Natürlich gibt es auch Muslime, die sich auf Abraham berufen. Und das als religiöse Verpflichtung sehen (ist doch glaube ich Teil der Sunna, oder wie das heißt (ich habe nicht vor, Islam-Experte zu werden)) Und es gibt auch Christen, die sich bei der MGM auf die Bibel berufen. Oder wenn sie ihre Kinder züchtigen, usw...
Eigentlich sollte man jeden, der die Stelle mit der Beschneidung im alten Testament gelesen hat und diese befolgt, fragen, ob er noch bei Sinnen ist oder anders gesagt, was würdet ihr tun, wenn ihr ein uraltes Rezept aus einem alte Kochbuch finden würdet, wo am Anfang als Backzeit 1,5 Stunden stehen würde und am Ende dann ungefähr 30 Minuten. Ich würde mir nicht die Mühe machen, dieses Rezept auszuprobieren, weil ich ja dann nicht weiß, wie viele Fehler durch die Überlieferung, Übersetzung und vorsätzliche Fälschung sich noch darin verstecken.
Ismail war bei seiner Beschneidung laut Bibel 13 Jahre
alt (1.Moses 17, 25). Ein paar Kapitel weiter (ca. 2 Jahre später) heißt es dann:
"Am nächsten Morgen nahm Abraham Brot und einen Schlauch mit Wasser, gab beides Hagar, legte ihr das Kind
auf die Schultern und schickte sie fort." (1. Moses 21, 14)
Ein "Kind" von rd. 15 Jahren sollte doch in der Lage sein eigenständig zu gehen 
So hat das Christentum die MGM weitgehend (bis auf die Kopten) abgeschafft, die Juden hingegen haben die Zirkumzision sogar noch erheblich verschärft.
Die Beschneidung bzw. der "beste Bund mit Gott" ist eine Art Wettstreit zwischen den Religionen geworden. Die eine Richtung besagt sinngemäß, dass man Gott man nächsten steht, wenn es am meisten weh tut oder wenn man die meisten Verbote beachtet. Der andere Weg ist, dass man sich möglichst säkular oder zeitgemäß verhält. Alle Religionen eiern hier bei diesem Wettstreit wild durcheinander. Mal schickt man Ritter auf Kreuzzüge und verbrennt vermeintliche Hexen oder man macht aus der Beschneidung eine Totalamputation der Vorhaut. Hier soll dann irdischer "Aberglaube" den fehlenden inneren Glauben ersetzen.
Was hat dies aber noch mit dem Juristentag zu tun? Frau Prof. Hörnle & Co. scheinen das Grundgesetz mit ähnlichen Methoden zu verwässern, wie es die geistigen Irrlichter bei den Religionen seit je her getan haben. Im besten Fall kann man hier Profilneurosen als Grund unterstellen und im schlimmsten Fall sogar Zynismus, so jedenfalls mein persönlicher Eindruck.
Habt Ihr Euch schon mal gefragt, ob man vielleicht sogar bewusst den schwarzen Peter wieder an die Religionen zurückgegeben hat? Wären in Deutschland Zangsverstümmelungen verboten worden, hätte man damit aufhören können, ohne "selbstverschuldet" eine religiöse Pflicht zu missachten. Nehmen wir doch die vielen Menschen aus Russland, denen offenbar ohne Beschneidung nie etwas gefehlt hat. Sie waren in der komfortablen Lage, dass sie die Beschneidung nie aktiv abschaffen mussten. Außerdem scheint es so zu sein, dass diese auch jetzt nach ihrer Ausreise nicht das innere Bedürfnis empfinden, sich freiwillig im Erwachsenenalter noch beschneiden zu lassen, was einem doch zu denken geben sollte!
Der deutsche Gesetzgeber "erlaubt" nun aber ausdrücklich eine Körperverletzung an Kinder zu begehen, egal ob dies mit dem Grundrecht im Einklang steht oder nicht. Steckt hier vielleicht sogar System dahinter?!