Beiträge von NoCut

    Leider kenne auch ich keinen Therapeuten im Raum Stuttgart.

    Jeder Mensch tickt anders, aber wenn ich in der Situation des Hilfesuchenden wäre, würde ich eine Therapeutin gegenüber einem Therapeuten vorziehen. Er fühlt sich offenbar unvollständig, was bei ihm dann wohl auch das Schamgefühl und die Wut ausgelöst haben könnte. Trifft er nun auf einen "unbeschnittenen" Therapeuten, könnte ich mir gut vorstellen, dass dies auch irgendwo zu einem inneren Konflikt führt.

    Findet er Widererwarten einen "beschnittenen" Therapeuten (Moslem, Jude oder nur so beschnitten), werden die sein Problem tendenziell für weniger gravierend einschätzen. Bei einer Frau könnte zwar das Thema sexuelle Identität schwieriger werden, aber umgekehrt schwelt hier nicht der innerer Konflikt zwischen "beschnitten" und "unbeschnitten" mit, was ja sein Kernproblem ist.

    Das Thema Behandlung mit Medikamenten wurde hier im Vorfeld kategorisch von einigen abgelehnt. Aber auch hier sollte und muss wohl ein Therapeut entscheiden, was notwendig ist. Wir haben es ja hier auch schon mal im Forum erlebt, dass solche Probleme lebensbedrohlich werden können. Natürlich stimme ich Urolüge zu, dass Pillen nicht dazu in der Lage sind, psychische Probleme zu lösen. Man wird wohl im Zweifel zwischen kurzfristiger "Notfallbehandlung" und langfristiger Therapie unterscheiden müssen.

    Unsere Tochter besucht gemeinsam mit einem Jungen einen Musikunterricht. Der Junge ist ein wirklich aufgewecktes und lustiges Kerlchen. Mir ist der Junge schon bei der Einschulungsfeier sofort positiv aufgefallen. Er ist wie unsere Tochter ein Schulanfänger.

    Heute hat mich meine Tochter gefragt, was es auf sich hat, dass dieser Junge keine Gummibärchen essen darf. Ich habe ihr dann erklärt, dass in den Gummibärchen "Schweinefleisch" verwendet wird und er es daher aus religiösen Gründen wohl nicht essen darf. Da ich davon ausgehe, dass bei dem Jungen in absehbarer Zeit wohl auch der "große Tag" kommen wird, der ihn dann zum "Mann" machen wird und ich mir sicher bin, dass unsere Tochter dann wohl nicht so recht verstehen wird, was der Junge dann durchmacht, wollte ich sie hier bereits etwas drauf vorbereiten.

    Kinder begreifen wohl viel besser als Erwachsene, was Recht und Unrecht ist. Sie war schockiert und fragte, warum so etwas gemacht wird bzw. ob man dies auch bei Frauen machen würde. Ihr Verständnis für dieses Ritual ist genauso wenig vorhanden wie bei mir. Auch ich war etwa in ihrem Alter, als mir mein Vater das erste mal davon erzählte, was bei jüdischen "Jungs" gemacht wird.

    Natürlich habe ich meiner Tochter dann auch erklärt, dass der Junge nichts dafür kann und es auch seinen Eltern wohl nicht bewusst ist, dass sie hier einen großen Fehler begehen. Ich habe ihr dann auch erklärt, dass eine Beschneidung etwas "Falsches" ist, wofür aber die Eltern nicht bestraft werden, weil man darauf hofft, dass es irgendwann alle Eltern von alleine einsehen, dass man dies nicht tun darf.

    Übrigens habe ich unserer Tochter auch erklärt, dass der Junge bei seiner Beschneidung Kleider wie ein Prinz tragen darf und viele Geschenke bekommt. Kinder sind aber offenbar schlauer als Erwachsene und unsere Tochter begriff sofort, dass dies kein Trost für so eine Verletzung sein kann.

    Der Junge tut mir jedenfalls schon jetzt richtig leid, weil ich ihn für recht sensibel halte und mir gut vorstellen kann, dass dies seine gesamte Entwicklung negativ verändern wird. Aber ich kenne auch den stolzen Blick des Großvaters, der es wohl nie zulassen würde, dass dem Jungen diese Qual erspart bleibt.

    "Sie heiraten und beschließen, eine moderne Ehe zu führen. "

    Der Beschluss, eine moderne Ehe zu führen, scheint dann wohl ad acta gelegt worden zu sein. Er bestimmt, dass der Sohn beschnitten werden soll und die Frau hat sich zu fügen. So will es die "Kultur" im Patriarchat und wenn das Thema "modern" oder "das Beste aus beiden Kulturen" zur Worthülse wird, darf der Sünnetci schon mal seine Messer wetzen.

    Wer außerdem daran glaubt, dass dieser Junge noch eine Chance hätte hier körperlich unversehrt davon zu kommen, wird wohl auch glauben, dass der Klapperstorch die Kinder bringt.

    Zum Thema Süddeutsche Zeitung: Populistischer Schund!

    Dank dem Artikel bin ich jetzt über die Abkürzung MMC (Medical Male Circumcision) gestoßen. MMC bedeutet dann wohl, dass man aufgrund von Fehlinterpretationen von unsinnigen Studien massenhaft Jungen oder Männer verstümmelt, weil man daran glaubt, dass eine Beschneidung genauso wirksam sei wie ein Kondom. Schade, dass man schon aus Uganda gelernt haben müsste, dass dieser Plan nur schwachsinnig ist.

    Gibt es eigentlich auch eine MFC. Und müssten religiöse Beschneidungen nicht RMC (Ritual Male Circumision) oder RFC (Ritual Female Circumcision) genannt werden.

    Jedenfalls ist es ja schon krank, wenn man die Amputation von gesundem Gewebe mit dem Begriff "Medizin" (Heilkunde) in Verbindung bringt, um davon abzulenken, dass das einzige Kranke dabei das Denken derer ist, welche diese Form der Beschneidungen ohne medizinische Indikation befürworten.

    Nachtrag:
    Was mir jetzt auch erst eben aufgefallen ist. Viele Promis werben offenbar für die Massenbeschneidungen (mit Unicirc) in Afrika ohne vermutlich zu ahnen, was den Menschen damit im Zweifel angetan wird. Hier mal ein paar Namen derer, die offenbar zu blöd dazu sind zu erkennen, dass Kondome und nicht Beschneidungen wirksam vor HIV schützen:

    Michael Ballack, Prinzessin Stephanie von Monaco, Annie Lennox, Victoria Beckham und einige andere.

    Er geht aber nicht von "unserer" (mehrheitlichen) Rechtsauffassung aus sondern von seiner eigenen!


    Ganz unrecht hat Herr Rohde wohl wirklich nicht. Auch in einem demokratischen Staat kann es dem Bürgerwillen entsprechen, wenn kleine Jungs zwangsbeschnitten werden. Jedenfalls würde ich z.B. die USA oder Israel als demokratische Staaten betrachten, wo die Mehrheit der Bürger die Zwangsbeschneidung vermutlich für moralisch vertretbar hält.

    Moral beinhaltet immer eine Art "Lokalkolorit", welche neben den "universellen Menschenrechten" (=Utopie) eine Parallelgesellschaft entstehen lässt. Wolfgang Günter Lerch schreibt in seinem Artikel auch folgendes:

    "Die islamische Lebenswelt stößt in Deutschland auf einen säkularen, jedoch aus gutem Grund nicht völlig laizistischen Staat, anders also als in Frankreich."

    Die Antwort, warum es einen "guten Grund" dafür geben könnte, dass Kirche und Staat in Deutschland wie zu Zeiten vor der französischen Revolution noch nicht strikt getrennt sind, bleibt er uns schuldig. Aber es ist eben dieser veraltete Mief, der Moralvorstellungen stützt, die ethisch betrachtet nicht hinnehmbar sind und dazu führen, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres eintritt, wenn es für viele bereits zu spät ist.

    Deswegen brauchen wir mehr direkte Demokratie, auch wenn Volksabstimmungen sicherlich auch manchmal Resultate bringen werden, die mir und/oder dir nicht schmecken. Das ist der Preis, den man bezahlen muss.

    Wie schon erwähnt, weiß ich ja auch nicht, ob diese neue Partei eine Möglichkeit ist, unser gemeinsames Ziel, ein Verbot von Zwangsbeschneidungen, Nachdruck zu verleihen. Hier wird man abwarten müssen, ob es diese Partei überhaupt rechtzeitig ins Bewusstsein der potentiellen Wähler schaffen wird.

    Früher glaubte ich auch, dass direkte Demokratie die Politik an die Kandare nehmen könnte. Man sieht ja aber z.B. in der Schweiz, wie dort auch im Rahmen der direkten Demokratie Entscheidungen durch entsprechende Kampagnen "beeinflusst" werden.

    Die Bürger Dänemarks sind wie die Bürger Deutschlands offensichtlich für ein Verbot der Zwangsbeschneidungen. Statt aber mit der Brechstange per Gesetz hier Fakten zu schaffen, schafft man mit der Dokumentationspflicht eine neue Öffentlichkeit für dieses Thema und baut natürlich auch gesellschaftlichen Druck auf.

    Der eine oder andere wird jetzt enttäuscht denken, dass wir hier "nur" von einem Papiertiger sprechen, aber die Reaktionen scheinen klar deutlich zu machen, dass dieses Vorgehen seine Wirkung nicht verfehlt und daher auch schon für entsprechende Reaktionen gesorgt hat:
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26703

    [Man beachte übrigens das "Kompliment" bezüglich der guten Organisation,Vernetzung und Hartnäckigkeit von "uns" Zwangsbeschneidungsgegnern.]

    Sobald ein Gesetzgeber die Zwangsbeschneidung Kraft Gesetz unter Strafe stellt, habe die Religionsgemeinschaften rechtliche Möglichkeiten bis hin zur politischen Lobbyarbeit, um ihrer Interessen zu wahren. Genau so ist es ja auch im Jahr 2012 in Deutschland der Fall gewesen. Sofern jetzt aber die Zwangsbeschneidung nicht verboten, aber immer mehr in den öffentlichen Fokus gerückt wird, entsteht ein gesellschaftlicher Druck, den die Religionsgemeinschaften nicht mehr einfacht mit gezielten strategischen Mitteln ruhig stellen können.

    Auch darf man ja nicht vergessen, dass man gesellschaftlich in Bezug auf die Zwangsbeschneidung ja keinerlei Überzeugsarbeit mehr leisten muss. Die Mehrheit der Bürger lehnen jede Form der Zwangsbeschneidung kategorisch ab und halten sich eher angewidert oder unangenehm berührt aus dieser zutiefst intimen Diskussion zurück. Sobald dieses Tabu aber gebrochen ist und vermehrt Öffentlichkeit erfährt, wird es für die Beteiligten schon schwieriger zu erklären, warum sie nicht ihren Kindern selbst diese höchst intime Entscheidung überlassen.

    Ich denke, das dänische Modell der Dokumentation in Verbindung mit der klaren Empfehlung eine Zwangsbeschneidung zu unterlassen, hat sehr viel Potential, um auch von anderen Länder adaptiert zu werden. Man vermeidet den Eklat und setzt dennoch den mehrheitlichen Konsens der Bürger um. Gleichzeitig schafft man eine Datenbasis, welche im Laufe der Jahre genau aufzeigen wird, welche fatalen Folgen Beschneidungen nach sich ziehen. Und solche Fakten lassen sich dann auch nicht mehr einfach ignorieren oder wegdiskutieren.

    Hier übrigens auch noch ein Link zum hpd:

    http://hpd.de/artikel/daenis…g-kindern-13860

    PS: Ich hätte mir von jener Partei erwartet, dass sie in ihrem Programm etwas zu dem Einfluss einiger Religionsgesellschaften auf die sogenannten "öffentlich-rechtlichen Medien" sagt.

    Die auch noch durch unsoziale Zwangsbeiträge finanziert werden.

    "Wir fordern die Kündigung der bestehenden Kirchenverträge und die Abschaffung der Kirchensteuer. ...Vertreter weltanschaulicher Gemeinschaften haben in diversen öffentlichen Räten, Ausschüssen, Prüfstellen und Gremien keinen Platz. "

    Zitat Grundsatzprogramm Partei der Humanisten


    Wie hätte ein Ethikrat wohl über die Zwangsbeschneidung entschieden, wenn hier nicht Repräsentanten von religiösen Gruppierungen ihren Senf abgegeben hätten. Und wie würde wohl eine Politik aussehen, die nicht auf religiöse Vertreter im Rundfunkrat & Co. Rücksicht nehmen müsste / würde.

    Den übrigen Bedenken zu anderen Punkten verstehe ich durchaus, kann bzw. will aber darauf nicht eingehen, weil sie keinen Bezug zum Thema Beschneidung haben. Ich bitte mich auch nicht falsch zu verstehen bzw. möchte ich betonen, dass ich auch nicht weiß, ob ich diese Partei wählen werde. Nur hört sich hier vieles für mich interessant an (z.B. Thema Beschneidung), weshalb ich gerne wenigstens die Möglichkeit hätte, diese Partei wählen zu können.

    Anders als bei uns, wo sich die Politiker nicht verblödeten von Kindeswohl zu sprechen.

    Naja, der Winter wird bald zu Ende gehen und der Frühling steht schon fast vor der Tür ;)

    Somit werden wir bald einen beschneidungsliebenden Pfarrer in den Ruhestand schicken und selbst das Komikerlager muss erst mal im Herbst wiedergewählt werden.

    Den Artikel in Bezug auf Dänemark habe ich auch gelesen. Früher war ich so naiv und dachte, dass in einer Demokratie das "Volk" regieren würde bzw. die Politiker den Willen des Volkes nicht einfach völlig ignorieren würden. Aber sowohl in Dänemark wie ja auch in Deutschland interessiert es ja offenbar niemanden, dass die Mehrheit für ein Zwangsverstümmelungsverbot ist.

    Hinweis: Wer etwas in einer repräsentativen Demokratie verändern will, muss nur damit anfangen sein Kreuzchen an einer anderen Stelle zu machen. [Schleichwerbung:ON] Die Humanisten wollen bei der Bundestagswahl antreten und brauchen noch Unterschriften. [Schleichwerbung:OFF]
    https://parteiderhumanisten.de/wp2/2015/05/16…sen-und-rechte/

    Sondern man will will angeblich Betrug an der Solidargemeinschaft erschweren.


    Ein Betrug liegt ja dann vor, wenn eine Leistung aufgrund einer bewussten Fehldiagnose abgerechnet wurde.

    Für viele ist der Gesundheitsfonds zu Recht ein Buch mit sieben Siegeln. Irgendwie fließt dort Geld rein und am Ende wieder zurück. Wer für was und wie viel bekommt, ist aber die spannendste Frage. Je "kränker" ein Versicherter ist, desto mehr bekommt die Krankenkasse vom Gesundheitsfonds ausbezahlt. Eine chronische Vorhautverengung, die final sogar mit einer Beschneidung behandelt werden "musste", dürfte sich somit nicht nur für den Operateur rechnen.

    Ich finde es aber sehr unhygienisch wenn man einen Burkini im Schwimmbad gestattet. Da kann man sich auch gleich das Vorduschen dann sparen. Wenn es zum Schwimmen ging dann hieß es bei mir immer, Kleidung ausziehen, Badehose anziehen und vor dem Schwimmen gründlich Duschen. Aber mit einen Burkini kann man sich nicht Duschen.


    Das mit der Hygiene scheint ja allgemein ein kulturelles Problem zu sein. Viele finden einen Burkini unhygienisch, aber ein "umfangreicher" Badeanzug wird nicht in Frage gestellt und schon gar nicht die übliche Badehose. Und wenn dann in einem Schwimmbad tatsächlich Nacktbaden gestattet ist, empfinden einige dies sogar als noch unhygienischer?!

    Warum frisch gewaschene Textilien unhygienischer sein sollen als ein geduschter oder im Zweifel sogar ungeduschter menschlicher Körper, ist für mich daher nicht so ganz nachvollziehbar. Ich persönlich bin zwar kein Verfechter von Badetextilien jedweder Art, möchte aber umgekehrt auch niemanden vorschreiben, keine tragen zu dürfen. Was ich aber gerne jedem vorschreiben würde, wäre das Ablegen der Badetextilien in den Duschräumen, was beim Unterlassen aus meiner Sicht wirklich unhygienisch ist.

    Nun aber mal zurück zu unserem Kernthema und den verschiedenen Vorstellungen von Hygiene. Neulich erklärte mir mal jemand, dass er mit einer Muslima verheiratet ist, sich aber dennoch nicht hat beschneiden lassen. Der Grund, dass dies bei ihm nicht notwendig sei, bestünde darin, dass er sich richtig waschen würde. So haben die beiden für sich einen kulturübergreifenden Kompromiss gefunden, der nur durch ein analytisches Begreifen eines der Kernprobleme möglich wurde.

    Auch das Thema Burkini oder Schwimmunterricht könnte auf die gleiche Art gelöst werden, wenn man nicht alle jungen Menschen sofort das Prädikat "verdorben" anheften würde, wenn sie ihre Sexualität unter Gleichaltrigen "erkunden" wollen. Die Ideologie, dass der weibliche Part einer Ehe keine sexuellen vorehelichen Erfahrungen besitzen darf, ist ja fast in allen Religionen verankert. Und aus meiner Sicht scheint hier die Beschneidung einer der Instrumente zu sein, mit der man einer solchen Forderung physisch Nachdruck verleihen möchte (Kastrationsangst in Bezug auf Beschneidung als Drohung die religiösen Regeln einzuhalten).

    Aber zum Abschneiden von Vorhäuten reicht es noch, gell?


    Das Problem besteht wohl darin, dass nach Artikel 7 des Grundgesetzes das Schulwesen unter staatlicher Aufsicht steht. Nichtteilnahme am Schwimmunterricht würde hier die Kompetenz des Staates untergraben.

    Der "Staat" schützt sich im Zweifel eben selbst besser als er dies in Bezug auf die schutzbedürftigen Kinder tut, denen das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder gar die negative Religionsfreiheit durch die Zwangsbeschneidung verwehrt wird.

    Es gibt Menschen, die ihren Bauch zu einem Sixpack trainieren, den man aber unter der Fettschicht nie zu sehen bekommt. In einer Analogie dazu, könnte der Mediziner mit seiner Aussage vielleicht sogar Recht gehabt haben. Unter der Hornhautschicht könnte die Sensitivität vielleicht sogar noch vorhanden sein. Blöd nur, dass dies den Betroffenen absolut nichts nutzt, wenn die Hornhautschicht hier jede intime Berührung abschwächt.

    BTW: An welches Piktogramm mich die Türme des Doms auf der Webseite von Dr. Voigt erinnern, wäre jetzt OT ;)

    Äpfel, Birnen und Möhren wurden hier offenbar in einer Metastudie zusammengefasst. Schmerz ist jedoch sehr subjektiv, lässt sich selbst klinisch nur indirekt erahnen und ob nun ein Baby quasi "bewusstlos" wurde und daher nicht mehr geweint hat oder die Freude, dass die bestialischen Schmerzen endlich ein Ende hatten, weiß man daher leider noch immer nicht.

    Dr. Terry Gaff hat zwar jetzt eine Rechtfertigung gefunden, wann man bedenkenlos Schokolade gegen Schmerzen essen darf, aber richtig schlauer ist die Medizin dadurch wohl auch nicht geworden.

    Wenn religiöse Vorstellungen der Eltern oder gut gemeint und schlecht gedachte Empfehlungen des Urologen Fakten geschaffen haben, vermindert sich ja bei vielen Beschnittenen die Sensitivität beim Geschlechtsverkehr. Selbst als Unbeschnittener kann ich mir hier gut vorstellen, dass die Nutzung von Kondomen hier für viele noch mehr Gefühl ausblendet. Dennoch werden wohl auch beschnittene Männer hin und wieder mal Kondome nutzen.

    Durch Zufall habe ich nun aber entdeckt, dass "hauchzart" oder "dünn" nicht immer das gleiche bedeutet. Die Wandstärke variiert hier bei "dünnen" Kondomen offenbar zwischen 0,055 und 0,04. Um es kurz zum machen, habe ich (/wir) nun festgestellt, dass die Kondome mit 0,04 Wandstärke tatsächlich weniger spürbar sind als die normalen Kondome mit 0,055 und damit wesentlich mehr Gefühl zulassen.

    Egal für welches Kondom man sich aber am Ende entscheidet, sollte man gerade bei den sehr dünnen Kondomen auch die Normgröße nicht aus dem Blick verlieren. Gerade Kondome, die als "unsichtbar" verkauft werden, haben dann mitunter 52 Normbreite, was hier in der Kombination mit der dünnen Wandstärke je nach Anatomie wegen einer zu hohen Beanspruchung problematisch werde kann.

    Vielleicht ist ja die Idee, Vorhäute in Jungfernhäutchen umzuwandeln?

    Deine nicht ernst gemeinte Überlegung ist leider gar nicht so abwegig. Die Beschneidung als heidnisches Ritual sollte ja beim Mann das "Weibliche" entfernen. Und ein Jungfernhäutchen wäre so gesehen ja auch irgendwo das Gegenteil.

    Davon abgesehen sehe ich aber irgendwo die sexuelle Revolution als Hauptschuldigen. Wie kann man auch auf die Idee kommen und freie Liebe propagandieren, wenn sich bisher die drei Weltreligionen einig waren, dass Frauen als Jungfrauen in die Ehe eintreten sollen und je nach Auslegung auch so immer wieder "unrein" gelten.

    Jungen werden ja daher je nach Konfession "erst" am 8. Tag beschnitten, weil sie zuvor durch den Kontakt mit dem Blut der Mutter als unrein gelten.

    Und wenn wir schon bei Religionen sind, ging es doch auch den religiösen Fürsten vor der französischen Revolution viel besser. Ein Mensch, der sich von der Religion emanzipiert, lässt sich nicht mehr so einfach manipulieren. Aufklärung ist daher wohl die schärfste Waffe, wenn es darum geht die Menschenrechte zu verteidigen.

    Der Junge tut mir leid. Er hat ein Weltbild, das teilweise richtig ist und teilweise deutlich an der Realität vorbei geht.

    Es gibt in Deutschland Antisemiten und es gibt auch überwiegend Menschen, welche den jüdischen Glauben akzeptieren und respektieren.

    Er sieht sich selbst als deutscher Jude. Damit hat er und ich eine Gemeinsamkeit, denn wir sind beide Deutsche. Und weder er noch ich haben in der NS-Zeit Menschen ermordet und trotzdem wird "uns Deutschen" hier von Geburt die "Erbschuld" übertragen. Aber die Gemeinsamkeiten gehen vermutlich sogar noch weiter. Vermutlich wurden Vorfahren von ihm wie auch ein Vorfahre von mir von den Nazis ermordet.

    Und jetzt reden wir vom "Judenhass" und einem "deutschen Problem", dass sich angeblich u.a. in der Beschneidungsdebatte medial präsentieren würde. Sorry, beim Thema Zwangsbeschneidung geht es nicht um Religion, sondern um Kinder bzw. um Menschenrechte. Es geht um die Frage, ob man einen Kind ungefragt Schmerzen zufügen darf oder ob man ein Kind für immer um einen Teil seiner Sexualität berauben darf.

    Sicherlich kann man hier auch argumentieren, dass es daneben auch um Religionsfreiheit ginge. Da ich aber noch nie ein Baby gesehen habe, dass sich aus "religiösen Gründen" gewünscht hätte, dass man ihm unter Schmerzen seine Vorhaut amputiert, gibt es für mich hier keine Religionsfreiheit, die man gegenüber dem Recht auf körperliche Unversehrtheit schützen könnte.

    Das eigentliche Problem sehe ich daher vielmehr im fehlenden Dialog der Religionen. Lessing hat uns in seiner Ringparabel gezeigt, dass alle drei monotheistischen Religionen miteinander "verwandt" sind und keine mehr oder weniger wert ist als die anderen. Wenn nun Themen wie die Frage, ob Zwangsbeschneidungen mit den Menschenrechten oder dem Schutz von Kindern noch vereinbar sind, dann sitzen hier keine Fremden am Tisch, sondern es diskutieren Brüder miteinander. Und meine Kritik, dass man das Miteinander viel zu oft übersieht, gilt daher für alle drei im gleichem Maße.

    Auf diese Jameda-Bewertungen würde ich heute keinen Pfifferling mehr geben.


    Bei wenigen Bewertungen ist Jameda auch aus meiner Sicht oft völlig sinnfrei. Mal rächt sich ein Patient oder ein anderes Mal bekommen Ärzte recht viel Lobhuddelei.

    Eine der Bewertungen von Herrn Dr. M. A. B. fand ich übrigens richtig bescheuert. Da hat jemand sein 10 Tage altes Baby zwangsbeschneiden lassen und lobt nun den Arzt für diese "Heldentat" (Bewertung 18.04.2016). Ich frage mich hier, was wohl das 10 Tage alte Baby geschrieben hätte (wenn es dies denn hätte können) und wie es sich gefühlt haben muss als ihm Dr. M. A. B. unter höllischen Schmerzen die Vorhaut amputiert hat.

    Angler behaupten, dass Fische kein Schmerzempfinden haben und Zwangsbeschneider behaupten, dass Säuglinge kein Schmerzempfinden besitzen, wenn man ihnen die Vorhaut abtrennt. Da Fische auch im adulten Stadium nicht mitteilen können, ob sie Schmerzen empfinden, sind die Angler vorläufig noch auf der sicheren Seite. Bei Menschenkindern sieht die Situation jedoch anders aus, weshalb es hier um so unverständlicher ist, wie hier sogar Eltern offenbar nicht in der Lage sind zu begreifen, welche Schmerzen ihre Kinder hier sinnlos erleiden.

    Ach ja, jetzt habe ich wieder vergessen, dass der Schmerz der Kinder nicht sinnlos ist bzw. dass die Kinder ja als Opfer für die Religion leiden müssen. Und wenn dann auch noch ein Arzt so richtig pfuscht wie hier, dann zählt auch das Argument mit der Religion nicht mehr und die Eltern verklagen denjenigen, der ihren Kindern "nur" eine schmerzhaft und irreparable Körperverletzung nach allen Regeln der "ärztlichen Kunst" zufügen sollte und stattdessen den Kindern eine schmerzhafte und irreparable Körperverletzung zugefügt hat.

    @Guy
    [Ironie on] Es kann nicht M. A. B. gewesen sein bzw. praktiziert dieser offensichtlich nicht in Bochum. [Ironie off]


    Laut Dr. Möcklinghoff beschneidet dort "kein" Arzt aus "rein religiösen Gründen":

    Zitat:
    Der Bochumer Chirurg Dr. Christian Möcklinghoff vom Vorstand des Medizinischen Qualitätsnetzes Bochum („Med-QN“) sagte am Donnerstag auf Anfrage: „Mir ist in Bochum kein Kollege bekannt, der eine Beschneidung an Jungen aus rein religiösen Gründen durchführt.“

    Quelle:
    https://www.derwesten.de/staedte/bochum…id12134824.html

    Und wenn man die Aussage von Dr. Möcklinghoff anders interpretiert, könnte man dies auch so verstehen, dass ihm kein Kollege bekannt ist, der eine Beschneidung nicht über die Kasse abrechnet...

    P.S. Vielleicht habe ich aber auch zuviel in die Aussage von Herrn Dr. Möcklinghoff reininterpretiert und er wollte damit nur ausdrücken, dass er viele seiner Kollegen gar nicht kennt.