um eine Stellungnahme zur Jungenbeschneidung gebeten. Diese Woche habe ich eine Antwort erhalten, die mich sehr überraschte. Mittlerweile liegt mir eine Erlaubnis vor, die Mail hier zu veröffentlichen, da dies das "grundsätzliche Statement von der gesamten Organisation Plan International Deutschland" sei.
Ich bin an euren Kommentaren interessiert.
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Ich glaube da würden Morris et al. rotieren, das kann ich nicht glauben und wenn dem so ist schreiben sie einen medizinischen Grund unter Prävention herbei.
Die Quelle ist u.a. eine Aussage von Angelika Kallwas in diesem Video :
External Content youtu.beContent embedded from external sources will not be displayed without your consent.Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.Auch der Präsident der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland hat bereits damals allen ÄrztInnen dringend empfohlen, keine Beschneidungen an Jungen ohne einen medizinischen Grund durchzuführen. Schwarze Schafe gibt es aber leider trotzdem.
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Wie bitte? Dass BGM in irgendeinem Land der Welt verboten ist wäre prima, aber mir neu. Vielleicht haben sie dort die Finanzierung durch die Krankenkasse abgeschafft, was normalerweise zu einer drastischen Reduzierung der Fälle führt.Im Übrigen hätte Deutschland genauso viel Recht Jungen vor GM zu schützen wie jedes andere Land der Welt.
Die Sache ist doch so: In Deutschland, in Dänemark, in Norwegen, auf Island - überall hieß es: "Wir können doch nicht das erste Land sein, dass..." Wenn man z,B., beim Frauenwahlrecht eben so verfahren wäre gäbe es heute noch keins.
Irgend ein Land muss das erste sein, und man soll sich nicht hinter anderen Ländern verstecken, nach dem Motto: "Hannemann, geh' du voran!"Stimmt, da habe ich zu schnell getippt. Ich wollte schreiben, dass die Beschneidung ohne medizinischen Grund in Australien wenigstens in den KRANKENHÄUSERN verboten wurde. Kann ich leider jetzt nicht mehr edititeren.
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Der §1631d war von gar nicht so wenigen ("Angesichts der deutschen Geschichte", "Ausgerechnet in Deutschland!") gemeint als eine Art "Wiedergutmachung" für den Holocaust.
Als ob man man Massenmord mit Genitalverstümmelung "wieder gut machen" könnte!
Ganz nebenbei hat man aber alle Jungen, nicht allein die Söhne jüdischer Eltern entrechtet, ihres Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit beraubt.
Ich halte nationalstaatliche Alleingänge allerdings bei so einem brisanten Thema auch nicht für gut.
Meine Idee: Deutschland sollte die Entscheidung nicht alleine treffen, weil wir einfach Angst haben (insbesondere wegen dem Holocaust), Themen anzusprechen, die in Richtung fremdenfeindlich gehen könnten. Wir sollten alle unsere EU-Mitgliedsstaaten um Mithilfe bitten. Jeden Staat sollten wir um ein Gutachten bitten, in dem das Land für Deutschland eine Empfehlung ausspricht, ob wir das Beschneidungsgesetz brauchen, das Rechtssicherheit für die die Beschneidung von Jungen garantiert. Das könnte im günstigsten Fall eine EU-weite Debatte (oder gar internationale Debatte) über die Beschneidung von Jungen auslösen. Das würde die anderen Staaten auch "zwingen" sich damit auseinanderzusetzen, so wie wir es nach dem Kölner Urteil tun mussten.
In Australien wurden vor einigen Jahrzehnten fast 100% der Jungen beschnitten. Nach einer intensiven gesellschaftlichen Debatte kam man zu dem Entschluss, dass es moralisch verwerflich ist, kleine Jungen zu beschneiden. Der Gesetzgeber hat anschließend per Gesetz die unnötige Beschneidung von Jungen verboten. -
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Hallo SebastianKaiser4763,
willkommen bei uns!
Nein, das stimmt nur zum Teil.
Der §1631d BGB erlaubt es Eltern in die nicht medizinisch indizierte Vorhautamputation ihres männlichen Kindes einzuwilligen, sofern der Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgen soll.
Das bedeutet:
- Es spielt grundsätzlich keine Rolle, aus welchen Gründen der Junge operiert werden soll. Ob es aus religiösen, traditionellen, kulturellen, ästhetischen, prophylaktischen oder welchen Gründen auch immer stattfinden soll, ist schnurzegal. Das Gesetz schränkt nur ein, dass das Kindeswohl nicht gefährdet werden soll. Also sollten die Eltern lauthals verkünden, dass die dem Jungen die Masturbation erschweren wollen, dann handeln sie dem Gesetz zuwider. Aber sonst schränkt der Gesetzgeber nicht weiter ein. Dies ist auch ein Punkt, der in der Presse immer wieder falsch wiedergegeben wird, wenn interpretiert wird, das Gesetz erlaube religiöse Beschneidungen. Nein, es werden "Beschneidungen" aus quasi jedwedem Grunde erlaubt. Es muss sich lediglich um ein männliches Kind handeln.
- Die Einschränkung auf die "ärztliche Kunst" verbietet die rostige Rasierklinge. Was aber nicht bedeutet, dass sowas trotzdem geschieht. Solche Gemetzel werden jedoch nicht effektiv verfolgt, wie man immer wieder feststellen muss.Der Zusatz mit den ersten sechs Monaten hat mit den seelischen Auswirkungen auf den Jungen rein gar nichts zu tun. Hierbei gehts lediglich um ein Zugeständnis an die jüdische Religion, die vorschreibt, den Jungen am achten Tage nach der Geburt operieren zu lassen. Aus diesem Grunde erlaubt man hier die Operation durch einen Nichtarzt. Er soll von der Religionsgesellschaft bestellt und ausreichend befähigt sein. Mehr verlangt der Gesetzgeber nicht. Und hier haben wir den nächsten Punkt:
Einerseits soll der Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgen (andernfalls ist es den Eltern gar nicht erlaubt, zuzustimmen), gleichzeitig darf ein Laie ohne medizinische Ausbildung und vor allem ohne die Befähigung, wirksam zu anästhesieren, den Eingriff durchführen.
Der Gesetzgeber sieht also ganz bewusst weg, nachdem er den Religionsgemeinschaften ausreichend entgegengekommen ist. So, wie das Gesetz formuliert ist, ist es in sich widersprüchlich und kann de facto gar nicht funktionieren.Soweit die Rechtslage in aller Kürze von einem Laien wiedergegeben.
Hier findest Du übrigens ein paar recht gute Videos, in denen Fachleute erklären, wie es zum §1631d BGB kam und was er genau bedeutet:External Content youtu.beContent embedded from external sources will not be displayed without your consent.Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.und
External Content youtu.beContent embedded from external sources will not be displayed without your consent.Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.Danke für die Links. Sehr lange Videos aber mitunter sehr interessant. Zu schade, dass die Videos nur so wenig Aufrufe haben und es eine solche Diskussion nicht mal in der breiten Gesellschaft gibt (Anne Will etc...).
Für mich als Nicht-Jurist ist es allerdings nicht nachvollziehbar, dass die Rasierklinge nicht zum Einsatz kommen dürfte, sofern im Ausland beschnitten wird. Müsste da nicht noch zusätzlich eine Formulierung wegen Beschneidungen im Ausland drinstehen, damit es dann in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden könnte?Ich persönlich vermute, dass die Schäden für das Kind noch höher ausfallen, wenn es in einem höheren Kindesalter beschnitten wird. Hier sehe ich vor allem das Risiko, dass ein Erwachsener zusätzlich besonders stark manipulativ auf das Kind einwirken kann, um die Beschneidung durchzusetzen. Also dem Kind beispielsweise sagen: "Sobald du beschnitten bist, bist du ein richtiger Mann!" Oder das Kind mit Geschenken für die Beschneidung zu "entlohnen". Oder aber das Kind mit expliziter Gewalt zur Beschneidung zwingen. Meine Vermutung ist (die ich allerdings nicht beweisen kann), dass ein solches Erlebnis ein Kind derart zerstören kann, dass es im Extremfall zum Selbstmordattentäter beim islamischen Staat werden kann.
Oder das Erlebte wirkt sich alternativ nach Innen aus in Form von Depression, Angst- und Panikattacken. -
Hallo, eine kurze Frage an alle ExpertInnnen hier:
Früher dachte ich immer, dass die kleinen Jungen nur in den ersten 6 Monaten beschnitten werden dürfen laut Beschneidungsgesetz. Die Idee sollte dabei sein, dass das unmittelbare seelische Leid für das Kind dann ein wenig geringer ausfällt, weil es das Prozedere nicht bewusst wahrnimmt. Offenbar dürfen aber weiterhin Kinder eines beliebigen Alters beschnitten werden. Die Regelung mit den ersten 6 Monaten sieht nämlich lediglich vor, dass in dieser Zeit auch Religionsbeautragte beschneiden dürfen. In diesem Fall dürfen die Kinder sogar mit mangelhafter Betäubung beschnitten werden, also ohne eine Vollnarkose!
Auch die Auslandsoption wird in dem Gesetz nicht verboten. Demnach darf man die Kinder im Urlaub ins Ausland bringen und nach den dortigen Regelungen beschneiden lassen. Wenn es sich dabei um Regionen mit Armut und ohne Krankenhäuser handelt, kann durchaus auch mal eine rostige Rasierklinge oder eine Glasscherbe zum Einsatz kommen.Habe ich das alles korrekt wiedergegeben?