Beiträge von NoCut

    Im § 1631 d BGB hat der Gesetzgeber nichts davon geschrieben, dass Komplikationen aufgrund eventueller Fahrlässigkeit eine Strafbarkeit nach sich ziehen würde. Wäre ja auch kontraproduktiv gewesen, wenn man just im gleichen Paragraph sogar Laien-Chirurgen die Lizenz zur Zwangsbeschneidung von Säuglingen anvertraut.

    Es stellt sich daher die berechtigte Frage, wie "fahrlässig" ein Arzt hier handeln muss, dass er sich tatsächlich strafbar macht, weil die Messlatte durch die Hobby-Laien-Beschneider bereits sehr weit heruntergesetzt ist und es wohl schwierig würde, hier mit zweierlei Maß zu messen.

    Die betroffenen Jungen tun mir natürlich aufrichtig leid. Das gleiche gilt aber auch für die Jungen, die von diesem oder anderen Ärzten "komplikationslos" zwangsbeschnitten wurden.

    Meinst du Burka oder Niquab?

    Ich meine Burka. Bei uns ist aber auch eine Schule um die Ecke, wo viele Kinder von muslimischen Eltern hingehen.

    Diese Schule ist aber auch irgendwo ein Symptom unserer verlogenen Gesellschaft. Wir werben mit Integration, wenn aber die Kinder mit muslimischen Wurzeln eine allgemeine Schule besuchen, kann eine Diskriminierung nicht sicher ausgeschlossen werden. Und dann erklären wir/einige Politiker "selbstsicher", dass die Burka verboten werden sollte, weil diese Frauen diskriminieren würde. Dass aber selbst die Zwangsbeschneidung gem § 1631 d BGB diskriminierend ist, darüber denken unsere Moralaposteln nicht nach.

    Ist es daher verwunderlich, dass dieser Zickzackkurs aufgrund fehlender Glaubwürdigkeit eine Gegenreaktion auslöst, die dann sogar zu noch traditionelleren Handeln führen kann.

    Dieser ganze Bohei um die in Deutschland praktisch gar nicht vorhandene Burka ist völlig absurd, ...

    Ich weiß nicht wo Du wohnst, aber bei uns sehe ich oft Frauen mit Burka und im Schwimmbad sieht man auch immer mal wieder Frauen mit Burkini. Falls die Burka rechtlich ein Problem sein sollte bzw. gegen den Grundsatz der Gleichberechtigung im Grundgesetz verstoßen würde, dann käme wohl aber die nächste Frage, ob es in Ordnung ist, wenn die Frau immer einige Schritte hinter dem Mann hergehen muss. Dieses Verhalten beobachtet man jedoch nicht ausschließlich bei muslimischen Eheleuten.

    Was jedoch völlig vergessen wird, ist der Unterschied, dass man eine "Kleiderordnung" jederzeit ändern kann. Eine vollzogene Zwangsbeschneidung kann man jedoch auch hinterher nicht mehr rückgängig machen. Unsere Politiker wollen daher aus meiner Sicht etwas verbieten, was religiös begründet wird, emanzipatorisch kritisch einzuschätzen ist, aber nicht zweifelsfrei notwendigerweise verboten werden muss. Solange man sich hier darauf konzentriert, dass diese "Folklore" nicht zur sexistischen Benachteiligung der Frauen führt, besteht ja kein Handlungsbedarf. Aber dieses Heft hat man ja aus der Hand gegeben, weil man beim Thema Sexismus zubilligt, dass Jungen verstümmelt werden dürfen und nur Mädchen vor solchen Übergriffen geschützt sind.

    Oh Mann, du ruinierst das Forum!

    Das tut mir jetzt echt leid und ich möchte mich hier auch bei allen Frauen entschuldigen, die aus freien Stücken verschleiert sind oder einen Burkini tragen. Auch möchte ich mich bei allen Jungs oder Männern entschuldigen, die als Kind beschnitten wurden und die damit absolut zufrieden sind.

    Die Menschen, welche jedoch gerne frei wären und sich nur aufgrund der Religion, welche in ihrem Umfeld praktiziert wird zu Dingen genötigt oder gezwungen (siehe Zwangsbeschneidung) sehen, verstehen was ich wirklich sagen wollte. Das Adjektiv "muslimisch" lässt das ganze zur Suggestivfrage werden bzw. manipuliert es bereits die Betreffenden und verhindert, dass diese einfach Nein sagen können. Denn sie werden nicht als Frau oder Jungen bzw. Mann gefragt, wie und in welchem Umfang sie aus freien Stücken ihre Religion tatsächlich leben wollen, sondern die Erwartungshaltung beträgt hier annähernd 100% ,wenn man dem "Etikett muslimisch" in strenger Form gerecht werden will.

    Irgendwie habe ich das ganze ja noch immer nicht ganz kapiert. Auf der einen Seite wir verschleiert oder sogar mit Burkini gebadet und auf der anderen Seite wird in aller Öffentlichkeit die intimste Stelle eines männlichen Kindes im doppelten Sinne entblößt.

    Davon abgesehen ist natürlich die Aussage, man möge die muslimischen Frauen nach ihren Wünschen befragen der blanke Hohn. Das würde dann vermutlich so ähnlich ablaufen wie bei der Beschneidung, wo dann wieder das Familienoberhaupt oder die ganze Verwandtschaft verkündet, was sich der Leidtragende zu wünschen hat.

    Und bringt ja auch Geld in die Kasse.

    Ausserdem geht es ja "nur" um Jungen.


    Wenn dabei genug Geld in die Kassen kommt, werden im Zweifel auch Mädchen irgendwann für einen solchen Zirkus herhalten müssen.

    Davon abgesehen wird die EU dieses "Ausflugspaket" nicht verbieten können. Solange die EU ihren Mitgliedsstaaten die Beschneidung nicht geschlechterneutral verbietet, kann man doch nicht verlangen, dass "zahlende Gäste" bei einer solchen Zeremonie nicht teilnehmen dürfen.

    Bin neu hier und möchte mein Leiden mitteilen und erhoffe mir hier natürlich Hilfe.


    Teilweise gibt es die Möglichkeit die Vorhaut "physikalisch" durch Dehnen wieder herzustellen, um der Hornhautbildung (Keratinisierung) entgegenzuwirken. Ob dies in Deinem Fall möglich ist, hängt vom Beschneidungsstil ab bzw. davon, ob und wie viel Vorhaut noch vorhanden ist. Allerdings kenne ich mich mit diesem Thema überhaupt nicht aus, aber es gibt hier im Forum einige, die Dir hier vielleicht weiterhelfen können.

    Davon abgesehen erst Mal herzlich willkommen im Forum!

    Zitat von Art. 136

    (4) Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.


    Es scheint so, als ob die Religionsfreiheit früher eher die Freiheit für die verschiedenen christlichen Konfessionen garantieren sollte. Niemand darf zu kirchlichen Handlungen gezwungen werden. Bedeutet dies dann aber nicht, dass dieses Verbot nicht für Synagogen oder Moscheen gilt. Allgemeiner sind dann wieder "religiöse Übungen" genannt, zu denen niemand gezwungen werden darf. Eine Zwangsbeschneidung ist jedoch ein einmaliger Vorgang bzw. nicht wiederholbar, weshalb hier das Wort "Übung" völlig ins Leere geht.

    Unsere Verfassung ist durch ihre historischen Wurzeln wie ein Korsett, dass für die gegenwärtige Gesellschaft zu eng geworden ist. Als die Reichsverfassung oder auch später unsere Verfassung unterschrieben wurden, durften Kinder noch "gezüchtigt" werden. Wen wundert es da, dass dieses enge Korsett nun an allen möglichen Stellen Risse bekommt bzw. aus den Nähten platzt.

    Das Urteil von Köln im Jahr 2012 war daher nur einer der vielen Risse, die bereits entstanden sind und ein Vorbote der Risse, die noch folgen werden, wenn man das Korsett nicht endlich lockert.

    Und ähnlich wie bei einem Korsett gibt es Menschen, denen der Anblick gefällt, aber für diejenigen, welche es tragen müssen, ist und bleibt es eine Tortur. Wir leben im 21. Jahrhundert und müssen daher auch mal damit beginnen, unseren Kleiderschrank auszumisten ;)

    Ich habe mir was zusammengeschrieben, was ich meinem Sohn in den nächsten Tagen sagen will. Findet ihr das gut


    Wie schon erwähnt, finde ich es klasse, dass Du hier von selbst aktiv wirst.

    Ob Du so ein Gespräch nach "Drehbuch" führen kannst, weiß ich nicht. Im Grund gibt es ja mindestens zwei Grundkonstellationen. Die eine wäre, dass Dein Sohn die Beschneidung bisher noch gar nicht negativ wahrgenommen hat und Du sogar im Zweifel schlafende Hunde weckst. Sollte dies der Fall sein würde ich ihm vorallem nur die Info geben, dass Du für ihn als Gesprächspartner da bist, wenn die Beschneidung für ihn irgendwann doch zum Problem wird.

    Sollte er seine Beschneidung bereits negativ wahrgenommen haben, kannst Du diesen unterschwelligen Konflikt mit ihm offen besprechen. Die Gradwanderung wird hier die Schuldfrage sein.

    Und hier sind wir auch bei dem Punkt, den ich besonders heikel finde. Nach dem Gespräch wird Deinem Sohn vermutlich mehr oder weniger bewusst werden, dass er auf Betreiben seines Vaters beschnitten wurde und diesen unter Umständen auch gezielt für die Folgen verantwortlich machen. Egal wie Du zum Vater Deines Sohnes stehst, würde ich aber auch versuchen Deinem Sohn zu erklären, dass der Vater nicht in böser Absicht gehandelt hatte bzw. es einfach auch nicht besser wusste. Dein Sohn ist noch relativ jung und wenn bei ihm Zweifel daran aufkommen, dass ihn sein Vater jemals geliebt hat, könnte dies auch noch heute seinem Selbstbewusstsein schaden zufügen.

    BTW, das Wort "verstümmeln" würde ich auch nicht verwenden. In Diskussionen mit stoischen Beschneidungsbefürwortern mag dieses Wort vielleicht noch angebracht sein, aber einem Menschen bzw. hier Deinem Sohn mitzuteilen, dass er aus Deiner Sicht "verstümmelt" ist, wird ihn mehr verletzen als helfen.

    Jetzt habe ich übrigens sogar die "Vita" von Frau Dr. Höllering gefunden:

    http://www.medizinvision.de/vita/vita.php

    Wer also noch Fragen zum Thema Sexualität oder Beschneidung hat kann diese vermutlich nicht nur bei Onmeda, sondern notfalls auch bei "Bild der Frau Online" oder beim Dr. Sommerteam der Bravo Girl loswerden. Ich hoffe dies klingt jetzt nicht zu abwertend, aber irgendwie hat mir persönlich dieses Puzzleteil noch gefehlt, um mir ein besseres Bild in Bezug auf diese Statements machen zu können.

    Und an die Expertin: ein Mann kann sich ans regelmäßige Waxing gewöhnen. Er kann sich ans regelmäßige Waschen und Rasieren gewöhnen. Er kann sich sogar daran gewöhnen, seine Unterwäsche täglich zu wechseln.

    Hier hast Du wohl fast unterbewusst den Punkt angesprochen, um den es eigentlich geht. Um attraktiver zu sein, "erträgt" Man(n) oder einige von uns sogar Waxing. Das mit dem Waschen und dem täglichen Unterwäschewechsel empfinde ich persönlich nicht so als Opfer. Und hin und wieder rasieren, bringt höchstens Pickel im Gesicht, aber keinen um.

    Mit anderen Worten gewöhnt man sich an Dinge, die einem bestimmte Vorteile bringen und wendet hierfür auch die entsprechende Zeit auf. Bei der Beschneidung ist es aber genau umgekehrt. In Sachen Hygiene mag sie Zeit sparen, aber aufgrund des Sensibilitätsverlusts schadet sie dem "eigentlichen Anliegen" :/

    Frau Dr. Höllering (falls dies ihr wahrer Name ist) argumentiert ja ausschließlich in Richtung Beschneidung ohne religiösen Bezug bzw. hat sie für sich offenbar auch das "entsprechende Anliegen" im Sinn, weshalb sie gleich mal recht pragmatisch eine Liste der moralischen Verfehlungen rauspfeffert, welche aus ihrer Sicht der eigenen sexuellen Befriedigung schaden könnten. Vielleicht ist es auch schon anderen aufgefallen, aber diese Art der Argumentation findet man vorwiegend im westlichen Kulturkreis, wo religiöse Aspekte eben keine Rolle spielen. Und die vorsichtige Umschreibung dieser Wünsche heißt dann meist salopp und verkürzt "hygenischer".

    Nachtrag:
    Jetzt ist mir bei Frau Dr. Höllering noch was aufgefallen. Urologen ermutigen ja eher ihre Patienten dazu auch "selbst Hand" anzulegen, statt dies zu unterlassen. Frau. Dr. Höllering ist aber offenbar laut eigenen Aussagen nur Allgemeinmedizinerin, was dann vieles erklärt.

    Ich würde das Ganze so gerne rückgängig machen, aber das geht nicht.

    Du bereust aufrichtig Deine damalige Entscheidung. Sicherlich lässt sich die Beschneidung nicht rückgängig machen, aber Du hast Anstand und Verantwortungsgefühl.

    Als dies alles geschah, lebtest Du ja in den USA. Dort war die Bescheidung quasi Normalität und ist es wohl auch noch heute. Auch wenn Du Deinem Sohn nicht mehr direkt helfen kannst, so tust Du hier sehr viel für alle diejenigen, welche noch intakt sind und deren Eltern ebenfalls vor dem Schritt stehen ihre Kinder unüberlegt beschneiden zu lassen.

    Auch gibt mir Deine Posting einen tiefen Einblick in das Empfinden, wie es vermutlich viele Eltern erleben, die ihre Kinder irgendwann mal aus religiösen oder verdreht moralischen (siehe USA wg. Masturbation) Gründen haben beschneiden lassen. Wenn man wie Du diese Entscheidung selbst als falsch erkennt, setzt man sich ja auch den eigenen Schuldvorwürfen aus, was die meisten vermutlich nicht ertragen und daher lieber darauf drängen, dass auch die Enkel unters Messer kommen.

    Ich finde es auch klasse, dass Du mit Deinem Sohn darüber reden möchtest. Sicherlich hast Du Deinem Ex-Mann bzw. dem Vater seines Sohnes nachgegeben. Aus eigenen Stücken hättest Du ihm dies aber offenbar nicht "angetan", weshalb die eigentliche Schuld mehr bei seinem Vater liegt. Du schreibst, dass Du jung warst und es nicht besser wusstest, was vor 20 Jahren ja auch tatsächlich für die meisten noch gegolten haben wird.

    Quäle Dich nicht zu sehr mit Selbstvorwürfen, denn Du hast eigentlich großen Respekt dafür verdient, wie Du nun mit dem ganzen umgehst. Und Dein Sohn wird bestimmt auch verstehen, wie das ganze passieren konnte. Davon abgesehen war und ist für ihn vermutlich die Beschneidung "Normalität" gewesen, wenn ja auch sein Vater beschnitten war. Sicherlich ein schwacher Trost, aber ich vermute, dass er weniger mit der damaligen Entscheidung hadert als Du. Vorallem kannst Du aber in einem Gespräch erreichen, dass nicht auch noch irgendwann die nächste Generation der "Tradition folgend" beschnitten wird.

    Ich frage mich, woher auf einmal deine Selbstvorwürfe kommen?

    Ja, dies ist eben der Unterschied. Du empfiehlst aktuell jedem unreflektiert die Beschneidung, weil Deine Beschneidung noch nicht lange her ist und bei Dir daher wohl noch keine Nachteile (Keratinisierung mit Sensibilitätsverlust) aufgetreten sind. Steffi ist aber im Gegensatz zu Dir ein verantwortungsvoller Mensch, der anderen nicht schaden möchte.

    Zitat: Schon vor mehr als zehn Jahren postulierte Pfeiffer: "Wer geschlagen wird, schlägt später selbst."

    Und dies ist wohl auch die Erklärung dafür, warum in Deutschland "fleißig" Kinder zwangsbeschnitten werden. Sobald dieser Teufelskreis erst Mal flächendeckend durchbrochen wird, bin in zuversichtlich, dass nachfolgende Generationen dieses brutale und blutige Ritual dann nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen werden.

    Meine Meinung vertrete ich auch mit heutigen Tag.

    Es ist wohl eine Frage des Werteverständnisses, ob die eigene Meinung genauso kurzlebig sein darf wie vieles in der virtuellen oder technisierten Welt. Vergiss aber nie, dass es hier nicht um Dich, sondern um andere geht. Wenn Du anderen zu einer Beschneidung rätst und sie Deinem Rat folgen, machst Du Dich zumindest moralisch mitschuldig, wenn sie dies hinterher bereuen.

    Und bedenke auch, dass es immer wieder vorkommt, dass Menschen durch ihre Beschneidung sogar derart belastet sein können, dass sie einen Suizid verüben. Willst Du selbst diese Verantwortung wirklich auf Dich nehmen?

    Mal eine andere Frage. In den USA haben sich rund 1,2 Mio. Menschen mit HIV infiziert. In Deutschland sind rund 70.000 Menschen mit HIV infiziert. Die USA hat rund 322 Mio. Einwohner und Deutschland hat rund 82 Mio. Einwohner.

    In den USA haben sich nach meinen Berechnungen rund 0,37% mit HIV infiziert und in Deutschland sind es "nur" 0,09%. Wenn Beschneidungen vor HIV schützen, stellt sich die Frage, warum es dann in den USA dennoch mehr HIV-Infektionen gibt als in Deutschland, wo weniger Menschen beschnitten sind.

    Tatsächlich müsste man einfach nur schneller vorwärts kommen, aber dies gilt dann wohl eher für den gesunden Menschenverstand ;)

    Eine Empfehlung deshalb, weil ICH damit zufrieden bin. Es ist aber auch von Person zu Person unterschiedlich und kommt nicht zuletzt auf den Doc drauf an.


    Du bist seit vier Jahren beschnitten. Mal angenommen, Du stellst in 5 oder 10 Jahren fest, dass Deine Entscheidung doch nicht so toll war. Was wird dann aus dem TO, denn wenn das Vorhautbändchen mal ab ist, sind die Nerven bereits tot und es gibt keine Weg zurück.

    Die Bill & Melinda Gates Fondation ist offenbar sehr aktiv an den Beschneidungen in Afrika beteiligt:

    http://womens-advisor.com/de/pages/1445105

    Laut eigener Webseite schreiben die zwar was von freiwilligen Beschneidungen, aber vermutlich ist es schon "freiwillig" wenn die Eltern ihre Kinder abliefern, um diese dann verstümmeln zu lassen. Allerdings scheint der "Shang Ring" gegenwärtig erst ab 18 Jahren zugelassen zu sein (eine Zulassung in Israel müsste auch vorhanden sein). Für den Hersteller dürfte es aber wohl kaum Probleme bereiten hier auch kleinere Durchmesser zu produzieren :(

    http://www.gatesfoundation.org/de/What-We-Do/Global-Health/HIV

    Es geht offenbar um ein Produkt des Unternehmens Prepex. Ob die Gate´s hier nur Geld spenden oder wie bei anderen "karitativen" Hilfen auch selbst an diesem Unternehmen irgendwie beteiligt sind, konnte ich nicht herausfinden:

    http://prepex.com/

    Und hier ein schöner Bericht mit Bill Gates und dem"tollen" Shang Ring, der bald dafür sorgen soll, dass in 16 afrikanischen Staaten dann 20 Mio. Männer beschnitten sein sollen.

    http://www.icrosschina.com/insideout/2016/0122/23570.shtml

    Fazit: Ich würde es für besser halten, wenn man die vielen Abhör-Features von Windows 10 beschneidet als Menschen ;)

    BTW: Prepex ist auch in Uganda tätig, dem Land, wo gerade aufgrund der Beschneidungen wieder die Zahl der Neuinfektionen mit AIDS steigen. :FP01

    http://www.dw.com/de/afrikanisch…aids/a-19400805

    Wenn man bei dem Abschnitt "Uganda: Abstinenz, Treue und Kondome" auf den Link "Beschneidung von Männern" klickt, erscheint bei dem sich öffnenden Artikel auch ein Bild der Beschneidungsvorrichtung von Prepex.

    "... Das müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie bereit sind, ohne Indikation zu operieren, ohne Bezahlung zu operieren, ein Haftungsrisiko für eine indikationslose Operation zu tragen, rituelle Beschneidungen an nicht einwilligungsfähigen Kindern durchzuführen, mit Ihrem Einweisungsschein Kosten für einen indikationslosen stationären Eingriff zu verursachen und bei Haftung für die von Ihnen mittels Einweisungsschein befürwortete indikationslose ..."

    Bei solchen Sätzen muss ich unwillkürlich an die Götter in Weiß denken, in deren Macht es liegt darüber zu entscheiden, ob sie einen kleinen Jungen verstümmeln oder verschonen. Und das ganze wird dann noch mit altruistischen Phatos gespickt <X *Brech*

    "My husband agreed to read some of the research on circumcision that explained its negative impacts and why staying intact was healthier. He re-agreed on our original compromise, saying he did not want to hurt us. But trust is hard and slow to rebuild."

    Eine Ehe oder auch die Gesellschaft haben wohl gemeinsam, dass es verhandelbare Themen gibt und solche, wo der eine Teil zu Recht darauf besteht, dass ein bestimmter Punkt nicht verhandelbar ist.

    Religionsausübung allgemein ist und muss ein verhandelbares Thema sein und bleiben. Menschenrechte bzw. das Recht auf körperliche Unversehrtheit gehört dagegen zu den Punkten, die nicht verhandelbar sein können oder dürfen.

    Es ist bedauerlich, dass aufgrund dieser banalen Selbstverständlichkeit eine Ehe zerbrochen ist. Und genauso ist es bedauerlich, dass die Ignoranz gegenüber der gleichen Selbstverständlichkeit immer wieder dazu führt, dass auch unsere Gesellschaft gespalten wird.

    http://www.deutschlandradiokultur.de/aids-praeventi…ticle_id=360343

    Zitat: "Er brauche ohnehin keine Kondome, sagt ein bulliger Typ, der breitbeinig auf der Sitzbank eines der Minibustaxis sitzt. Denn ich habe Blutgruppe A, fügt er fast triumphierend hinzu. Damit bin ich immun gegen eine HIV-Infektion! "

    Zitat: "Wir haben herausgefunden, dass die Leute die alten Kondome der Regierung ablehnen; die mit der dunkelblauen Verpackung. Sie haben ein regelrechtes Stigma. Einige behaupten, dass man sich durch diese Kondome mit HIV infiziert, oder mit anderen Geschlechtskrankheiten."

    Wenn man diesen Artikel so ließt, stößt man auf viele altertümlich erscheinende Mythen. Man könnte diesen Menschen Naivität oder mangelnde Bildung vorwerfen und ihnen dann mit dem geballten Wissen der "hochentwickelten" Länder zeigen, was wirklich Sache ist. Blöd nur, dass selbst die WHO noch immer zu Beschneidungen rät :(

    Davon abgesehen stellt sich die berechtigte Frage, was ein beschnittener Mann beim Geschlechtsverkehr noch empfinden kann, wenn er sich mit einem Kondom schützt. Die Frage müsste ja lauten, ob mit fortschreitendem Alter und Beschneidung Geschlechtsverkehr mit Kondom überhaupt noch bei allen Männern möglich ist. Je nachdem wie stark der Sensibilitätsverlust fortgeschritten ist, könnte die durch ein Kondom noch weiter verringerte Sensibilität dazu führen, dass ein Mann auf diese Weise den Höhepunkt gar nicht mehr erreichen kann.

    Aber die Beschneidungen in Afrika zeigen noch eine weitere bittere Tendenz:

    http://www.dw.com/de/afrikanisch…aids/a-19400805

    Zitat: "Doch inzwischen zeichnet sich ein gegenteiliger Trend ab. Die Zahl der Neuinfektionen in Uganda steigt seit etwa zehn Jahren wieder, die HIV/Aids-Rate liegt bei über sieben Prozent. Grund dafür sind ausgerechnet der weitverbreitete Einsatz antiretroviraler Medikamente und die Beschneidung von Männern. Viele Ugander glauben, dass die Therapie die Krankheit komplett heilen könne und dass eine Infektion dank der Beschneidung ausgeschlossen sei. Deshalb verzichten mehr und mehr Menschen wieder auf Kondome."

    Fazit: Der Kampf gegen Beschneidungen ist somit wohl auch ein Kampf gegen Aids.