Du, das mag man mögen oder nicht, das mag man doof finden oder nicht, aber Deutschland kannst da echt nicht mit vergleichen. Das IST ein Sonderfall.
Sagt wer? Nichts IST so, dass man sagen kann, so IST es und auch dies muss nicht so sein.
Du hast Dir wie viele in unserer Gesellschaft Denkverbote auferlegt. Veränderungen werden aber am schnellsten erreicht, wenn man sich dieser Denkverbote bewusst wird und diese auch konsequent bekämpft. Denkverbote sind Glaubenssätze oder Dogmen. Manche haben wir uns selbst ausgedacht und andere wurden uns bewusst oder unbewusst aufgedrängt. Alle haben gemeinsam, dass wir in ihnen gefangen sind, aber uns auch davon befreien können.
Doch leider ist es um die Empathie mit Säuglingen schlecht bestellt. Die gesellschaftliche Meinung über die Schmerzempfindlichkeit von Säuglingen ist leider immer noch sehr überholungsbedürftig.
Wegen dem Aberglauben, dass Säuglinge weniger Schmerzempfinden hätten, vermute ich eher, dass dies eine Art Selbstschutz beim Thema Beschneidung für viele ist. Würden sich mehr Menschen eingestehen, dass Säuglinge sogar noch mehr durch diesen Schmerz gequält werden, müssten sie umgekehrt vermutlich kollektiv für ein Verbot der Zwangsbeschneidungen eintreten.
Würde aber die Gesellschaft ihren Mut zusammennehmen und für die Abschaffung von Zwangsbeschneidungen demonstrieren oder ähnliches, käme im gleichem Moment ein ungutes Gefühl bzw. ein schlechtes Gewissen bei vielen hoch, weil wir eine Verantwortung anerzogen bekommen haben, die uns hier in unserem freien Handeln lähmt. Die "anerzogene Verantwortung" ist im Grunde nicht schlecht, aber genau beim Thema Zwangsbeschneidung führt sie dazu, dass wehrlosen Kinder vermeidbares Leid zugefügt wird. Gut gemeint ist halt nicht das gleiche wie gut gemacht. Also auch hier greift "nur" ein Denkverbot, gegen dass wir ankämpfen müssen.
Aber die gesamte Aufklärung musste sich ja mit Denkverboten und Aberglauben auseinandersetzen und hat letztendlich doch dazu geführt, dass die Welt ein Stück humaner wurde.