Beiträge von NoCut

    "Mittlerweile hat der Bundestag die Beschneidung geregelt - und so die Kriminalisierung jüdischen und muslimischen Lebens verhindert."


    Und wenn der Bundestag auch noch ein weiteres Gesetz zur "religiösen" Züchtigung erlässt, werden wohl die "Zwölf Stämme" wieder nach Deutschland zurückkehren und hier ihr Kinder nach Herzenslust - äh religiösen Traditionen - züchtigen.

    Ich möchte heute mal einen Link posten, bei dem es "nur" um das Stechen von Ohrlöchern bei Minderjährigen geht. Mit anderen Worten geht es um das Thema Körperverletzung mit Minderjährigen als Opfer sowie um die Einwilligungsfähigkeit von Minderjährigen zu einer solchen Körperverletzung. Thema ist hierbei auch, ob ein Kind die Schmerzen eines solchen Eingriffs bereits erahnen kann und damit bereits in der Lage ist, eine solche Einwilligung abzugeben.

    Das schöne bei Ohrlöchern ist hierbei, dass diese kulturell akzeptiert sind, aber dennoch nicht zu den heidnischen Ritualen gehören, die es in den biblischen Kanon geschafft haben. Es ist also ein Thema, das noch frei von Dogmen diskutiert werden kann und darf.

    http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/s…willigung/8115/

    Vom auserwählten Volk als Kern jüdischer Weltanschauung und jüdischen Selbstverständnisses ist aber in dem Artikel mitnichten die Rede. Gott weiß warum!

    Ich möchte hier die ketzerische Frage stellen, welches Volk eigentlich auserwählt wurde. Schließlich gab ja das Nord- und das Südreich bzw. das Volk Israel und das Volk Juda.

    Dass der Bund mit Gott ein Hirngespinnst ist, das würde ich nicht zu sehr betonen, weil ein gewisser Anteil dieser gläubigen Bevölkerung in der Lage ist zu begreifen, dass die aus der Existenz des Gottesbefehls an Abraham gezogene Schlussfolgerung es an Dritten zu vollziehen, übergriffig ist. Sofern es sich überhaupt so zugetragen hat.

    Und wenn auch wie oben angedeutet beide Völker (oder deren "Feinde") nicht immer eins waren, so sind sie in dem Punkt einig, wenn es um den vemeintlichen "Gottesbefehl" an Abraham (bzw. Ibrahim) bezüglich der Zwangsbeschneidung von Kindern geht. Da können wir doch froh sein, dass wir uns nicht als Beweis für die Wiedervereinigung das linke Ohrläppchen abschneiden lassen müssen ;)

    ... gibt es doch ein wesentlich preiswerteres, risikoloses und zudem schmerzfreies Mittel, um dieses Risiko um
    fast 100 % zu mindern: Kondome!


    Mal abwarten. Vielleicht kommt irgendwann eine ominöse "Religion" auch noch auf die Idee, dass man das HIV-Risiko auch dadurch um 100% senken könnte, wenn man das Messer einfach noch tiefer ansetzt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit Leuten zu tun haben, die keine Hemmungen besitzen, wenn es darum geht, andere bzw. sogar Kinder an ihren Genitalen schwer und nachhaltig zu verletzen. Außerdem spielt es für diese Gruppen, denen die Menschenrechte am Allerwertesten vorbei gehen, keine Rolle, was ein Risiko birgt oder was Schmerzen verursacht. Hauptsache es wird eine Tradition "zelebriert", die unumkehrbar ist und richtig weh tut.

    Und schon wieder steht Ostern vor der Tür. Es ist jetzt schon wieder zwei Jahre her, dass Benni damals am Ostersonntag 2013 verstorben ist.

    Ich möchte für ihn daher auch jetzt wieder symbolisch eine Kerze anzünden und seiner Gedenken.

    Jungen dürfen beschnitten werden, Mädchen nicht. Gleiches Recht für alle!

    Wir wollen doch aber nicht ganz ungerecht sein. Frauen dürfe die Söhne gebären, welche dann zwangsbeschnitten werden. Auch glaube ich nicht, dass sich die Väter später um die durch die Beschneidung geschundenen und verletzten Genitalien ihrer Söhne kümmern, sondern ich denke wohl eher, dass auch dies wieder eine "Frauenaufgabe" ist.

    Auf der anderen Seite kann ich nur sagen: "Selber schuld." Frauen lassen es schließlich zu, dass ihre Söhne beschnitten werden und damit schaffen sie erst den "Unterschied", der sie selbst zu Menschen zweiter Klasse bzw. in den Augen der jeweiligen Religionen "minderwertig" macht.

    Das Christentum war anfangs stark durch Frauen geprägt und wurde erst später zu dem sexistischen Konstrukt, wie wir es heute vorallem noch von der katholischen Kirche kennen. Denn das Christentum tauft ja vom Grundsatz her sowohl Jungen wie Mädchen und unterscheidet hier als einzige der drei Weltreligionen nicht nach dem Geschlecht.

    solange es kultur ist fällt es ja nicht mal unter die religionsfreiheit...

    Der § 1631d BGB spricht ja im ersten Absatz nur von Einwilligung zu einer "medizinisch nicht erforderlichen Beschneidung" und von "Berücksichtigung ihres Zwecks", womit eine Beschneidung aus kulturellen Gründen grundsätzlich nichts entgegensteht. Lediglich eine Beschneidung durch Personen, die aus medizinischer Sicht für diesen Eingriff unqualifiziert sind, darf nur unter dem Aspekt der "Religionsfreiheit" der Eltern und zu Lasten derer wehrlosen Babys durchgeführt werden.

    Kultur bedeutet ja unter anderem von Menschenhand bearbeitet. Der Begriff unterscheidet sich ja wesentlich vom Begriff Humanität, der gerne oft mit dem Begriff Kultur fast synonym oder in einem Atemzug genannt wird. Auch die Humanität "bearbeitet" oder gestaltet das natürliche Wesen. Im Gegensatz zur Kultur ist es Ziel der Humanität positiv zu verändern. Kultur dagegen verändert wie bei der Beschneidung die Natur ohne Rücksicht darauf, ob dieser Eingriff schadet oder nutzt.

    Da saß wohl die komische Landesmutti nicht mehr im Nacken.

    Den Abgeordneten saß die "Landesmutti" im Nacken und den Jungen fummeln jetzt auch weiterhin die Beschneider zwischen den Beinen rum. Es lebe die Demokratie, unsere Verfassung und unsere Rechtsstaatlichkeit.

    @ Pizarro73
    Dass Frau Marks im Alternativantrag namentlich genannt wurde, habe ich gesehen. Dass sie aber maßgeblich beteiligt war, wusste ich nicht.

    Hier übrigens der Link zum Antrag:
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/114/1711430.pdf

    Frau Marks gehört tatsächlich zu den 100 Abgeordneten, die am 12.12.12 gegen den § 1631d BGB gestimmt hatten. Das beweist doch eigentlich, dass man ungestraft für die Menschenrecht im Einklang mit seinem Gewissen und in der Verantwortung gegenüber den Wählern abstimmen konnte. Und dennoch hat die Mehrheit anders abgestimmt.

    Wie eine grüne Giraffe

    Jetzt verstehe ich nur noch Bahnhof. Soll die "grüne Giraffe" mit dem scharfen Skalpell und der Tora jetzt plötzlich zum Opfer stilisiert werden? Frau Deusel hat sich in der Beschneidungsdebatte eindeutig für Zwangsbeschneidungen ausgesprochen. Lediglich von Zwangsbeschneidungen bei Mädchen hat sie sich distanziert.

    Frau Deusel hat betont, dass eine Zwangsbeschneidung keine Verstümmelung wäre und keinerlei funktionelle Einschränkungen mit sich brächte. Wie eine Medizinern diesen Stuss von sich geben konnte, verstehe ich nicht. Durchtrennte Nervenbahnen und eine tote Vorhaut können nicht mehr funktionieren. Mein Mitleid für ihre Entlassung hält sich daher noch immer in Grenzen. Sie hat mit den Wölfen geheult und darf nun wohl alleine über ihre Kündigung heulen.

    https://www.beschneidungsforum.de/index.php?page…d&threadID=1144

    Es ist natürlich grotesk, dass eine Beschneidungsfeier ausgerechnet am Karfreitag nicht erlaubt sein soll.


    Der Karfreitag ist offiziell für die Leiden Christi reserviert und da muss halt auch wie im vorliegenden Fall der Gastronom mitleiden, weil er an diesem Tag keinen Umsatz mit einer Beschneidungsfeier realisieren kann.

    Die Überlegung von Guy ist natürlich auch ein Argument. Es geht an diesem Tag um das Leiden Christi und nicht um das Leiden eines wehrlosen Jungen, dem man unter Schmerzen die Vorhaut abschneidet. Die Jungen müssen hier halt notgedrungen mit ihrem Leiden auf einen anderen Tag ausweichen.

    Zitat

    Da ist noch keine Spur von den Realitäten und brutalen Herausforderungen des Lebens, der Notwendigkeit, sich ein- und unterzuordnen, die Krisen sexueller Entwicklung, Identifizierung und Orientierung zu bewältigen.

    Zitat

    Das kindliche, narzisstische Glück der Vollkommenheit, Glückseligkeit und Nichtbeeinträchtigung soll nicht gestört werden – weder durch Beschneidung, noch durch Erziehung, Impfungen und Schulstress.

    Wenn das Leben solche "Realitäten und brutalen Herausforderungen" für jedes (männliche) Kind bereit hält, warum muss man dann durch eine Zwangsbeschneidung künstlich eine "Krise" herbeiführen. Kein Mensch würde mit einem neuen Auto absichtlich gegen eine Wand fahren, damit bei einem späteren Unfall auch tatsächlich alle Airbags problemlos aufspringen.

    Und wenn nur Jungen auf die Brutalität des Lebens in dieser ebenfalls brutalen Weise vorbereitet werden bzw. die Zwangsbeschneidung bei Mädchen abgelehnt wird, was bedeutet dies dann über deren Stellenwert in der Gesellschaft. Sind Frauen dieser Glaubensgemeinschaft dazu verdammt und verpflichtet ein Dasein als Heimchen am Herd zu fristen, wo außer einer Brandblase durch einen heißen Kochtopf keine größeren Gefahren lauern. Frauen wehrt Euch gegen diese Demagogen. Sie verstümmeln nicht nur Eure Söhne, sondern sie entrechten auch Euch in niederträchtiger und hinterhältiger Art und Weise.

    Vorsicht, altes Antisemiten-Klischee . Willst Du unbedingt auf die Wiesenthal-Liste?


    Ich habe die Aussage in Sachen Einnahmen so verstanden, dass Frau Deusel nun wohl ihre 24.000 jährliches Grundgehalt + jeweiliges Monatsgehalt von rund 1.000 - 2.000 verliert. Rabbiner sind ja auch "nur" Theologen, die nicht alleine für Gotteslohn arbeiten ;)

    Hier mal zwei Links zu diesem Thema:
    http://www.gehalt.de/einkommen/Rabbiner/1723126
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20239

    Ich vermute jedoch, dass eine Kinderurlogin mit viel Erfahrung im Bereich Zwangsbeschneidung bei wehrlosen Babys und Kinder ein höheres Einkommen erzielen kann als eine Rabbinerin. Wie gesagt wäre dies aber nur eine Vermutung meinerseits und ich weiß ja nicht, ob Frau Deusel in diesem Bereich über viel Erfahrung verfügt und ob sie diese dann auch in die Tat umsetzt.

    Bezüglich Wiesenthal-Liste müsste doch das Forum und auch jeder Forist hier im Forum schon lange gelistet sein. Wer gegen Zwangsbeschneidung ist, ist auch gegen männliche Zwangsbeschneidung und wer gegen männliche Zwangsbeschneidung ist, wir wohl auch gegen religiöse Zwangsbeschneidung sein und wird somit auch die jüdische Form der Zwangsbeschneidung kritisieren. Ergo sind wir in der Kurzfassung alle "böse" Antisemiten ;)

    Das Vertrauen ist also unheilbar erschüttert... So ähnlich ergeht es auch beschnittenen Kindern, deren Vorhaut ebenfalls "unheibar" gewaltsam abgeschnitten wurde. Soll man jetzt mit Frau Deusel Mitleid haben oder eher mit den vielen Kindern, für deren Zwangsbeschneidung sie ja nun mehr Zeit hat.

    Wäre eigentlich eine Beschneidungsfeier am Karfreitag zulässig, wenn das gefeiert würde, was tatsächlich bei einer Beschneidung passiert. Ich meine damit, wenn man den Verlust der Vorhaut und der tausenden von Nervenzellen in Form einer Trauerfeier beweinen würde, statt sich "hämisch" mit Tanz darüber zu freuen, dass es einen anderen (auch) erwischt hat.

    als Pfarrer sollte er sich ja wohl der Menschenwürde verpflichtet fühlen. Und auch die Auseinandersetzung mit den über Beschneidung bekannten Fakten war ihm zuzumuten, denn das moderne Theologiestudium ist generell wissenschaftlich orientiert. Zur Arbeit eines Pfarrers dürfte es auch gehören, sich bei Konflikten in der Gemeinde die Erfahrungsberichte der unmittelbar Betroffenen anzuhören ...


    Ich kenne Herrn Gauck nicht, habe aber mal in Wikipedia etwas nachgeschaut. Die Eltern von Herrn Gauck waren beide Mitglieder der NSDAP. Der Vater kam zu Gaucks Einschulung aus britischer Kriegsgefangenschaft zurück. Bereits fünf Jahre später wird Gauks Vater wieder gefangen genommen. Der Grund dafür war ein Brief eines ehemaligen Kollegen und eine Fachzeitschrift. Als der Vater nach vier Jahren Arbeitslager in Sibirien zurückkehrt, ist er völlig entkräftet und ein Jahr arbeitsunfähig.

    Herr Gauk wird dadurch wohl zum Systemkritiker der DDR und erhofft sich wohl im Theologiestudium etwas mehr "Freiraum". Im Jahr 1964 darf er aufgrund eines nervenärztlichen Gutachtens seine Studienzeit verlängern. Allmählich scheint er sich mit seiner Aufgabe als Pastor dahingehend zu arrangieren, dass er für sich "Zweifel" als zulässig akzeptiert.

    Innerhalb seiner Arbeit kritisiert er teilweise das Regime, bis er nach der Organisation des Kirchentags 1988 Besuch von der Stasi erhält. Diese stuft ihn nach diesem Gespräch wohl als ungefährlich ein.

    Aufgrund dieser weniger Fakten zu behaupten, dass Herr Gauck aus der Familienbiografie gelernt hätte, dass mitlaufen genauso gefährlich sei wie revoltieren und er sich daher auf einen Mittelweg eingependelt hätte, wäre wohl zu oberflächlich. Dennoch werde ich wohl nicht der einzige sein, der sich von einem Bundespräsidenten eine kritischere Haltung zu Gesetzgebungsverfahren (§ 1631d BGB, etc.) und mehr Profil wünschen würde.


    BTW: Es gibt meines Wissens auch moslemische und jüdische Theologen. Theologe ist wohl außerdem kein Synonym für einen Gutmenschen, was umgekehrt aber auch nicht bedeuten soll, dass alle Theologen schlechte Menschen seien. Ein Theologe, der an die Richtigkeit der Zwangsbeschneidung inständig glaubt, begibt sich wohl moralisch aufs Glatteis, muss aber umgekehrt nicht per se ein schlechter Mensch sein.