Beiträge von NoCut

    Wären da nicht "die Ängste", "die Sorgen", "die Nervosität" und "die Anspannung". Warum bloss, wenn alles doch so idyllisch ist?


    Das geht sogar noch weiter:

    „Beim gemeinsamen Mahl fällt die Anspannung endgültig ab, die Familie ist glücklich wegen der überstandenen Brit Mila.“

    Wenn alles so schön und toll ist, warum ist man dann erst glücklich, wenn es überstanden ist. Der Vorhautamputierer Michael Rosenkranz ist sich wohl doch dessen bewusst, was er dem armen Säugling und seinen Eltern antut.

    Was ich mich hier frage ist, ob dieser Vorhautamputierer den Eid des Hippokrates geleistet hat. Vermutlich nicht, denn sonst dürfte er ja nicht die Genitalien von wehrlosen Kindern unwiderruflich schädigen:

    "Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach
    meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie
    zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden." (Eid des Hippokrates)

    >> Auf die Tragödie folgt die Farce ... <<

    So wie man im antiken Theater das Publikum nach einer Tragödie mit der Farce aufmunterte, läuft es eben auch hier. Und wenn´s mit der Wundheilung Probleme gibt, gilt dann: "Lachen ist die beste Medizin".

    OK., war jetzt bitter böser Sarkasmus, aber wenn ein Clown (!!!) sich für Beschneidungsfeiern anbiedert, fällt mir eben nichts anderes dazu ein.

    Ist das daselbe??(

    Ja und Nein. Nicht alle Menschen im KZ wurden ermordet und nicht jedes Kind überlebt die Zwangsbeschneidung. In Relation sprechen wir aber tatsächlich von völlig verschiedenen Dingen (auch vom beabsichtigten Ziel her). Gemeinsam haben beide Punkte, dass dieses Unrecht in beiden Fällen mehrheitlich geduldet wird /wurde.

    damaged
    OK., ich habe hier wohl zu viel bei "Herdentier" und "Holocaust" reininterpretiert.

    Natürlich haben nicht "wir" uns persönlich damals schuldig gemacht, sondern wenn überhaupt meist unsere Vorfahren. Und wenn man dort mal genauer hinschaut, werden sich hier wie bei mir in jeder Familie solche finden, die mitgemacht haben, die Widerstand geleistet haben und solche, bei denen heute ein Gedenkstein an das Unrecht erinnert, dass ihnen damals angetan wurde.

    Ich gebe Dir Recht, dass ich mich persönlich nicht genug für Dinge einsetze, die außerhalb unserer Landesgrenzen zu Unrecht führen. Auf der anderen Seite setze ich mich aber auch nicht dafür ein, dass Zwangsbeschneidungen in der Türkei oder in Israel verboten werden sollen.

    Irgendwo müssen wir doch auch Prioritäten setzen und wenn wir bei uns die Menschenrechte mehr achten, hat dies doch auch für andere Länder eine Signalwirkung bzw. können wir (z.B. Europa) eine Vorbildrolle einnehmen. Dass nun gerade bei uns ein Moderator gebasht wird und hierfür mehr Interesse als für die Menschenrechte wahrnehmbar scheint, sendet daher eigentlich genau das umgekehrte Signal aus, dass wir bräuchten.

    Gegen Lanz zu sein ist einfach, gegen Beschneidung zu sein nicht, denn "Beschneidung? Da war doch was mit den Juden und dem Holocaust und es ist doch sowieso hygienischer und eh nur Haut und besser für die Frau, weil er länger kann und blablabla" So ist die Realität. Die Menschen muss man anders auf die Reise mitnehmen, weil, siehe oben, sie Herdentiere sind. Und bequem.


    Ich wusste nicht, dass soviele Leute Lanz nicht mögen, aber davon bin ich nicht "betroffen", weil mir das ganze noch nicht einmal egal ist ;)

    Ich finde es gut, dass Du das Thema Holocaust und Wegschauen angeschnitten hast. Damals haben wir uns schuldig gemacht, weil wir weggesehen haben. Heute machen wir uns schuldig, weil wir wieder wegsehen, wenn in Deutschland Gentialverstümmelungen durchgeführt werden.

    Umgekehrt haben wir damals mit dem Finger auf Menschen gezeigt, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Heute zeigen wir mit dem Finger auf Lanz (Hoeneß, Tebartz-van Elst, Wulf, Guttenberg, etc.) und schämen uns nicht, dass wir ihnen hier vielleicht auch teilweise (in Unkenntnis) Unrecht antun könnten.

    Mit wir sind natürlich nicht wir gemeint, sondern selbstverständlich immer nur die anderen ;)

    Ja, ja der soll. Das hätten manche gerne. ^^

    Wenn man mal objektiv darüber nachdenkt, wird einem gerade hier, wo es niemand mit Religion verquiken kann richtig bewusst, wie pervers es ist, wenn andere sich wünschen oder fordern, dass ein Kinder oder ein Mann beschnitten werden soll. Wie pervers ist es doch eigentlich, sich in derart intime Dinge von anderen Menschen bzw. sogar bei den eigenen Kindern einzumischen.

    Mal ein Erklärungsversuch, warum Frau Müller so erfolgreich ist. Die Petition läuft ja mit dem Titel:

    "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!"

    Der Trick ist einfach. Frau Müller zieht die Petition damit auf, dass sie auf das Portemonnaie der Bürger anspielt.

    Vielleicht hätte man bei der Petition gegen die Zwangsbeschneidungen den Bürgern auch bewusst machen müssen, dass sie Beschneidungen mit Scheindiagnosen über ihre Krankenkassenbeiträge mitfinanzieren.

    Beschneidung, Europa und Minderheiten hört sich toll an, geht aber am eigentlichen Thema vorbei. Wenn wir von Europa reden, verstehe ich darunter aufgeklärte Menschen, denen nie in den Sinn kommen würde ihre Kinder zu verstümmeln.

    Dass es in Europa zu Zwangsbeschneidungen kommt, hat seinen Ursprung darin, dass aus anderen Teilen der Welt Menschen nach Europa eingewandert sind. Diese Menschen, die zwischenzeitlich ein fester Bestandteil Europas darstellen, mögen eine Minderheit sein oder nicht. Wir haben nicht das Recht, diese Menschen zu ächten oder zu diskriminieren, weil sie zweifelsfrei Teil unserer Gemeinschaft sind.

    Umgekehrt können aber diese auch nicht von der Gemeinschaft erwarten, dass nur für sie andere Gesetze gelten als für alle übrigen Europäer.

    Trennen wir doch mal die Spreu vom Weizen.

    Im Mittelalter und davor stand die "reine Seele" im Mittelpunkt. Einige geißelten sich, andere opferten ihr Leben für ihre religiösen Überzeugungen oder es wurde sogar Geld bezahlt, damit die Seele in den Himmel springen kann.

    Dann kam aber die Aufklärung, die neben der Seele auch den Körper als schützenswertes Subjekt proklamierte. Die Aufklärung begann im 18. Jahrhundert und ist aber beileibe noch lange nicht abgeschlossen. Noch immer werden selbst in den USA Menschen hingerichtet, es gibt besonders im arabischen Raum Selbstmordattentäter und in Deutschland dürfen Kinder an ihren Genitalien verstümmelt werden.

    Die gesellschaftliche Entwicklung ist weiter als unser aktuelles Wertesystem. Regierungen schützen jedoch gewöhnlich nur das alte Wertesystem, welches sich sukzessive an den gesellschaftlichen Konsens anpassen muss. Z.B. war im letzten Jahrhundert selbst in Deutschland Homosexualität noch lange Zeit strafbar gewesen. Letztes Jahr blockierte die CDU/FDP ein Gesetz, weil es die steuerliche Gleichstellung von Homosexuellen gefordert hatte. Erst das BVG sorgte hier für ein Umdenken.

    Ein Hauptgarant für Wertesysteme sind aber oft die Religionsgemeinschaften. Ohne Wertesysteme hat es selbst ein Staat schwer eine Linie zu finden, die ein friedliches Miteinander ermöglicht. Unser Problem ist nun aber, dass sich die Religionsgemeinschaften durch ihre konservative Haltungen immer mehr von der Gesellschaft entfremdet haben. Regierungen, die sich nun an solchen Wertesystemen orientieren, verursachen daher immer häufiger groteske Situationen. Daher dürfen Eltern zwar ihr Kind nicht selbst unterrichten, aber für die Religionserziehung darf man den Kinder nach Belieben und mit unzureichender Schmerzbetäubung ein Stück ihres Genitals abschneiden.

    [Ironie on] Es lebe der Geist und gelobt sei was hart macht... [Ironie off]

    Es gibt in der Türkei durchaus, wenn auch nur wenige, kritische Kommentare zur Beschneidung.


    Ich habe mal im Bekanntenkreis gehört, dass die Beschneidung in westlich orientierten Akademikerkreisen kein Thema sein soll bzw. tendenziell eher die "einfacheren Leute" bis hin zur Mittelschicht im blinden Gehorsam gegenüber der Sunna (der Koran schreibt ja keine Beschneidung vor) ihre Kinder beschneiden lassen. Ist an diesem "Gerücht" tatsächlich was dran?

    Ich laufe keinen Halbmarathon und ich bin ein Mensch, der nicht bereit ist, seine Emotionen zu verstecken. Hätte ich keine Emotionen, wäre es mir ja auch egal, wenn hier kleine Kinder gequält werden. Habe mich dennoch bemüht meine Wut soweit möglich sachlich zu formulieren.


    Habe jetzt eine Antwort vom KiKa erhalten.

    Der beste Satz neben zahlreichen Worthülsen war folgender:

    "Wir respektieren Ihre Haltung und haben Ihre Ausführungen zur Auswertung an
    unsere Programmverantwortlichen weitergegeben."

    Allerdings taucht hier für mich eine Frage auf. Wenn es einen Programmverantwortlichen gibt, warum wurde die Sendung dann überhaupt ausgestrahlt oder war dieser wegen Urlaub oder Krankheit abwesend. Hier wird einem kleinen Jungen grundlos die Vorhaut amputiert und damit er nicht unentwegt schreit, wir er mit kleinen Geschenken manipuliert.

    Im Abendprogramm für Erwachsene kann man vielleicht so einen Unfug noch senden, weil man hier auch zumindest ansatzweise die geistige Reife unterstellen kann, dass der betreffende Zuschauer erkennt, dass hier ein kleiner Junge gequält wird, während seine Verwandten fröhlich feiern. In einer Sendung für Kinder ist dies jedoch eine völlig andere Situation.

    Die Heiden haben eigentlich gar nicht Beschnitten oder? Waren doch eher die abrahamiten..

    Nur weil die Beschneidung erstmals in der Bibel schriftlich festgehalten wurde, bedeutet dies nicht, dass dies auch eine Erfindung der abrahamistischen Religionen ist. Selbst der Monotheismus wird vermutlich nur von anderen Kulturen übernommen worden sein. Die Beschneidung von Jungen hat damit einen genauso heidnischen Ursprung wie die Beschneidung von Mädchen.

    Im übrigen war es Paulus, der die Beschneidung im Christentum faktisch abgeschafft hatte und vermutlich taucht auch deshalb nichts von der Beschneidung im Koran auf. Im Gegensatz zum Judentum ist die Beschneidung im Islam ja "nur" in der Sunna genannt und damit "Tradition", aber keine verbindliche religiöse Pflicht.

    Neben diesen Religionsgemeinschaften wird ja aber z.B. die Beschneidung in den USA fast ausschließlich aus "Aberglaube" durchgeführt. Man glaubt an mehr Hygiene und an bizarre Sexualvorstellungen (Verbot der Masturbation, etc.), die man mit der Beschneidung durchsetzen möchte. Beschneidung hat heidnische Wurzel und ihre Beibehaltung ist nicht minder fragwürdig.

    Der UN-Menschenrechtsrat in Genf ist Teil der Aufklärung, die im 18. Jahrhundert ihren Ursprung hatte. Seit damals wurde nicht nur die Hexenverbrennung und andere Jahrtausende alte Traditionen abgeschafft. Natürlich ist es nicht Aufgabe der Aufklärung Religionen vorzuschreiben, wie sie sich verändern müssen. Genauso wenig kann man Eltern vorschreiben, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln wollen. Es ist aber legitim, wenn man Menschen daran hindert anderen egal mit welchem Vorwand Gewalt anzutun oder diese zu quälen.

    Jungen wie Tahsin werden sich nicht nach Genf wenden, wenn sie ungeduldig auf den Tag ihrer Beschneidung warten, weil sie ihnen die Erwachsenen schmackhaft gemacht haben. Und Säuglinge erst recht nicht. Welchen Stellenwert könnte also die Beschwerdemöglichkeit im Kampf gegen frühkindliche Beschneidung haben?


    Jungen wie Tahsin, die "ungeduldig" auf ihre Beschneidung warten, werden danach auch "ungeduldig" darauf waren, dass der Wundschmerz wieder erträglicher wird. Außerdem werden sowohl Säuglinge wie auch ältere Jungen irgendwann feststellen, dass die Beschneidung für die Eltern eine "tolle Party" war, die ihnen selbst aber nur einen Teil ihrer Sexualität gekostet hat. Sicherlich ist es in solchen Fällen dann zwar zu spät, um die Kinder vor ihrem Schicksal zu bewahren, aber es ist wohl nicht zu spät, um die Verantwortlichen wegen Menschenrechtsverletzungen öffentlich anzuklagen.

    Heute diskutieren wir darüber, dass Zwangsbeschneidungen unabhängig vom Geschlecht unter Strafe gestellt werden müssen. Es wird aber auch der Tag kommen, wo viele Befürworter sich nicht mehr dran erinnern wollen, dass sie es waren, die einen Standpunkt vertreten haben, mit dem sie sich selbst mitschuldig gemacht haben. Je mehr globale Institutionen die Zwangsbeschneidung als Menschenrechtsverletzung verdammen, desto schneller endet dieses grausame Ritual aus heidnischer Urzeit.

    Da kann ich das auch gleich zum KIKA schicken. Du hast zwar wahrscheinlich Recht, das es nichts bringt, allerdings sehen sie dann wenigstens, das die Leute nicht nur schlucken und ich bin wenigstens einen Teil Frust los.


    Solange das "Unrecht" sogar regiert (siehe 12.12.12 -> § 1631d BGB) wird man nicht verhindern können, dass Kinder verstümmelt werden und Opportunisten alle für dumm verkaufen. So jedenfalls meine persönliche Einschätzung.

    Gegen die Aufklärung in Bezug auf sexuelle Unterschiede formiert sich Widerstand in Form einer Petition, aber der KiKa sendet dann fröhlich Beiträge darüber, wie aus kleinen Jungen richtige Männer (ohne Vorhäute incl. entsprechender sexueller Einschränkungen) werden. Mein Kalender sagt was von 2014 und irgendwo gibt es da Leute, die eher in die 50´er Jahre passen als ins aktuelle Jahrtausend.

    Bin hier auf eine Petition gestoßen, die mit Beschneidung vordergründig überhaupt nichts zu tun hat. Es geht darum, ob Kinder in der Schule lernen dürfen, dass nicht alle Menschen die gleichen sexuellen Neigungen haben.

    Warum hat dies aus meiner Sicht nur "vordergründig" nichts mit Beschneidung zu tun. Bei der Beschneidungsdebatte geht es um eine erzkonservative Tradition, die eigentlich spätestens seit der sexuellen Revolution nicht mehr in eine aufgeklärte Gesellschaft passt. Sexuelle Selbstbestimmung und Recht auf sexuelle Unversehrtheit sind daher aus meiner Sicht zwei Vokabeln mit dem selben Überbegriff.

    Bei dieser Petition geht es somit wie bei der Beschneidungsdebatte um die Grundrechte, welche jedem Menschen uneingeschränkt zugestanden werden müssen. So wie es nicht richtig wäre, wenn ein Unbeschnittener in seiner Glaubensgemeinschaft geächtet würde, so ist es falsch, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen innerhalb der Gesellschaft nicht bedingungslos toleriert würden.

    Daher hier der Link zur Petition:

    https://www.openpetition.de/petition/stati…des-regenbogens

    (Wenn das Thema komplett OT für dieses Forum sein sollte, so bitte ich diesen Beitrag zu löschen.)

    Aus dem Geruch der Kindesmisshandlung käme die rituelle Säuglingsbeschneidung vielleicht heraus, wenn sie schmerzfrei erfolgt. Aber nicht aus dem Tatbestand der ungerechtfertigten Körperverletzung. Mir ist wichtig, dieses gleichzeitig zu betonen, damit niemand daraus ableitet, es ist alles nicht so schlimm, wenn es nur schmerzfrei zugeht.... "das bisschen Haut und es tut gar nicht weh".

    Die Frage nach der Schmerzbehandlung könnte auch meiner Sicht höchstens dazu führen, dass man nicht von brutaler Kindesmisshandlung, sondern nur noch von Kindesmisshandlung spricht. Eine Misshandlung ist jede Tat an einem Menschen oder Tier, die dessen körperliche Unversehrtheit oder dessen Wohlbefinden mehr als unerheblich beeinträchtigt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Misshandlung

    Im übrigen spielt es daher ja auch keine Rolle, ob eine Zwangsbeschneidung aus rituellen oder anderen nicht medizinischen Gründen vollzogen wird wie z.B. in den USA. Zwangsbeschneidungen sind und bleiben aus meiner sich verachtenswert, weil sie dem Betroffenen den Respekt und das nötige Mitgefühl verwehren.