Die Beschneidung am 8 Tag ist ja schon in sich sexistisch, ohne dass Anna Adam mehr dazu hätte ausführen müssen. Es hat nichts mit Menschlichkeit zu tun, warum man erst am 8. Tag beschneidet, sondern der Säugling gilt durch den Kontakt mit dem Blut der Mutter bei der Geburt für 7 Tage als unrein, weswegen die Beschneidung "erst" am 8. Tag stattfinden kann.
[Einschub: Parteien, die gegen die Verfassung verstoßen, werden teilweise überwacht oder verboten. Glaubensgemeinschaften, die gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Religionsfreiheit oder gar das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung missachten, werden dagegen in neuerer Zeit von unserer Regierung in Schutz genommen. Wir leben halt in einem Land, wo die Kanzlerin eine Pfarrerstochter ist und der Präsident früher als Pfarrer tätig war. ]
Der Aufsatz von Frau Anna Adam müsste vermutlich die Herzen von Psychologen höher schlagen lassen. Aus meiner laienhaften Sicht liefert Frau Anna Adam richtig viel Stoff:
"Im Talmudtraktat Kidduschin gehört es zur Pflicht eines Vaters seinen Sohn zu beschneiden." * = Penisneid?
"Aus Jeremiah 9:24 erfahren wir, dass alle Völker, die in der Wüste lebten, auf dieses kleine Stückchen Haut verzichteten. Wenn man von antiken Reinheitsstandards ausgeht macht das durchaus Sinn." * = Ekel vorm männlichen Glied, der sich von der Antike in die heutige Zeit überliefert hat?
"Also warum diskutieren wir hier um drei Millimeter Haut eines acht Tage alten Knaben?" * = Haben Kinder noch keine Rechte?
"Im Hochmittelalter warf man Juden vor sie würden christliche Kinder töten um das Blut zur Herstellung ihrer Matza zu gebrauchen." * = Was früher mit den Vorhäuten passierte, weiß man nicht. Dass auch heute noch Kinder sterben und die Vorhäute kommerziell verwertet werden, weiß man dagegen sehr wohl. Richtig ist aber, dass vorwiegend jüdische oder moslemische Kinder zwangsbeschnitten werden und keine christlichen.
"Und wer fragt nach dem Gebärmutterhalskrebs der Frauen? Die HPV-Viren werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, meist beim Geschlechtsverkehr übertragen." * = Prüde Sexualvorstellungen, weil HPV-Viren ja auch beim Oralsex übertragen werden können (Erläuterung für Frau Adam: Auch ein Mann kann (s)eine Frau oral stimulieren).
"Die Milah zähmt die sexuelle Lust des Mannes." * = Wäre da nicht die pharaonische Beschneidung das Gegenstück zu dieser perversen Sexualmoral?
Fazit: Aus meiner Sicht gehören solche Aufsätze eher in den Patientenakten entsprechender Fachärzte gesammelt, statt dass man diese im Internet veröffentlicht.
(* jeweils Zitate von Frau Anna Adams Aufsatz.)