Beiträge von NoCut

    Und warum beweist er seine Toleranz nicht an den aus Afrika stammenden Frauen, die an ihren Töchtern ein jahrtausendealtes Ritual vollziehen wollen? Pharaonische Beschneidung legalisieren wäre doch der ultimative Beweis dafür, was Norwegen doch für eine tolerante Gesellschaft ist.


    Weil die Norweger genauso dumm sind wie allen anderen, die nicht erkennen, dass eine gefährliche Körperverletzung nicht mit Begriffen wie Toleranz gerechtfertigt werden können. Aber wir sitzen ja selbst im Glashaus und unser heutiges Geburtstagskind hat ja persönlich dafür gesorgt, dass wir zur "Komikernation" wurden.

    10% der Seite beziehen sich auf MGM. Ein schüchterner Versuch...

    Der Versuch ist schüchtern, aber Begriffe wie "kontrovers", "ohne Einwilligung des Kindes" und "Potential, sich negativ ...auszuwirken" sind wenigstens eindeutig. Mit anderen Worten weiß man genau um das Problem, möchte sich aber nicht unnötig in die Nesseln setzen.

    Im Prinzip ist doch diese Seite ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Bei FGM gibt´s einen Aufschrei und Empörung. Bei der MGM ist einem schon bewusst, dass es eigentlich das gleiche Thema in einer anderen Schattierung ist, aber hier denkt man dann reflexartig an seine nationalen Wurzeln und versucht sich das Thema möglichst weit vom eigenen Leib zu halten.

    Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber wir haben aus meiner Sicht die menschliche Pflicht denen beizustehen, die sich nicht selbst wehren können.

    Zur Zeit prüfen ja die Juristen des Bundespräsidialamtes die Diätenerhöhung. Man will vermeiden, dass der Bundespräsident ein Gesetz unterzeichnet, welches gegen die Verfassung verstoßen könnte.

    Warum wurde der § 1631d BGB, der am 12.12.12 vom Bundestag verabschiedet wurde, nicht mit der gleichen Gründlichkeit geprüft?! Bei mir persönlich kommen hier erhebliche Zweifel an der Objektivität unseres Bundespräsidenten auf. Noch dazu, weil der Bundespräsident auch in seinen Äußerungen immer erkennen ließ, dass ihn die Schmerzen und das lebenslange Leiden von männlichen Beschneidungsopfern nicht im Entferntesten interessiert, wenn aus seiner Sicht zwischen Religionsfreiheit und negativer Religionsfreiheit Minderjähriger zu entscheiden ist.

    Letztes Jahr war Ostern bereits Ende März. Somit ist es schon wieder über ein Jahr her, dass Benni verstorben ist.

    Da wir die Nachricht von seinem Tod an Ostern letztes Jahr erhalten hatten, möchte ich heute am Ostersonntag für Benni in Gedanken wieder eine Kerze anzünden.

    Bitte nicht unterschlagen, dass viele Betroffene lebenslang Schmerzen
    haben. Narbenschmerzen, Schmerzen bei der Masturbation, Partnerinnen
    haben Schmerzen beim GV etc. Von seelischen Schmerzen ganz zu schweigen.

    Einem Film von 17 Minuten Spielzeit, wird ja wohl der Tragweite der Beschneidung auch nicht gerecht werden. Somit kann man sich über den Film ja mit Recht wesentlich länger ärgern als dieser tatsächlich läuft.

    Natürlich hast Du Recht, dass die Beschneidung nur der Anfang des Leids ist. Umgekehrt habe ich aber übrigens auch bewusst nichts von MGM geschrieben bzw. die Beschneidung bewusst nicht auf die männliche Beschneidung eingegrenzt. Das Thema Vergleichbarkeit von FGM und MGM möchte ich jedoch nicht schon wieder vertiefen bzw. nur darauf verweisen, dass beide Formen den Opfern vermeidbares Leiden zufügen und sich wenigstens in diesem Punkt dann doch sehr gleichen.

    Abraham war doch angeblich sogar noch 17 Jahre älter, und soll die Prozedur sogar höchst eigenhändig vorgenommen haben. Wenn das Alter für Abraham richtig war, sollte es doch auch für all seine Nachkommen optimal sein.


    Abraham hatte wohl großes Glück, dass seine Sehkraft auch vor der Erfindung von "Brille, F***mann" noch für diesen Eingriff ausreichend war, weil sonst der Stifter des Beschneidungsrituals selbst stiften gegangen wäre.

    Heiter, spritzig, geteiltes Leid, halbes Leid.


    Bedauerlich dabei ist vorallem, dass der Film kürzer ist als der Schmerz, den Kinder bei einer Beschneidung zu ertrage haben. Wenigstens gilt ja am Ende offenbar die "alte Wahrheit", dass die Beschneidung nur Leid verursacht, egal ob nun geteilt oder halb oder wie auch immer.


    War das gewollt?
    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit?! :rolleyes:

    Jein. Beim Schreiben war es noch nicht gewollt und nach dem Korrekturlesen habe ich es bewusst so stehen lassen.

    Religion beruht oft auf jahrtausenden alten Traditionen. Werden diese Traditionen gebrochen, bekommt zwar der Glaube wieder mehr Gewicht, aber die Religion geht im gleichen Maße unter. Bei mir persönlich schwirrt noch immer die von mir nur halb verstandene Idee des religionslosen Christentums im Kopf rum: http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsloses_Christentum

    Was aber z.B. ein religionsloses Judentum oder ein religionsloser Islam sein könnte, weiß ich nicht. Vermutlich* würde eine Reduzierung auf den Glauben dazu führen, dass sich die Unterscheidungen der Religionen in nichts auflösen würden *. Das gleiche würde dann natürlich auch für rituelle Beschneidungen gelten.

    * Anmerkung: OK., eine Reduzierung auf Null entspricht ja dem Begriff "in nichts auflösen".

    Die Idee mit der "Professionellen" ist mir auch schon des Öfteren gekommen, dennoch ist es mir irgendwo wichtig mein erstes Mal mit einem Menschen zu haben, den ich liebe, da ich gerade das erste Mal als etwas sehr besonderes ansehe.


    Die Idee, dass es beim ersten Mal "etwas sehr besonderes" sein muss, wurde mir auch anerzogen. Im Gegensatz zu Dir bin ich nicht beschnitten und habe für mein erstes Mal bezahlt. Danach ist mir ein Stein vom Herzen gefallen und ich fühlte mich innerlich befreit. Ich hatte vorher nie eine Freundin, aber diese "Generalprobe" hat es mir in der Folgezeit dann erst möglich gemacht eine Frau fürs Leben zu finden.

    Natürlich sind wir Menschen alle verschieden und ich verstehe auch Deine Vorbehalte. Falls Du doch mal die Hilfe einer Prostituierten in Anspruch nehmen willst, bedenke aber gleich vom ersten Moment an, dass es hier absolut nicht um Gefühle geht. Mir war daher bereits nach dem ersten Mal klar, dass es für mich kein zweites Mal gegen Geld geben wird.

    Heribert Prantl schrieb einmal (sinngemäss), dass die Formulierung "nach den Regeln der ärztlichen Kunst" für die Weiterentwicklung der aktuellen Standards offen sei. Die ärztliche Kunst entwickle sich ja ständig weiter.


    Bei der religiösen Zwangsbeschneidung haben wir das große Problem, dass medizinischer Fortschritt auf eine bewusst konservative Religionsauffassung trifft. Alte Schriften werden konserviert und zeitgemäße Interpretationen werden geächtet. Damit entsteht immer mehr die Situation, dass überspitzt gesagt Steinzeit auf das Computerzeitalter trifft.

    Die "ärztliche Kunst" kann sich als Wissenschaft frei weiterentwickeln. Bei Religionen, die ihren Schwerpunkt darin sehen eben gerade nicht mit der Zeit zu gehen, wird das Spannungsfeld mit der modernen Gesellschaft noch weiter zunehmen. Die Politik hat hier völlig versagt, weil sie den Fortschritt und die Aufklärung an die Vergangenheit verraten hat.

    Natürlich wird Franz mit dem "Argument" konfrontiert werden, dass er als Psychoanalytiker nur Einzelfälle und "Kranke" zu Gesicht bekomme, und keine evidenzbasierte Statistik vorlege. Dass solche Statistiken ebenso dazu dienen können, Betroffene durch Ausgrenzung unter den Tisch fallen zu lassen, wurde kürzlich vor dem Europarat demonstriert: wenn doch alle Wissenschaft zeigt, dass Beschneidung schlimmstenfalls harmlos und bestenfalls voller Vorteile ist, muss sich jeder Betroffene wie ein I-diot vorkommen.


    Ich würde die Geschichte hier aus einem anderen Blickwinkel sehen. Die Opfer, die zu Prof. Franz in Behandlung kommen, sind wie die Unfallopfer im Straßenverkehr. Geht es um Verkehrssicherheit wird auch nicht damit argumentiert, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer trotz aller Umstände "heil" geblieben sind. Vielmehr macht man sich um jeden Verletzen und Verkehrstoten Gedanken bzw. werden immer höhere Standards entwickelt, damit die Betroffenen besser geschützt sind.

    Bei der Zwangsbeschneidung wird irriger Weise der umgekehrte Weg gegangen. Statt durch ein entsprechendes Verbot das Risiko in Richtung Null Prozent zu reduzieren, hat "man" mit dem § 1631d BGB die Grundlage für einen stetigen "Nachschub" an Opfern geschaffen. Würde man die Politiker vom 12.12.12 wie Verkehrsteilnehmer auf ihren Verstand und ihre Vernunft hin überprüfen, würde man diese als nicht fahrtauglich von der Teilnahme am Straßenverkehr ausschließen müssen. In einer Komikernation gelten jedoch andere Regeln.

    Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, der dort zitiert wird, hat übrigens auch am 12.12.12 für den § 1631d BGB gestimmt. Bei der Verteilung von Posten kommt es ja aber ohnehin nicht ausschlaggebend auf die persönlichen Werte und Einstellungen an ;)

    Jedenfalls klingt es schon befremdlich, wenn jemand, der für ein Gesetz gestimmt hat, dass Genitalverstümmelungen des einen Geschlechts straffrei stellt, sich dann damit profilieren will, dass er sich hier opportun gegen die Genitalverstümmelung beim anderen Geschlecht äußert.

    DU denkst an ein Krankenhaus. Schön eng umrissen. Schönes Feindbild aufbauen - und das ist genau das, was man nicht braucht.


    Mit Deiner Vermutung über mein Denken liegst Du knapp daneben. Ich denke ein Krankenhaus in Berlin, wo unsere Volksvertreter präsent sind und wo viel beschnitten wird, ist z.B. für eine solche Petition geeigneter als eine kleine urologische Praxis im bayerischen Wald, wo der Praxisinhaber in den letzten zehn Jahren gerade mal ein Dutzend Kinder aus religiösen Gründen beschnitten hat. Wäre dieses Krankenhaus ein moslemisches, wäre dies genauso in Ordnung. Wichtig ist nur, dass hier überproportional viele Kinder bzw. in diesem Fall sogar Säuglinge beschnitten werden. In den anderen Krankenhäusern wird man Säuglingen wohl eher seltener mit dem Messer die Genitalien ohne medizinischen Grund "bearbeiten".

    Der Kampf wird an ganz ganz vielen Punkten gewonnen - und das jüdische Krankenhaus ist da noch nicht mal eine Erwähnung wert, weil die, wenn es richtig angepackt wird, am falschen Ende der Nahrungskette stehen.


    Mitte 2012 war es genau dieses Krankenhaus, das mit seiner Pressemitteilung überregional Schlagzeilen gemacht hatte, weil es vorläufig keine Beschneidungen mehr durchgeführt hatte. Nochmals, es ist nicht irgend ein Krankenhaus irgendwo auf der Welt, sondern ein Krankenhaus mitten in Berlin, wo auch unsere Politiker und damit reichlich Presse vor Ort ist.

    Auf Deine Einwände bezüglich Antisemitismus muss ich wohl nicht weiter eingehen. Ließ mein erstes Posting im Thread und sei Dir sicher, dass auch genau dies der Pferdefuß für mich bei dieser Petition ist, weil bei jeder Kritik, die nur im Ansatz in diese Richtung falsch verstanden werden könnte auch falsch verstanden wird. Sollen wir uns aber jedes Mal davon einschüchtern lassen, obwohl jeder intelligente Mensch sofort durchschaut, dass dem nicht so ist.

    Hoffentlich nur, was diesen einen Aspekt betrifft. ;)


    Selbstverständlich und Danke für dieses Posting. Ich weiß es zu schätzen. Auch muss ich einräumen, dass ich häufig sehr direkt und wenig diplomatisch vorgehe. mea culpa

    Deine Kritik an der Petition ist übrigens nicht ungehört an mir vorbeigegangen. Sicherlich kann man die Konfession dieses Krankenhauses nicht einfach ändern, aber hätte dieses Krankenhaus eine andere Konfession, wären Säuglingsbeschneidungen vermutlich auch nicht an der Tagesordnung ;)

    So gesehen teile ich ja auch Eure Einschätzung, was ich bereits bei meinem ersten Posting in diesem Thread rückblickend wohl etwas zu flapsig geäußert hatte.

    Was hältst Du oder auch Wakankar davon, wenn Ihr dennoch mit Hans Helmut Müller (Petent) Kontakt aufnehmen würdet und diesen fachlich Eure Meinung vorbringen würdet. Da ich bereits über eine Änderung innerhalb der Petition per Mail benachrichtigt wurde, gehe ich davon aus, dass man hier im Grunde schon darum bemüht ist, das ganze "so gut wie möglich" hinzubekommen.

    Umgekehrt könnte ich aber auch verstehen, wenn Ihr hier dieser bereits im Ansatz problematischen Petition nicht auch noch Schützenhilfe geben wollt. Dass das Forum sich als Gesamtheit von dieser Petition distanziert, halte ich ehrlich gesagt ebenfalls für richtig.

    zielt auf Tante Jay als Mensch, als Person; es zielt auf ihr Denken, ihre Einstellungen und ihre Motive. "Du hast Dir ... Denkverbote auferlegt" ist nicht misszuverstehen, schon gar nicht in diesem Kontext. Statt in der Sache streitig zu argumentieren, willst Du sie auf der menschlichen Ebene angreifen. Zu Deinem eigenen Nachteil hast Du dabei jedoch ganz extrem daneben gegriffen.


    Meine Aussage bezog sich auf ein "IST" in einem Satz, der zwei widersprüchliche Thesen verknüpfen sollte.

    Wenn Du meinst, dass ich "ganz extrem daneben gegriffen" habe, dann ist dies für mich in Ordnung. Du solltest Dir aber für Diskussionen angewöhnen, dass Du Deine persönliche Meinung auch als Meinung kenntlich machst.

    Selbstverständlich war und ist es niemals meine Absicht gewesen die Arbeit von Tante Jay, Dir oder anderen herabzuwürdigen. Um aber nicht komplett OT zu werden, möchte ich diese Unterhaltung mit Dir meinerseits hiermit für beendet erklären.

    Leuten wie ausgerechnet Tante Jay zu unterstellen, sie hafteten an Denkverboten, was Aufklärung bezüglich Neugeborenenbeschneidung betrifft, ist in einer so extremen Form dreist und absurd, dass es letztlich einfach nur noch lustig ist. Das ist in etwa so, als werfe man einem Dressurreiter vor, er habe noch nie in seinem Leben ein lebendes Pferd gesehen, weil er Angst vor Tieren habe. LOL.

    @ Maria Werner
    Deine Postings sind im Gesamtkontext für mich immer wieder verwirrend. Einerseits mahnst Du mehr Sachlichkeit an und verhedderst Dich dann wieder in Polemik.

    Da Du meine Postings offensichtlich falsch verstanden hast, möchte ich kurz zwei Missverständnisse aufklären.

    Ich habe volles Verständnis für alle, die diese Petition nicht unterschrieben haben und auch für mich war es eine Gradwanderung, ob ich unterschreiben soll oder nicht. Einerseits sehe ich die gleichen Probleme wie diejenigen unter Euch, die nicht unterschreiben haben. Auf der anderen Seite haben wir hier ein akademisches Lehrkrankenhaus der Charité, welches wohl relativ viele Beschneidungen durchführt und dazu noch in Berlin eine regionale Nähe zum Bundestag hat.

    Das zweite Missverständnis betrifft den Begriff "Denkverbote". Du oder auch andere haben sich eine Strategie überlegt, wie man das Thema angehen könnte. Mir steht es nicht zu, über diese Strategie zu urteilen. Umgekehrt hast Du oder andere aber auch nicht das Recht darüber zu urteilen, ob ich oder andere den richtigen Weg nehmen. Die These, dass dadurch "mehr Schaden als Nutzen" entstehen würde, ist wie bei jeder öffentlichen Diskussion ein Totschlagargument gegen alle, die sich nicht der "mehrheitlichen" Meinung unterordnen.

    Fakt ist, dass weder Du noch ich wirklich wissen was der Debatte nutzt oder schadet. Wir haben beide verschiedene Auffassungen, wie vorzugehen ist und manchmal habe ich das Gefühl, dass alles was ich auch außerhalb des Forums unternehme wie Wasser in der Wüste versickert. Aber weil ich den Eindruck habe, dass es so ist als ob man eine Wüste in eine blühende Oase verwandeln möchte, schaue ich nicht so sehr nach der Wasserqualität wie Du.

    Tageszeitung mit Erkenntnisstand von gestern ;)

    Daher Tipp an die taz: Keine aktuellen Informationen für einen Artikel zur Hand, Google und das Internet machen das Leben leichter...

    https://www.gib-aids-keine-chance.de/wissen/aids_hi…agen.php#anch-1

    "Es wird befürchtet, dass beschnittene Männer aufgrund zu hoher
    Erwartungen an die Schutzwirkung häufiger Risikokontakte eingehen
    könnten. Hierdurch könnte die durch eine Beschneidung erzielte
    Schutzwirkung letztlich aufgehoben oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt
    werden.
    "