Beiträge von NoCut

    Im Rahmen der Neurosenlehre sollte man Projektionsvorgänge prüfen.wird.

    Ich verstehe teilweise Bahnhof.

    Soll dies bedeuten, dass mutmaßlich beispielsweise auch Juden (alle/einige/einige wenige) die Beschneidung als Menschenrechtsverletzung und grausam wahrnehmen, dies aber mit ihrem religiösen Weltbild in Konkurrenz steht. Und um diesen inneren Konflikt "auszulagern", sind diejenigen die "Bösen", welche sich für ein Verbot dieser Menschenrechtverletzung einsetzen.

    Wenn diese These nachweisbar wäre, wäre dann nicht aber auch eine Einwilligung nach § 1631d BGB unwirksam, weil hier ja keine Willensäußerung, sondern ein Symptom einer psychischen Störung vorliegt. Umgekehrt wäre dann aber der Wunsch nach dem Recht auf Zwangsbeschneidung wenigsten etwas, was man therapieren könnte, um so die Gefahren für die Kinder abzuwenden.

    Die Alternative, falls es keine Neurose, Projektion oder ähnliches ist, erscheint mir aber auch nicht schmeichelhafter. Aber genau deshalb ist ja der Kampf für ein Verbot der Zwangsbeschneidung auch so schwierig. Egal wie man es betrachtet oder zu welchem Schluss man kommt, muss man um die Kinder zu schützen den Eltern kräftig auf die Füße treten. Und dass diese Eltern oder die geistigen Vordenker dann laut aufschreien, erscheint dann umgekehrt wieder weniger erstaunlich.

    Zitat von Prof. Dr. Fahl

    Die Zeit scheint noch nicht reif für ein Beschneidungsverbot, aber dass das „Beschneidungsverbot“ kommen wird, erscheint mir sicher...

    Was genau ist diese "Zeit", die noch nicht reif ist? Ist die Zeit nicht neutral und überdauert alles?

    Der Begriff "Zeit" erinnert mich hier an die "zerlaufenden Uhren" von Salvador Dalí, weil dieser Platzhalter alle Schuldigen, welche eine persönliche Verantwortung für diese Körperverletzungen an wehrlosen Kindern tragen, in "zerlaufender Unbestimmtheit" in Schutz nimmt. Ich hätte hier aber selbst den Begriff "Gesellschaft" nicht gelten lassen.

    Sein Exkurs in Richtung deutsche Vergangenheit endet in einer dunklen Sackgasse ohne neue Erkenntnisse. Damals war offenbar auch die "Zeit" nicht reif, um in Bezug auf Religion eine "Toleranz" zu leben. In Wahrheit haben sich zu wenige getraut das Unrecht offen anzusprechen und somit konnte die Mehrheit ihre Gräueltat ungehindert verüben.

    Und genau das gleich passiert gegenwärtig im Bereich der Zwangsbeschneidung. Jeder der schweigt, jeder der nicht versucht die Verhältnisse zu ändern, jeder der sich nicht für die wehrlosen Kinder stark macht, macht sich umgekehrt schuldig.

    Für Juristen wird Schuld nach Gesetzen bewertet, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es z.B. in der deutschen Vergangenheit Amtsrichter waren, welche gesetzeskonform ihre Mündel im Rahmen der Euthanasie ermorden ließen. Aus meiner Sicht verbietet die Ethik schon lange jede Form der Zwangsbeschneidung und Gesetze, welche unethisch sind, stellen daher lediglich dem Gesetzgeber ein mangelhaftes Zeugnis aus.

    Wenn sich die Neurosen von Orthodoxen Religionsanhängern, ...

    Ich möchte hier mal die ketzerische Frage aufwerfen, ob die Zwangsbeschneidung von wehrlosen Jungen eine Neurose ist oder ist gar die abgeschnittene Vorhaut ein Fetisch oder eine Trophäe für die Dominanz gegenüber dem wehrlosen Kind?

    Der Begriff Neurose wird ja auch medizinisch verwendet. Bei näherem Betrachten scheidet eine Neurose jedoch nach heutigem Verständnis vermutlich aus, weil die Handelnden zwar alles unternehmen, um die Zwangsbeschneidung zu praktizieren, aber mit Sicherheit dennoch in der Lage wären gegen diesen inneren Zwang anzukämpfen.

    Dennoch gefällt mir der Begriff "Neurose" sehr gut in diesem Kontext, weil er ja auch von dem jüdischen Begründer der Psychoanalyse ähnlich verwendet wurde:

    http://www.welt.de/print-welt/art…ls-Neurose.html


    Weiß dieser Prof. Bodenheimer eigentlich, was er hier wirklich sagt?!

    Die Gesellschaft um das "orthodoxe / konservative" Judentum herum hat sich moralisch weiterentwickelt und er kritisiert nun, dass die jüdischen Glaubendogmen, welche in Teilbereichen nicht mit den Menschenrechten vereinbar sind, von einer aufgeklärteren Welt einfach toleriert werden sollen.

    Warum soll eine Welt, welche in Sachen Menschenrechte Fortschritte zu verzeichnen hat, ausgerechnet denen wieder Anteile ihres Erfolgs opfern, deren erklärtes Hauptziel darin besteht, dass alles unverändert bleiben soll. Eine aufgeklärte Gesellschaft interessiert sich nun mal mehr für wehrlose Kinder als für erwachsene Anhänger einer Glaubensausrichtung, die sich einen Teufel dafür scheren, ob sie Kindern mit einer Beschneidung Schmerzen und Schaden zufügen.

    Würde Herr Prof. Bodenheimer nicht ständig rückwärts schauen, sondern nach vorn, müsste ihm bewusst sein, dass sich diese Konflikte in der Zukunft nicht entschärfen, sondern noch an Brisanz zunehmen werden.

    Der Wunsch nach Individualisierung in der westlichen Gesellschaft schlägt dann sogar fast wieder dem Fass den Boden aus. Man fühlt sich offenbar nicht "konkurrenzfähig" oder gar durchschnittlich und flüchtet sich dann in die Rolle des Underdogs, um hier vermeintlich besser punkten zu können. Offen gesagt habe ich hier auch oft den Eindruck, dass in diesem Kontext das Wort "Schoa" nicht zufällig fällt. Kann sich das Judentum denn tatsächlich nur über die Beschneidung oder die Schoa definieren. Falls ja, irrt sich Frau Prof. Liss, wenn sie meint "Wir haben der Gesellschaft etwas zu geben!"

    Eine Religion, welche nur alte Wunden (Beschneidung, Schoa) leckt und keine Perspektiven für die Zukunft entwickelt bzw. auch nichts unternimmt, um selbst progressiv auf die gegenwärtige Gesellschaft einzugehen, wird sich immer mehr von den übrigen entfremden oder gar isolieren. Die christlichen Kirchen in Deutschland verlieren ständig Mitglieder. Auch sie haben es oft versäumt sich mit der Gesellschaft weiterzuentwickeln und diese Einschnitte könnten auch das Judentum in ähnlicher Form treffen.

    Wer notorisch Körperverletzung an Kindern begeht, der gehört ins Gefängnis. Weil Kinder vor so jemandem geschützt werden müssen. Der kann sich auch nicht auf seine Religionsfreiheit berufen. Auch wenn Kinderzüchtigen eine uralte christliche (und nicht nur christliche) Tradition ist.

    Wenn man alle Menschen einsperren würde, die ihre Kinder notorisch misshandeln, hätten wir bald sehr viele Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssten.

    Das Urteil in Bezug auf die Zwölf Stämme finde ich hier aber schon ausgewogener. Eine prügelnde Lehrerin ist wie ein Beschneider eine externe Person, die den Kindern Schaden zufügt. Würde man nur die "Externen" als Abschreckung einsperren und den Eltern professionelle Hilfe vom Jugendamt schicken, wäre wohl auch den Kindern am meisten geholfen.

    Können Kassenärzte jetzt auch Rituale?

    Welche Sure rezitiren sie denn beim "Ritual", im Koran steht nichts von Genitalverstümmelung?


    Das normale Ritual von Ärzten beginnt in der Regel mit der Frage nach dem Gesundheitszustand (Anamnese) und endet mit der Unterzeichnung der Honorarrechnung.

    Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ein Arzt bei der Beschneidung Suren des Koran rezitiert. Vielmehr dürfte er sich vermutlich innerlich den entsprechenden Gebührentatbestand der GOÄ ins Gedächtnis rufen, um am Ende seine "Leistung" (=Verstümmelung eines Minderjährigen) adäquat abrechnen zu können.

    Drogendealer sperrt man ein, weil sie Menschen Schaden zufügen. Ärzte, die aus nicht medizinischen Gründen Minderjährige beschneiden, lässt man dagegen auf freiem Fuß. Und selbst die Ärzte, welche den Chirurgen durch Falschdiagnosen Kunden zuschanzten, bleiben unbehelligt. Wir sind eben keine Komikernation, sondern eine Bananenrepublik.

    Also Teil meiner Kultur ist weder Islam noch Judentum noch Hinduismus. Aber darum geht es doch gar nicht. Es geht um "unsere Gesetze". Die werden entweder missachtet oder grundgesetzwidrig "angepasst".


    Grundsätzlich sollten Gesetze "unsere Kultur" widerspiegeln. Da wir in einer Demokratie leben, müssen jedoch nicht alle mit allem einverstanden sein, so lange die Mehrheit nicht bewusst versucht Minderheiten zu benachteiligen. Dass der § 1631 d BGB eine Minderheit, nämlich wehrlose Kinder benachteiligt, ist hier ein anderes Thema.

    Mir ist übrigens zwischenzeitlich aufgefallen, dass man Herrn Maas mit seinen Verlautbarungen ohnehin nicht ernst nehmen kann. Er erzählt hier auch nur von Mädchen, welche in einer Kinderehe zwangsverheiratet würden. Mit anderen Worten war dies mal wieder im besten Fall populistisches Geschwafel und wenn man böse will, hat er sich sogar sexistisch daneben benommen oder gar diskriminierend verhalten.

    Man darf nämlich nicht vergessen, dass Jungen weltweit ebenfalls immer wieder als Kinder verheiratet werden. Aber genau so funktioniert der populistische Tunnelblick im Bundestag. Mädchen müssen vor Zwangsehen oder Beschneidungen geschützt werden und über die Jungs spricht man nicht. Jedenfalls gilt dies für Politiker, die wie Herr Maas Phrasen rausdreschen, die zeigen wie unreflektiert hier echte Probleme angegangen werden.

    Zitat Maas:
    "Zwangsehen dürfen wir nicht dulden, erst recht nicht, wenn minderjährige Mädchen betroffen sind."

    Ob Herr Maas ein Chauvi ist, soll jeder für sich entscheiden.

    Im ersten Moment wollte ich auch schon reflexartig zu diesem Beitrag applaudieren. Kommt aber der Islam oder das Judentum zu uns oder sind diese Religionen nicht bereits Teil unserer Kultur?

    Und wie R2D2 bereits ausgeführt hat, haben wir doch z.B. auch bei Kinderehen aktuell keinerlei Bedenken, wenn es hier um deren offizielle Anerkennung geht. Was Herr Maas wirklich meint, weiß ich nicht. Aber vielleicht zielt die Geschichte eher auf das Thema Familiennachzug und die Befürchtung, dass sich hier der Umfang massiv erhöhen könnte, wenn Mehrfachehen auch anerkannt würden.

    Nach meinem Eindruck interessiert sich die Politik ohnehin stärker für monetäre Ziele als für Menschenrechte oder das Wohl der Menschheit. Und im Umkehrschluss interessieren sich dann wieder viele Menschen nicht für Politik, was diesen Teufelskreis schließt.

    Ich glaub auch nicht dass die meisten Urologen Beschneidungen wegen der Kohle machen, sondern weil sie es nicht besser wissen, ...

    Trotz allem Sarkasmus bzw. meinem Seitenhieb, dass Medizin und BWL in der Praxis leider oft eine deutliche Schnittmenge besitzen, möchte ich das ganze jetzt doch etwas relativieren.

    Natürlich kann man nur darüber spekulieren, warum der einzelne Arzt auch dann die Vorhaut amputiert, wenn dies weder medizinisch begründbar ist oder sich im Falle von religiösen Beschneidungen als ethisch absolut verwerflich darstellt. Meine Spekulation ginge nun in die Richtung, dass gerade Krankenhäuser tendenziell wohl kaum Einwände gegen geplante Eingriffe wie Beschneidungen haben dürften, weil man hier gezielt seine Kapazitäten auslasten kann. Und hier dürften dann auch Mediziner mit MBA-Abschluss oder ähnlichen eher die kaufmännische Leitung eines Krankenhauses als den Patienten im Visier haben.

    Nun bieten ja aber zahlreiche niedergelassene Ärzte ebenfalls ambulante Beschneidungen an. Ich selbst arbeite in einem völlig anderen Bereich, kann mir aber gut vorstellen, wie dies bei den Ärzten abläuft. Man macht sich selbständig und ist dann irgendwo auf sich alleine gestellt. Dies führt dann zwangsläufig zu einer Art Unsicherheit bzw. wird man auch immer wieder mal zu den Krankenhäusern oder den Ärzten schielen, welche zu diesem Thema etwas publizieren. Als einzelner kann man jedoch kaum überblicken, ob diese Publikationen objektiv sind oder vorwiegend monetäre Ziele verfolgen.

    Schwimmt man gegen den Strom und erklärt den Beschneidungs-Lobbyisten eine Absage, steht man alleine mit seiner Meinung da und man könnte sich im Zweifel sogar haftbar machen, wenn bei einem Patienten die Beschneidung eventuell doch notwendig gewesen wäre. Beschneidet man dagegen eher zu viele und bewegt sich dabei aber innerhalb der Empfehlungen der Fachwelt, kann einem kaum etwas passieren. Schließlich hat man ja aufgrund wissenschaftlicher Studien gehandelt.

    Aber wie schon erwähnt, ist dies lediglich meine persönliche Sicht der Dinge.

    Es gibt keine "wissenschaftlich anerkannten" medizinischen Gründe für eine Zirkumzision bei Gesunden.


    Es gibt unter Medizinern schon eindeutig einen wissenschaftlich anerkannten Grund, warum auch gesunde Menschen beschnitten werden sollten. Bei dieser Wissenschaft handelt es sich aber nicht um die Medizin im engeren Sinne, sondern um Aspekte der Wirtschaftswissenschaften ;) (*)

    Ein Mediziner, der sich bei Beschneidungen nicht nur auf eine tatsächliche medizinische Indikation bezieht, sondern auch pseudomedizinische Prophylaxe Gründe oder ähnliches neben religiösen Beschneidungen zum Anlass nimmt, vergrößert die Zahl seiner potentiellen Patienten um ein Vielfaches, weil er somit nicht nur "Kranke", sondern auch Gesunde "behandeln darf".

    Die Zeitachse der pseudomedizinischen Begründung von Beschneidungen zeigt mir daher, dass es früher wie heute korrupte Ärzte gab und gibt. Die einzige Möglichkeit der aufrichtigen Ärzte gegen die schwarzen Scharfe in ihrem Berufsstand vorzugehen dürfte wohl massenhafte Aufklärung sein, welche die Scharlatane bloßstellen würde.

    (*) Im Medizinstudium gehört zwischenzeitlich i.d.R. das Fach "Gesundheitsökonomie" zu den Pflichtvorlesungen. Und Ärzten in leitender Position in Krankenhäusern hilft oft sogar ein zusätzlicher MBA-Abschluss. Nach meinem Eindruck sind dies dann aber wieder genau die Ärzte, die durch Studien unermüdlich beweisen wollen, dass Beschneidung gegen krummen Scheitel, abstehende Ohren oder Fußpilz wirksam oder nicht direkt schädlich sein soll ;)

    Ein Mohel zieht seine Bedeutung und damit seine Macht aus dem Ritual.


    Und wenn man scharf darüber nachdenkt, ist so ein Mohel (wie auch ein Sünnetçiler) tatsächlich fast allmächtig. Sie stehen über den Menschenrechten und selbst das deutsche Gesetz bzw. die Bundeskanzlerin (Stichwort "Komikernation!") haben vor ihnen einen Bückling gemacht. Oder wie im Fall Teichtal schrecken sogar Gerichte davor zurück, hier dem Grundgesetz Geltung zu verschaffen.

    Ob ein Verzicht auf die Vorhautamputation zugunsten eines symbolischen Ritual die Bedeutung eines Mohels schmählern würde, weiß ich nicht. Früher haben Studentenverbindungen auch einen großen Wert darauf gelegt, dass man sich gegenseitig verletzt. Heute hat die Zahl der schlagenden Verbindungen meines Wissens stark abgenommen. Bei den Weltreligionen hat sich dieser Wandel jedoch noch nicht rumgesprochen.

    Hinweis: Ich möchte ausdrücklich betonen, dass sich mein Vergleich in Bezug auf schlagende Studentenverbindungen und beschneidende Religionen nur darauf bezieht, dass hier die studentischen Gemeinschaften ihre Traditionen an die heutige Zeit adaptiert haben. Beschneidende Religionen unterscheiden sich ja von schlagenden Studentenverbindungen in dem wesentlichen Punkt, dass bei beschneidenden Religionen die Opfer ohne Einwilligung durch eine Körperverletzung geschädigt werden.


    Aus meiner Sicht ist nichts daran auszusetzen, wenn man jungen Menschen sagt, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben sollen oder ihnen erklärt, dass sie nicht in der Nase popeln sollen. Worte verletzen nicht und ein junger Mensch, der erwachsen wird, lernt auch zu unterscheiden, ob die Regeln seines Elternhauses oder seines Umfelds für ihn akzeptabel oder unsinnig sind.

    Die Beschneidung verletzt einen Menschen aber nicht mit Worten, sondern mit scharfer Klinge und dies lebenslänglich.

    In Bezug auf den Rabbiner Teichtal sehe ich aber keine Chance, dass dieser vom Saulus zum Paulus werden könnte. Täte er dies, müsste er sich ja selbst eingestehen bisher in unzähligen Fällen Menschen großes Leid zugefügt zu haben. Teichtal ist ein Rabbiner von vielen, denen es wohl ähnlich ergehen wird. Und ist es hier nicht verständlich, dass diese Rabbiner alle ihre "Schäfchen" dazu ermutigen, diesem Brauch zu folgen, damit aus diesem "Ritual" nicht plötzlich rückwirkend eine schwere Körperverletzung wird.

    Menschen, die Teil einer Gesellschaft sind, wo Kinder beschnitten werden, brauchen sehr viel Mut und Kraft, um hier Veränderungen geschehen zu lassen. Da aber den meisten dieser Mut fehlt, existiert hier eine "jahrtausende alte Tradition".

    Kindermund tut Wahrheit kund ...

    Ich glaube ich war ca. 10 Jahre alt, als ich zum ersten mal orthodoxe Juden in den USA gesehen habe. Mein Vater erklärte mir damals "kindgerecht", dass männliche Juden beschnitten wären. Ich fragte, ob dies denn nicht weh tun würde. Er meinte, dass es natürlich schmerzhaft sei, aber zu deren Religion gehören würde.

    Viele Erwachsene sind wohl zu "verkopft", um zu verstehen, was eine Beschneidung tatsächlich bedeutet. Das Mädchen bringt es klar auf den Punkt, wenn sie sagt, dass es unfair gegenüber den Jungen sei und darüber hinaus auch nicht notwendig wäre. Warum sind Kinder manchmal wesentlich vernünftiger als Erwachsene. Warum haben Erwachsene eine Phantasie, welche solche brutale Regeln wie die Beschneidung hervorbringen. Kinder haben auch Phantasien, aber so lange diese nicht durch die Welt der Erwachsenen stark beeinflusst ist, scheinen deren Phantasien viel friedlicher zu sein.

    Mir ist bei diesem Artikel noch was anderes aufgestoßen. Ein Pfuscher verlangt demnach 30-50 EUR. Dies dürfte rund ein Zehntel dessen sein, was ein "Arzt", der bewusst gegen den hippokratischen Eid verstößt, kosten würde.

    Man hat somit fahrlässig oder sogar grob fahrlässig ein Kind getötet, weil man ihm vorsätzlich eine Körperverletzung zugefügt hatte. Und dies vor dem Hintergrund, dass man vielleicht 250-500 EUR für einen "Arzt" sparen wollte. Das Leben des Jungen war den Eltern also die Differenz nicht wert.

    Aber ist es nicht auch die mangelnde Wertschätzung der Unversehrtheit eines Kindes, was Eltern dazu treibt, ihre Kinder überhaupt verstümmeln zu lassen. Welchen Wert hat also das Kind in Relation zu einer "Religion", welche einem Menschen noch nicht mal seine körperliche Unversehrtheit gewährt.

    Natürlich wird man in diesen Fällen immer wieder argumentieren, dass die Eltern nicht das Geld für einen richtigen "Arzt" gehabt hätten. Warum gibt man dann aber, wenn man schon kaum Geld hat, 30-50 EUR dafür aus, seinem eigenen Kind Leid zuzufügen.

    Ich glaube halt, dass alle Religionen, die Menschen Schaden zufügen, reiner Aberglaube sind ;)

    @blankspace
    Auch ich freue mich, wieder von Dir zu hören!

    So ätzend.So unfassbar ätzend.Keine Freunde.Mein Familie hasst mich.Ganz allein.Ich hasse mich selber.Das schlimme ist ja, dass ich es einfach nicht mehr verdrängen kann.fml


    Mir hat mal eine Therapeutin erklärt, dass man sich seine Familie oder auch sein Umfeld wie ein Mobilee vorstellen kann. Dieses ist dann solange im Gleichgewicht, bis einer aus der Reihe springt. Du hast nun den Faden zerschnitten, an dem Du selbst gehangen bist. Das Mobilee hängt jetzt schief, aber Du hast Dich von dem befreit, was Dich in diesem Verbund gefangen hielt und was Dir auch offensichtlich nicht gut getan hat.

    Hasse Dich nicht selbst, denn Du hast nichts falsch gemacht. Sei Dir selbst ein guter Freund und sei Dir dessen bewusst, dass es nicht nur hier im Forum viele Menschen gibt, die sich über jeden Deiner Fortschritte mit Dir freuen.

    Kind gezeugt - funktioniert!

    Was will Mann mehr?


    Die Forscher betrachten den Penis genauso lieblos bzw. funktional wie die Beschneidungsbefürworter. Der Penis ist ja rein funktional betrachtet eine Art "Schlauch", welche dafür sorgen soll, dass das Sperma direkt in die Scheide der Frau gelangen kann.

    Lieblos bzw. pervers ist diese Betrachtungsweise aber daher, weil die Konzeption des Penis mit seinen zahlreichen Nervenzellen offensichtlich anders aufgebaut ist, als er sein müsste, wenn er nur eine Art Schlauch mit "Versteifungsmöglichkeit" wäre. Auch die Vorhaut als "Schutzmantel" für die sensible Haut der Glans, ist ja offensichtlich keine Zufall.

    Fazit: Wer den Penis nur als "Einfüllstutzen" für Samenflüssigkeit betrachtet, dem könnte auch das folgende Szenario realistisch erscheinen.

    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxi…n-2016040260560

    Die Aussage von Dr. Bell zeigt mir persönlich mal wieder sehr klar die Grenzen von Religionsfreiheit auf. Wenn ein Kind getauft wird, so ist es nach christlichem Glauben für immer in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Entscheidet sich das Kind jedoch später dafür, dies nicht zu glauben, ist für den Betreffenden die Taufe plötzlich keine "heilige" Handlung mehr, sondern nur die Begebenheit mal von jemanden etwas Wasser über den Kopf geschüttet bekommen zu haben.

    Bei einer Beschneidung ist dies aber völlig anders. Selbst wenn sich hier ein junger Mann dazu entschließt sich dem Glauben abzuwenden, wächst seine Vorhaut nicht wieder nach. Aus ethischer Sicht muss Religionsfreiheit oder religiöse Erziehung von Kindern immer dort in ihre Schranken gewiesen werden, wo selbst ein späterer Religionsaustritt nicht ausreicht, damit das Kind zumindest annähernd in die Situation versetzt wird, in der es gewesen wäre, wäre es nicht von Seiten der Elterin im betreffenden Glauben erzogen worden.

    Als Beispiel muss ich auch an die "Zwölf Stämme" denken. Ein Kind, das aus "religiösen" Gründen verprügelt wird, wird auch nach einem Religionsaustritt noch mit physischen und psychischen Narben übersät bleiben.

    Daher JA zur Religionsfreiheit und zur religiösen Erziehung des Nachwuchses, falls die Eltern diese Entscheidung stellvertretend für ihr Kind treffen wollen, aber ein klares NEIN, wenn bestimmte Handlungen für die Kinder auch mit lebenslangen Nachteilen behaftet sind.

    Aktuell wird über eine Studie aus Kanada beim Heilpraxisnet.de berichtet:

    http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxi…x-2016041863717

    Für die Studie selbst gibt es hier einen Download:
    https://www.researchgate.net/profile/Jennif…io/publications

    Mir ist dabei aufgefallen, dass hier die Sensitivität auf der Oberseite der Glans sowie auf der Rückseite des Penisschafts gemessen wurde. Ist aber nicht bei den meisten Männern ehr die Rückseite der Glans bzw. der Bereich des Frenulum eines der sensibelsten Bereiche.

    So gesehen scheint dann das Schlusswort wieder stimmig:
    "Our hope is that scientists will continue to use rigorous empirical methodology to explore these and other questions related to the sexual correlates of circumcision, while maintainingan objective stance."

    Wenn ich dies mit meinem "brocken English" richtig verstanden habe, ist das Fazit in Heilpraxisnet dummes Zeug, weil die Studie ausdrücklich keine Aussagen darüber macht, wie sich das Lustempfinden durch eine Beschneidung verändert.

    Durch die Beschneidung soll Recep Tayyip Erdogan seine ersten Schritt in Richtung Männlichkeit gehen. Zur Beschneidungsfeier ist auch sein Namensvetter, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der es ja dank seiner Kritik gegenüber Satire mit vielen "verscherzt" hat, eingeladen.

    http://www.milliyet.com.tr/recep-tayyip-e…lhaber-1307577/

    Die Meldung gleicht auf den ersten Blick den vielen Meldungen, wie sie zum Thema Beschneidung ständig zu lesen sind. Lässt man sich aber mal revue passieren, dass die Forderung eines Verbots für Zwangsbeschneidungen oft auch als antimuslimisch (oder antijüdisch bzw. evtl. sogar antichristisch in Bezug auf koptische Christen) bezeichnet wurde, so zeigt hier diese Meldung in den türkischen Schlagzeilen, dass es bei der Beschneidung offensichtlich nicht um Religion, sondern um einen "Mannbarkeitsritus" geht (ich habe dort jedenfalls kein Wort in Bezug auf den Islam gelesen?!). Solange wir noch wenigstens im Besitze einer eingeschränkten Meinungsfreiheit sind, möchte ich daher zu bedenken geben, dass "Mannbarkeitsriten", die im Zweifel auch noch gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt werden, in einem Land, wo der Gleichheitsgrundsatz zwischen den Geschlechtern im Grundgesetz garantiert ist, auch unter dem Deckmantel der Religion keine Existenzberechtigung haben darf.