Posts by Waldfaun

    Abgesehen davon, daß jeder verstümmelte Penis einer zuviel ist...

    Um den schrecklichen Verlust seines Penis wenigstens rudimentär zu kompensieren,
    muß das Opfer nicht auf eine Transplantation eines Fremdpenis warten (mit den oben geschilderten Risiken).

    Eine immer verfügbare Alternative kann der Penoid-Aufbau aus körpereigenem Gewebe sein, wie er bei etlichen Frau-zu-Mann-Transsexuellen vorgenommen wird.
    Freilich sind auch diese OPs schmerzhaft und riskant, und die Ergebnisse sind immer noch ziemlich unbefriedigend.
    Allerdings heutzutage wesentlich besser als früher und, wenn es gut läuft, auch einigermaßen funktional (man kann pinkeln und Sex haben).
    Durch den Aufbau aus körpereigenem Gewebe entfällt die Problematik der lebenslang erforderlichen Immunsuppression.

    Vielleicht könnte darauf hingewirkt werden, daß die Verantwortlichen für dieses Drama in einen Schadensersatz-Fonds eine Summe einzahlen, die dem Jungen, sobald er das selbst entscheiden kann, die Finanzierung einer solchen Operation ermöglicht.

    Clitoraid hat in Burkina Faso eine Klinik gegründet, die von FGM betroffenen Frauen eine Klitoris-Wiederherstellung anbieten soll.
    Diese wird aber vom Staat unter bürokratischen Vorwänden an der Behandlung der Patientinnen gehindert - wahrscheinlich wegen des Drucks katholischer Gruppen:

    http://de.globalvoicesonline.org/2014/04/02/sta…-krankenhauses/

    Besonders bemerkenswert finde ich den katholischen Doppelstandard:
    FGM ist in Europa pfui, in Afrika ok...

    Lieber Guy,
    ich habe jetzt die Charta gelesen und meinen Post nochmal überdacht.
    Du hast recht, daß der letzte Satz in seiner Kürze zu stark pauschalisiert.
    Er ist Ausdruck meiner nicht ganz unbegründeten Angst, als Transsexueller eines Tages in diesem Land zu einer verfolgten Minderheit zu gehören.
    Erdogan hat ausdrücklich gesagt, daß er darauf setzt, unseren säkularen Rechtsstaat mittels der demografischen Überlegenheit seiner Glaubensanhänger auszuhebeln.
    Ich höre aus den Reihen der gemäßigten Muslime keinerlei Protest gegen diese Vereinnahmung.
    Also ist meine Befürchtung nicht ganz unbegründet, noch zu meinen Lebzeiten in unseren Großstädten No-Go-Areas vorzufinden, in denen die Sharia gilt und und ich von Übergriffen bedroht bin, falls ich als Transsexueller erkannt werde.
    Wenn schon unser heutiger Rechtsstaat Babys nicht vor ritueller Körperverletzung zu schützen vermag, wie soll dann künftig der Schutz von Minderheiten in mehrheitlich muslimischen Regionen gewährleistet werden?
    Zur Verdeutlichung, daß ich weder ausländerfeindlich, noch moslemfeindlich, noch antisemitisch/jüdisch bin:
    -über mehrere Jahre habe ich eine muslimische Kurdenfamilie bei Umzügen, Behördengängen und Krankenhausfahrten unterstützt,
    - ich war für den EU-Beitritt der Türkei, bis mir die schockierende Äußerung Erdogans Angst gemacht hat,
    - ich bin der Meinung, ein israelisch-jüdischer Nationalstaat hätte zulasten deutschen Territoriums gegründet werden sollen, und würde dies auch bei einer katastrophalen Entwicklung in Nahost für die Zukunft nicht ausschließen.

    Deshalb würde es mich freuen, wenn auch die Religiösen bei ihren Verleumdungskampagnen ein klein wenig differenzieren würden, bevor sie potentielle Verbündete vor den Kopf stoßen und ihnen Angst einjagen.

    Als überzeugter Vulgärrationalist (danke, Pensador, für Deine Definition in Beitrag 12!) muß ich schockiert feststellen:
    Ich habe meine 48 Jahre Lebenszeit in einem Gottesstaat verbracht!
    Bundespräsident Pastor, Bundeskanzlerin Pastorstochter,...
    Jetzt wundere ich mich nicht mehr über viele unbegreifliche Vorkommnisse in unserer mehr oder weniger verschleierten Theokratie.
    Wir sollten alle Kräfte mobilisieren, um ein säkulares Zeitfenster zu nutzen, bevor unsere nächsten Repräsentanten mehrheitlich Mohammed heißen!

    Ich finde das Gedicht von Ulf Dunkel völlig in Ordnung!
    Ich hätte es selbst so geschrieben, wenn ich Talent zum Dichten hätte.
    Für mich ist es kein Grund, sich zu entschuldigen, sondern eine legitime Äußerung der Meinungsfreiheit!
    Man schaue sich im Vergleich dazu die Bezeichnungen und Beschreibungen an, mit denen Ungläubige in den drei sogenannten "Heiligen Büchern" bedacht werden.

    Vor der Verabschiedung des Verstümmlungsgesetzes im Bundesrat habe ich in einer Mail an Jerzy Montag, Grünen-Abgeordneter aus Rheinland-Pfalz, dringend darum gebeten, dem Gesetzentwurf der Regierung nicht zuzustimmen.
    Ich schrieb ihm, daß ich seit Gründung der Grünen ausschließlich grün gewählt habe.
    Sollten die Grünen dem Verstümmlungsgesetz mehrheitlich zustimmen, könne ich deren Wahl künftig nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren.
    In seiner Antwort vertrat er die Position, der Regierungsentwurf würde die Grundrechte miteinander vereinbaren.

    Ich bedaure sehr, daß Ulf Dunkel nicht in meinem Wahlkreis zur Bundestagswahl antritt.
    Er ist einer der wenigen für mich noch wählbaren Grünen.
    Wie glaubwürdig ist die Jagd nach Schadstoffen oder der Schutz von Käfern, wenn die Grünen mehrheitlich nicht bereit sind, Kinder kompromisslos vor mutwilligen Körperverletzungen zu schützen?

    Vielen Dank, NoCut, für Deine konstruktive Anregung!
    Exakt dieser Grund hat auch mich bewegt, mich gerade eben hier anzumelden.
    Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich der Verrat einer großen Mehrheit der Bundestagsabgeordneten am elementarsten Grundrecht schutzloser Kinder schockiert!
    Nach meinem Rechtsverständnis ist das ein Verfassungsbruch durch einen Großteil des Parlaments, der laut Grundgesetz Widerstand mit allen Mitteln legitimiert.
    Ich kann mir dieses Verhalten nur so erklären, daß ein Großteil der Abgeordneten in der Kindheit und zum Teil bis heute einer religiösen Gehirnwäsche ausgesetzt sind, die es ihnen unmöglich macht, kollidierende Grundrechte rational abzuwägen.
    Die Antisemitismus-Allzweck-Keule kommt dann noch obendrauf. Wären nur Muslime betroffen, hätte nach deren Religionsfreiheit kein Hahn gekräht.
    Dies bestärkt mich in meinem Bestreben, den Einfluß der Religionen besonders im Bildungs- und Gesundheitswesen möglichst zurückzudrängen (u.a. durch meine Mitgliedschaft in der Giordano-Bruno-Stiftung). Leider ist dieses eine langwierige Entwicklung.
    Konkrete Schritte auf rechtlicher Ebene:
    Verfassungsklagen unterstützen duch Öffentlichkeitsarbeit und finanzielle Beiträge.
    Auf Länderebene auf möglichst strenge Umsetzung des Verstümmlungsgesetzes dringen, z.B. das Gesundheitsministerium auffordern, die fachlichen Qualifikationen der Beschneider besonders streng zu prüfen und so hohe sterile Anforderungen an Beschneidungsräume zu stellen, daß diese nicht mehr in Privathäusern, Moscheen und Synagogen, sondern nur noch in Kliniken erfüllt werden können.
    Auf politischer Ebene:
    Druck auf alle Parteien ausüben, indem man ihnen mitteilt, daß Verstümmlungsbefürworter keine wählbaren Kandidaten sind.
    Zu Beginn des Bundestagswahlkampfs 2013 die Büger informieren, wie die zur Wahl stehenden Kandidaten zum Verstümmlungsgesetz abgestimmt haben.
    In öffentlichen Wahldebatten Verstümmlungsbefürworter zur Rechtfertigung ihrer Entscheidung befragen.
    Verstümmlungsgegner unterstützen.
    Auf zivilgesellschaftlicher Ebene:
    Mitglied in Kinderschutzorganisationen, Menschenrechtsgruppen, religionskritischen Vereinigungen u.ä werden.
    Auf Länder- u. Kreisebene Runde Tische organisieren, unter Einbeziehung von Ärzte- Lehrer- Soizalarbeiter- und Rechtsberufsvereinigungen, die das Beschneidungsgeschehen beobachten und beeinflussen.

    Was fällt Euch noch alles ein?