Die Protestanten haben es viel schwerer, die müssen ganz viel auswendig lernen für all die Geschenke! 
Im Protestantismus gibt es übrigens auch die Beschneidung. Allerdings geht es hier um die Beschneidung der Herzen. Wenn hier ein verheirateter Mann auf der Straße einer attraktiven Frau nachschaut, hat er hier bereits gegen diese Form der "Gedankenbeschneidung" gesündigt bzw. in Gedanken bereits Ehebruch begangen.
Ich möchte jetzt aber nicht behaupten, dass man von der Form einer Beschneidung Rückschlüsse auf die Intelligenz oder den Bildungsstand der Gläubigen ziehen könnte. Vielmehr muss man das ganze wohl historisch sehen. Die Grundform war die heidnische physische Beschneidung, die später durch die geistige Beschneidung abgelöst wurde. Und einige Jahrhunderte später gab es wieder eine Renaissance zu der ursprünglichen Form der schmerzhaften und physischen Beschneidung.
Sieht man das ganze vor diesem historischen und auch vor dem gesellschaftlichen Hintergrund, überrascht es wenig, dass das Christentum sich zur größten Weltreligion entwickeln könnte. Der Islam ist zwar jünger als das Christentum, aber durch seine rückwärtsgewandte Orientierung konnte er sich bisher in gesellschaftlich fortschrittlicheren Staaten schlechter entwickeln. Das Schweinefleischverbot, wie es auch im Judentum gilt, dürfte hier weniger das Problem sein als der Abscheu vor der Beschneidung oder der Schächtung von Tieren.
Die Gleichberechtigung von Mann und Frau dürfte selbst bei Christen in Bezug auf die beiden arabischen Religionen nur bei rund der Hälfte der Gläubigen auf eine Abwehrhaltung stoßen bzw. würden sich vermutlich viele männliche Christen hier eher insgeheim ähnliche Dogmen wünschen. Betrachtet man die Einkommen von Männer und Frauen in westlichen Ländern, sieht man sehr deutlich, dass die scheinheilig gepredigte Gleichberechtigung nicht zu sehr vom Weltbild der arabischen Ländern entfernt ist.
Wenn man mal objektiv darüber nachdenkt, so ist das Thema Beschneidung in Europa lediglich ein Randthema. Europa sich vom finsteren Mittelalter mit Leibstrafen und anderen gesellschaftlich verwerflichen Grundkonstrukten befreit. Daher passen in dieses Europa auch keine alten überlieferten Rituale, bei denen kleinen Kindern mit großen Schmerzen lebenslange Verletzungen zugefügt werden. Wenn sich Europa nicht wieder gesellschaftlich zurückentwickelt und auch die arabischen Religionen sich nicht gesellschaftlich fortentwickeln, werden sogar die arabischen Weltreligionen insgesamt zum Randthema degradiert werden.
Sicherlich haben viele aktuell immer wieder den Eindruck, dass es mehr Moslems gäbe als früher. Nach meiner Einschätzung liegt dies aber eher daran, dass hier bereits unbemerkt eine Öffnung stattfindet. Wenn früher eher die Öffentlichkeit gemieden wurde, so sieht man heute viel mehr Frauen, die sich "trotz" Burka selbstbewusst im öffentlichen Bereich bewegen.
Die Zahl der Beschneidungen wird daher wohl langfristig immer stärker zurückgehen. Was aber nicht weniger ist, bleibt der Schmerz, den die jeweiligen Jungen erleiden, deren Eltern oder Großeltern auf dieses veraltete Ritual bestehen.