Beiträge von NoCut

    Das ist denke ich, ein bemerkenswertes und diskussionswürdiges Urteil, welches hier im Forum größere Aufmerksamkeit verdient hätte!


    Das Urteil zeigt vorallem, wie widersprüchlich bzw. verlogen die derzeitige Rechtslage ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, darf ein Kind dann nicht beschnitten werden, wenn sich die Eltern über die Religionszugehörigkeit uneinig sind und das Kind noch zu klein ist, um selbst das Zünglein an der Waage zu sein, ob es beschnitten werden "will". Sind sich beide Eltern einig, dass ein Kind beschnitten werden soll, interessiert es nicht, was das Kind will, sondern das Recht der Eltern herrscht uneingeschränkt darüber, was das Kind zu glauben hat bzw. wird hier dann auch gleich das Recht auf körperliche Unversehrtheit ebenfalls partiell verneint.

    Deutschland sieht sich gerne als fortschrittliches Land, wo auch die Menschenrechte geachtet werden. Aber sowohl die Politik wie die Gerichte treten hier die Grundrechte von Kindern mit Füßen. Und dies ist nur deshalb möglich, weil auch die Bürger nicht dazu bereit sind, hier endlich durch ein Abwahl der Regierung dafür zu sorgen, dass hier endlich dem Grundgesetz die Geltung verschafft wird, die für einen humanistisch geprägten Staat notwendig wäre. Die Bürger haben es in wenigen Monaten geschafft die Zeitumstellung obsolet werden zu lassen, aber bei elementaren Fragen zu den Menschenrechten herrscht Lethargie.

    Ein erfülltes Sexualleben wird definitiv nicht mit einem Sexualkrüppel erreicht.


    Ohne Frage ist eine Beschneidung hinsichtlich der Sexualität von Nachteil. Aber trennen wir doch mal die Spreu vom Weizen.

    Früher ging man davon aus, dass eine Frau einen klitoralen und/oder einen vaginalen Orgasmus bekommen kann. Tatsächlich ist die Klitoris jedoch nur die Spitze eines Organs, welches bis in die Vagina hineinreicht. Beim Geschlechtsverkehr reizt nun i.d.R. der Venushügel die Klitorisspitze und der Penis massiert quasi zusätzlich den größeren Bereich dieses Organs.

    Eine Frau spürt z.B. i.d.R. nichts davon, ob Kondome mit oder ohne Noppen, Rillen, etc. sind (wenn doch, ist es meist eher die Phantasie, was hier wirkt), weshalb es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine fehlende Vorhaut sich hier wesentlich anders anfühlen sollte. Und gegen fehlende Reibung gibt es Gleitcreme.

    Das größere bzw. wahrhaftige Problem, ist aus meiner Sicht hier eher der Mann selbst. Kommt er nicht zum Höhepunkt, fällt auch für die Frau ein Stück des Erlebnisses weg. Man kennt diesen Umstand ja umgekehrt, wo Frauen ihren Männern einen Orgasmus vortäuschen, damit wenigstens für die der Sex zu einem befriedigenden Erlebnis wird.

    In der Realität sollte man aber davon abgesehen zwischen einem erfüllten Sexualleben und dem perfekten Sex unterscheiden. Für den perfekten Sex braucht es im Zweifel noch nicht mal Liebe. Hier kann schon alleine der Reiz des Unbekannten ein Feuer entfachen. Solche Abenteuer werden aber wohl nur für die wenigstens zu einem erfüllten Sexualleben führen.

    @CCrippled

    Du machst Dir viele Gedanken, die am Ende vermutlich in einer selbsterfüllenden Prophezeiung enden werden. Tina Turner hatte übrigens mal folgendes Lied gesungen:

    "What you get is what you see

    ...
    So let me see your cards on the table
    Before I buy
    I always read the writing on the label
    So give me reason to believe there's more to you than meets the eye"

    Natürlich stellt sich hier die Frage der Doppelmoral. Es geht hier aber um youtube bzw. eine US-amerikanisches Unternehmen. Die Vereinigten Staaten sehen sich gerne als aufgeklärtes Land, in dem die Menschenrechte nicht nur in der Verfassung verankert sind und machen sowohl von der Todesstrafe Gebrauch wie auch dort wie in kaum einem anderen Land massenhaft Kinder zwangsbeschnitten werden.

    Wenn man sich eine Bild-Zeitung kauft, erwartet man keine Pulitzer-Preis-verdächtigen Reportagen und beim Aufruf von youtube sollte man auch nicht erwarten, dass hier Leute am Werk sind, die sich ernsthaft damit beschäftigen, ihren Datenbestand von ethisch verwerflichen Videos frei zu halten.

    Und am Ende dürfen auch wir nicht vergessen, dass der, der ohne Schuld sei, den ersten Stein werfen möge. Auch wir in Deutschland habe es ja bis heute nicht geschafft, dass die Menschenrechte auch für wehrlose Jungen gelten. Menschenrechte, die auch nur einen Teil (männliche Kinder hinsichtlich ihres Rechts auf körperliche Unversehrtheit) der Menschenrechte negieren, sind ein Feigenblatt und nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind.

    Es gibt zwar auffällig viele Studien, die mit BGM zu tun haben von Machern sind, die irgendwie familiär mit "beschneidenden" Familientraditionen zu tun haben, aber das sind doch wissenschaftliche Studien, solche sind sind immer objektiv und niemals interessengesteuert! ;)


    Ich denke auch, dass Frau Monika Schwarz-Friese bei der Abfassung ihrer Studienergebnisse völlig unvoreingenommen und objektiv vorging. Warum hätte sie sich hier auch irgendwo durch ein familiäres Umfeld beeinflussen lassen sollen.

    Und die Tätigkeit ihres Ehemannes hat ja nur rein zufällig eine "gewisse" Schnittmenge mit ihrem Studienergebnis:

    ... Friesels Forschungsschwerpunkte sind ideologische Trends des modernen Judentums, jüdisch-amerikanische Geschichte, deutsch-jüdische Geschichte, die Geschichte des Zionismus, demographische Entwicklungen, europäische Zeitgeschichte und aktuelle Judenfeindlichkeit. ...

    (siehe Wikipedia)

    Ich habe die Studie überflogen, nicht so ganz verstanden und das Thema bzw. das Fazit wirkt auf mich ziemlich realitätsfremd.

    Da ich nicht weiß, wie andere ticken oder denken, kann ich nur analysieren wie es mir beim Thema Judentum und Beschneidung geht. Einerseits habe ich gegenüber dem Judentum einen großen Respekt, weil ich den Eindruck habe, dass hier viele ihren Glauben noch wirklich leben. Und dann kommt für mich der bittere Nachgeschmack, der alles verdirbt.

    Bin ich jetzt ein Antisemit, weil für mich Menschenrechte wichtiger sind als Religion bzw. weil ich Religionsfreiheit als Teil der Menschenrechte begreife und ich umgekehrt nicht die Menschenrechte auf das Minimum reduziert sehen möchte, welche Religionen diesen teilweise maximal zugestehen wollen.

    Davon abgesehen hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn die Linguisten sich mal dem Wort "Beschneidung" angenommen hätten. Das Wort "schneiden" kaschiert ein Stück weit, dass wir es hier mit einer Amputation zu tun haben. Im übertragenen Sinne bedeutet beschneiden einen Teil wegnehmen, was hier physisch, sensorisch, sexuell und psychisch geschieht. Ich bin aber kein Linguist und kann dieses Wort daher nicht so schön filetieren, wie es dieser Berufsstand können sollte.

    Nachtrag:
    Die Herausgeberin der Studie, Frau Monika Schwarz-Friesel, ist übrigens mit Herrn Evyatar Friesel verheiratet, was die Subjektivität ihrer Studie nicht gleich völlig in Frage stellt, aber familiäre Einflüsse könnten hier auch ihren Niederschlag gefunden haben:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Evyatar_Friesel

    Wenn wir über A diskutieren würden, dann müssten wir auch über B diskutieren.


    Also lassen wir's doch ganz!


    Irgendwie hat doch diese Logik aber auch was. Wenn es bei A wie auch bei B um Menschenrechte geht, ist doch alles im grünen Bereich. Menschenrechte kann man nicht partiell realisieren, auch wenn hier opportunistische Zeitgenossen wie Alice Schwarzer, Volker Beck oder jetzt eine Frau Karin Meißner anderes Zeug daherlabern.

    Wenn es um die Gleichheit von Mann und Frau oder um Toleranz hinsichtlich der Religionsfreiheit geht, kann man nicht gleichzeitig das Recht auf körperliche Unversehrtheit beschneiden. Tut man es doch, hat man den Menschenrechten bereits sinnbildlich mit einem Dolch in den Rücken gestoßen und es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis diese vor unseren Augen verblutet. R.I.P. Menschenrechte, Aufklärung, Gleichheit der Geschlechter und alles, was in den letzten Jahrhunderten hart erkämpft wurde. Manche wollen halt partout wieder in die Zeiten der Leibeigenschaft, des Patriarchats und der uneingeschränkten Herrschaft der Eltern über ihre Kinder zurück.

    BTW: Diskriminierung ist die unreflektierte Herabwürdigung einer Gruppe oder einzelner Menschen. Wenn man hier die Zwangsbeschneidung von Jungen nicht als Diskriminierung erkennt, ist man eben eine totale Fehlbesetzung.

    Zitat

    Jede Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren.


    Partiell hat Frau Meißner doch aber auch irgendwo Recht. Vielleicht sollten wir uns wenigstens teilweise auf die alten Werte der Bibel besinnen, die es Frauen strikt untersagte zu "predigen" oder wie Frau Meißner einem Mann ebenbürtig öffentlich Dinge zu verkünden. Partiell meine ich übrigens deshalb, weil ja nicht alle Frau wie Frau Meißner einerseits die biblische Beschneidung für richtig halten und andererseits die ebenfalls von der Bibel strikt abgelehnte Gleichberechtigung der Frau dennoch einfordern.

    Ein Kompromiss bestünde für mich darin, dass man allen Frauen oder auch Männern, die mit dem Begriff "Aufklärung" etwas anfangen können, auch die gleichen Rechte einräumt. Alle anderen können auch gerne in Leibeigenschaft oder unter dem Joch ihres Ehemanns leben. Eben so, wie es zu biblischen Zeiten üblich war, als man keine Sekunde damit verbrachte die Zwangsbeschneidung unter dem Aspekt der Menschenrechte jemals in Frage zu stellen.

    BTW: Manchmal wird auch der Bock zum Gärtner gemacht.

    Als Außenstehender nimmt man vieles anders wahr. Ob man es richtig wahr nimmt, weiß man aber dennoch nicht. Wenn ich mir Deine Geschichte anhöre, erkenne ich einen Aspekt, was Beschneidungen auch anrichten können. Du hast offensichtlich aufgrund Deiner persönlichen Erfahrung komplett das Vertrauen in die Ärzteschaft verloren, was ich auch gut verstehen kann. Und dieser Vertrauensverlust spielt dann sogar eine Rolle, wenn es um Impfungen geht, die gar nichts mit Beschneidungen zu tun haben bzw. nur wie eine Beschneidung einen "Eingriff" in den Körper darstellen.

    Die Medizin ist zu einem großen Teil von Statistik geprägt. Für jedes Medikament und jede Behandlung, die an uns vorgenommen wird, gibt es keine 100%-Garantie, dass dies hilft oder gar ohne Nebenwirkungen von statten geht. Wenn wir aber wollen, dass die Ärzte uns helfen oder unsere Gesundheit erhalten helfen, müssen wir ihnen einen Vertrauensvorschuss gewähren. Bei Dir haben die Ärzte diesen Vertrauensvorschuss verspielt, weshalb Du offenbar auch hinsichtlich von Impfungen skeptisch geworden bist.

    Laut Studien wird übrigens ein Patient von einem Arzt besser behandelt, wenn die "menschliche" Ebene besser funktioniert. Wenn Du nun aber zu einem Arzt gehst und dabei daran denken musst, wie sehr Du von einem Vertreter dieses Berufsstandes belogen und hinsichtlich Deiner Gesundheit geschädigt wurdest, wird das nicht so einfach sein. Ich kann aber gut verstehen, warum Du innerlich in jedem Arzt denjenigen siehst, der Dir das seinerzeit angetan hat. Leider fügt Dir damit aber dieser Arzt von damals immer wieder aufs neue Schaden zu. Wie gesagt ist dies meine Sichtweise, die natürlich ein völliger Irrtum sein kann.


    Thema Dummheit:

    Dummheit ist definiert als Mangel an Intelligenz was einen Menschen im ganzen beschreiben würde oder nur partiell in Form einer dummen Handlung.

    Wir leben in einer Zeit, wo viele Patienten bereits vor dem eigentlichen Arztbesuch bei "Dr. Google" die Diagnose stellen lassen und hin und wieder überrascht sind, dass Schwarmintelligenz kein Studium ersetzen kann. Und genau in dieser aufgeklärten Zeit, wo kein Mensch sein Auto bei Startschwierigkeiten einem Schamanen anvertrauen würde, lassen Eltern ihren wehrlosen Kindern die Vorhaut amputieren. Soll ich hier wirklich unterstellen, dass hier Eltern intelligent oder gar vernünftig gehandelt haben.

    Ich will nicht ausschließen, dass die Eltern ihren Kindern nicht bewusst schaden wollten, obwohl auch dies keine Frage ist, die man in jedem Fall eindeutig mit Ja oder Nein beantworten kann. Ein Vater, der selbst unter seiner Beschneidung leidet und auf Anweisung seines Vaters beschnitten wurde, könnte auch unterbewusst ein anderes Motiv im Schilde führen. Da man nicht in die Köpfe schauen kann, lassen wir diesen Punkt aber besser mal außen vor.

    Fakt ist aber wohl, dass eine Zwangsbeschneidung immer das Resultat von Dummheit sein muss, weil jeder Mensch mit ausreichender Intelligenz erkennen kann, dass eine Beschneidung eine Genitalverstümmelung darstellt, die mit keiner Religion dieser Welt zu rechtfertigen wäre. Ausgenommen sind somit nur Menschen, die wie zu biblischen Zeiten ohne Internet, ohne Schulbildung und ohne dem Bewusstsein für Menschenrechte geboren wurden und noch heute so leben. Aber selbst diejenigen, welche sich hier auf alte Traditionen berufen, sind in allen anderen Bereichen schon längst in der Gegenwart angekommen und habe deren Komfort zu schätzen gelernt.

    Du hast jedoch auch Recht, dass man andere nicht ändern kann bzw. nur an sich selbst arbeiten kann. Und andere, die nicht genug an sich selbst arbeiten, können dann für einen selbst zu einer Prüfung werden, ob man deren Eigenheiten mit Hilfe von vieeeeeel Toleranz ertragen kann ;)

    Aber was diese OT Diskussion ums impfen gezeigt hat...ein schmaler Grat, und alle wollen nur das Beste für ihre Kinder, ihnen nicht Schaden? Genauso wie Eltern, die ihre Kinder beschneiden lassen?


    Genau dieser schmale Grat ist es auch, warum ich diesen Thread als eine Art "Selbsterfahrungsthread" für uns alle betrachten würde. Impfen ist wie die Beschneidung ein invasiver Eingriff, der unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Und so wie Menschen ihre Kinder aus vermeintlichen gesundheitlichen Gründen oder zur Erlangung des eigenen egoistischen Seelenheils zwangsbeschneiden lassen, gibt es auf für oder gegen Impfungen Argumente.

    @Urolüge
    Die Geschichte mit Deinem Bruder hat Dich sicherlich geprägt. Was wäre aber wohl passiert, wenn es keine Pokenimpfung gäbe und Dein Bruder keine extrem heftige Abwehrreaktion durch eine Impfung, sondern eine tatsächliche Erkrankung durch Poken bekommen hätte! Ohne Pokenimpfungen wäre der Passivschutz durch andere ja ebenfalls gleich Null gewesen. Bei mir war es mal die Impfung gegen Keuchhusten, die nicht so toll verlaufen ist. Natürlich gibt es auch bei Impfungen leider seltene Fälle, die bleibende Schäden hinterlassen oder eben auch in äußerst seltenen Fällen tödlich verlaufen. Dennoch retten Impfungen i.d.R. statistisch gesehen mehr Leben als diese kosten.

    Bei einer Beschneidung rettet diese aber kein einziges Leben (Kondome als einziger ernstzunehmender Schutz gegen HIV sind ja bereits erfunden) und kosten dennoch immer wieder Menschenleben oder führen sinnlos zu extremen Einschränkungen. Sobald man natürlich religiös mit dem Seelenheil argumentiert und dabei auch die Frage, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen nicht als Bullshit ausblendet, kommt man natürlich zu anderen Ergebnissen. Menschen sind unterschiedlich und auch scheinbar gebildete Menschen reiben hin und wieder beispielsweise Geldstücke an Münzautomaten. Mit anderen Worten laufen auch in unserer scheinbar modernen Welt noch Menschen herum, die zwar schon etwas von Wissenschaft, Aufklärung und Menschenrechten gehört haben, aber sich dennoch hin und wieder mal auf Glatteis führen lassen. Gerade bei der Zwangsbeschneidung ist dies jedoch doppelt schlimm, weil hier die Kinder für die Dummheit ihrer Eltern bezahlen müssen.

    Ich möchte hier etwas zur Aufklärung beitragen. Evangelikale glauben an die Autorität der Bibel. Wir haben es also nicht mit Protestanten im üblichen Sinne zu tun, sondern mit Menschen, die ähnlich einem Aberglauben anhängen, wie andere "Buchgläubige", welche fest davon überzeugt sind, dass alte überlieferte und mehrfach verfälscht Schriften über den Menschenrechten stünden. Anders ausgedrückt sind Evangelikale je nach Ausprägung mit Sekten wie den Zwölf-Stämmen auf gleichem Niveau anzusiedeln.

    Der eigentliche Skandal dabei besteht aber aus meiner Sicht darin, dass die evangelischen Landeskirchen hier kein Machtwort sprechen und sich durch solche Äußerungen der Evangelikalen ebenfalls in Misskredit bringen lassen. Schande also über die evangelische Kirche, die den schwarzen Schafen auch noch ein Dach bieten.

    Die Linken gegen Jungenbeschneidung ? Sicher nicht gegen die religiöse Beschneidung.....

    28% der Linken hatten seinerzeit für den § 1631d BGB gestimmt. Einer dieser Befürworter war z.B. Gregor Gys. Wie beispielsweise Frau Sahra Wagenknecht abgestimmt hätte, bleibt leider ungeklärt, denn sie war offenbar bei dieser Abstimmung nicht anwesend.

    Volker Beck ist kein Menschenrechtler, sondern ein Opportunist. Wenn er von Gleichbehandlung spricht oder Beispiele zur Religon anführt, geht es im dennoch im Kern immer nur darum, dass er sich für die Gleichbehandlung von Homosexuellen einsetzen möchte.

    Auch ich finde es absolut wichtig, dass Menschen niemals aufgrund ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt oder bevorzugt werden. Menschenrechte sind aber kein Puzzle, wo man sich ein Teilchen aussucht und dann damit hausieren geht. Menschenrechte beinhalten auch, dass Jungen genauso das Recht haben müssen körperlich unversehrt aufzuwachsen wie Mädchen.

    Ich persönlich halte daher Menschen wie Völker Beck für Heuchler. Am 12.12.12 hat Volker Beck dem zugestimmt, dass Kinder mit ausschließlich männlichem Geschlecht ihrer körperlichen Unversehrtheit beraubt und ihre sexuelle Selbstbestimmung damit für immer eingeschränkt werden darf. Davon abgesehen hat er auch noch der Privilegierung zugestimmt, dass Kinder unter sechs Monaten qualvoll bzw. ohne Betäubung zwangsbeschnitten werden dürfen, wenn die Eltern dies aus religiösen Gründen wünschen.

    Wenn Volker Beck von Menschenrechten spricht, wird mir daher sofort ganz übel. Menschliche Grundwerte sind nicht dazu da, dass sie nur einem selbst nutzen, sondern vorallem dafür, dass die geschützt werden, die sich selbst sonst nicht schützen können. Und hier gehören aus meiner Sicht Kinder wohl zweifelsfrei dazu.

    Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

    Über was möchtest Du Deine Kinder aufklären? Sollen sie jeden möglichen Partner immer vorher fragen, ob er/sie sich neben HIV auch auf HPV hat testen lassen? Davon abgesehen kann man sich HPV sogar im Dampfbad, der Sauna oder sogar im Schwimmbad einfangen. Sobald man sich angesteckt hat, ist eine Impfung ausgeschlossen.

    Was mir aber davon abgesehen an Deiner Einstellung sehr gefällt, ist die Überlegung, dass man nicht einfach über die Kinder hinweg entscheidet bzw. versucht Entscheidungen, die man aufschieben kann, ihnen nach Möglichkeit selbst zu überlassen. Ob eine Impfung besser ist als keine Impfung, ist hier tatsächlich OT, aber der Kern, dass man sich ernsthaft am Kindeswohl zu orientieren versucht und dabei die eigne Einstellung möglichst stark zu objektivieren versucht, ist die gleich Problematik wie bei der Zwangsbeschneidung.

    Ich denke wir reden etwas aneinander vorbei. Natürlich kann ich meine Kinder nicht zwingen meine moralischen Vorstellungen weiterzuleben. Allerdings, WENN sie sich dazu entschließen sollten, sollten sie auch entsprechend darauf vorbereitet sein. Und z.B. die für diesen Lebensstil hilfreichen Impfungen intus haben.


    Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, verstehe ich nicht, was Du unter "moralischen Vorstellungen" verstehst. Du findest es in Ordnung in jüngeren Jahren "wild rumzuvögeln", später Kinder zu zeugen und im Anschluss entgegen den Verlautbarungen der katholischen Kirche eine Vasektomie durchführen zu lassen (siehe Papst Pius XII).

    Ich persönlich habe es ja nicht so mit der Moral, weil diese eben nach meiner Auffassung irgendwo eine durch Religion "verhurte" Ethik darstellt. Und weil Moral oft "verhurt" ist, sollte die Ethik als Richtschnur dienen und Kindern ihre uneingeschränkte (sexuelle) Freiheit wie auch körperliche Unversehrtheit bewahren.

    In dem Punkt, dass Du eine HPV-Impfung als sinnvolle Prävention gegen eine Infektion betrachtest, sind wir uns dagegen vollkommen einig. Und genau hier unterscheiden wir uns wohl von denen, die beispielsweise mit einer Zwangsbeschneidung die Sexualität ihrer Kinder grundlos "beschneiden" wollen.

    @All
    Wie man jetzt praktisch sieht, ist es leichter über Themen zu diskutieren, die einen persönlich nicht so direkt betreffen als wenn es um die Frage der eigenen Kinder geht. So gesehen irgendwo auch für mich eine interessante Erkenntnis, weil ich jetzt etwas besser nachempfinden kann, welche Abwägungen wohl bei den Eltern stattfinden, welche ihre Kinder zwangsbeschneiden lassen. Der Grad zwischen richtig und falsch ist schmal bzw. wer sich hier zu sehr in der Moral einer Religion oder einer Tradition verhaftet sieht, trifft fast unweigerlich ein fatale und falsche Entscheidung.

    Majestätsbeleidigung steht ja seit ersten Januar diesen Jahres nicht mehr unter Strafe, aber ich werde mich bemühen, meine Kritik möglichst gelinde vorzutragen.

    Es gibt den schönen Ausdruck "Sonntagsreden". Hier wird von einer Welt erzählt, die sich vielleicht der eine oder andere sogar genau an diesem Tag so wünscht und die mit der realen Welt keine Berührungspunkte besitzt. Kein Wunder also, dass hier dem Staat respektive der Politik aufgetragen wird die Religion in Frieden zu lassen und erst wieder am Montag über Kopftuchverbote oder Kruzifixe in öffentlichen Einrichtungen zu diskutieren. (Zum Thema Kruzifix oder regelmäßigen Kirchgängen: "Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht." Zitat: Albert Schweizer)

    Ich selbst kenne dieses Deutschland nicht, dass so christlich geprägt sein soll. Vielmehr sehe ich nicht nur rechte Parteien (CDU/CSU, AFD, aber im Zweifel auch SPD u.a.), denen nationale Ziele oder Machterhalt wichtiger sind als christliche Nächstenliebe, sondern auch viele Menschen, die sich vor Zuwanderung regelrecht fürchten.

    Aber ich bin auch froh und glücklich, dass Deutschland in Wahrheit nicht so christlich geprägt ist, wie dies bei der hier zugrunde liegenden Sonntagsrede den Eindruck erweckt hat. Richtig belustig haben mich die Ausführungen dazu, wer am Abendmahl teilhaben darf. Aber was soll man auch von einem "Verein" erwarten, dessen Ex-Oberhaupt im Jahr 1983 nochmals klargestellt hat, dass Menschen, die der Aufklärung nahe stehen, ebenfalls nichts beim Abendmahl zu suchen hätten.

    Und jetzt mal ehrlich, kann man von einem solchen Land tatsächlich erwarten, dass dieses hinsichtlich religiöser Zwangsbeschneidungen eine aufgeklärte und weltoffene eigene Meinung vertritt bzw. Menschenrechte über religiöse Dogmen stellt.

    Ich werde meine Kinder unter Garantie gegen HPV impfen lassen.


    Wir sind hier einen etwas anderen Weg gegangen. Auch wenn Kinder natürlich keine Erwachsenen sind (Autofahren ist ja z.B. auch erst ab 18 erlaubt) und daher die Tragweite von solchen Entscheidungen noch nicht im vollen Umfang erkennen können, halte ich es für absolut wichtig, dass Kinder entsprechend ihrem Reifegrad in solche Entscheidungen einbezogen oder zumindest angehört werden.

    Unsere Tochter war von der Idee einer Impfung naturgemäß nicht sonderlich begeistert. Als wir bei Recherchen herausfanden, dass man die Impfung zwischenzeitlich auf zwei Impfdosen beschränken kann, kam bereits etwas Erleichterung auf. Wir haben aber auch das Thema angesprochen, dass eine solche Impfung in sehr seltenen Fällen zur lebenslangen Unfruchtbarkeit führen kann.

    Mein Argument für die Impfung war die Tatsache, dass ich mehrere Frauen kenne, die Gebärmutterhalskrebs bekommen haben und deshalb kein Kind bzw. kein weiteres Kind mehr bekommen konnten. Aber ich war natürlich auch so ehrlich und habe darauf hingewiesen, dass eine solche Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz bieten kann.

    Warum reite ich jetzt aber so auf diesen Details herum. Wenn es ums Thema Zwangsbeschneidung geht, werfen wir den starrköpfigen Eltern vor, dass sie blind aus ihrer religiösen Überzeugung heraus handeln und damit sämtliche Nachteile ihres Kindes ausblenden. Die Kinder werden nicht in diese Entscheidung einbezogen bzw. ist es auch eher unwahrscheinlich, dass Eltern, wo der Mann selbst aus religiösen Gründen beschnitten ist, die sexuellen Nachteile einer Beschneidung thematisieren. Davon abgesehen werden es vermutlich noch viele Eltern den Schulen überlassen, ihre Kinder überhaupt aufzuklären, was ja die erste Voraussetzung für ein Gespräch wäre, dass auch nur annähernd auf Augenhöhe stattfinden könnte.

    Wir können nicht einfach die anderen ändern, aber wir können uns ändern und damit unseren Kindern das Selbstverständnis mitgeben, dass sie über Dinge, welche sie unmittelbar betreffen ein Mitspracherecht besitzen. Und wenn unsere Kinder dann mit Kindern zusammen kommen, deren Eltern eine Zwangsbeschneidung planen, können diese Kinder vielleicht ein Stück von den unsrigen lernen bzw. besser formulieren, dass sie dies nicht wollen. Wahrscheinlich wird dies nicht sofort in der ersten Generation dazu führen, dass Zwangsbeschneidungen ein Ende nehmen, aber der Widerstand innerhalb der Familien kann sich so von Generation zu Generation verstärken, bis irgendwann auch die verbohrtesten und orthodoxen Eltern kapieren, was sie da eigentlich anrichten.

    @Hickhack
    Ich respektiere Deine Religionszugehörigkeit. Bedeutet aber Deine persönliche religiöse Einstellung auch automatisch, dass Deine Kinder diese zwangsläufig übernehmen müssen bzw. dass diese auch Deine Sexualmoral für sich als richtig empfinden müssen. Im Grundgesetz ist sowohl die sexuelle Selbstbestimmung wie auch die Religionsfreiheit verbrieft. Eltern haben zwar grundsätzlich 18 Jahre lang durch ihr Erziehungsrecht die Möglichkeit hier Einfluss zu nehmen, aber mehr auch nicht. Am Ende ist es doch vorallem wichtig, dass alle Kinder glücklich werden und wenn man an einen gütigen Schöpfer glaubt, wird auch der sich nichts anderes wünschen ;)

    Meine Kinder werde ich sicher nicht dagegen impfen lassen, sondern ihnen erklären, wie wichtig Safer Sex wegen Geschlechtskrankheiten ist, und das dies auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt.


    Safer Sex reduziert das HPV-Risiko um ca. 50%.

    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_humane-papi…eitung_913.html

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    Ich denke man sieht hier mal wieder deutlich, dass eine Beschneidung auch hier ähnlich "gut" hilft wie bei der Eindämmung einer HIV-Infektion, nämlich so gut wie gar nicht. Nur Idioten sind daher so blöd, dass sie eine Beschneidung als "gesundheitlichen Benefit" anpreisen. Urologen, die solche Argumente vortragen, sollte man die Zulassung entziehen, Leute wie dem Ehepaar Gates, solle man Nachhilfeunterricht erteilen und Religionsangehörige, die solchen Quatsch verbreiten, sollte man mitleidig begegnen, aber in keinem Fall ernst nehmen.

    Trotzdem, ich habe das mal überschlagen: Knapp 800.000 Geburten im Jahr 2016 in Deutschland. Wenn diese Kinder alle HPV-Geimpft werden, 3x2x150 Euro + sagen wir mal 100€ Artzkosten für die 6 Impfungen - das macht pro Jahr 800 Millionen Euro. Da geht es um sehr viel Geld!


    Das kann man nur bei Krankheiten, die bereits im Kindesalter eine ernste Bedrohung für das Kind darstellen vertreten. Denn auch jede Impfung trägt das Risiko einer Komplikation in sich.


    Ich kann mir denken, worauf Du hinaus willst. Eine Impfung bzw. die Injektion eines Fremdstoffes mit einer Hohlnadel stellt natürlich eine Körperverletzung dar. Noch dazu vor dem Hintergrund, dass dieser Fremdstoff in sehr seltenen Fällen massive Nebenwirkungen verursachen kann.

    Hier willigen die Eltern aber in eine Körperverletzung ein und diese Einwilligung wird nicht durch die moralische Weltsicht der Eltern beeinflusst. Es mag selbst zu Thema Impfen verschiedene Sichtweisen geben, aber diese sind weder durch sexualisierte Religonsdogmen oder andere Ideologien geprägt.

    Hinsichtlich der Kosten dürfte es übrigens eine entscheidende Rolle spielen, in welcher Menge dieser Impfstoff hergestellt wird. Jedenfalls kostet der Impfstoff z.B. in den USA nur die Hälfte. Auch müsste z.B. für Cervarix in weniger als 10 Jahren der Patentschutz auslaufen, was hier die Kosten nochmals deutlich senken würde. Am Rande sei bemerkt, dass es einen zweifach-, vierfach- und fünffachwirksamen Impfstoff gibt und hier dürfte dann mittel- bzw. langfristig ein Preiskampf entstehen, obwohl bereits der einfachste Impfstoff eine großen Teil abdeckt.

    Davon abgesehen muss man aber wohl auch betrachten, welche Kosten für eine entsprechende Krebsbehandlung entstehen. Und zusätzlich darf man nicht vergessen, dass wohl auch heute noch Jungen mit dem Argument beschnitten werden, dass man hierdurch Gebärmutterhalskrebs verhindern könnte. Die Zwangsbeschneidung als Vorsorge gegen Krebserkrankungen ist zwar rational betrachte reiner Schwachsinn, aber Leute wie Alice Schwarzer verbreiten wohl auch heute noch solche Märchen.

    Hat schon jemand den Kommentar von Herrn Licht, dem der Name "Finsternis" ehr zu Gesicht stehen würde, gelesen. So kann man dies dann natürlich auch bei allem und jedem sehen und sich darauf berufen, dass vor tausenden von Jahren alles besser war. Schön wäre es nur, wenn diese ewig Vorgestrigen dann auch die Medien dieser Zeit nutzen würden, die sie propagieren, statt hier im Internet ihren Blödsinn zu verbreiten.

    Aber wie Weguer schon schreibt, ist HPV nur eines der Scheinargumente, um sich mit allen Mitteln gegen jede Form der Weiterentwicklung zu stemmen. Wäre die Evolution genauso stur gewesen wie die Haltung von orthodoxen Glaubensanhängern, hätte es wohl nie eine Beschneidung gegeben bzw. würden wir dann wohl noch alle brav auf den Bäumen sitzen und Blätter kauen, statt uns um Menschenrechte Gedanken zu machen.

    Scheinargumente sind ja im Grunde nur der Beweis dafür, dass etwas verteidigt wird, von dem man selbst bereits weiß, dass es Unsinn bzw. Unrecht ist.

    Ich schlage hiermit Frau Julia Klöckner für die Aufnahme in der Hall of Shame vor.

    Was Frau Klöckner hier ablässt, erinnert mich stark an Volker Beck. Beiden geht es hier unter dem Deckmantel einer scheinbaren Gerechtigkeit für alle in Wahrheit nur um ihre eigenen Interessen.

    Sicherlich ist es nicht in Ordnung, wenn Männer bestimmter Religionsgemeinschaften einer Frau bzw. Frau Klöckner nicht die Hand geben wollen. Dafür muss man aber keinen auf Verteidiger des Grundgesetzes machen und auch noch gleich das Thema Religionsfreiheit streifen. Die CDU interessiert sich faktisch weder für die Gleichbehandlung von Jungen und Mädchen noch für das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wohingegen die kleinliche Kränkung von Frau Klöckner, weil ihr offenbar mal jemand nicht die Hand geben wollte, absolut lächerlich ist.

    Gerade neulich stellten wir in illusterer Runde fest, dass unser Grundgesetz eigentlich ziemlich perfekt ist. Nur unsere Einzelgesetze (z.B. § 1631d BGB), welche Politiker verbockt haben, treten das Grundgesetz derart mit Füßen, dass es zum wehrlosen Papiertiger im Kampf gegen Lobbyisten jeglicher Colour geworden ist. Und wie man sieht, will auch Frau Klöckner das Grundgesetz wie auch seinerzeit Herr Beck mal wieder nur für die ureigensten Interessen verwirklicht sehen.

    Wie soll aber ein Grundgesetz noch etwas wert sein, wenn man es zuvor mit dem Blut von wehrlosen Junge im Rahmen deren Zwangsbeschneidung besudelt hat. 218 Abgeordnete der CDU haben sich am 12.12.12 am Grundgesetz vergangen. So lange dieses Unrecht nicht beendet wird, ist es lächerlich, wenn CDU-Abgeordnete aus diesem Grundgesetz Forderungen für sich selbst ableiten wollen.