Posts by Marius

    Mit einer Antwort seitens Correctiv dürfte wohl nicht mehr zu rechnen sein.

    Besonders interessant fand ich, dass einer der Redakteure (Marcus Bensmann), der zahlreiche dieser Missbrauchsartikel (über Jungen) veröffentlichte, auch in Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Iran arbeitet. Dort werden traditionell Jungen beschnitten und es zählt in solchen Regionen oftmals als Pflicht. In diesen Kulturen treffen viele für eine Kinderseele belastende Faktoren zeitgleich aufeinander: Einerseits wird der Junge oft in einem höheren Kindesalter beschnitten, sodass er das verletzt werden im Intimbereich besonders bewusst miterlebt. Insbesondere dann, wenn der Eingriff ohne eine Vollnarkose erfolgt, was auch wegen der Armut in diesen Regionen häufig so geschieht. Darüber hinaus besteht wegen der Verpflichtung eine erhöhte Bereitschaft der Erwachsenen, das Kind ggf. auch gegen seinen Willen zu beschneiden. Dies entspricht einer Situation mit Kontrollverlust, bei der seelische Schäden gut möglich sind. Auch solche, die erst später im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung auftreten können.


    Eine Frage an CORRECTIV: Sie berichten (nahezu) ausschließlich über Missbrauch von Jungen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik sind Mädchen mindestens doppelt so häufig betroffen. Gibt es einen Grund, warum Sie eine derartige Priorität auf den Missbrauch von Jungen legen?

    Mittlerweile habe ich erneut recherchiert. Mir ist aufgefallen, dass zahlreiche Ihrer Artikel über Missbrauch von Jungen durchaus in zeitlichem Zusammenhang mit der Fernsehdokumentation „Jungenbeschneidung – mehr als nur ein kleiner Schnitt“ erschienen sind. Dient der Missbrauch von Jungen möglicherweise als Ersatzdebatte, damit man sich nicht mit dem Tabu der Jungenbeschneidung auseinandersetzen muss? Hierzu konnte ich bei CORRECTIV nämlich keinen einzigen Artikel finden.

    Ich habe vor gut drei Wochen diese Kommentare an Correctiv gesendet. Geantwortet hat man mir nicht.
    Bin ich der Einzige, dem solche Assoziationen bei der Berichterstattung von Correctiv aufkommen? Es gibt etliche Artikel zu Missbrauch – und in fast 100% der Fälle geht es um Jungen. Das hat mich total irritiert. Wenn Correctiv sich derartig um die Rechte von Jungen sorgt, warum legt man dann gleichzeitig eine solche Verweigerungshaltung an den Tag, das Unrecht der Jungenbeschneidung aufzuarbeiten?
    Möchte das Personal dort vielleicht nicht wahrhaben oder verdrängen, wie sehr die Jungenbeschneidung eine Kinderseele verletzen kann?

    "Bei etwa 5% der Knaben vor der Pubertät kommt es oft zusammen mit angeborener Vorhautverengung (Phimose) oder Vorhautverklebung (sog. Konglutination) zu kurzzeitigen Ausbildungen von infektiösen Balanitiden / Posthitiden, die durch eine ambulant durchführbare Vorhautbeschneidung gut therapierbar sind."

    Herr Laux ist offenbar ein Urologe, der ohne nachzudenken das Skalpell aus dem Kittel zieht. Zu diesem Ergebnis komme ich, wenn ich seinen Text lese. Von einer Salbentherapie hat er offenbar noch nie etwas gehört. Im übrigen halte ich den Begriff "VorhautBEschneidung" für sachlich unbegründet und für eine unnötige Verharmlosung des Vorgangs. Angemessener wäre eher der Begriff "VorhautABschneidung".

    Quelle:
    https://urologe-berlin-mitte.de/krankheiten/roetung-der-eichel/
    https://urologe-berlin-mitte.de/unsere-aerzte/

    Aus meiner Sicht ist die öffentliche Debatte (Beschneidung des männlichen Kindes ohne medizinische Indikation) fast völlig zum Stillstand gekommen, seit Frau Merkel dies ausdrücklich legalisiert hat. Das finde ich sehr bedauerlich.
    Man ist meines Wissens nämlich in jedem Land, wo man ausführlich die öffentliche Debatte geführt hat, zu dem Entschluss gekommen, dass es moralisch verwerflich ist,ein Kind ohne zwingende medizinische Indikation zu beschneiden.
    Ich habe daher mal vor vielen Monaten bei den großen Talkshows per Mail angefragt, ob man das Thema wieder zum Leben erwecken kann, namentlich:

    Hart aber Fair
    Anne Will
    Maischberger
    Maybrit Illner

    Bei Maybrit Illner habe ich leider keine Antwort erhalten.
    Bei Maischberger und Anne Will hat man diese Mail zur Zuschauerredaktion weitergeleitet, man konnte mir aber nicht versprechen, dass das Thema erneut aufgegriffen wird.
    Viel interessanter war es bei Hart aber Fair, wo man das Thema noch nie besprochen hatte. "Die von Ihnen beschriebene Problematik könnte durchaus ggf. in unserer Sendung aufgegriffen werden", hieß es in der Antwort.
    Vielleicht hat jemand hier in der Gruppe interessante Vorschläge für die o.g. Redaktionen, sodass es zu einer neuen Debatte zu dem Thema kommen kann....
    Jedes Kind sollte meines Erachtens die Chance haben, mit intakten Genitalien das Erwachsenenalter zu erreichen.
    Fragen für die Diskussion könnten meines Erachtens unter anderem sein (korrigiert mich bitte, wenn ich was falsches schreibe):
    Warum ist in Australien die Beschneidungsrate von Kindern von über 50% im jahre 1980 auf mittlerweile ca. 10% gesunken?
    Warum ist in den USA die Beschneidungsrate von Kindern immer weiter rückläufig?
    Warum hat der Ethikrat in Dänemark mit einer knappen Mehrheit festgestellt, dass die Beschneidung von Kindern ohne medizinsche Indikation ethisch nicht vertretbar sei?