Mit einer Antwort seitens Correctiv dürfte wohl nicht mehr zu rechnen sein.
Besonders interessant fand ich, dass einer der Redakteure (Marcus Bensmann), der zahlreiche dieser Missbrauchsartikel (über Jungen) veröffentlichte, auch in Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Iran arbeitet. Dort werden traditionell Jungen beschnitten und es zählt in solchen Regionen oftmals als Pflicht. In diesen Kulturen treffen viele für eine Kinderseele belastende Faktoren zeitgleich aufeinander: Einerseits wird der Junge oft in einem höheren Kindesalter beschnitten, sodass er das verletzt werden im Intimbereich besonders bewusst miterlebt. Insbesondere dann, wenn der Eingriff ohne eine Vollnarkose erfolgt, was auch wegen der Armut in diesen Regionen häufig so geschieht. Darüber hinaus besteht wegen der Verpflichtung eine erhöhte Bereitschaft der Erwachsenen, das Kind ggf. auch gegen seinen Willen zu beschneiden. Dies entspricht einer Situation mit Kontrollverlust, bei der seelische Schäden gut möglich sind. Auch solche, die erst später im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung auftreten können.