Beiträge von NoCut

    Da haben alle Parteien ihre Meriten und ihre Schandtaten. Da hätte ich bei allen jeweils mindestens einen Grund, sie nimmermehr zu wählen.


    Ich kann grübeln wie ich will, aber aktuell fällt mir keine schlimmere Schandtat als der § 1631d BGB ein. Es werden hier drei Rechte aus dem Grundgesetz eklatant verletzt. Des geht um Gleichberechtigung, Recht auf körperliche Unversehrtheit und die negative Religionsfreiheit. Ob sogar die Würde verletzt wird, wäre auch zu bedenken.


    Davon abgesehen ändert dies nichts daran, dass auch die "Herausforderer" nur Phrasen dreschen und in Wahrheit das Blaue vom Himmel herunter versprechen, was sie garantiert nicht halten werden:

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc…-a-1140940.html

    Zitat:
    SPIEGEL ONLINE: Wie können Sie als Politikerin Gefühle hervorrufen?
    Schwesig: Man muss sich in die Lebenslagen der Menschen hineinversetzen können. Man braucht Empathie.


    Meine Frage ist hierbei, wo die Empathie für die Jungen bleibt, die hilflos und unter Schmerzen ihrer Vorhaupt beraubt werden, weil Frau Ministerin Lippenbekenntnisse von sich gibt, aber nicht bereit ist sich wirklich in diese (kleinen) Menschen hineinzuversetzen.

    Wir können nur eine Partei als "Gesamtpaket" wählen.


    Ein "Gesamtpaket", wo nur ein ehemaliger Bekannter von mir und zwei andere mit Nein gestimmt haben, ist für mich nicht mehr wählbar. Aber dies ist meine persönliche Meinung.

    Bei der Beschneidung geht es um Menschenrechte, wie sie auch im Grundrecht verankert sind. Eine Partei, welche hier mehrheitlich Grundrechte missachtet bzw. offenbar sogar per Fraktionszwang zum Verfassungsbruch aufruft, ist für mich keine legitime Partei, die ich jemals wiederwählen werde. Vielleicht erscheine ich in Bezug auf die Grundrechte als "kleinkariert", aber was ist eine Regierung wert, die sich bewusst gegen unser Grundgesetz auflehnt.

    Dein Argument, dass man 2009 nicht wusste, wen man hier wählt, ist zutreffend. Aber bereits 2013 wie auch jetzt in 2017 weiß jeder genau, wem er hier seine Stimme gibt. Und somit entscheidet jeder aufs neue, ob er u.a. die Partei im Amt bestätigen möchte, welche mit 215 JA-Stimmen maßgeblich den § 1631d BGB verabschiedet hat.

    Anders ausgedrückt halte ich es für zielführender Parteien danach zu wählen oder nicht zu wählen, was sie bereits in der Vergangenheit tatsächlich getan haben, statt dem zu glauben, was sie für die Zukunft vom Himmel herunter versprechen.

    Wenn ich 50 wäre, wäre das was Anderes, aber ich hatte ja noch nicht einmal Sex!


    Auch von mir erst mal herzlich willkommen!

    Bei meinem Alter steht noch keine fünf davor, aber bis es soweit ist, kann ich die Jahre mit einer Hand abzählen ;) Du gehst vermutlich davon aus, dass sich "das Thema" mit 50 "erledigt" hat. Wäre dem wirklich so, gäbe es kaum die blauen Pillen ;)

    Dennoch solltest Du auch bewusst das Alter 50+ im Blick behalten. Wenn Du Dich heute für eine Beschneidung entscheidest, kann es gut sein, dass bei Dir mit 50 wirklich Schluss ist, weil durch die Beschneidung ja eine innere Hautschicht plötzlich zu einer äußeren Hautschicht wird uns sich daher eine Art Hornhaut bildet (siehe Keratinisierung bei Wikipedia).

    Was die richtige Lösung in Deinem Fall ist, weiß ich natürlich nicht. An Deiner Stelle würde ich mir aber in jedem Fall noch von anderen Ärzten Rat holen bzw. einen Urologen / Urologin suchen, welcher nicht in der totalen Beschneidung die einzige Lösung für Dein Problem sieht. Oder anders ausgedrückt würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um hier eine Lösung zu finden, die Deine Sexualität nicht beeinträchtigt.

    Darf man da jetzt "Lügenministerium" sagen?


    Die lügen nicht, sondern sie präsentieren lediglich alternative Fakten.

    Umgekehrt drängt sich mir aber die Frage auf, was an deren Haltung falsch sein soll. Man hat nicht den Eindruck, dass die Wähler in Deutschland etwas anderes erwarten oder sich gar eine andere Politik wünschen würden. Die "Komikernation" Deutschland wird wohl auch im September wieder brav die Parteien wählen, welche mehrheitlich am § 1631d BGB schuld sind.

    Verlogener als die Politiker sind daher aus meiner Sicht die Wähler selbst, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie mit ihrer Stimme diese Politik immer wieder aufs neue bestätigen.

    Im Februar 2017 bekam im vom BMFSFJ folgende "Standardantwort":


    Die Frage, ob Frau Schwesig oder andere den Arsch in der Hose Mumm haben hier den Kinderrechten mehr Geltung zu verschaffen, dürfte hiermit geklärt sein.

    Davon abgesehen brauchen wir keine "neuen" Gesetze, sondern nur eine Justiz, die den Verfehlungen des geltenden Rechts auch nachgeht. Gleichheit, Religionsfreiheit und Recht auf körperliche Unversehrtheit wird bei der Zwangsbeschneidung eklatant missachtet. Hier braucht es keine neuen Gesetze, sondern eine Aufhebung des § 1631d BGB incl. Verurteilung aller Beteiligten, die gegen Kinderrechte verstoßen. Ich persönlich würde übrigens bei der Person anfangen, welche die Opfer der Zwangsbeschneidung mit dem Begriff Komikernation verhöhnt hat.

    "Hier nicht" ist populistische AfD-Speech-Scheisse.
    Wundert mich bei Schneider nicht. Ist ja häufig durch Unterstellungen und Ressentiments aufgefallen.


    Das macht dann wieder irgendwo Sinn. Die AfD, die für den Erhalt des "christlichen Abendlandes" auch gerne mal die Nächstenliebe opfert, ist ja ein ähnliches Paradoxon wie dieser Herr Dr. Schneider. Etwas von Geschöpfe Gottes labern, Mut und Haltung betonen und dann einknicken wie ein Strohhalm, um dann die Geschöpfe Gottes (respektive der wehrlosen Jungs) einfach ihrem eigenen Schicksal zu überlassen.

    Hätte Jesus gehandelt wie Herr Dr. Schneider, wäre die Ehebrecherin zu Tode gesteinigt worden. Gestern fragte mich übrigens zufällig meine Tochter, ob ich an Jesus glaube. Ich hatte keine Antwort parat, aber ich erklärte ihr dafür den Sinn des neuen Testament aus meiner Sichtweise. Denn aus meiner Sicht geht es darum, dass wir friedlich und gewaltfrei miteinander leben.

    Und in Bezug auf Herrn Dr. Schneider wäre dann im neuen Testament noch die Botschaft versteckt, dass man auch mal Zivilcourage besitzen muss, selbst wenn oder gerade weil man in dem Land geboren ist, wo der Holocaust verübt wurde.

    Zitat von Dr. Nikolaus Schneider in der LZ

    „Gegenüber Fremdenfeindlichkeit sind wir zum Widerstand aufgerufen. Das erfordert Mut und Haltung.“ Andererseits müsse die Gesellschaft zu Antisemitismus, Scharia und Beschneidung von Frauen deutlich sagen: „Hier nicht!“. Die christliche Kirche sei multikulturell und multiethnisch. Die Bibel betone den respektvollen Umgang mit Fremden und verbinde alle Menschen in der Taufe. Die Toleranz müsse jedoch über die Grenzen der Kirche hinausreichen, denn: „Gott ist Schöpfer aller Menschen.“


    Laut Herrn Dr. Schneider sind alle Menschen Geschöpfe Gottes. Warum sieht er dann aber nur die Notwendigkeit Frauen vor einer Zwangsbeschneidung zu schützen.

    Hätte Herr Dr. Schneider tatsächlich "Mut und Haltung", hätte er nicht nur die Zwangsbeschneidung von Frauen angeprangert. Solange man aber den Mainstream nachplappert, hat dies nichts mit Mut zu tun. Immer schön auf den breiten sicheren Wegen bleiben und nur nicht plötzlich auf den schmalen Pfad der Kinderrechte abbiegen, wo einen dann die anderen mit Steinen oder Schuhen bewerfen könnten.

    Daher mein Fazit:
    Ich habe im Gegensatz zu Herrn Dr. Schneider keinen Respekt gegenüber der feigen Toleranz für "bestimmte Formen" der Zwangsbeschneidungen (Brit Mila, Sünnet, etc.).

    http://www.lz.de/lippe/detmold/…leranz-auf.html

    Zitat von Prof. Robert Jütte

    Im Judentum steckt dahinter, ähnlich wie dann im Islam, dass das Haar der Frau, das offene Haar der Frau, einen erotischen Reiz auf die Männerwelt ausübt.


    Deswegen muss es eben bedeckt werden. Es geht nicht, darum Gott Ehre zu erweisen, um Respekt, sondern hier um männliche Lust zu vermeiden.


    Sexualität ist keine Krankheit bzw. wie bereits mehrfach medizinisch nachgewiesen der Gesundheit zuträglich. Eine Religion, welche die Sexualität beschneiden möchte, ist somit de facto gesundheitsschädlich.

    http://www.fitforfun.de/sex-soul/sex-c…_aid_13955.html
    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sex-ia.html
    https://www.welt.de/gesundheit/art…ist-gesund.html
    http://gesund.co.at/guter-sex-posi…r-psyche-25091/
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…x-a-936386.html
    http://www.gesund-vital-online.de/die-10-besten-…ex-haben-sollte

    Anmerkung: Vielleicht sollte man darauf drängen, dass künftig auf Bibeln, dem Koran oder der Tora Warnhinweise auf mögliche Gesundheitsgefahren angebracht werden.

    Zitat von Prof. Robert Jütte

    Es gibt da eine kleine, aber doch sehr auch vernetzte Gemeinschaft von wohlmeinenden deutschen Kinderärzten und zum Teil auch in Verbindung mit Juristen, die dieses Thema jetzt auch in Düsseldorf bei einem Kongress wieder aufgenommen haben, wie gesagt immer mit dem Vorwand, das Kindeswohl müsse über der Religionsfreiheit stehen.


    In der hessischen Verfassung existiert noch recht lange die Todesstrafe, die aber aufgrund der Bundesgesetze nicht vollstreckt werden durfte. Das gleiche gilt somit im Grunde für die Zwangsbeschneidung von wehrlosen Kindern. Denn laut der deutschen Verfassung steht das Kindeswohl sehr wohl über dem Wunsch, die Religion über die eigene Person hinaus Kraft elterlichem Sorgerecht auf die eigenen Kinder zu erweitern. Der § 1631d BGB existiert, aber dies bedeutet noch lange nicht, dass er verfassungskonform sei (siehe Todesstrafe hessische Verfassung).

    Zitat von Prof. Robert Jütte

    Also sie werden nie ein jüdisches Kind als Selbstmordattentäter irgendwo sehen. Das fehlt einfach.


    Hier fehlen mir eigentlich die Wort. Soll das bedeuten, dass Selbstmordattentäter immer Christen, Moslems oder Atheisten sind?! Der Mann weiß wenigstens, wie man sich richtig Feinde macht.

    Wäre es nicht an der Zeit, dass "beschneidende" Glaubensgemeinschaften bereits heute per Gesetz verpflichtet werden Rückstellungen für Entschädigungszahlungen an Zwangsbeschnittene zu bilden. Und wer sich dies nicht leisten kann, dem wird dann wohl bewusst werden, wie wertvoll die Vorhaut tatsächlich ist ;)

    Diese Werteinitiative ist aus meiner Sicht vorallem eines, nämlich völlig wertlos.

    Hier wird so viel Unsinn verzapft, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

    Der Islam ist wohl tatsächlich punktuell verfassungswidrig, was wohl in der Missachtung der negativen Religionsfreiheit wie auch dem Recht auf Gleichheit sowie bezüglich der Gewährung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit beruht. Mit anderen Worten ist hier der Islam genauso punktuell verfassungswidrig wie das Judentum.

    Die Neutralität des Staates gegenüber den Religionen kann davon abgesehen nur bedeuten, dass er sich künftig auch finanziell und organisatorisch distanziert. Mit anderen Worten ist es ja heute schon ein Unding, wenn die christlichen oder jüdischen Religionsgemeinschaften Zuschüsse erhalten und z.B. muslimische Gemeinden sich alleine finanzieren müssen. Die einzige richtige konsequente Lösung wäre hier die Einstellung jeglicher Zahlungen an Religionsgemeinschaften.

    In Bezug auf die organisatorische Trennung zwischen Religion und Staat müssten außerdem darauf geachtet werden, dass künftig keine religiösen Persönlichkeiten im Ethikrat oder anderen Gremien vertreten sind. Alles andere ist genau das Gegenteil eines neutralen Staates.

    Die geforderte "Wehrhaftigkeit" des Rechtsstaats würde außerdem erfordern, dass man ungeachtet religiöser Forderungen den Schutz von wehrlosen Kindern vor den religiösen Wünschen der Eltern stellt. Eine freie Religionsausübung kann und darf kein Freibrief sein oder bleiben, um Kindern Schmerzen mit lebenslangen Folgen zuzufügen. Religion findet immer zwischen Mensch und einem höheren Wesen statt und diesen Personenkreis auf die eigenen Kinder zu erweitern ist nichts anderes als Missionsarbeit, welche in dieser unsinnigen Petition ja ausdrücklich verneint wurde.

    Der Banner über der Petition spricht übrigens Bände. Unten rechts sieht man z.B. Siegmund Freud, der Jude war, aber dennoch seine Söhne nicht hat beschneiden lassen. Und mit genau so einem aufgeklärten Menschen auf dem Konterfei möchte man unter anderem für das Recht auf Zwangsbeschneidung von wehrlosen Kindern werben?!

    Unter Werte versteht man allgemein Positionen, die allen Menschen in einer Gesellschaft gleichermaßen dienlich sind. Forderungen, die eine Ungleichbehandlung (§ 1631d BGB: Unterscheidung Geschlecht, Bevorzugung Religionsgemeinschaften, etc.) zum Ziel haben oder wie hier sogar eine direkte Benachteiligung einer anderen Religionsgemeinschaft anvisieren, haben mit Werten nichts zu tun. Und das Thema "Leitkultur" ist mir persönlich zu weit rechts angesiedelt, als dass ich hier einen Wert für eine Gesellschaft erkennen könnte.

    Könnte es vielleicht sein, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur von bestimmten Industrieunternehmen (z.B. Monsanto, http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gly…ndert-1.3429242) manipuliert werden, sondern auch von Religionsgemeinschaften oder Nationalitäten?

    Ja, es könnte sein!


    Im Internet "glaubten" viele lange an die Schwarmintelligenz. Viele übersehen oder übersahen hier die einfachste digitale Weisheit, die besagt, dass Input = Output ist. Und diesen simplen Trick machen sich viele zunutze. Es werden Studien veröffentlicht, die für den einzelnen erst mal ziemlich abstrakt erscheinen und wenn die Masse dem Unsinn nicht laut widerspricht zweifeln am Ende die wenigsten an deren Wahrheitsgehalt.

    Aber auch Religionsgemeinschaften funktionieren ja nach einem ähnlichen Prinzip. Es werden Dogmen aufgestellt, die häufig schon in der Kindheit verinnerlicht werden. Es entsteht letztendlich ein kollektives Dogma, welches jegliches Aufkeimen von Vernunft im Keim erstickt.

    Diejenigen, die aber jetzt z.B. wie in dieser hier Studie Scheinargumente für die Religion liefern, finde ich richtig verachtenswert. Sie wissen genau, was Fakt ist und unterstützen dennoch religiöse Dogmen, um sich persönlich zu bereichern oder auf andere Art Vorteile zu verschaffen. Solches niederträchtige Handeln manifestiert bei religiös verblendeten Menschen das Unwissen und ist der Grund dafür, dass Jahrtausende alte Rituale, welche Kinder Schmerz und Leid zufügen noch immer nicht mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet werden.

    Und das Wort, wie man dieses Handeln nennt, ist wie von Götz beschrieben "Manipulation".

    Herr Beck missbraucht das Wort "Gleichheit" und befleckt damit dessen Bedeutung für die Gesellschaft.

    Er verwendet das Wort "Gleichheit" immer nur dann, wenn er für sich und andere Homosexuelle die gleichen Rechte einfordert. Bei der Beschneidungsdebatte fordert er dagegen eine Ungleichbehandlung bzw. Bevorzugung der jüdischen Glaubensgemeinschaften zu lasten der Kinderrechte. Nur teilweise stellt er hierbei die anderen Glaubensgemeinschaften eher alibimäßig noch hinten an.

    Wer aber die Gleichheit wie Herr Beck besudelt und in den Dreck wirft, sollte das Wort besser später nicht mehr in den Mund nehmen, wenn es dann wieder um die Vertretung der ureigenen Interessen geht. Dass bei ihm die Verwendung des Wortes "Gleicheit" unglaubwürdig wirkt, ist nur eine der Folgen seiner zweigeteilten Wahrnehmung.

    Auch befürchte ich, dass er nicht zu denen gehört, die vom Saulus zum Paulus werden.

    Wie auch schon andere hier im Thread, wirkt auch auf mich das Ergebnis der Studie "an den Haaren herbeigezogen".

    Grundsätzlich kann wohl ein erlebtes psychisches Traumata zu einem erhöhten Cortisolwert führen. In der Studie ist hier von Glukokortikoid-Wert die Rede.

    Cortisol als sogenanntes Stresshormon kann aber aus vielen Gründen vermehrt ausgeschüttet werden bzw. wird es wohl nahezu unmöglich sein das Vorhandensein oder Nichvorhandensein eines psychischen Traumatas alleine aufgrund eines Biomarkers nachweisen zu können. Wäre dieser Nachweis so simpel, stellt sich die ketzerische Frage, warum man bei Patienten noch den zeit- und kostenintensiven Weg der Psychoanalyse geht, wenn man deren "psychisches Empfinden" auch im Labor mit Hilfe eines Reagenzglases anhand von Biomarkern nachweisen könnte.

    Davon abgesehen speichern zwar die Haare Cortisol, aber jeder Zentimeter Haar kann immer nur eine Auskunft darüber geben, wie es dem Patient in dem Monat ging, als dieses Stück Haar gewachsen ist. Es ist doch aber eher unwahrscheinlich, dass Menschen, die unter ihrer Beschneidung leiden permanent bzw. durchgehend einen hohen Cortisolwert aufweisen müssten. Bei allem, was einem im Leben runter zieht, gibt es doch auch Dinge, die dabei helfen Stress abzubauen.

    Für mich ist daher diese Studie vergleichbar mit dem Versuch aus dem Kaffeesatz die Zukunft lesen zu können. Schließlich müsste ja erst effektiv nachgewiesen werden, dass ein psychisches Traumata in jedem Fall einen durchgängig erhöhten Cortisolwert nach sich zieht. Die Psychologie oder auch die Psychiatrie sind keine Wissenschaften, die ständig mit genau abgrenzbaren Laborwerten aufwarten können, weshalb hier immer der spezielle Einzelfall im Mittelpunkt steht.

    Link zum Thema Cortisol:
    http://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/cortisol

    Nur ein Zyniker würde sagen: fachgerecht, beim Arzt, mit Vollnarkose - das wäre weitaus besser, Das wäre ein Kompromiss, der auch das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes berücksichtigt, denn es würde ja "Hinterhofbeschneidungen" mit oft furchtbaren Komplikationen vorbeugen.

    Ich möchte mich auch hier in diesem Thread für die Gleichbehandlung der Geschlechter einsetzen und daher betonen, dass das Wort "Zyniker" ja die männliche Form dieses Wortes ist.

    Was ist aber mit Zynikerinnen wie:
    -Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    - Angela Merkel
    - Alice Schwarzer

    und viele andere Frauen, welche das Wort "fachgerecht" als Legitimation für die Verletzung jeglicher Menschenrechte begreifen. Vielleicht kommen irgendwann auch in Deutschland Zyniker und Zynikerinnen, die eine Todesstrafe dann als rechtmäßig betrachten, wenn diese "fachgerecht" vollstreckt wird.

    Das ist für Beck die Reihenfolge.


    Da ich mich rechtlich mit der Vertraulichkeit von erhaltenen Mails nicht so richtig auskenne, möchte ich nur anmerken, dass in der Mail von "ihm", die ich kürzlich erhalten habe, nur von der jüdischen Religion die Rede war.

    Bei aller berechtigten Kritik an seiner Person bezüglich seine Haltung zur Zwangsbeschneidung, fände ich es persönlich aber auch unfair, wenn man sein engagiertes Auftreten in Bezug auf Homosexuelle jetzt alleine wegen seiner mangelnden Einsichtsfähigkeit in Bezug auf Kinderrechte völlig unterschlagen würde. Wir sind alles nur Menschen und Menschen sind nun mal vielschichtig bzw. zeigt wohl jeder von uns gute und auch absolut inakzeptable Seiten.

    Davon abgesehen wäre es ja auch nicht richtig, wenn man ihn nun für seine Haltung verdammen würde und umgekehrt eine Kanzlerin bejubelt, die das Leid und den Schmerz von wehrlosen Kindern mit dem Begriff "Komikernation" verhöhnt.

    Wie ich kürzlich mal wieder feststellen musste, verfügt dieser Politiker über eine sehr ausgeprägte selektive Wahrnehmung der Dinge um ihn herum. Er plädierte kürzlich im Bundestag in Bezug auf die Ehe für Gleichheit. Wenn es aber darum geht, dass Jungen verstümmelt werden dürfen und Mädchen vom Gesetz geschützt sind, faselt er was von der Kriminalisierung von jüdischen Eltern.

    Schon diese Aussage verrät aus meiner Sicht viel darüber, dass es ihm sogar noch nicht mal um Religion allgemein, sondern eben nur um diese eine Religion geht, wo er die Eltern schützen will. Eine Verfassung oder Gesetze, die sich aber zum Ziel setzen bestimmte Gruppen besondere Rechte einzuräumen, fallen unter den Begriff Unrecht, weil sie eben eine Ungleichbehandlung vor dem Gesetz darstellen.

    In Bezug auf seine sexuelle Orientierung erlebt er selbst hautnah wie es ist, wenn man aufgrund von Gesetzen ungerecht behandelt wird. Statt sich hier aber für die Jungen einzusetzen, die keine Mädchen sind und deren Eltern halt zufällig keine Atheisten, Christen oder was auch immer sind, verteidigt er hier das Recht dieser Eltern ihren Kindern massive Schmerzen und lebenslange Beeinträchtigungen zumuten zu dürfen.

    Religionsfreiheit ist ja eine Sache. Aber daran zu glauben, dass ein Gott von seinen Geschöpfen erwartet, dass sie völlig sinnlos derartige Schmerzen ertragen, ist doch irgendwie pervers.

    Ob es jedoch perverser ist, diese "Tradition" als "normal" zu empfinden oder ob es nicht sogar noch perverser ist, wenn man wie Dr. Haamid al-Ghawaabi solche Praktiken als "medizinisch" sinnvoll verteidigt, ist schwer zu entscheiden.

    Es gibt religiöse Eigenarten, die eine Gesellschaft tolerieren muss. Folter oder Zwangsverstümmelungen gehören aber sicherlich nicht dazu.

    Internet und Ironie sind tatsächlich eine Gradwanderung.

    Mich hatte die Formulierung "unpleasant odour" auf den Plan gerufen, weil diese ja auch gerne im Bereich der falsch verstandenen emanzipatorischen Aufklärung als Argument für eine Zwangsbeschneidung von Jungen verwendet wird.

    Und dass Religionen die Macht der sexuellen Triebe offenbar als einen ihrer größten Erzfeinde betrachten, kennen wir ja auch bereits vom Zölibat.

    Jetzt habe ich es wieder getan und abermals Begriffe verwendet, die vorallem provokativ sein sollten. Sollte sich einer der stummen Mitleser auf die Füße getreten fühlen, dann möge er sich aber gerne ausdrücklich angesprochen fühlen. Alle anderen werden verstehen, dass Übertreibung veranschaulicht.