Oder was eigentlich vom Demokratieverständnis von parteifinanzierten PR-Fachkräften aus der "Milbertshofener Hood" zu halten ist, die ihr Konvolut dreister Sophistereien mit der Feststellung abbinden, dass der Normalsterbliche von der Komplexität der Materie ja ohnehin überfordert sei.
Wenn die Normalsterblichen die Komplexität nicht verstehen, kann dies auch an der Unfähigkeit derer liegen, die zu blöd dafür sind solche Zusammenhänge anschaulich zu erklären. In der Causa Holzfurtner würde ich hier aber ehr Frechheit statt Dummheit unterstellen. Herrschaftswissen hat ja eine Jahrtausende alte Tradition. Selbst religiöse Schriften wurden lange Zeit so verfasst, dass nur eine kleine Gruppe ihren Inhalt lesen oder gar verstehen konnte.
Dass Frau Holzfurtner nicht der Gruppe der Dummen, sondern der zweiten Gruppe angehört, zeigt sich mir z.B. bei der Formulierung, dass die Beschneidung ein "Kassenschlager" sei, wenn man hier mit juristischer Kritik aufwartet. Es ist ja ein subtil angelegter Versuch den Gegenargumenten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Aus einem Quadrat wird aber niemals ein Kreis und eine Körperverletzung kann daher auch niemals als eine mit den Menschenrechten vereinbare Handlung im Rahmen der Erziehungs- oder Religionsfreiheit in Zusammenhang gebracht werden. Spätestens dort wo Blut fließt, ist der Unterschied zur Taufe deutlich zu erkennen und falsch verstandene Toleranz macht hier jeden, der nicht eingreift, zum Mittäter.
Die betroffenen Religionen sind in Zeiten entstanden, wo man noch keine Vorstellung von Menschenrechten hatte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Beschneidung hier genauso aneckt (siehe Quadrat / Kreis) wie auch z.B. das Zölibat, welches eine der Gründe darstellt, warum der Vatikan die Menschenrechtserklärung (*) nicht unterzeichnen kann.
Wer im Gestern lebt, lebt in der Vergangenheit und wird daher ständig mit Menschen aus der Gegenwart in Konflikte geraten. Von einer Religionskritkerin (oder für was sich Frau Holzfurtner auch hält) hätte ich daher erwartet, dass sie diese offensichtliche Zusammenhänge erkennt. Manchmal genügt es eben nicht, wenn man sein WLAN selbst einrichten kann, denn viel wichtiger ist es, die damit gewonnen Erkenntnisse auch zu verstehen 
(*) Nachtrag:
Wer sich mit dem Thema Menschenrechte vs. Naturrechte etwas beschäftigen will, hier ein passender Link zum Einstieg:
http://www.deutschlandfunk.de/staat-und-reli…ticle_id=308219
In Religionen ist es ja durchaus üblich, dass "Naturrechte" über die Menschenrechte gestellt werden. Die Beschneidung eines Säuglings oder eines Knabens entsprechen ja dem Naturrecht, weil hier der Stärkere über den Schwächeren bestimmt. Dieses "Naturrecht" ist jedoch auch kein reines Naturrecht im biologischen Sinne. Ihm liegt vielmehr die Idee zugrunde, dass eine Gottheit mit der Natur gleichgesetzt wird, unter die sich alle zu unterwerfen haben. Dies geht dann so weit, dass auch "Heiden" notfalls mit Gewalt missioniert werden, weil es ja so "natürlich" gewollt sei.
Wie unnatürlich dieses "Naturrecht" tatsächlich ist, sieht man nicht nur beim Thema Beschneidung, welche ja offensichtlich wider die Natur und somit pervers ist. Vielmehr ist es in vielen Religionen üblich, dass Frauen keine leitenden Funktionen einnehmen dürfen. Die Natur bietet jedoch keinerlei Grundlage für eine Bevorzugung eines Geschlechts als "Herrschergeschlecht". In diesem Punkt erscheinen mir die Ausführungen von Frau Holzfurtner (Feminismus!) dann auch irgendwie dümmlich, weil ihre Weltanschauung in einem Kartenhaus mündet, welches selbst dem kleinsten Windstoß nicht standhalten kann.