Sehr spannend ist auch das Thema "säkulare Masturbation": Was passiert, wenn man trotz wichsen MIT Vorhaut meint, dabei Himmlisches zu spüren?
Dafür hat Herr Dr. Kellogg doch eine "heilsame" Lösung:
„Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird."
Mit anderen Worten befinden sich besonders Minderjährige oft in der Gefahr, dass auf himmlische Gefühle plötzliche höllische Schmerzen folgen können. Um dies zu vermeiden, wird ja aber der Termin beim Verstümmler meist vor Eintritt der Geschlechtsreife gewählt (sinngemäß: Gehe nicht über Los, sondern erleide direkt höllische Schmerzen...)
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Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Religion und säkulare Körperpolitik waren schon immer Gegensätze gewesen. Nehmen wir doch z.B. das Zölibat. Hier dürfen die Geistlichen z.B. mit ihren Händen arbeiten und beten, aber sie dürfen weder den eigenen noch einen anderen Körper damit intim berühren, um hier Lust auszulösen.
Oder denken wir an die Selbstgeißelung als harmlosere Ausprägung im Vergleich zu religiösen Selbstmordattentäter. Nicht der Körper, sondern die Seele steht im Vordergrund. Die mildeste Form der Selbstgeißelung dürfte hier wohl die Fastenzeit sein.
Eine Glaube braucht keine Religion, aber eine Religion bracht immer einen Glauben. Außerdem funktioniert eine Religion immer nur dann richtig gut, wenn sie über die Anhänger auch Macht ausüben kann. Hier kommt dann wieder die bekannte Weisheit: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach."
Keine Religion kann in die Köpfe der Anhänger schauen und prüfen, ob der einzelne auch wirklich fromm ist. Beim Leiblichen ist dies jedoch viel leichter zu kontrollieren. Wer also nicht für den Glauben bereit ist, z.B. seinen unmündigen Nachwuchs verstümmeln zu lassen, der wird sich auch geistig der Religion nicht unterwerfen wollen. Mir ist in diesem Punkt natürlich bewusst, dass viele Beschneidungen nicht aus religiösen, sonder aus "kulturellen" Gründen praktiziert werden. Aber auch hier unterwerfen sich die Eltern dann auch nur den geistigen Vorstellungen einer Gesellschaft, die fast schon zur Ersatzreligion werden kann.
Aus meiner persönlichen Sicht soll und muss jeder das Recht haben, sich geistig oder körperlich einer Religion, Kultur oder sonst Denkbarem durch Beschneidung, Zölibat, Selbstgeißelung oder was auch immer zu unterwerfen, wenn es ihm danach beliebt und wenn er anderen damit keinen Schaden zufügt. Was aber nicht passieren darf ist, dass unmündige Kinder hier als Fetisch herhalten müssen.