wie Ventus schon angedeutet hat, gab es bis heute keine breitenwirksame Aufklärung in den Mainstream-Medien über den Grad der Verletzung am kindlichen Körper durch Zirkumzision. Stattdessen bekam eine Minderheit von Religionsvertretern und einigen beschneidungsbessesenen Ärzten eine Bühne, um die Verharmlosung und vermeintliche Vorteile dieser Praktik zu verbreiten. Dann kam auch noch in Bundestagsdebatten viel Unsinn rüber.
Daher kommt es, dass Menschen, von denen man aufgrund ihrer Persönlichkeit eigentlich etwas anderes erwarten würde, vor dem Thema kapitulieren. Gegen ein Beschneidungsverbot zu sein ist auf den ersten Blick auch einfacher als dafür zu sein. Über die Konsequenzen der gesetzlichen Neuregelung sind sich auch die meisten Bürger nicht im klaren. Selbst von manchen Juristen wird der Gesetzestext in seiner vollen Wirkungsbreite nicht erfasst und fehlinterpretiert.
Das Beschneidungsgesetz als Zugeständnis zugunsten deutscher geschichtlicher Aufarbeitung zu rechtfertigen, halte ich für völlig daneben. Ich kann da beim besten Willen keinen Zusammenhang erkennen. Weshalb sollten nicht einsichtsfähige Kinder, die im 21. Jahrhundert geboren sind, mit ihrem Körper für das herhalten, was mehrere Generationen zuvor geschah. An so einem Deal, der allenfalls in die Kategorie historischer Ablasshandel einzuordnen wäre, dürften nicht einmal Opfer interessiert sein.
Die Verarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus setzt zuerst einmal voraus, dass sich jeder Mensch in Deutschland mit dieser Vergangenheit intensiv beschäftigt und sich um Empathie mit den Menschen bemüht, die damals als Opfer unmittelbar betroffen waren. Bei einigen jungen Menschen fallen in dem Zusammenhang jedoch Bildungslücken auf, die so nicht in Ordnung sind. Da müsste was getan werden.