Beiträge von NoCut

    Tobias Raff, wer ist das? Wikipedia findet ihn offenbar nicht und meine Meinung zu den Piraten ist aktuell so unentschlossen wie deren Parteiprogramm ;)

    Hier mal aber eine andere Meldung:

    CDU-Kritik: Grünen-Spitze hat Dunkels Hetze geduldet

    Herr Thiele besitzt übrigens auch eine eigene Webseite, so dass er auch Feedback per Email empfangen kann:

    Ulf Thiele » Impressum

    Ich habe es mir übrigens schon länger zur Aufgabe gemacht, bei jeder News zum Thema Beschneidung den Betreffenden einfach mal kurz meine Meinung zu mailen ;)

    Den Hinweis von Susanna bezüglich BZgA finde ich genial. Warum sollte man nicht unsere Regierenden mit ihren eigenen Waffen schlagen.

    Man könnt doch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung per Petition dazu verdonnern lassen, eine Kampagne gegen Beschneidungen incl. derer bei vermeintlicher Phimose zu starten. Aktuell wäre dies natürlich ein schlechter Zeitpunkt, um hier aktiv zu werden. Aber sobald der Frühling und sich damit die Frühlingsgefühle überall breit machen, könnte man doch auf die sexuellen Defizite, welche eine Beschneidung i.d.R. verursacht, aufmerksam machen und somit Stimmen für eine Petition im Bundestag sammeln.

    Da es ja dann nicht um ein Beschneidungsverbot geht, sondern um die entsprechende Aufklärung, die ja bei einer religiösen Beschneidung zukünftig ebenfalls vorgeschrieben ist ("Regeln der ärztlichen Kunst..."), wäre es ohnehin zweckmäßig, wenn die BZgA in diesem Rahmen entsprechende Merkblätter mit allen Risiken incl. dem möglichen Todesfall auflistet, welche dann von den jeweiligen Eltern zu unterschreiben wären. Vielleicht dann noch der Hinweis, dass neben den Kosten für den Eingriff auch sämtliche Kosten für Komplikationen incl. eventueller lebenslanger psychiatrischer Behandlungskosten nicht zu lasten der Allgemeinheit gehen dürfen und schon hätte man eine völlig neue Situation:

    "Beschneiden von Kinder nur noch auf eigene Kosten und Gefahr" 

    Eltern, die sich für eine religiöse Beschneidung entscheiden, werden ohnehin tendenziell weniger Selbstbewusstsein haben als solche, welche sich gegen eine Beschneidung entscheiden. Daher hat ja vermutlich auch bereits das Urteil vom 07.05.2012 zu einer sehr großen Verunsicherung geführt ;)

    Taktisch würde ich es für zweckmäßig halten, wenn diese Petition z.B. von Phimose-Info eingereicht würde, damit das ganze nicht gleich wieder zu sehr als Keule gegen die Religionen gesehen wird. Auch müsste sofort nach Einreichung der Petition sämtliche Foren und sonstige Mitstreiter im Internet mobilisiert werden, damit auch genügend Bürger online oder per Formular in Papierform sich an der Petition beteiligen können.

    "Was aus unserer Sicht so verstörend beim sogenannten Neuen Testament
    (wir Juden hatten das Alte Testament ja schon, als es noch neu war) ist,
    dass Jesus keine Chuppa hatte."

    Wenn die jüdischen Gläubigen das alte Testament bereits hatten als es noch neu war, dann hätten sie doch auch längst mal darauf drängen können, dass hier die redaktionellen Fehler endlich beseitigt werden. Hier mal einer der offensichtlichen Fehler:

    Ismael war bei seiner Beschneidung 13 Jahre alt. Als er mit Hagar von Abraham in die Wüste vertrieben wurde, legte aber Abraham Hagar den Jungen auf die Schultern. Da Abraham zwischen der Beschneidung und der Vertreibung nochmals Vater geworden war und Isaak bereits der Mutter entwöhnt war, müsste also Ismael schon fast 15 Jahr alt gewesen sein als ihn seine Mutter Hagar durch die Wüste trug?!

    Und wer garantiert jetzt dafür, dass mit Beschneidung nicht die Beschneidung der Haare oder etwas ähnliches gemeint war...

    Die Stellung der Frau im Judentum (incl. Christentum und später im Islam) hängt ja im wesentlichen nur mit der Bibelschreibung und dabei erfolgten Umdeutungen der Überlieferungen zusammen (männliche Autoren, etc.). Im Paradies sind Adam und Eva so wie der Eindruck erkennen lässt noch gleichberechtigt. Wer also wieder ins Paradies will, sollte sich schon mal an die Gleichberechtigung gewöhnen ;)

    Zum Thema Beschneidung und Hygiene war dies wohl nie ein Grund für deren Einführung. Kaum jemand würde doch den Nomadenstämmen zu Abrahamszeiten unterstellen, dass die sich viele Gedanken über Hygiene gemacht hätten. Und mit der Hygiene in den USA ist ja wohl eher die "moralische Hygiene" gemeint, welche die Masturbation verhindern soll. Ging es wirklich um Reinlichkeit, müsste man ja bereits Babys die Ohren abschneiden, damit sie sich später nicht hinter den Ohren waschen müssen ;)

    Das Argument, warum aber gerade Frauen tendenziell am besten für das Thema zu sensibilisieren sein müssten, wäre doch, dass sie einerseits durch ihre Muttergefühle die Beschneidung vermutlich noch traumatischer erleben als es wohl die Männer tun, welchen das selbe bereit angetan wurde. Und andererseits werden gerade Frauen, bei denen die Beschneidung ein Thema ist mit Männern verheiratet sein, die selbst beschnitten sind. Wenn man hier ein Bewusstsein dafür etablieren könnte, dass sexuelle Probleme in der Ehe teilweise mit der Beschneidung des Ehemanns im Zusammenhang stehen können, bin ich mir sicher, dass sich hier deren Haltung bezüglich der Beschneidung der eigenen Söhne grundlegend ändern würde.

    Die Geschichte mit der Agenda der jüdischen Frauenbewegung irritiert mich jetzt aber in meinen Überlegungen. Weiß jemand hier im Forum, wie es damals 1998 zur Petition gegen die Beschneidungen in Israel gekommen ist bzw. ob hier nicht doch auch Frauen maßgeblich involviert waren. Die Frage wäre ja dann, ob sich nur genügend Frauen zusammenfinden müssten, damit sie sich auch trauen hier öffentlich eine andere Stellung gegen ihre Männer zu beziehen.

    Vielleicht erdreistet sich jemand einen Klage vor das BVG oder auf Europaebene.

    Das Traurige bei einer Klage vorm BVG wäre aber, dass dann wieder erst ein Kind durch Komplikationen ums Überleben kämpfen muss oder mit Einschränkungen leben muss, die noch massiver sind als eine "normale" Beschneidung. Eine Klage vorm BVG setzt ja leider die direkte Betroffenheit voraus.

    Auf Europa-Ebene sehe ich aktuell nicht viel kommen. Selbst die UNO hat ja erst jetzt gegen die Beschneidungen von Frauen reagiert.

    Dass der Gesetzgeber die Beschneidung teilweise ohne Betäubung nicht verboten hat, könnte zum Vorteil werden. Für die Kinder ist dies absolut grausam, aber eben auch für die Öffentlichkeit wesentlich schockierender als wenn hier alles unter Vollnarkose stattfinden würde. Vielleicht ist genau dies das eingebaute "Verfallsdatum" des § 1631d BGB, der zwar von einer Juristen (= Frau Leutheuser-Schnarrenberger), aber dem Eindruck nach ohne Reflexion der seit etwa 2008 stattfindenden juristischen Debatte, zusammengeschustert wurde.

    Somit wäre noch mehr Aufklärung besonders bei den Müttern, welche häufig bei den Beschneidungen ja nicht anwesend sind, die aktuell einzige Möglichkeit, um hier ein Umdenken zu forcieren. Hier müsste man vorallem Bereiche finden, wo man die Mütter am besten alleine ansprechen könnte (Frauenarztpraxen, Krabbelgruppen, Frauenzeitschriften, etc.).

    Habe eben erst das Gedicht von Herrn Dunkel gelesen. Wenn man mit dem Messer beim Genital von Kindern incl. deren Schreien und Tränen nicht zimperlich ist, sollte man bei einem Gedicht wie dem von Herrn Dunkel etwas weniger dünnhäutig sein, wie ich meine.

    Das Gedicht verletzt sicherlich die Gefühle von Gläubigen. Verletzt aber der Beschneider ein Kind nicht viel stärker und nachhaltiger als dies Worte je tun könnten.

    Vorab möchte ich mich für die herzlichen Begrüßungen in den verschiedenen Threads bedanken. Da Internetforen bei mir leider ein Suchtpotential darstellen, will ich hier den Grund meiner Anmeldung aufzeigen und mich möglichst kurz fassen.

    Im Internet gibt es viele aktive Beschneidungsgegner, die alle für sich gegen die Beschneidungsbefürworter antreten. Nachdem aber am 12.12.12 im Bundestag 434 Abgeordnete den § 1631d BGB verabschiedet haben, stellt sich die Frage, warum diese Aktionen nicht zum Erfolg geführt haben.

    Ich habe mich daher in der Hoffnung hier angemeldet, dass es vielleicht Möglichkeiten gibt, wie die vorhanden Ressourcen besser genutzt werden können. Im Sommer waren noch etwas mehr als 50% der Bürger gegen Beschneidungen und laut einer aktuellen Umfrage sind es bereits 70% geworden. Herr Gauck hat uns in seiner Weihnachtsansprache ermutigt Zivilcourage zu zeigen. Diesem Beispiel folgend sollten wir daher im Einklang mit unserem Gewissen gegen Zwangsbeschneidungen aktiv werden.

    Die Hauptfrage ist aber, wie man das ganze besser koordiniert bekommt bzw. die Kräfte besser bündelt.

    Eine weitere Frage ist, ob man nun abwarten muss, bis wieder ein Kind um sein Leben kämpfen muss, bevor man hier ausreichend öffentliches Interesse erzielen kann oder ob vielleicht auch Aufklärungskampagnen Erfolg bringen würden, um hier innerhalb der Gesellschaft eine klarere Wahrnehmung zu diesem Thema zu erreichen.

    Juristisch gesehen gehe ich als Laie davon aus, dass die Gerichte wohl die Einwilligung der Eltern für einen Verfassungsbruch nicht als ausreichend anerkennen werden. Diese Vermutung resultiert auch daraus, dass die Beschneidungsbefürworter nach dem 07.05.2012 den Weg über die Gerichte sehr auffällig gescheut haben. Ich vermute, dass hier die Erfolgsaussichten bereits im Vorfeld hinreichend durch die jeweiligen Zentralräte geprüft wurden ;)

    Jetzt begebe ich mich wieder etwas mehr in den Hintergrund und freue mich schon auf Eure Vorschläge.

    ...Ich habe meine Mitgliedschaft zur ELK beendet, ...

    Ein Kirchenaustritt hat Vor- und Nachteile. Man lebt im Einklang mit seinem Glauben und seinem Gewissen, aber man ändert nichts daran, dass die Kirchen weiterhin auf ihrem populistischen Irrweg verharren.

    Geht man davon aus, dass die Beschneidung neben der lebenslangen "Verhaftung" innerhalb der Glaubensgemeinschaft auch die Unterdrückung der Masturbation zum Zweck hat, welche gerne im Zusammenhang mit der Rebellion in der Pubertät als Ursache gesehen wird, so wird diese auch im christlichen Glauben gerne als Sünde gesehen. Nur wird hier in den meisten christlichen Kirchen mit dem Wort von der Kanzel statt mit dem Messer beschnitten.

    Viele kennen vermutlich das Wort "onanieren", welches uns als Synonym für masturbieren bekannt ist. Wie unaufgeklärt muss man aber sein, wenn man einen Coitus interruptus nicht von der Selbstbefriedigung zu unterscheiden vermag. Onan wird aber von Gott weder wegen Masturbation noch wegen des Coitus interruptus bestraft, sondern weil er sich weigert wie im damaligen Recht vorgesehen mit seiner Schwägerin Kinder zu zeugen, nachdem sein Bruder gestorben war (Levirat).

    Es ist daher häufig nicht unser Glaube, der uns Konflikte aufzwingt, sondern es sind wie schon in den Zeiten der Bibelschreibung Menschen, welche durch Interpretation und Zensur des Wortgottes versuchen ihre Mitchristen zu manipulieren. Wenn es um den Bereich Sexualität geht, beziehe ich mich daher gerne ausschließlich auf Paulus: 1. Korinther 7 Vers 3-5 Somit hat Paulus als Missionar für den christlichen Glauben nicht nur die Beschneidung abgeschafft, sondern auch gleich aufgezeigt, wie wir verantwortungsvoll mit unserer natürlichen Sexualität umgehen sollen.

    Ich stehe aktuell vor dem inneren Konflikt, dass ich mich durch die Äußerungen der christlichen Kirchen zum Kirchenaustritt genötigt sehe. Als Christ kann ich es doch nicht akzeptieren, wenn hochrangige Kirchenvertreter es begrüßen, wenn in Deutschland auch weiterhin wehrlosen Kinder Schmerzen angetan werden und bleibende Schäden, welche wohl Sinn und Zweck dieser Handlung sein sollen, zugefügt werden.

    Der User Weguer zitiert viele Männer der Bibel. Was war aber mit Moses. Warum war dieser nicht beschnitten und warum hat sich Gott "täuschen lassen" als seine Frau ihn als Blutbräutigam ausgab.

    So wie ich die Worte des Propheten Jeremia (altes Testament) verstehe, wurde der alte Bund ohnehin gebrochen und es wurde ein neuer Bund "in die Herzen diktiert". Was also später Paulus als "Beschneidung der Herzen" beschreibt, hat somit vermutlich bereits im alten Testament seinen Ursprung.

    Bezüglich dem Ritual der Beschneidung denke ich, dass Tradition nicht die Weitergabe der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers sein muss, dass in unseren Herzen brennen sollte.

    Wenn Dieter Graumann über die Deutschen und die Juden sinniert bzw. Beschneidungsgegner regelmäßig als antisemitisch verunglimpft, muss ich immer an Rassismus denken. Als Deutsche aller Glaubensrichtungen haben wir gemeinsam die historische Verantwortung nicht alle Angehörigen einer bestimmten Glaubensrichtung als "Nazi-Rasse" abzustempeln, nur weil uns deren Ansichten gerade nicht passen (Hinweis: Nicht alle deutschen Nichtjuden waren Nazis und auch etliche Nichtjuden wurden von Nazis ermordet).

    Wer Respekt vor der Religion fordert, muss auch einsehen, dass andere eben auch Respekt vor der Unversehrtheit des Körpers unmündiger Kinder haben. Es ist ja gerade der Verdienst der Religionen, dass wir überhaupt eine Diskussion führen, die zum Ziel hat, dass hier Kindern Schmerzen und körperliche Beeinträchtigungen erspart werden sollen bzw. man ihnen das Recht einräumt, selbst über ihren Körper frei zu entscheiden.

    Außerdem ist die Beschneidungsdebatte nicht nur eine religiöse Debatte, sondern es geht ja auch darum, ob es Eltern erlaubt sein soll, ihre Kinder durch eine schmerzhafte Beschneidung die Masturbation "auszutreiben", wie es der amerikanische Arzt Dr. John Harvey Kellogg den angelsächsischen Ländern eingetrichtert hatte.

    Die Beschneidungsdebatte hat durch den § 1631d BGB nur scheinbar einen Maulkorb verpasst bekommen. Sobald aber der nächste tragische Vorfall einer Komplikation in Deutschland der Öffentlichkeit bekannt wird, bin ich mir sicher, dass die Diskussion wieder an Fahrt gewinnt und wohl nicht eher ruht, bis tatsächlich ein Kompromiss gefunden wird, der dann auch endlich die Rechte der Kinder beinhaltet.