Beiträge von NoCut

    Du, das mag man mögen oder nicht, das mag man doof finden oder nicht, aber Deutschland kannst da echt nicht mit vergleichen. Das IST ein Sonderfall.


    Sagt wer? Nichts IST so, dass man sagen kann, so IST es und auch dies muss nicht so sein.

    Du hast Dir wie viele in unserer Gesellschaft Denkverbote auferlegt. Veränderungen werden aber am schnellsten erreicht, wenn man sich dieser Denkverbote bewusst wird und diese auch konsequent bekämpft. Denkverbote sind Glaubenssätze oder Dogmen. Manche haben wir uns selbst ausgedacht und andere wurden uns bewusst oder unbewusst aufgedrängt. Alle haben gemeinsam, dass wir in ihnen gefangen sind, aber uns auch davon befreien können.


    Doch leider ist es um die Empathie mit Säuglingen schlecht bestellt. Die gesellschaftliche Meinung über die Schmerzempfindlichkeit von Säuglingen ist leider immer noch sehr überholungsbedürftig.


    Wegen dem Aberglauben, dass Säuglinge weniger Schmerzempfinden hätten, vermute ich eher, dass dies eine Art Selbstschutz beim Thema Beschneidung für viele ist. Würden sich mehr Menschen eingestehen, dass Säuglinge sogar noch mehr durch diesen Schmerz gequält werden, müssten sie umgekehrt vermutlich kollektiv für ein Verbot der Zwangsbeschneidungen eintreten.

    Würde aber die Gesellschaft ihren Mut zusammennehmen und für die Abschaffung von Zwangsbeschneidungen demonstrieren oder ähnliches, käme im gleichem Moment ein ungutes Gefühl bzw. ein schlechtes Gewissen bei vielen hoch, weil wir eine Verantwortung anerzogen bekommen haben, die uns hier in unserem freien Handeln lähmt. Die "anerzogene Verantwortung" ist im Grunde nicht schlecht, aber genau beim Thema Zwangsbeschneidung führt sie dazu, dass wehrlosen Kinder vermeidbares Leid zugefügt wird. Gut gemeint ist halt nicht das gleiche wie gut gemacht. Also auch hier greift "nur" ein Denkverbot, gegen dass wir ankämpfen müssen.

    Aber die gesamte Aufklärung musste sich ja mit Denkverboten und Aberglauben auseinandersetzen und hat letztendlich doch dazu geführt, dass die Welt ein Stück humaner wurde.

    Meine Theorie: Stellt die Staaten da auf vernünftige Füße und verschafft den Leuten Bildung, dann erledigt sich auch das Problem.


    Deutschland würde ich finanziell als wohlhabend bezeichnen und selbst wenn wir bei der Pisa-Studie nicht den ersten Platz belegen, sind wir ja nicht ganz ungebildet. Dennoch wurde ausgerechnet in Deutschland meines Wissens erstmals ein Gesetz erlassen, dass die Körperverletzung aufgrund einer Zwangsbeschneidung ausdrücklich straffrei stellt.

    Dass es sich bei der Petition ausgerechnet um ein Lehrkrankenhaus handelt, zeigt aus meiner Sicht, dass Bildung und Menschenrechte leider nicht immer Hand in Hand gehen.

    Habe hier einen älteren Artikel gefunden und hoffe, dass diesen bisher noch keiner vor mir gepostet hatte:

    http://www.focus.de/wissen/mensch/…aid_306940.html

    Wer übrigens mal das alte Testament etwas gelesen hat, dem wird bewusst sein, dass Monogamie hier nicht die höchste Priorität hatte. Die Geschichte von Onan, die Zeugung von Ismail oder auch das Verbot der Tempelprostitution lassen erkennen, dass man es zur Zeiten des alten Testaments mit der ehelichen Treue noch nicht so genau genommen hatte. Selbst im neuen Testament "verbietet" Paulus Eheleuten die sexuelle Enthaltsamkeit, um damit ein Fremdgehen einzudämmen.

    Guy
    Wir haben zwar alle das gleiche Ziel, aber das bedeutet eben nicht, dass wir alle den selben Weg dorthin beschreiten wollen. Ich persönlich suche halt noch immer nach einer Abkürzung, weil jede weitere Sekunde, Minute oder Stunde die vergeht müssen wehrlose Kinder weiterhin viel sinnloses Leid ertragen.

    Also bitte. gerne Äpfel mit Birnen vergleichen, aber dann wirklich vergleichen und nicht gleichsetzen.


    Ich wollte weder die Auswirkungen oder das Leid von FGM mit MGM vergleichen noch gleichsetzen. Wenn gegen FGM geworben wird, sieht man Bilder von kleinen wehrlosen Mädchen mit Tränen in den Augen, die grausam verstümmelt werden. Das Pendant sind daher für mich die Bilder von Säuglingen, die vor Schmerzen brüllen, weil sie ebenfalls grausam zugerichtet werden. Mir geht oder ging es daher mehr darum, welche Form der Beschneidung bei der Öffentlichkeit das größte Mitgefühl auslösen kann.

    Wenn Vegetarier werben, zeigen sie auch keine ausgewachsene Sau mit Hängebauch, die geschlachtet wird, sondern kleine niedliche Ferkel, die aber wohl eher selten in der Bratwurst für 1,99 landen werden. Oder nehmen wir die geschlachtete Giraffe in Dänemark. Die Leute waren empört, aber wenn hier eine Kuh zu Tierfutter "verarbeitet" wird, kräht kein Hahn danach.

    Die Verfechter der Beschneidung haben die schlechteren Argumente, aber die bessere PR. Auch agieren sie meist skrupelloser und nehmen die Fakten nicht immer wörtlich. Der Erfolg der Beschneidungsbefürworter sollte uns daher in Bezug auf unser eigenes Handeln und Denken sensibilisieren. Wenn mit harten Bandagen gekämpft wird, macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn man den Gegner mit Wattebällchen bewirft.

    In der Beschneidungsdebatte herrscht außerdem aus meiner Sicht ein fragwürdiges Dogma, dass jegliche Vergleiche untersagt. Hier z.B. ein Zitat aus dieser Richtung:

    "Die Verstümmelung weiblicher Genitalien, die vor allem im westlichen, östlichen und nordöstlichen Afrika sowie einigen Ländern Asiens und des Nahen Ostens praktiziert wird, unterscheidet sich grundlegend von der männlichen Beschneidung (vgl. Dettmeyer/Laux/Friedl/Zefler/Bratzke/ Parzeller, ArchKrim 227 <2012>, 1 ff.)." (Quelle: BTDS 1711295)

    Solange aber gerade die Verfechter der Beschneidung dieses Dogma, dass man in keiner Weise vergleichen könne, aufrecht erhalten, so lange überzeugen sie immer wieder aufs neue Ahnungslose, die sich dahingehend bequatschen lassen, dass die MGM doch "gar nicht so schlimm wäre" bzw. so viel Geschrei über "ein Stückchen Haut" doch übertrieben sei.

    FGM und MGM haben viele Gemeinsamkeiten. Es werden hier meist Kinder grausam verstümmelt, es werden ihnen Schmerzen wie bei einer Folter angetan, sie müssen lebenslang mit den Folgen leben und Schuld haben die Erwachsenen, welche ihnen das antun.

    Mir ist bewusst, dass die Petition, um die es hier geht, einseitig ist, weil sie nur einen Teilaspekt beleuchtet. Von "Mutti" haben wir doch aber gelernt, dass die Politik der kleinen Schritt auch zum Ziel führen kann. Immerhin darf sie nun zum zweiten Mal sogar die GroKo regieren. Ich werde daher NICHTS auslassen, was auch nur irgendwo im entferntesten dazu beitragen könnte, dass sämtliche Vorhautamputierer, die nicht aufgrund einer medizinischen Indikation arbeiten, arbeitslos werden.

    Das stimmt ja auch, aber ihr müsst einen Schritt weiterdenken.


    Wir haben vier Personen.

    A möchte sein Kind verstümmeln.
    B möchte ebenfalls sein Kind verstümmeln und dies sofort nach der Geburt.
    C ist es egal, ob A oder B ihre Kinder verstümmeln, aber es ist C absolut wichtig, dass keiner ihm nachsagt, er hätte die Religion von B mit einem Verbot attackiert.
    D ist es nicht egal, dass A und B ihre Kinder verstümmeln lassen wollen, aber auch D verzichtet darauf auf B Druck auszuüben, obwohl er genau weiß, dass dieser Dominostein fallen muss, damit die Grausamkeiten ein Ende haben und C seine Meinung ändert.
    Während D sich noch Gedanken darüber macht, wie er sich pseudopolitisch korrekt verhält, lassen A und B ihre Kinder und Enkelkinder auch weiterhin grausam verstümmeln.

    Und so stehen die Dominosteine auch noch in vielen Jahren, während sich Berge mit abgeschnittenen Teilen von kindlichen Sexualorganen türmen.

    Zitat:

    "Was als weibliche Genitalverstümmelung beschrieben werde, sei nicht die
    islamische Mädchenbeschneidung. Denn sofern etwas gesundheitlich schade,
    müsse es im Islam verboten sein."

    Das erinnert mich stark an Hegel:

    "Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig."

    Hätte ich den Glauben dran, dass es einen "unverfälschten Glauben" geben kann, wäre ich davon überzeugt, dass jegliche Art von Beschneidungen wenigstens seitens des Islams verboten würden. So bleibt mir aber nur die Erkenntnis, dass auch im Islam "gehegelt" wird.

    In diesem Zusammenhang erwarte ich von einem Lehrkrankenhaus der Charite, dass es sich in allen Handlungen klar gegen jegliche unnötige Schmerzzufügung an Säuglingen positioniert.

    Genau dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir reden hier über ein Lehrkrankenhaus, dass somit ein Multiplikator darstellt.

    Die Forenleitung distanziert sich "mehrheitlich" von der Petition, was man aus meiner Sicht auch tolerieren muss. Ich bekenne mich ausdrücklich als Befürworter dieser Petition und kann daher z.B. die Ausführungen von Maria Werner in keiner Weise teilen.

    Wenn es um FGM geht, wird gerne die pharaonische Beschneidung als Paradebeispiel genannt. Aus meiner Sicht ist die Säuglingsbeschneidung praktisch das Gegenstück im Bereich der MGM. Schließlich hat sich die Vorhaut beim Säugling noch nicht von der Glans gelöst und diese Art der Beschneidung ist somit wohl auch die brutalste Art der Beschneidung. Hinzu kommt, dass eine aus medizinischer Sicht notwendige Schmerzbehandlung nicht möglich ist.

    Man kann daher darüber streiten, ob es sinnvoll ist, wie bei der FGM mit den "extremen" Beispielen die Bevölkerung wachzurütteln bzw. bei der MGM Kampagnen zu fahren, wo das Thema Säuglingsbeschneidung im Vordergrund steht. Ein solche Petition aber als "albern" zu betiteln ist für mich vom Begriff der "Komikernation" auch nicht allzuweit entfernt.

    Das Argument von Suchende, dass mit dem Wegfall der Säuglingsbeschneidung der § 1631d BGB seine politische Sinnhaftigkeit verlieren würde, teile ich ebenfalls. Frau Merkel hat sich ja damals wohl weniger Gedanken darüber gemacht, wie die arabische Welt im allgemeinen reagieren würde, wenn man in Deutschland Zwangsbeschneidungen generell verboten hätte. Vielmehr ging es hier primär darum, wie das Ansehen Deutschlands darunter leiden könnte, wenn eine einzelne Religionsgemeinschaft, die international hohes Ansehen genießt und auch ihren Einfluss ebenfalls international permanent geltend macht, daran gehindert würde, bei Säuglingen ohne medizinische Indikation und ohne Schmerzbehandlung die Vorhaut zu amputieren.

    Aus meiner Sicht machen wir aber hier den gleichen Fehler wie die Politik, wenn wir hier das Thema Religion überhaupt als Gegenstand des Themas betrachten. Es geht um Zwangsbeschneidungen und um Menschenrechtsverletzungen. Aufgrund der Grundrechte darf hier die Religion der Eltern keine Rolle spielen, ob wir es zulassen, dass ein Kind auf schmerzliche Art verstümmelt wird oder nicht.

    Dass Herr Bosbach für Beschneidungen, gegen Ehrenmorde und jetzt vermutlich für ein Verbot von Kindernacktfotos eintritt, passt wohl gut zusammen. Herr Bosbach hatte mir mal letztes Jahr auf eine Email geantwortet und ich habe danach auf eine weitere Kommunikation mit ihm verzichtet, obwohl er sogar offensichtlich den Text persönlich diktiert hatte.

    Gerhard Schröder hatte mal das Wort "Vermachtung" geprägt. Politiker wie Herr Bosbach machen keine Politik für Bürger, sondern sie unternehmen oder unterlassen alles, was für eine Wiederwahl relevant sein könnte. Mit anderen Worten besitzt ein Fähnchen im Wind mir Rückhalt als ein Politiker, der ständig alle vermeintlichen "Sachzwänge" zu seinen obersten Maximen definiert.

    Leider ist Herr Bosbach kein Einzelfall, was der § 1631 d BGB gezeigt hat.

    Würden unsere Politiker ihren eigentlichen Job erledigen, würde man endlich aufhören über Herrn Edathy zu lamentieren (Aufgabe der Staatsanwaltschaft -> Gewaltenteilung!!!) und stattdessen z.B. ein Gesetz verabschieden, dass jeglichen Handel mit Kindernacktfotos unter Strafe stellt. Dann könnte man sich auch die Beurteilung des Bildmaterials ersparen, weil nackt oder angezogen lässt sich sehr einfach prüfen und Geld oder kein Geld ebenfalls.

    Die Doppelmoral in Bezug auf Kinderrechte, welche Ihr hier auch angesprochen habt, existiert aus meiner Sicht eher weniger. Vielmehr geht es bei den "Standpunkten" vieler Politiker nicht um Moral, sondern um Macht und Machterhaltung. Die Dummen sind dabei wir Bürger, die alle vier Jahre unser "neues Kasperletheater" (oder muss ich vom Komiker-Kabinett schreiben) wählen und uns dann wundern, wenn die aufgeführten Stücke immer "teurer", aber nicht besser werden.

    Mal eine Frage noch hier ans Forum. Wäre es nicht vielleicht zu überlegen, ob künftig oder auch für die Vergangenheit keine Bilder mehr eingestellt werden, wenn hier Minderjährige fotografiert wurden. Wir sind doch ohnehin vermutlich fast alles nur Laien und daher könnte man aus meiner Sicht auch auf Bilder verzichten.

    Vergiss an der Stelle bitte nicht, dass die meisten Frauen auch veritable Gründe dann dafür haben. Hast du eigentlich ne Ahnung, wo die ersten Radikalfeministinnen herkamen? Das waren vergewaltigte Frauen, die weitere Vergewaltigungen verhindern wollten.


    Genau hier dürfte die "Gruppe" der "sexuellen Minderheiten" ein besserer Verbündeter im Kampf gegen die Genitalverstümmelungen werden können.

    Je mehr ich mir aber diese Diskussion hier anschaue, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass wohl wirklich alles immer mehr in die Richtung laufen wird, dass leichte FMG in absehbarer Zeit auch in Deutschland erlaubt werden, bevor Zwangsbeschneidungen dann generell als Unrecht geächtet werden.

    Man kann sich wohl das ganze als Waage vorstellen und auf der einen Seite steht dann die "leichte Form" der FGM zusammen mit der MGM und auf der anderen Seite steht das schlechte Gewissen in Bezug auf den Holocaust (Komikernation & Co.). Erst wenn dann Feministen der Kragen platzt und auch genügend Menschen nicht mehr bereit sind altes Unrecht gegen neues Unrecht aufzuwiegen, wird der gordische Knoten platzen. Die Regenbogen-Bewegung könnte hier dann zusätzlich das Zünglein an der Waage werden, wenn es um die Verteidigung der sexuellen Grundrechte geht.

    Vielleicht wäre es besser, geschlechtsbezogene -ismen (Feminismus/Maskulismus) ganz aufzugeben. Humanismus als übergreifendes Konzept, das alle Menschen umfaßt, wäre ja mal ein ganz guter Anfang.

    Es gibt ein "Konzept", dass sogar noch mehr umfasst.

    Freiheit = Religionsfreiheit
    Gleichheit = kein Unterschied zwischen MGM und FGM
    Humanität = kein Zufügen von Schmerzen oder Verstümmelungen
    Toleranz = den anderen denken oder glauben lassen was er will, aber dennoch nicht erlauben, dass er andere verstümmelt

    Das Thema muss komplett vom Tisch und nicht nur anhand eines einzelnen Krankenhauses oder Arztes.

    Sicherlich ist eine Petition gegen die Neugeborenenbeschneidung in Relation gesehen eine völlig bedeutungslose Forderung. Auf der anderen Seite ist es aber diese sehr kleine Gruppierung (nicht mal alle Juden oder Moslems lassen ihre Kinder beschneiden!!!), der man in keinem Fall vor den Kopf stoßen möchte, um keine "Komikernation" zu werden. Grundsätzlich muss ein Staat Minderheiten schützen, aber er darf anderseits auch nicht dazu beitragen, dass Dogmatiker das gesamte Rechtssystem auf den Kopf stellen.

    Religionsfreiheit kann und darf jedenfalls kein Freibrief bleiben oder sein, um Kinder zu verstümmeln. Da dieser Satz nicht nur auf eine Religionsgemeinschaft zutrifft, sondern auch auf Moslems und auch teilweise auf christliche Gemeinschaften (z.B. koptische Christen) zutrifft, halte ich die häufig vorgebrachten Vorwürfe in Bezug auf Antisemitismus für abstrus.

    Ich habe die Petition unterschrieben, auch wenn sie nur einen Tropfen auf einen heißen Stein darstellt bzw. nur einen Teil dessen ausmacht, was aus meiner Sicht dringend notwendig ist.

    Deutschland hat die MGM explizit erlaubt. Und es gibt inzwischen Stimmen, die *noch* vereinzelt sind, die sich fragen: Wenn man die Beschneidung von Jungen so explizit erlaubt, warum nicht auch die von Mädchen.

    Mir drängt sich hier ein Frage auf, die mich aber gleichzeitig anwidert. Muss die FGM erst in Deutschland offiziell erlaubt werden, damit sowohl die FGM wie auch die MGM endgültig für immer verboten wird. Im Grunde läuft doch praktisch fast alles in diese Richtung. Sobald eine Klage beim BVG hängt, kann man sich hier doch eigentlich nicht mehr vor der Verantwortung drücken und muss dann Farbe bekennen. Sollte vom BVG ein jein kommen, dann ist nicht nur der § 1631d BGB verfassungswidrig, sondern uns gesamtes Rechtssystem hätte dann sein Fundament verloren.

    In Bezug auf "Regenbogen" & Co. kann ich aktuell nicht einschätzen, welche Synergien hier in Bezug auf ein Verbot der MGM zu erwarten wären. Wir haben es wohl mit Gruppierungen zu tun, die sicherlich gut vernetzt sind und eine ähnliche Schlagkraft aufweisen könnten, wie die Feministen. Noch werden diese Gruppierungen von der Gesellschaft stark unterdrückt. Am wachsenden Widerstand gegen den Bildungsplan zeigt sich aber auch, dass die Geschichte kurz vorm überschwappen ist und wohl daher ihren Raum in der Gesellschaft einfordern wird.

    Im Gegensatz zu dem eher egoistisch auf Frauenrechte orientierten Feminismus, gehe ich davon aus, dass die "Regenbogen-Bewegung" breiter aufgestellt sein wird und sich vermutlich tendenziell auch eher für sexuelle "Randgebiete" im Bereich der Grundrechte interessieren wird.

    Der Feminismus war eine wichtige Bewegung, bei der Alice Schwarzer eine Galionsfigur war, aber diese Bewegung hat sich zwischenzeitlich selbst ins Abseits manövriert, weil auf der Fahne "Gleichheit" stand und aber fast schon zynisch eher ein Machtwechsel angestrebt wurde, der selbst vor dem Penis von kleinen Kindern nicht halt gemacht hat (siehe Ausführungen Alice Schwarzer zum Thema Zwangsbeschneidung von Jungen). Diese Entwicklung sehe ich eigentlich als bedauerlich, weil die Gleichberechtigung von Frau und Mann noch lange nicht erreicht wurde. Um aber auf den Titel des Threads zurückzukehren, ist das Wort "Gleichheit" in unserem Grundgesetz ja ebenfalls eine Worthülse, die höchsten einen guten Willen ausdrückt, die in unserem realen Leben in jeglicher Hinsicht so gut wie keine inhaltlich Bedeutung besitzt.

    Habt Ihr gesehen, an wen die Petition gerichtet ist. Da kommt bestimmt bald wieder die Keule, dass der Antisemitismus zusehend auch in den gebildeten Bevölkerungsschichten anzutreffen ist. Ist ja auch bescheuert, dass man seit der Aufklärung im Bildungsbürgertum immer wieder Begriffe wie Menschenrechte, körperliche Unversehrtheit oder Humanität hört.

    [Sarkasmus on] Ein Dogma ist dafür da, dass es geglaubt, aber nicht hinterfragt wird. [Sarkasmus off]

    Jetzt habe ich mir den ewiglangen Text von Frau Röhl auch mal komplett angetan.

    "Die Schule ist nicht legitimiert, in die sexuelle Entwicklung von
    Kindern und Jugendlichen ... steuernd tätig zu werden. "

    Wenn Kinder durch normalen Unterricht sexuell manipulierbar sind, hätte man sich u.a. in den USA die Aversionstherapien sparen können.

    "Ein Kind, das selber noch keinen Orgasmus erlebt hat, ... steht vor dem Lehrer
    wie ein Opferlamm, wenn es Orgasmus lernen soll ...
    "

    Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn meine "Aufklärung" in der Reihenfolge Theorie und Praxis, statt umgekehrt erfolgt wäre ;)

    Aber die Gegenfrage zur Aussage von Frau Röll würde doch lauten, wie sich ein Junge fühlen muss, der sich noch nie selbstbefriedigt hat, dem aber nun seine Vorhaut mit allen dazugehörigen Wundheilungsschmerzen amputiert werden soll. Hier würde der Begriff "Opferlamm" wirklich besser in den Kontext passen!!!

    Bekanntlich gibt es den Regenbogen meist erst nach einem Gewitter, wenn sich die dunklen Regenwolken verzogen haben. Daher warten wir doch einfach ab, bis Leute wie Frau Röll mit ihren Bedenken verstummt sind. Obwohl ich absolut hetero und auch Vater bin, kann ich die Befürchtungen gegen den neuen Bildungsplan nicht verstehen.

    ... und sein Penis war IN ORDNUNG... nicht BESCHÄDIGT! ...


    Diese Geschichte klingt mir ehrlich gesagt fast zu "perfekt". Es taucht die Frage auf, ob ein Kind beschnitten werden soll, der Vater durchlebt psychologisch ansatzweise seine eigene Beschneidung und aus den Rechtfertigungsversuchen seiner eigenen Beschneidung entwickelt sich dann eine Abwehrhaltung gegen Zwangsbeschneidungen. Ich kenne die Quelle nicht und kann daher nicht abschätzen, ob diese Geschichte mit Happy End wirklich wahr ist.

    Deshalb halte ich bei unserem Anliegen das Pochen auf das uneingeschränkte Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung für beide Geschlechter für mindestens ebenso wichtig wie die Aufklärung über mögliche negative Effekte.


    Seit Alice Schwarzer wissen wir doch, dass es offenbar auch weibliche Penisse geben muss, so wie es verunreinigte und nicht verunreinigte geben muss:

    "Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als
    auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen
    Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird
    verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis."

    http://www.das-maennermagazin.com/blog/genitalve…en-und-maedchen

    Aus diesem Grund ist es ja schon selbstverständlich, dass Beschneidungen selbstverständlich bei beiden Geschlechtern verboten werden müssten, wenn man verhindern will, dass Mädchen beschnitten werden ;)

    Jetzt aber mal ganz im Ernst, wie sieht aktuell die rechtliche Situation für transsexuelle Kinder in Deutschland aus. Aktuell dürfe ja nur Jungen verstümmelt werden. Was wäre nun aber, wenn man sich beim 8 Tage alten Säugling nicht sicher wäre, ob er / sie nicht eine transsexuelle Neigung besitzt. Müsste man dann nicht aus rechtlichen Gründen abwarten, bis das Kind alt genug ist, um dessen tatsächliche Orientierung feststellen zu können.

    Liebe Grüße aus dem Land des Regenbogens...

    Nachtrag: Dürrenmatt hatte Recht: "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden." bzw. jederzeit wieder gedacht werden...Hier war jemand schneller als ich, aber das zeigt, dass ich vermutlich nicht ganz falsch liege:
    Bildungsabsolutismus, Gender und das Grundgesetz

    Denkt ihr sowas kann man in einer klasse mit 50% Muslimen gut bereden oder ist das sehr problematisch? Ich möchte nicht unbedingt einen Streit heraufbeschwören, das ist schon klar. Aber ich seh das thema halt schon sehr kritisch.


    Ich finde Deine Idee und Deinen Mut, dass Du dieses Thema anpacken möchtest, ehrt Dich. Obwohl ich die Geschichte aber klasse finde, würde ich Dir hiervon komplett abraten. Wie werden oder sollen Deine übrigen beschnittenen Klassenkameraden das Thema den auffassen. Entweder sie erkennen für sich, dass ihnen von ihren eigenen Eltern Unrecht angetan wurde oder sie verdrängen das Problem auch weiterhin und werden Dich für Dein Referat zum Sündenbock für ihren aufgestauten Frust machen.

    Dies ist nur meine persönliche Meinung, denn Kinder oder Jugendliche können sehr hart und verletzend sein. Anstelle dem Referat würde ich Dir eher empfehlen, dass Du Dich mit den Klassenkameraden austauschst, wo Deine Überlegungen auf fruchtbaren Boden fallen. Selbst unter den beschnittenen Klassenkameraden wird es einige geben, die das ganze kritischer sehen und sich freuen würden, wenn sie mal mit jemand anderen offen darüber reden könnten.

    Falls Du am Referat festhalten möchtest, wäre es aber in jedem Fall sinnvoll, wenn das ganze scheibchenweise in den Unterricht Eures Lehrers integriert würde, so dass Du quasi nur die Fakten lieferst und der Lehrer die Denkanstöße gibt. Schließlich wird der Lehrer ja dafür bezahlt, wenn er dann von den Schülern sein Fett weg bekommt ;)

    Nachvollziehen, warum die "ganze Welt" über den Verlust der Vorhaut dermassen vor Begeisterung aus dem Häuschen gerät, können in einem anderen Kulturkreis die Wenigsten, auch Kinder nicht.


    Diese Überlegung finde ich klasse. Auf der einen Seite diskutieren wir hier über das Unrecht der Genitalverstümmelung und laut einer Umfrage sind über die Hälfte der Bevölkerung für ein Verbot (nicht innerhalb der damaligen oder vermutlich auch der aktuellen Regierung). Somit bekommen doch sicherlich auch viele Kinder schon auf dem Pausenhof mit, dass Genitalverstümmelungen Unrecht sind. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass der kleine Mehmet sich hier mit dem kleinen Kevin anfreundet und ihm Kevin erklärt, dass eine Vorhautamputation ihm ein Stück seiner Männlichkeit rauben wird und schrecklich "aua" tut, dürfte die Familie selbst nach so einem Beitrag im Kinderkanal mit FSK18 schon mehr Probleme bekommen, wenn das "freudige Fest" geplant wird.

    Wer anderen halt ungefragt an die Wäsche will, ist aus meiner persönlichen Sicht und ohne Rücksicht auf den Kulturkreis einfach eine ... ok. lassen wir das besser unausgesprochen ;)

    Der ganze Thread ist OT und sollte in die Tonne getreten werden.


    Der Thread hält sich inhaltlich komplett an den Titel und ist aus meiner Sicht daher nicht OT. Außerdem ist "treten" ein ziemlich aggressives Verhalten, was man selbst einem wehrlosen Thread nicht antun sollte ;)

    Was Alice S. mit Beschneidung zu tun hat, ist eine andere Frage, die sich aber leicht klären lässt:

    http://www.das-maennermagazin.com/blog/genitalve…en-und-maedchen

    "Bereits 2007 rieten sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als
    auch die UN dringend zur Beschneidung von Männern: als Prävention gegen
    Aids, Peniskrebs und Gebärmutterhalskrebs. Denn letzterer wird
    verursacht von einem verunreinigten männlichen Penis."

    Warum soll hier in einem Forum, wo es um Zwangsbeschneidung geht, nicht etwas Schadenfreude entstehen dürfen, wenn nun wenigstens das Vermögen von Alice S. auch etwas "beschnitten" wird. Geld ist ja allgemein sehr "verunreinigt" und fördert damit die schmutzige Geldgier, welche bekanntlich das Hirn bei Männer und Frauen gleichermaßen (=Gleichberechtigung) frisst.

    Über die Satire bezüglich VIP-Steuer & Co. kann ich übrigens wenig lachen bzw. höchsten über den Verfasser dieses Artikels, dem offenbar nicht bekannt ist, dass die entsprechenden Vorschriften nicht im Einkommensteuergesetz zu finden sind, sondern in der Abgabenordnung ;)

    Kurze OT-Frage: Alice S. schreibt was von "männlichem Penis". Kann mir jemand etwas dazu sagen, wie ein weiblicher Penis aussieht.