Beiträge von NoCut

    Kann ja sein, dass so ein Fall noch kommt, so sehr ich das nicht wünsche. Ich fürchte aber, es ist nur eine Frage der Zeit.

    Statistisch gesehen kann dieser Fall sogar bereits mehrfach eingetreten sein, ohne dass davon etwas an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Damit ein solcher Fall öffentlich wird und endlich ein Verfahren beim BVG eingeleitet werden kann, muss es unter den Beteiligten jedoch zum Streit kommen. Wenn sich alle einig sind, wird auch bei solchen traurigen Fällen der Teppich hochgehoben, alles darunter gekehrt und keiner spricht mehr davon.

    susanna
    Wir zeigen heute mit dem Zeigefinger auf diejenigen, welche im letzten Jahrhundert den Holocaust verübt haben. Damals waren die Menschen ideologisch verblendet. Bei den Beschneidungen ist es aber genau das selbe. Ohne eine Ideologie würde doch niemals ein Mensch seinem eigenen Kind so etwas antun oder es gar in Kauf nehmen, dass es an diesem grausamen Ritual sogar zu Tode kommen könnte. Die Ideologie ist aber wie eine Droge, welche hier die Sinne vernebelt. Selbst ein Aufklärungsfragebogen würde daher nicht wirklich zu den Eltern im vollen Umfang durchdringen können (ähnlich wie Hinweise auf Zigarettenpackungen).

    @ Nocut
    Die Verschleierung bringt nicht nur Nachteile für die sexuelle Attraktivität. Sie sorgt auch dafür, dass das Auge nicht so sehr abstumpft. So war ja auch bei uns zu manchen Zeiten des vorigen Jahrhunderts eine nackte Wade bereits etwas ganz Aufregendes...

    Der These, dass das Auge abstumpfen könnte, möchte ich mal widersprechen. Der Mensch ist das einzige Tier, dass Kleider trägt. Sicherlich mussten wir unser Fell abstreifen, weil unser Gehirn zuviel Abwärme produziert, die mit Fell nicht mehr abgeleitet werden könnte. Dadurch kam es beim Menschen zum Schamgefühl, welches wohl auch aus meiner Sicht tatsächlich abstumpfen könnte. Dieses Schamgefühl wird jedoch beim Sex quasi komplett ausgeknipst.

    Das Thema "sexuelle Attraktivität" ist meiner Meinung nach ein Minenfeld. Einerseits werden hier Signale in Bezug auf ein mögliches / theoretische Paarungsverhalten ausgesendet, die dann entweder sexistisch ausgenutzt werden oder vom Gegenüber charmant und romantisch erwidert werden können, je nachdem wie interessant das Gegenüber auf einen selber wirkt. Faktisch sind wir so verkopft, dass hier unmögliche Paarungspartner (z.B. Rainer B.) etwas missverstehen und die passenden Partner auch mal von der "Auswahl" überfordert sein können (z.B. Der Bachelor).

    Die Verschleierung hat aber wie die Beschneidung ihren Ursprung in den Zeiten, als Menschen noch nicht sesshaft waren. Da hier Feinde häufig die Frauen, welche das Eigentum der Männer waren, erobert haben, mussten diese sich verschleiern. Im Prinzip ist die Verschleierung ein "Diebstahlschutz" für das "Eigentum Frau". Ich persönlich stehe der Verschleierung fast gleichgültig gegenüber, sofern Frauen nicht dazu gezwungen werden.

    Werden aber Frauen zur Verschleierung gezwungen, so ist dies eine Diktatur des Mannes, was in einer Demokratie mit allen Mitteln verhindert werden muss. Schließlich hieß es nicht umsonst in Zeiten, bevor sich unsere Gesellschaft wieder in die aktuelle Prüderie gestürzt hatte, einmal : "Das Private ist politisch".

    Mal wieder ein englischer Text und dieser lässt sich nicht mit meinem Standard-Trick übersetzen (geht aber mit Copy-Paste und Google-Online-Übersetzer). Hier daher mal ein Ausschnitt:

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    Abstrakt

    Ziel

    Um das Auftreten von Meatusstenose nach Neugeborenen die Beschneidung zu bestimmen.

    Patienten und Methoden

    Männliche Kinder (5-10 Jahre alt), die beschnitten in der Neonatalperiode hatte und präsentierte auf unserer Kinderklinik aus anderen Gründen als Harnbeschwerden wurden untersucht und über Probleme beim Wasserlassen befragt.

    Ergebnisse

    Von den 132 Fällen hatten 27 (20,4%) schwere Meatusstenose (Durchmesser <5 F). Verdickung der Blase und bilaterale Hydronephrose (Nierenbeckenkelchsystem) wurden in drei Fällen (11,1%) gefunden, und ein Miktionszystourethrogramm wurde durchgeführt, um VUR (VUR) offenbaren. Ein Patient hatte Grade II VUR in seiner rechten Niere und Grad III in seiner linken Niere, der andere hatten Grad II VUR in seinen beiden Nieren.

    Abschluss

    Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Follow-up-Genital-Prüfung für alle männlichen Kinder, die beschnitten wurden während der Neugeborenen-Periode, um mögliche Meatusstenose erkennen.

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    Quelle: ESSM: October 2011 - Various Penile Disorders[0]=circumcision

    Genauso könnte sich so eine Tragödie jetzt auch in Deutschland abspielen. Weil man in bestimmten Kreisen nicht bereit ist, über seinen Horizont zu blicken. Deshalb ist es wichtig, dass diese Ereignisse auch bei uns möglichst vorher zur Kenntnis genommen werden.


    Auch wenn es mir selbst schwer fällt, so kann ich dennoch erahnen, warum Eltern ihre Kinder beschneiden lassen. Es sind fast ausschließlich ideologische Grund, was Menschen derart verblendet. Falls es bei diesem Jungen keine religiöse Beschneidung war, kann hier die Ideologie, "der Sohn muss wie der Vater aussehen" oder eben der Irrglaube, dass Masturbation unbedingt verhindert werden muss, der Grund für die Beschneidung gewesen sein. Das Problem ist aber, dass solche Eltern nicht über den Horizont blicken können, weil ihnen die jeweilige Ideologie den Blick versperrt.

    Die wirkliche Schuld für diesen Todesfall liegt daher meiner Meinung nach subjektiv betrachtet beim Gesetzgeber, welcher Kinder der Willkür von Ärzten oder den verblendeten Eltern Preis gibt. Hätte sich der Fall in Deutschland ereignet, hätte man die Justizministerin, die Kanzlerin sowie den Bundespräsidenten stellvertretend und in allen drei Fällen auch persönlich für einen solchen Todesfalls moralisch betrachtet verantwortlich machen können.

    Für die Eltern wird der Todesfall sicherlich schmerzlich sein, aber die Eltern werden wohl in den USA weniger von den breiten Bevölkerungsmassen für den Todesfalls verantwortlich gemacht werden als dies in Deutschland der Fall gewesen wäre. Der Großvater hat die Situation bereits gut erkannt. Wenn der Fall größere Aufmerksamkeit findet, würde sein verstorbener Enkel der Mittelpunkt einer Diskussion über das Unrecht der Beschneidungen im Allgemeinen werden können. Und dies hätte wohl immer den Beigeschmack, dass man dann auch seinen Sohn irgendwo für mitschuldig halten würde.

    @ Pöser Pürger

    Die Übersetzungen sind da wirklich grauenhaft. Aber wenigstens habe ich jetzt kapiert, was dort abgeht. Der Großvater will offenbar verhindern, dass die Beschneidung für den Tod seines Enkels ursächlich sein soll. Wenn der Junge aber vorher schon krank war, hätten der Beschneider und die Eltern die Beschneidung verschieben müssen. Das ist ja selbst nach jüdischem "Recht" so vorgesehen.

    Kann jemand diesen von Weguer gefundenen Text komplett ins Deutsche übersetzen?

    Bei fremdsprachigen Links kopiere ich immer die komplette Linkadresse in die Google Suchzeile und wähle bei Treffer "Diese Seite übersetzten". Natürlich sind diese automatischen Übersetzungen oft sehr fehlerhaft, aber man kann mit der Mouse auch die entsprechenden Sätze wieder anklicken und sieht dann den Originaltext.

    Hier mal den entsprechenden Link des Thread als Beispiel (incl. der Kommentare):
    Google Übersetzer

    NoCut: Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte.
    Nach allem was ich erfahren habe, soll eigentlich gar nicht ermittelt worden sein. Der Rabbiner sei nicht befragt oder vorgeladen worden. Es wurde also wohl jeglicher Anfangsverdacht einer Straftat ausgeschlossen. Ich muss zugeben, dass ich da im Moment auch nicht weiter weiß. :(

    @ Benni

    Du hattest doch aber schon mal Kontakt mit dem Arzt, der die Anzeige erstattet hat. Dieser hätte das Recht nachzufragen, warum das Verfahren nicht durchgeführt wurde bzw. niedergeschlagen wurde. Ich bekomme hier aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft.

    Der Punkt wäre halt, dass man die Staatsanwalt anschubst zuprüfen, ob eine umfassende Aufklärung mit entsprechender Dokumentation stattgefunden hat und wie die Schmerzbehandlung erfolgt ist bzw. ob diese ausreichend war.

    Das am Anfang der Diskussion stehende Problem des beschnittenen Users, dass er kein Gefühl habe, wenn er beim Sex ein Kondom benutzt, teile ich leider. Ich vermute darin auch eine Folge meiner Vorhautentfernung.

    Kondome verringern auch bei Unbeschnittenen das Gefühl. Es gibt aber zwischenzeitlich auch Kondome, die an der Spitze wesentlich dünner sind. Darüber hinaus muss die Größe auch exakt passen (nachmessen!!!). Da ich nicht beschnitten bin, weiß ich allerdings nicht, ob Dir dieser Unterschied bei den Kondomen einen ausreichenden Vorteil verschafft.

    Und wenn ich dann noch Aussagen von "Experten" lese, die behaupten, dass eine Beschneidung keine Auswirkung auf die Sexualität hätte, sollte man denen am besten (nochmals) einen Beschneider schicken, der etwas tiefer ansetzt :cursing:

    Zitat

    Zitat von werner

    Ich glaube, dass es umgekehrt ist: nicht die Gleichberechtigung im Bett ist der Schlüssel zur Demokratie, sondern die Demokratie ist der Schlüssel für die sexuelle Gleichberechtigung.

    Die Gleichberechtigung in sexuellen Dingen ist übrigens ein christlicher Grundsatz:

    "Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann.
    Desgleichen der Mann ist seines Leibes nicht mächtig, sondern das Weib.
    Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider
    Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Beten Muße habt; und
    kommt wiederum zusammen, auf daß euch der Satan nicht versuche um eurer
    Unkeuschheit willen."

    aus Paulus an die Korinther (1. Korinther 7, 4-5)


    Zitat

    Zitat von Benni

    Im Interesse der Menschen hoffe ich, dass Frau El Feki Recht behält. Nur wird es wahrscheinlich ewig dauern. Eine andere Frage ist dagegen für mich, wie sich die Politik in nicht-islamischen Gesellschaften verhalten soll: Sich zum Handlanger der sexuellen Unterdrückung in den Migrationskulturen machen und alles dem Elternrecht überlassen, wie beim Beschneidungsgesetz? Oder die sexuelle Selbstbestimmung und Befreiung nach Kräften fördern und aufklären?! (Rhetorische Frage)

    Ich glaube den 434 Abgeordneten (/der Politik) ging es bei der Abstimmung am 12.12.12 nicht um sexuelle oder religiöse Themen. Vielmehr stand hier die Außenpolitik ganz klar im Vordergrund. Die Kanzlerin hatte ja auch schon kurz nach der Veröffentlichung des Urteils befürchtet, dass sich Deutschland außenpolitisch lächerlich machen könnte und deshalb mit Nachdruck den Beschneidungsparagraphen auf den Weg bringen lassen.

    Nach dem Interview geht in der muslimischen Ehe die Post ab, man darf nur nicht öffentlich darüber reden, und muss Sexualität auf die Ehe begrenzen.

    Aus Gesprächen mit befreundeten Muslimen habe ich nicht so den Eindruck, dass sich hier hinter verschlossenen Türen tatsächlich mehr abspielt als in anderen deutschen Schlafzimmern. Sexualität ist ja auch in christlichen Kreisen ein Tabuthema, über welches man niemals öffentlich sprechen "sollte" und selbst Nacktheit in der Öffentlichkeit wird von vielen bereits als unangenehm empfunden.

    Bei sehr konservativen Muslimen, wo auch die Frauen verschleiert sind, stelle ich mir Sexualität noch schwieriger vor. Das Schwitzen unter dem Schleier führt ja gerade im Sommer zu einer unangenehmen Geruchsbildung. Auch sind wohl sportliche Aktivitäten mit Schleier schlechter möglich, so dass hier die Attraktivität wohl ebenfalls darunter leiden wird. Allerdings sind diese beiden Punkte wohl nicht nur bei verschleierten Muslimen ein Problem, so dass sich dieser Umstand wenigstens etwas relativiert.

    "Sex ist ein Schlüssel zur Demokratie.
    Religion schafft doch selten sexuelle Befreiung. Wie ist das im Islam?
    Juristische Vokabeln aus dem Strafrecht sind auch religiöse."

    "Sex ist ein Schlüssel zur Demokratie" - Nachrichten Print - DIE WELT - Kultur (Print DW) - DIE WELT

    Meine ketzerische Frage in diesem Kontext ist, wenn Sexualität ein Schlüssel zur Demokratie ist, wäre dann die Beschneidung (der Sexualität) ein Schlüssel in die (religiöse) Diktatur?

    - Unsere Finanzämter ziehen für die Kirchen die Kirchensteuer ein. Im Jahr 2011 waren das 4,38 Milliarden Euro für die evangelische und 4,92 Milliarden für die römisch-katholische Kirche.

    Diesen Umstand sollten wir in der Woche der Brüderlichkeit vielleicht besser nicht vertiefen. Schließlich haben wir diese Vorschrift einem Reichskanzler mit Migrationshintergrund zu verdanken.

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    Über das tolle Feedback bei evangelisch.de bin ich ebenfalls sehr positiv überrascht. Gemeinsam können wir eben doch schon etwas bewegen ;)

    Benni
    Hast Du dieses Post gelesen?
    Staatsanwaltschaft Hof: Beschneidung durch Rabbiner ist keine Straftat

    Inzwischen habe ich mich mit dem Gießener Arzt ausgetauscht, der den Mut hatte, seinem ärztlichen Gewissen zu folgen und den Mohel aus Hof anzuzeigen.


    @ Benni

    Habe heute von der Staatsanwaltschaft ein nichtssagendes Mail bekommen. Man habe alles gründlich geprüft und im übrigen könnte man wegen des Datenschutzes nicht mehr dazu sagen. Wenn ich das im Internet richtig gelesen habe, hätte z.B. nur der Kläger einen Anspruch auf nähere Informationen. Daher meine Bitte an Dich. Könntest Du nicht vielleicht nochmals mit dem Arzt Kontakt aufnehmen und ihn bitten, dass er hier in Bezug auf den Umfang der Ermittlungshandlungen Nachforschungen anstellt.

    "Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Männer, die nach einem Alter von 7 Jahren beschnitten wurden, häufiger unter vorzeitigem Samenerguss leiden als Frühbeschnittene. Die Autoren empfehlen den Familien eine Beschneidung ihrer Kinder möglichst in den ersten drei Lebensjahren."

    Was passiert aber, wenn statt dem vorzeitigen Samenerguss durch die Keratinisierung der Eichel nur noch ein so verspäteter Samenerguss möglich wird, dass es keinem der beiden Sexualpartner mehr Spaß macht. Selbst beim unbeschnittenen Mann lässt ja die Erregbarkeit im Laufe der Jahre schon nach.

    ich frage mich gerade, wann es so weit ist, daß Zirumzisionen für den Erhalt des Weltklimas gemacht werden... ich denke wir sind nicht mehr all zu weit davon entfernt... ;)

    Die Gründe für Beschneidungen sind schon kreativ. Da aber Beschneidungen ja eben immer an dem Körperteil durchgeführt werden, welches für die Sexualität verantwortlich ist, lässt sich der eigentliche Sinn nicht vertuschen. Beschneidungen sollen die Sexualität beschneiden, nicht mehr und nicht weniger.

    Meine "abenteuerliche" These scheint doch nicht so ganz aus der Luft gegriffen gewesen zu sein.

    "Gewalt erzeugt Gegengewalt ..." (aus Schunder-Song von den Ärzten)

    Und wie es sich mir jetzt aus den letzten Postings darstellt, ist es sogar denkbar, dass Beschneidungen auf zwei Arten zu mehr Gewalt führen. Einerseits wird durch die gegen die eigenen Kinder "befohlene" Gewalt die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft wohl herabgesetzt und andererseits entwickelt ja das Opfer Gegengewalt. Dass sich diese Gewalt wie bei Weguer gegen die Betroffenen selbst richtet, wird wohl eher die Ausnahme sein.

    Den erlittenen Schmerz und den Verlust durch die Beschneidung wird wohl daher in vielen Fällen dazu führen, dass Väter und Großväter auf die Beschneidung der Nachkommen bestehen. Bei den Großvätern kann hier vermutlich sogar der Druck noch größer sein, weil im Laufe des Lebens vermutlich auch die Keratinisierung zugenommen hat und auch der Abstand zum Kind im Gegensatz zum Vater etwas distanzierter sein wird.

    Allerdings wird die Beschneidung der Nachkommen alleine als Ventil nicht immer ausreichen. Somit ist die Beschneidung sicherlich kein Betrag für ein friedliches Miteinander, was man ja aber von einer Maßnahme, die mit dem Messer verübt wird, ja auch nicht erwarten kann.

    Aber auch symbolisch betrachtet, richtet sich ja die Beschneidung gegen die Religionen selbst. Religionen, die eine Beschneidung voraussetzen, haben es in aufgeklärten Teilen der Welt immer schwerer. Paulus hat hier als Missionar mit dem Verzicht auf die Beschneidung dem Christentum einen entscheidenden Vorteil verschafft. Je gebildeter die Menschheit wird, desto mehr wird die Zahl der Beschnittenen auch ohne Verbot zurückgehen. Eine Religion wird nicht durch die Abschaffung der Beschneidung unmöglich, sondern langfristig eher durch ihr Bestehen auf die Beschneidung selbst. So jedenfalls meine Meinung.

    Es waren die 80er, Informationen um das Thema waren rar, und Ärzte hatten eine nicht zu hinterfragende Autorität, der Druck auf eine Mutter das Richtige zu tun und ganz abgesehen davon eine fehldende Risikenaufklärung und eine verharmlosende Darstellung als Routineeingriff, nicht nennenswerter als eine Impfung und nur mit Vorteilen.

    Die 80er waren aber auch "innerlich" konservativer geprägt. Weißkittel bekamen damals tatsächlich noch keinen Gegenwind aus dem Internet.

    Falls Dein Vater oder Deine Großväter und Deine Onkels alle nicht beschnitten sind, weiß ich nicht so recht, warum man es nicht beim "Altbewährten" belassen hatte. So modern wie alle in der 80er taten, waren doch die meisten nicht wirklich.

    Wenn die Gesellschaften, in denen weibliche Beschneidung praktiziert wird, erst einmal über ein passendes Forschungsbudget verfügen, werden sich garantiert auch irgendwelche gesundheitlichen Vorteile finden lassen, als Frau keine Schamlippen mehr zu haben.


    Im Prinzip passen die gleichen Argumente wie bei Jungen, nämlich die Körperhygiene. Hinzu kommt, dass es im Islam vorgeschrieben ist, dass sich Frauen wie Männer ihre Schambehaarung mindestens alle 40 Tage entfernen müssen. Und um hier Verletzungen beim Rasieren vorzubeugen, lassen sich ja auch Frauen ohne religiösen Hintergrund teilweise operieren.


    Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Männer, die nach einem Alter von 7 Jahren beschnitten wurden, häufiger unter vorzeitigem Samenerguss leiden als Frühbeschnittene. Die Autoren empfehlen den Familien eine Beschneidung ihrer Kinder möglichst in den ersten drei Lebensjahren.


    Wenn es jetzt noch eine Studie gäbe, die untersucht, wie häufig eine Beschneidung dazu führt, dass der Mann erst einen Samenerguss bekommt, wenn die Frau schon wund geworden ist, könnten wir bereits von "Aufklärung" sprechen.

    Das willkürliche Ermessen der Eltern kann sicherlich eine Rolle spielen, jedoch gehe ich davon aus, daß die meisten Mütter nicht derart gepolt sind und ihre Jungen lieben, vorallem wenn es noch junge/frische Mütter sind.

    Die Willkür will ich bei jungen / frischen Müttern garantiert nicht unterstellen. Bei Müttern von pubertierenden Jungen wäre ich mir hier schon weniger sicher.

    Warum Du wirklich beschnitten wurdest, ist heute nur noch Spekulation. Ob die Ärzte recht hatten oder ob die Ärzte nur Profit machen wollten, wäre eine Möglichkeit. Wenn Du aber keine Beschwerden hattest, stellt sich mir auch die Frage, warum Deine Mutter / Deine Eltern diesem Eingriff so "unkritisch" zugestimmt hatten. Schließlich ging es ja nicht um die Extraktion eines Milchzahns.